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Stell dir vor, du musst fliehen...

...und kannst nirgendwo hin. Gedanken einer Freiwilligen.
Community-Beitrag von Elisabeth von Mörl28.10.2019
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stell dir vor du musst fliehen und kannst nirgendwo hin
 
 ... und dann hast du ein Zelt unter der Brücke mit einer kleinen Kochstelle und versuchst den Tag zu überstehen. Du trittst nicht viel in Erscheinung, weil du keinen Platz in der Gesellschaft hast. Zusätzlich zu einem warmen, trockenen Schlafplatz und genug zu essen, fehlt dir die Akzeptanz, der Respekt und die Anerkennung der Gesellschaft. Wo gehörst du dazu? Du bist nicht einmal versteckt unter der Brücke erwünscht! Die Stadt lässt dein Zelt abreissen, schmeißt deine Kochstelle um, wirft deine persönlichen Gegenstände weg, mit Bulldozern wird alles eingeebnet, Bäume und Sträucher fallen, die dir wenig Privatsphäre gaben – nichts soll an dich erinnern!
 
Wo bin ich? Beim Essen mit der Familie? Mit Freunden unterwegs? In meinem warmen Bett? Ja, auch ich habe Sorgen, auch ich muss arbeiten, um zu überleben, auch mein Leben ist beladen mit Problemen!  
Geht es mir besser, wenn es dir schlechter geht? Ist mir wärmer, wenn du keine Decke hast? Bin ich satter, wenn du mehr Hunger hast?
 
Ist eine Stadt nicht schöner, wenn ihre Bewohner menschlich sind? Sind wir letztendlich nicht glücklicher, wenn unsere Herzen weit und großzügig werden?
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Kommentare

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Georg Lechner 28.10.2019, 16:35

"Geht es mir besser, wenn es dir schlechter geht? Ist mir wärmer, wenn du keine Decke hast? Bin ich satter, wenn du mehr Hunger hast?" Natürlich nicht... Aber genau davon suchen die Trottoirblätter und die politischen Arme der Reichen abzulenken. Denn es geht ihren Hintermännern immer noch um die gleichen Forderungen "Befreiung von den Fesseln der Tarifverträge" und "Senkung des Sozialetats", den ihre Vorfahren im Reichsverband der deutschen Industrie im Dezember 1929 einstimmig verabschiedet haben; zusammen mit dem Wunsch nach einem autoritären Regime, weil sie eine Erfüllung dieser Forderungen auf parlamentarischem Weg nicht erhofften. Vor diesem Hintergrund formulierte Max Horkheimer sein "Wer vom Kapitalismus nicht reden will, soll auch vom Faschismus schweigen!"

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