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#ALSODANN

Fifty Shades of Graus

Sollten Eure Kinder zu den vielen Tausenden zählen, die letzthin „Fifty Shades of Grey“ gesehen haben, dann gibt’s Redebedarf.
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Okay, ich habe mich aufgerafft und bin in den Sadomaso-Film, um zu sehen, wer „Fifty Shades of Grey. Befreite Lust“ anschaut. Es waren vor allem junge Mädchen. Der Film ist ab 14 zugelassen. Pimmel sieht man keine, Muschis auch nicht, alles bestens. Im Mittelpunkt der Roman- und Filmserie stehen ein Ultraschöner und Ultrareicher und eine Ultraschüchterne und Ultraunerfahrene. Er mag es grob. In den Büchern werden die Sadomaso-Praktiken explizit beschrieben, im Kino wird außer der Folterkammer wenig gezeigt, aber das reicht. Handschellen an Knöchel und Hand, dazwischen eine Kette, und auf geht’s. Das sei Sex im Normalzustand wird suggeriert und dass es der Frau etwas bringt, sich dem geliebten Figo bedingungslos zu unterwerfen, auch wenn's weh tut. Zur Belohnung gibt’s Traumhochzeit, Hubschrauber, Penthouse, Yacht, Segelflieger, Jet und obendrauf eine Folterkammer in dunkelrot mit allerlei Zeug. Da mutiert die erfolgreiche Verlagslektorin doch gerne zum gehorsamen Muttchen. 

Erwachsene können sich das ja ansehen, wenn sie nichts Besseres zu tun haben, hierzulande aber ist der Film vor allem unter jungen Jugendlichen ein Renner, und das ist der Punkt. Mich hat es angewidert, dabei zu sein, wenn Teenies vermittelt wird, Sex bedeute eine devot kniende Frau mit hängenden Schultern, die freudig auf Peitschenhiebe wartet. 

Vielleicht sollten sich Mama, Papa, Onkel, Tante ein Herz fassen und der Jugend erklären, was Sadomaso ist, dass Sex und Schmerz nicht zwingend miteinander zu tun haben müssen und vor allem, dass Leibes- und Liebesbeziehungen am besten auf Augenhöhe funktionieren.

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