Die mächtige Burgruine
Oswald Stimpfl
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Ausflug der Woche

Auf die Leuchtenburg bei Kaltern

Keine schweißtreibende Höhenwanderung, sondern ein gemütlicher Spaziergang durch frühlingsgrünen Wald, gerade recht für einen sonnigen Tag.
Kolumne von
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Oswald Stimpfl24.04.2021
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Ich gebe es zu, ich könnte langsam ungeduldig werden, weil coronabedingt die Wirtshäuser noch geschlossen sind. So mache ich aus der Not eine Tugend und packe eine gute Jause ein, denn ich kenne einen tollen Picknickplatz mit Belvedere. Es geht auf die Leuchtenburg, die mächtige Ruine steht an aussichtsreicher Stelle auf einem Felsbuckel am Mitterberg und bewacht sowohl das Etschtal als auch das Überetsch und den Kalterer See. Es ist keine schweißtreibende Höhenwanderung, sondern ein gemütlicher Spaziergang durch frühlingsgrünen Wald, gerade recht für einen zwar sonnigen, aber kühlen Tag.

Ausflug 24. April 2021

 

Startpunkt ist ein kleiner Parkplatz vor dem Kreith-Hof auf der rechten Seite an der Landesstraße 162, die vom Streuweiler Klughammer am Kalterer See über den Kreith-Sattel nach Laimburg im Etschtal führt. Nun zeigen uns die hölzernen Wegweiser den Weg, verirren unmöglich! Es geht über einen Hohlweg durch lichten Laubwald bergauf, wir queren einen breiten Forstweg, Bank und Tisch laden zu einer Rast ein, zu früh! Wir sind kein bisschen müde, also weiter, auf dem letzten Stück wird der Weg steiler und holpriger, mit groben Steinen gepflasterte Abschnitte erinnern uns daran, dass wir auf dem alten mittelalterlichen Schlossweg unterwegs sind. Die mächtige Ruine taucht plötzlich auf, der Laubwald vor der Burg wurde abgeholzt, so zeigt das alte Gemäuer noch die Reste der einstigen Pracht. Über eine wackelige kurze Eisenleiter steigen wir ins Innere der Burgruine, außer leeren Fensterhöhlen und ausgebrochene Türöffnungen ist nicht viel zu entdecken. Vom Burghügel auf 576 m werden wir mit einer prächtigen 360° Rundumsicht belohnt. Im Osten liegt das breite Etschtal, im Nord-Osten schmiegt sich Leifers an den Berghang, im Norden liegt Bozen im Talkessel, am Horizont lugen die verschneiten Gipfel von Rittner Horn, Sarner Scharte und der Ifinger hervor, während im Westen die Mendel über Kaltern und Tramin aufsteigt. Auf der Südseite der Ruine finden wir Steinbänke für Rast und Picknick, dann treten wird den Rückweg an.

 

Die Leuchtenburg und die Rottenburger

Die Ursprünge der Burg liegen im Dunkeln, vermutlich wurde die Anlage um 1200 erbaut. Im 14. Jh. scheint die Leuchtenburg im Besitz des mächtigen Adelsgeschlechtes derer von Rottenburg auf. Die Rottenburger stammten aus dem Unterinntal, ihre Ländereien reichten ins Eisacktal, in den Bozner Raum, ins Überetsch, das Südtiroler Unterland und bis ins Trentino. Sie erlangten mit Heinrich V von Rottenburg in der Grafschaft Tirol hohe politische Bedeutung und stellten den Hofmeister auf Schloss Tirol sowie den Hauptmann an der Etsch und des Bistums Trient. Graf Heinrich VI. kam mit Landesfürsten Herzog Friedrich von Tirol (Friedl mit der leeren Tasche) in Konflikt, in der Folge dieser Auseinandersetzungen zwischen Adel (der Falkenbund) und Herrschaft musste Heinrich VI um 1411 die meisten seiner Burganlagen an den Landesfürsten abtreten, er selbst kam in Gefangenschaft. Viele seiner Burgen wurden zerstört, die Leuchtenburg aber nicht. Sie fiel an den Landesherren, der sie in den folgenden Jahren an die jeweiligen Hauptmänner von Kaltern als Lehen vergab. Bereits ab 1600 war die Burg unbewohnt und verfiel zusehends. An die Rottenburger erinnern in Kaltern das Altersheim, das auf eine Rottenburg‘sche Stiftung im Jahr 1404 zurückgeht. Auch der Hauptplatz in Kaltern ist danach benannt. Der Sitz der Rottenburger in Kaltern, zur Ruine verkommen, wurde 1630 von der Tiroler Landesherrin Claudia de Medici den Kapuzinerpatres geschenkt, welche dort ihr Kloster errichteten.


 

Strecke 2 km

Gehzeit Hinweg 1 Stunde

Höhenmeter 265

 

Start: an der LS 162, beim Kreith-Hof

Anfahrt: Über die Weinstraße, nach Kaltern links auf die LS 162 (Klughammer, Pfatten) abbiegen.

Leuchtenburg-Kaltern

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