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Kompatschervorschlag

Klima-Marshallplan für Afrika?

Bei den Tiroltagen in Alpbach hat LH Kompatscher einen Milliardeneinsatz für Klimaschutz in Afrika gefordert und will in Südtirol mit gutem Beispiel vorangehen. Aber wie?
Community-Beitrag von Thomas Benedikter23.08.2019
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Es brauche hohe Investitionen in Klimaschutzprojekte in Afrika, meinte LH Kompatscher bei den Tirol-Tagen des Forums Alpbach und forderte die EU auf, 1% des BIP für den Klimaschutz in Afrika bereitzustellen. Wenn die NATO von den europäischen Partnern 2% des BIP fürs Militär verlangt (was Italien nie stemmen könnte), sei es legitim, so der Landeshauptmann, dass die Hälfte davon, also rund 200 Mrd. Euro, für den Klimaschutz im Süden investiert werde.

Es könnte durchaus auch gleich viel sein, doch der Punkt ist, dass Afrika nur für 2-4% des Treibhauseffekts verantwortlich ist, wird aber den größten Preis dafür zahlt, weil die Temperaturen gerade zwischen den Wendekreisen am stärksten steigen werden. Afrika gehört aber zu den Hauptbetroffenen vor allem infolge der Desertifikation, extremer Wettererscheinungen, Dürre und Nahrungsmittel- und Wasserknappheit, abgesehen vom Raubbau seiner Ressourcen einschließlich des von den Industrieländern betrieben Landraubs.

Den Afrikaner Geld für den Klimaschutz und vor allem für erneuerbare Energien zur Deckung des wachsenden Energieverbrauchs zu geben, ist mehr als gerechtfertigt. Gleichzeitig muss Italien aber seine Hausaufgaben bei der Umsetzung des nationalen Klimaschutzprogramms machen. Auch Südtirol ist bei der Umsetzung seines Plans „Energie Südtirol 2050“ im Rückstand.

Nun will das Land in Sachen Klimaschutz im globalen Süden mit positiven Beispiel vorangehen. „Wir werden in den kommenden Jahren schrittweise 100 Millionen Euro in Klimaschutzprojekte investieren, zusätzlich zu unserer bisherigen Entwicklungszusammenarbeit,“zitiert die LPA den LH. Das ist eine mutige Aussage, denn zurzeit hat das Land etwa 3,5 Mio. Euro für die EZA zweckgebunden. Um ein solch ehrgeiziges Investitionsprogramm selbst umzusetzen, bräuchte es zwei Voraussetzungen. Zum einen müsste das Land eine eigene Agentur für EZA aufbauen, wenn die bewährte Methode der kleinen Projekte mit lokalen Partnern weiterverfolgt werden soll. Zum anderen muss bei ab 2020 sinkendem Umfang des Landeshaushalts einen Gegenfinanzierung für 100 Millionen gefunden werden. Im Klartext: bei anderen Ausgaben muss gespart werden.

Da es um den Klimaschutz geht, könnte das Land bei jenen Ausgaben, die das genaue Gegenteil bewirken, z.B. die Tourismusförderung mit Beiträgen für noch mehr Kubatur und noch mehr fossil betriebenen Verkehr. In diesem Sinn könnte man bei den Subventionen fürs Gastgewerbe den Rotstift ansetzen. 2015 haben laut ASTAT Fremdenverkehr und Gastbetriebe 88,5 Mio an Fördermitteln erhalten. Trotz „overtourism“ fließen auch 2019 noch Dutzende Millionen in private touristische Ausbauprojekte. Wenn von hier zum aktiven Klimaschutz umgeschichtet wird, könnte Kompatscher sein Versprechen auch leichter einhalten.

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Kommentare

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Sepp Bacher 23.08.2019, 17:47

"Da es um den Klimaschutz geht, könnte das Land ..........." Was könnte das Land? - um den Satz abzuschließen.
Dann könnte das Land mit den Beiträgen (weniger Rinder, weniger Ausscheidungen) auch die Übergüllung steuern und die Reduzierung der schädlichen Klimagase durch Wiederkäuer fördern!
Zudem, anstatt den Klimaschutz an Afrika zu delegieren, hier alles tun, um schädliche Abgase durch Flugverkehr zu vermeiden: keinen Ausbau des Flugplatzes!

