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Coronavirus

Traue keiner Statistik…

Laut letzten Medienmeldungen betreffen die meisten Neuinfektionen die Gruppe der Kinder und Jugendlichen. Wie aussagekräftig sind die Daten?
Community-Beitrag von Florian Hinteregger29.08.2021
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In den Südtiroler Medien wurde diese Woche gemeldet, dass die meisten Neuinfektionen in der Gruppe der 10 bis 19-Jährigen zu finden sind. Diese Zahlen suggerieren, dass die Kinder und Jugendlichen am häufigsten infiziert werden. Bekanntlich gehört Südtirol zu den Impfschlusslichtern und insbesondere bei den Jugendlichen hinkt die Durchimpfungsrate der jungen SüdtirolerInnen deutlich den nationalen Werten hinterher.

Leider werden diese Statistiken nach wie vor mit unvollständigen Datensätzen veröffentlicht. Nach mittlerweile eineinhalb Jahren Covid-19 haben wir öfters die Erfahrung gemacht, dass durch solche, selektiv ausgewählte Daten schnell ein falscher Eindruck entstehen kann. Denn wer viel sucht, findet auch mehr. Demzufolge ist die Anzahl der Neuinfektionen in einer Altersgruppe wertlos, solange man nicht die Anzahl der Tests in den jeweiligen Gruppen mit angibt. Nur durch einen Rückschluss auf die Positivitätsrate kann beurteilt werden, ob eine bestimmte Altersgruppe übermäßig stark betroffen ist. Wie die Verteilung der durchgeführten Tests in den bestimmten Altersgruppen ist, kann also derzeit von der Öffentlichkeit nicht beurteilt werden. Die Kinder und Jugendlichen dürften derzeit aber eine relativ große Testnotwendigkeit haben, da die Durchimpfungsrate dort deutlich niedriger bzw. die Impfung unter 12 Jahren noch nicht zugelassen ist. Demzufolge wird diese Gruppe bei der Notwendigkeit den 3G-Nachweis vorzeigen zu müssen, verstärkt zum Testen gehen. Die stärker durchgeimpfte ältere Bevölkerungsgruppe hat ja den Impfnachweis und muss sich deshalb nicht mehr testen lassen, um uneingeschränkt an Aktivitäten teilnehmen zu können.

Ich persönlich kann derzeit nicht beurteilen, ob die junge Bevölkerungsgruppe in Südtirol stärker von Neuinfektionen betroffen ist. Es kann durchaus so sein. Bei mir bleibt aber der Eindruck, dass eine vollständige Weitergabe der Daten bewusst unterlassen wird, um ein bestimmtes Meinungsbild zu prägen. Dies zufälligerweise kurz vor Schulbeginn. Natürlich ist es für die Politik leichter, die Maßnahmen, wie z.B. regelmäßiges Testen und Maske tragen in der Klasse, zu rechtfertigen, wenn die Bevölkerung den Eindruck hat, dass unsere Kinder und Jugendlichen besonders stark vom Infektionsgeschehen betroffen sind. Ich will aber keine Unterstellungen machen, eigentlich misstraue ich nur solchen Medienmeldungen und den Verantwortlichen im Sanitätsbetrieb und in der Landespolitik. Diesem Misstrauen könnte man ganz einfach begegnen, wenn man mit solchen Statistiken transparent umgehen würde.

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