Renate Mumelter
Lorenz Zenleser
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salto Gespräch

“Warum tue ich das?”

Renate Mumelter begleitet schwangere Flüchtlingsfrauen. Sie ist eine von unzähligen Freiwilligen im Land, ohne die es in unserer Gesellschaft um einiges dunkler wäre.
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Kommentare

Bild des Benutzers Hartwig Heine
Hartwig Heine 25.12.2016, 17:26

Eine herzliche Umarmung für Renate Mumelter! Ihrem Interview merkt man an, dass sie nicht nur viel guten Willen mitbringt, sondern gleichzeitig den Willen zur Reflexion und zur Selbstkontrolle. Auch nach meiner Erfahrung ist beides notwendig, denn natürlich gehört zur Motivation des Helfenden der Wunsch nach Anerkennung und oft ein Schuss Narzissmus. Beides ist vollkommen in Ordnung, wenn es dem Helfenden bewusst ist und er es unter Kontrolle hält.
Als sich 2015 in Deutschland Hunderttausende freiwilliger Helfer meldeten, um bei der Aufnahme und Integration von Flüchtlingen zu helfen, stellte sich ihnen sehr schnell das gleiche Problem, das Frau Mumelter beschreibt: Für dieses Engagement gab es keine Strukturen. Die mussten sich die Ehrenamtlichen meist selbst schaffen, ebenso wie das Minimum an Professionalität, das dafür erforderlich ist. Ein Beispiel sind die Sprachkurse, die im Umkreis jeder Flüchtlingsunterkunft zunächst wie Pilze aus der Erde schossen, oft ohne jede Methodik und hilflos der Fluktuation ausgeliefert, die sich durchsetzt, wenn man nicht von Anfang an bewusst gegensteuert. Die Masse an gutem Willen, die da verschlissen wurde, kann einem im Rückblick schon in der Seele weh tun.
An welche Institutionen kann man sich anlehnen, wenn man nicht das Rad völlig neu erfinden will? Der Staat bietet da auch in Deutschland wenig. Die Betreiber-Organisationen der Flüchtlingsunterkünfte sahen in den Ehrenamtlichen oft nur mangelnde Professionalität, Unzuverlässigkeit und manchmal auch Konkurrenz. Eine etwas andere Erfahrung machten wir mit den Kirchen - und damit meine ich nicht die Sekten, die neue Anhänger rekrutieren wollen, sondern die sog. "großen" Kirchen, also die protestantische oder die katholische. Ich bin wahrhaftig kein "Kirchenmensch", aber sie haben Räume, ein landesweites Netzwerk und im Zweifelsfall auch Leute, die sie für die nötige organisatorische Arbeit freistellen können. Und wenn ihr Glaube nicht darin besteht, dass man das Abendland gegen den Einfall der Unchristen verteidigen muss, sondern dass praktiziertes Christentum darin besteht, bei den Ärmsten und Letzten zu sein, kann man mit ihnen durchaus gut zusammenarbeiten.
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