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Georg Lechner 23.08.2019, 19:44

Die "Klimagase" der Wiederkäuer sind wohl nur ein verschwindender Bruchteil derjenigen aus dem Verkehr. Wobei das Kohlendioxid als schweres Gas sich in tiefen Lagen (besonders damit über den Meeren) ansammelt und mit der Erwärmung zur vermehrten Wasserverdunstung beiträgt, was beim Zusammentreffen mit Kaltluftmassen zu heftigen Regengüssen und hohen Windgeschwindigkeiten führt. In letzter Zeit haben besonders in tropischen und subtropischen Küstenbereichen solch katastrophale Wettererscheinungen zugenommen.

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Sepp Bacher 23.08.2019, 21:11

Und hat genauso, wie das CO2, nichts mit der Klimaerwärmung zu tun?

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Georg Lechner 24.08.2019, 12:25

Von der Menge Methan, die aus Rinderpansen in Südtirol in einem Jahr gerülpst wird, könnte man ein Verbrennungskraftwerk wohl nicht einmal einen Tag lang betreiben.
Das CO2 hat in der weltweiten Nutzung fossiler Brennstoffe sehr wohl mit der Klimaerwärmung zu tun.

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Sepp Bacher 24.08.2019, 15:23

Aber dann verstehe ich nicht, dass dem in der ganzen Klimadiskussion eine so große Bedeutung zugesprochen wird. Und zudem: Auch viele kleine machen große Mengen.

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Sepp Bacher 24.08.2019, 20:27

Herr Lechner, ich habe jetzt selber ein bisschen recherchiert und bin dabei auf folgende Thesen gestoßen:
"...die Tierhaltung ...... entscheidende Emissionsquellen für die Treibhausgase Lachgas und Methan."
"Lachgas (N2O) ist ein Treibhausgas, das rund 300-mal so klimaschädlich ist wie Kohlendioxid (CO2)......."
"Als Klimagas ist Methan (CH4) rund 25-mal klimaschädlicher als CO2. Anthropogenes Methan wird zum größten Teil in der Landwirtschaft ausgestoßen. Rund 37 Prozent der weltweit emittierten Menge stammt direkt oder indirekt aus der Viehhaltung. Methan entsteht in Fermentationsprozessen im Magen von Wiederkäuern. Darüber hinaus wird Methan durch die Abwasser- und Klärschlammbehandlung sowie die Klärschlammverwertung in der Landwirtschaft gebildet und freigesetzt. ........"
Klingt wohl nicht so gut, um es vernachlässigen zu können! Oder?

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Peter Gasser 24.08.2019, 08:46

„Auch Südtirol ist bei der Umsetzung seines Plans „Energie Südtirol 2050“ im Rückstand“:
Südtirol hat soeben für seine Städte für die nächsten 15 Jahre mehr als ein halbes Hundert DIESEL-Busse gekauft.
Was bitte erwartet man sich da vom einzelnen Bürger?

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Peter Gasser 24.08.2019, 08:53

Nebenbei: „Südtirol“, das sind unsere Steuergelder: wir bezahlen damit also Klimaschutzprojekte in Afrika, um das zu lindern, was mit den *gleichzeitig* und auch mit unseren Steuergeldern bezahlten Dieselbussen verursacht wird?
Ist das nicht - zumindest irritierend?
Oder klarer gesehen: sind wir irre?

elisabeth garber 25.08.2019, 00:09

Nein, wir nicht...

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Karl Trojer 26.08.2019, 12:02

Europa hat, nicht zuletzt geschichtlich bedingt, die moralische Pflicht, Afrika im Erhalt und nachhaltigen Ausbau dieses Lebensraumes rasch und massiv zu unterstützen. Dabei geht es um die Unterstützung regionaler, kleiner und mittlerer Akteure, um die Förderung regionaler Kreisläufe, um bedarfsgerechten Technologietransfer, um duale Aus-u.Weiterbildung, um Abbau alter Feindschaften, um Aufforstung und Wasserinfrastrukturen, um fairen Handel. Den afrikanischen Flüchlingen müsste, sofort nach ihrer Ankunft hier, eine berufsbezogene Aus-u.Weiterbildung angeboten werden, damit ihnen in Europa aber auch zur Rückkehr in ihre Heimat Arbeits-Chancen, Überlebenschancen entstehen.

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Rufer Peter 15.09.2019, 14:27

Afrika hat nicht den Hauch einer Chance, aus dem gleichen Grund, der auch die Hauptgefahr für das Klima darstellt: Wachsende Überbevölkerung. Alle 12 Tage kommen etwa 1 Million Afrikaner dazu. Wie gesagt, Afrika hat aktuell nicht den Hauch einer Chance.

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