Sprache
Hannes Pasqualini
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Salto Afternoon

Das Problem sind nicht die Endungen...

sondern die Verachtung für Frauen. Fazit aus der seit 40 Jahren wiederkehrenden Diskussion um gendergerechte Sprache. Aber wo ansetzen im Alltag? Und wie im Journalismus?
Von
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Anita Rossi28.05.2021
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Kommentare

Bild des Benutzers kh beyer
kh beyer 29.05.2021, 02:36

Frauen sind nur im Sozialismus - Frauen.

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Martin Daniel 29.05.2021, 09:03

Die teilweise unfassbar milden Urteile für Gewalttaten sind, unabhängig von der Gruppenzugehörigkeit von Opfer und Täter, eine gesamtgesellschaftliche Angelegenheit. So werden bspw. 9 Monate Haft verhängt, wenn mit einem Messer mehrfach auf jemanden, u.a. auch am Hals, eingestochen wird und der Täter ist 4 Monaten darauf wieder auf freiem Fuß (https://www.altoadige.it/cronaca/venosta/accoltella-il-rivale-al-parco-i...).

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Emil George Ciuffo 29.05.2021, 13:03

Ob eine Welt, in der Frauen (mehr) das Sagen haben, wirklich besser wäre, wage ich mal an den eigenen Erfahrungen zu bezweifeln: meine Nachfolgerin im Betrieb bekommt, ohne irgendwelche Fachkenntnisse und Erfahrungen für 30 Stunden den gleichen Lohn wie ich zuletzt für 40 Stunden (nach über 10 Jahren im Betrieb) bekommen habe. Zumindest ich lass mich von solchen Idealisierungen nicht mehr groß beeindrucken ...
Und zu: "... wenn wir Sprache benutzen, fällen wir eine bewusste Entscheidung, ...". Sprache (zumindest die Muttersprache/n) ist ein spontaner Akt, bei dem solche Überlegungen nicht stattfinden, weil im Kopf der Sprechenden/Schreibenden einfach genderunabhängig gedacht wird. Außer jemand bombardiert sie 7*24 mit *:-I/ usw., dann ist die Neutralität im Denkprozess natürlich dahin.

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Emil George Ciuffo 29.05.2021, 13:05

Und ja, das Problem sind sicher nicht die Endungen ...

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Peter Gasser 29.05.2021, 13:54

Im Artikel steht als These:
„Und wenn wir Sprache benutzen, fällen wir eine bewusste Entscheidung“:

das erachte ich als Irrtum: Sprache wird meiner Erfahrung nach automatisiert bzw. memorisiert (also eher „unbewusst“) benutzt ohne dauernde und gleichzeitige Reflexion jeder syntaktischen Verbindung und jeder semantischen Bedeutung jedes einzelnen Wortes bzw. jeder Wortendung.

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Erich Daniel 29.05.2021, 18:30

Gendergerechte Sprache

Es beginnt mit den Göttern (Zeus, Gottvater, Sohn, Hl. Geist) und den Religionsgründern (Moses, Jesus, Mohammed), den Päpsten, Priestern, Missionären, Inquisitoren; dann kommen Könige, Kaiser und Ritter - alles Männer! Das Patriarchat hat im Abendland also einen saftigen Humus! Und auf diesem Humus pflanzen wir heute noch….
die Familie: Schon vor der Geburt heißt es auf die Frage: Was soll‘s denn werden, a Mädele oder …? Die Anwort: Ganz gleich, Hauptsache, ER ist gsund! Und nach der Geburt: Oh, s Maschele ist rosa, macht nichts, die Buben kommen schon noch.
Und dann kommt die Erziehung: „Männer weinen nicht!“ Spielzeug: Bagger oder Barbiepuppe? Kinderbücher: Der Räuber Hotzenplotz oder Schneewittchen? Sexualerziehung: Im Internet oder in durch die Mama? Sport: Fußball oder Federball? Was tut der Vater? Geld verdienen und Politik machen. Und die Mutter? Sie ist das sorgende Faktotum im Haus, auch wenn sie berufstätig ist und am Abend vor Müdigkeit fast umfällt. Diese Bilder stehen offensichtlich schon genetisch fest.
Und wen wundert‘s, dass unsere Sprache das widerspiegelt, also männlich geprägt ist? Alle mir geläufigen europäischen Sprachen sind Männersprachen. Das ist nicht verwunderlich, sind sie doch alle dem gleichen historisch gewachsenen Macho-Mist erwachsen.
Als pensionierter Deutschlehrer erlaube ich mir jetzt eine Provokation: Die Forderung nach einer geschlechtergerechten Sprache hat bisher eines erreicht: Sie hat die deutsche Sprache verhunzt und schwerfällig gemacht, aber am sozialen Status der Frau wenig verbessert. Ich bin hinreichend linguistisch gebildet, um über die Zusammenhänge zwischen Sprache, Denken und Handeln Bescheid zu wissen, deswegen weiß ich: Wer die Macht hat, bestimmt auch über die Sprache; aber wer an der Sprache ein wenig herummanipuliert, hat deswegen noch lange nicht die Macht, auch wenn zweifelsohne die Sprache das Denken steuert (vgl. die Werbung).
Um Grundsätzliches zu verändern, müssen Politik, Gesetzgebung, Pädagogik und Psychologie andere Akzente setzen. Z.B. müssen Frauen für gleiche Arbeit gleich bezahlt werden, Mutterschaft, Erziehungsarbeit und Frauenarbeit allgemein müssen materiell aufgewertet, nicht nur symbolisch honoriert werden, und Frauen müssen endlich Frauen wählen statt Männer (statt dann zu jammern), und jedes machohafte Benehmen muss soziale Ächtung erfahren.
Wenn einst ein neues Männer- und Frauenbild erreicht ist, wird sich das auch in einer neuen, gendergerechten Sprache niederschlagen – ohne künstlichen Dirigismus.
Erich Daniel

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Karl Trojer 31.05.2021, 10:35

Den Darlegungen von Herrn Daniel stimme ich weitgehend zu, Jesus selbst kann allerdings nicht als ein Befürworter des Patriarchats hingestellt werden. Frauen gehörten zu seinem engsten Freundeskreis, er verteidigte sie, wenn sie in seiner Anwesenheit von Männern angegriffen wurden; sie waren die letzten, die unter seinem Kreuze ausharren und die ersten, die seine Auferstehung verkünden konnten.

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Herta Abram 31.05.2021, 08:34

Ich wünschte Anita Rossi wäre die Chefredakteurin, des Tagblatts der Südtiroler*innen ….
Jedenfalls scheint die Zeit reif zu sein für Transformationsprozesse, die nicht nur unsere äußere Welt dramatisch umgestalten und unseren Alltag radikal verändern, sondern auch Umwälzungen im Selbstverständnis von Frau und Mann mit sich bringen.

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Karl Trojer 31.05.2021, 10:40

Ja, wir brauchen dringend ein menschengerechtes Selbstverständnis von Frau und Mann. Es müsste, meines Erachtens, auf gegenseitigem Respekt und auf Wertschätzung der Verschiedenheiten aufbauen und einen paritätischen Umgang mit Macht sicherstellen.

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