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Südtiroler Schützenbund
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Toponomastik

DNA- seit 97J

Warum die Schützen Recht haben
Community-Beitrag von Fabian Gufler23.08.2019
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Vergangenen Freitag, den 16. August, erregte der Südtiroler Schützenbund mit einer landesweiten Aktion Aufmerksamkeit über die Landesgrenzen hinaus: an über 600 Ortseingangstafeln in ganz Südtirol wurden die deutschen Ortsnamen mit dem Spruch „DNA- seit 97J“ überklebt.

Sicherlich ist die Aktion im Sinne des Straßenkodex strafbar, da das beschädigen, verstellen oder beschmieren jeglicher Straßenschilder untersagt ist. Trotzdem haben die Schützen Recht und machen auf ein wichtiges Thema aufmerksam: das ungelöste Toponomastik-Problem. Historisch gewachsene deutsche und ladinische Ortsnamen sind immer noch nicht, anders als die italienischen, amtlich, sondern lediglich geduldet. Die Grundlage hierfür bilden gleich drei Dekrete aus der Zeit des Faschismus, mit der Absicht Südtirol zu italianisieren, aus den Jahren 1923, 1940 und 1942, welche bis heute in Kraft sind. Es ist eine Schande, dass diese immer noch Gültigkeit haben und es bisher versäumt wurde, dieses Unrecht wiedergutzumachen und ein schlechter Witz, dass in einem demokratischen Staat, wie es die italienische Republik ist, solche Überbleibsel einer Diktatur rechtsgültig sind. Nun muss endlich etwas geschehen, damit die deutschen und ladinischen Ortsnahmen anerkannt werden und den gleichen Status wie die italienischen genießen.

Der Südtiroler Schützenbund hat mit seiner Aktion also vollkommen Recht und sorgt dafür, dass diese Problematik erneut diskutiert wird.

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Kommentare

Bild des Benutzers Manfred Gasser
Manfred Gasser 23.08.2019, 19:46

Wenn nicht seit Jahrzehnten die Toponomastikfrage von unseren starrköpfigen Patrioten mit der Löschung italienischer Bezeichnungen verbunden würde, gäbe es das Problem schon lange nicht mehr.
Also bitte zuerst an die eigene Nase fassen, lieber Schützenbund.

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Hartmuth Staffler 23.08.2019, 23:35

Es sollte endlich klar sein, dass es hier nicht um "deutsche" und "italienische" Bezeichnungen geht, sondern um historisch gewachsene und um die vom Faschisten Ettore Tolomei erfundenen. Die Löschung der faschistischen Ortsnamen bedeutet nicht, dass alle "italienischen" Ortsnamen verschwinden müssen, da die rund 200 "italienischen" Ortsnamen, die nicht von Tolomei erfunden wurden, sondern schon früher üblich waren, natürlich bestehen bleiben könnten. Das Allerwichtigste wäre aber, dass die historischen Ortsnamen endlich amtlich werden. So einfach wäre das Problem zu lösen.

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Manfred Gasser 24.08.2019, 11:33

Hier geht es laut Schützenbund um die deutschen Namen, die noch immer nicht amtlich sind, und nicht um die italienischen.
Und da müssten Sie eigentlich genau wissen, wer die Hauptschuld daran trägt.
Es wäre so einfach alle deutschen Namen amtlich zu machen, ohne Bedingungen.

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Valentin Thurin 23.08.2019, 19:58

Hallo Fabian, es heißt "italienisieren", nicht "italianisieren".
Danke.

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Sepp Bacher 23.08.2019, 21:24

Laut dem Langenscheidt-Wörterbuch stimmt "italianisieren" und wird in Südtirol auch so gebraucht.

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Peter Gasser 24.08.2019, 08:41

Ist es nicht ein Streit um des Kaisers Bart, um „Rechthaben“, wie es im Artikel mehrmals bezeichnend steht?
Eine Lösung wird nur die bestehende und eine einvernehmliche sein und ändert unsere Lebensqualität nicht.
Die Welt ist inzwischen um so Vieles weitergegangen, hat andere, wichtigere Sorgen.
Der Fluss der Zeit ist nach vorne in die Zukunft, und nicht in die längst vergangene Vergangenheit gerichtet.
Aussöhnung ist so viel Wichtiger als „Recht haben“ - und verbessert in der Tat die Lebensqualität.

elisabeth garber 24.08.2019, 09:00

Ganz Ihrer Meinung PG - aber das habe ich andernorts schon kund getan und wurde komplett missverstanden. Ausführlicher als so, kann man * diese* (ihre) Meinung nicht begründen.

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Sepp Bacher 24.08.2019, 11:43

Ich wundere mich, dass mehrere Landesregierungen es nicht geschafft haben, diese Sache abzuschließen? Ich denke, um die deutschen Ortsnahmen formell anzuerkennen, wird es wohl keinen Widerstand geben. Dass dann aber auch alle ital. Namen weiter offiziell so bleiben, ist doch keine Katastrophe, viele werden eh nicht mehr verwendet, und die anderen stehen der einheimischen italienischen Bevölkerung ja zu!
Zu mir hat einmal ein Gadertaler gesagt, dass das die Deutschen mit den ladinischen Ortsnamen nicht anders gemacht haben: La Ila zu Stern; La Val zu Wengen, Mareo zu Enneberg, Rina zu Welschellen, usw.

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Waltraud Astner 24.08.2019, 13:13

Es ist wohl die Bevölkerung vor Ort in einem Dorf oder in einer Gemeinde die den Namen des EIGENEN Ortes festlegt. Warum sollten also Orte wo es nahezu keine Italiener gibt einen AMTLICHEN italienischen Namen tragen, den keine einheimische Bevölkerung jemals festgelegt hat. Genauso in den ladinischen Orten und Gemeinden mit mehrheitlich ladinischer Bevölkerung, wieso sollten diese deutsche und italienische amtliche Namen tragen, wenn sie ihren Ort ladinisch benannt haben. Orte mit einem bestimmten Prozentsatz an z.B. italienischer Bevölkerung können dann auch AMTLICH italienische Namen tragen, weil ein Teil der BÜRGER das so festgelegt hat. Leute von außerhalb können den Ort im mündlichen nichtamtlichen Sprachgebrauch sowieso nennen wie sie wollen. Es geht immer nur um die Amtlichkeit. Die derzeitige Regelung Namen und zwar alle zu übersetzen dürfte in Europa einmalig sein, da bekanntlich Namen keiner Übersetzung unterliegen, außer in Diktaturen wo ein bestimmter Zweck verfolgt wird. Die Politik sollte da wissenschaftlichen Kriterien folgen und nicht faule Kompromisse suchen, die keine Seite befriedigen.

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