Brexit
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Brexit is happening, und nun?

Morgen findet die Leidensgeschichte Brexit ein Ende, vorerst. Das EU-Parlament stimmte dem Austrittsabkommen zu. Was die Beteiligten sagen und wie es jetzt weitergeht.
Von
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Julian Mayr30.01.2020
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Kommentare

Bild des Benutzers Georg Lechner
Georg Lechner 30.01.2020, 16:32

Großbritannien folgt letztlich der ungebremsten neoliberalen Agenda. Aber nur in einem Abgehen von ihr (einem "Systemwandel" in seiner Diktion) sieht Gottfried Helnwein im Interview in NEWS 5/2020 eine Zukunftperspektive, etwa auch im Zusammenhang mit der Klimawandel-Problematik.

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gorgias 30.01.2020, 21:35

Als Befürworter der europäischen Einigung sehe ich die Mitgliedschaft des Vereinigten Königreiches schon länger Zeit mit Skepzis. Die Briten sind historisch die größten Bremsklötze, wenn es darum geht die Union zu vertiefen. Beigetreten sind sie erst als sie gesehen haben, dass sie mit ihrem Gegenentwurf der EFTA, die keine eine politische Einigung anstrebt, sondern lediglich eine Freihandelsinstitution, die Europäische Union nicht aufhalten konnten.
Durch ihre Führungsrolle im Commonwealth of Nations, ihrem ständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen und der special relation mit den Vereinigten Staaten, hatte man fast das Gefühl dass sie sich weniger als Mitglied der EU sehen, sondern mehr die EU als Anhängsel des United Kindom, dem man Einhalt gebieten muss, damit deren bürokratische und undemokratische Strukturen nicht auf die Insel herüberwuchern, genauso wie Winston Churchill als er von der Gründung der Vereinten Staaten von Europa sprach nicht intendierte, dass sein eigenes Land beitrete, sondern eine Art Patronage übernehmen solle.

Doch ein so großes Land wie das VK, das nie mit dem Gedanken der europäischen Einigung warm wurde und es bald nach dem Beitritt es wieder bereute stellt langfristig eine Belastung dar. Das schlimmste Ergebnis das aus so einem Referendum kommen konnte, wäre ein knappes Ja fürs bleiben. Denn das hätte bedeutet, dass bei einem so gewichtigen Mitglied fast 50% der Bevölkerung
eine antieuropäische Grundhaltung hätten. Die Kommission hatte bei einem Dableiben weitere Sonderregelungen versprochen, was den dahinwursteln der letzen 10 - 15 Jahre entsprochen hätte. Cameron, Johnson und Farange spekulierten alle, dass das Referendum für den Verbleib abstimmen würden. Cameron hoffte die antieuropäischen Kräfte der eigenen Partei Einhalt zu gebieten. Johnson spekulierte sich als Fürsprecher der Euro-Skeptiker zu festigen. Und Farange ist wie ein Prophet, der vom gelobten Land spricht, aber dort nicht ankommen will, damit er nicht damit konfrontiert werden will, wenn dort nicht Milch und Honig fließt. So sah man sowohl Johnson als auch Farange am Tag nach der Wahl wie zwei begossene Pudel drein. Man konnte ihnen ansehen, dass sie damit nicht gerechnet haben und dass sie keinen Plan hatten.
Für die EU war es ein Schock. Und man kann auch sagen ein Heilsamer. Denn man hat sich zu keine falschen Kompromisse verleiten lassen und Einigkeit gezeigt. Rechte die mit ihrer eigenen Variante des Brexit liebäugelten wurden Kleinlaut. Norbert Hofer sprach bei der Wiederholung der Stichwahlen nicht mehr vom Öxit. Das Auseinanderbrechen der EU wird endlich als reale Möglichkeit ernst genommen.

Vieleicht werden sich die Briten besinnen und in 20 - 30 Jahren nochmals der EU beitreten. Diesmal aber in einer, in der die Mitgliedstaaten nicht mehr alles blockieren können, sondern in der das Parlament die Macht hat.

Und hier noch was zur Auflockerung: https://www.youtube.com/watch?v=ZVYqB0uTKlE Am Ende wird es richtig interessant. Noch ein Hinweis: Die Briten waren die größten Befürworter der Osterweiterung.

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Manfred Klotz 01.02.2020, 08:09

Gute Darstellung.

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Rufer Peter (gesperrt) 30.01.2020, 22:24

Der Weg ist jetzt frei für den Feldversuch. Die Briten dürften nun bald wieder Wohlstand erlangen und behalten ohne sinnlose Beschränkungen und Schikanen aus Brüssel. Andere Länder werden folgen.

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Peter Gasser 31.01.2020, 07:33

nein, denn die EU war der letzte Raum, in den die Briten als Heuschrecken einfallen konnten: abgrasen, was geht, und dann wieder gehen... aber diesmal: wohin...?
Es ist nichts mehr da auf dieser Erde, in das man nun Einfallen kann -> DAS wird die schreckliche Erkenntnis der neoliberalen Truppe sein.
.
(Daher wird man es als Steueroase und Gaunerfluchtort versuchen müssen).
.
In Europa hat jeher die Gemeinsamkeit Frieden und Wohlstand geschaffen, die Zersplitterung aber Krieg und Elend.

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19 amet 31.01.2020, 10:05

So ist es. Jahrhundertelang haben sie ihre Kolonien ausgeraubt, und dabei gut gelebt. Als die Völker sie hinausgeworfen hatten, ist das Land verarmt. Ausser London ist England in einem Zustand wie vor 100 Jahren. Die Industrien in Mittelengland nicht mehr existent, oder in ausländischer Hand. Welche englischen Produkte konsumieren sie täglich ? Ich den Tee, aber der kommt aus Indien. Und sie werden sich wundern.
Wie sagte doch der japanische Premier Abe zur May. "Sie dürfen nicht hoffen dass wir mit ihnen denselben Handelsvertrag abschliessen wie mit der EU. Diese ist ein Markt von 450 Millionen Konsumenten, sie sind dann aber ein kleines Land, das 10% davon einbringt"

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Karl Trojer 31.01.2020, 16:47

Es gilt , auch innerhalb der weiterbestehenden EU den Neoliberalismus zu überwinden. Solidarität und Gemeinwohl vor Eigennutz muss zur Maxime für alle EU-Staaten werden; dafür bedarf es wohl einer Europäischen Union der zwei Geschwindigkeiten.... und ausreichend "nit lugg lossen"...

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Georg Lechner 31.01.2020, 20:06

Ohne die Überwindung des Neoliberalismus gibt es auch keine wirksame Lösung der Klimaproblematik:
https://www.gottfried-helnwein.at/news/news_update/article_5978-Helnwein...

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Rufer Peter (gesperrt) 01.02.2020, 15:29

Der Kampf beginnt erst. Die EU wird alles unternehmen, damit der Brexit nicht ein Erfolg wird. Denn EU kann es sich nicht leisten, das es ein Erfolg wird. Sonst kommen andere Länder vielleicht noch auf die gleiche Idee

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Peter Gasser 01.02.2020, 16:56

Die EU wird alles unternehmen, damit der Brexit ein *Erfolg* wird: für die EU.
Eozu sonst wählen wir das EU-Parlament, wenn es nicht für uns arbeiten würde.
Ihr Beitrag ist grotesk - die EU auffordern, gegen Ihre eigenen Wähler und für einen „Dritt-Staat“ zu arbeiten...

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