Alessandro Urzì
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Landtag

Der Gesinnungspolizist

Alessandro Urzì führt einen moralischen Kreuzzug gegen einzelne Lehrer. Das zeigen zwei aktuelle Anfragen im Landtag.
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Kommentare

Bild des Benutzers Hartmuth Staffler
Hartmuth Staffler 30.03.2020, 14:04

Grundsätzlich sollte in den Südtiroler Schulen das Singen der italienischen Nationalhymne verboten werden.

Bild des Benutzers Manfred Klotz
Manfred Klotz 31.03.2020, 18:09

Kommt Ihnen vor, dass in den Schulen die Nationalhymne gesungen wird? Wo leben Sie denn? Das Verbieten nebenbei ist genau der Geist der Epoche, die Sie - zu Recht - kritisieren.

Bild des Benutzers rotaderga
rotaderga 30.03.2020, 14:44

Grundsätzlich sollte ein Drogentest für Volksvertreter und öffentlich Bedienstete zwingend sein. Ebenso könnte man neben den akademischen Titeln auch die Punkte des IQ Test anführen. Und dann kann jeder, auch Forumakrobaten, wo und wann singen was sie wollen, von mir aus auch ein Prosit der Gemütlichkeit mit den Spatzen.

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Franz Hilpold 30.03.2020, 23:26

Ich bin mit Hartmuth Staffler grundsätzlich einer Meinung, würde das Verbot allerdings auf alle Schulen ausdehnen, nicht nur auf die Südtiroler Schulen. Es handelt sich bei der Nationalhymne nämlich um die Verherrlichung kolonialistischer Gewalt ('...dell'elmo di Scipio si cinta la testa...') und sie besingt damit indirekt die Greueltaten der Italiener in Libyen und generell in Afrika. Martialische Sätze wie " dov'è la vittoria che schiava di Roma Iddio la creò" passen eher in die Zeit des Faschismus als in die heutige Zeit und sind ein Zeichen, dass Italien die faschistischen Untaten immer noch nicht aufgearbeitet hat. Siehe u.a. das Denkmal für den Schlächter Graziani in Affile.

Bild des Benutzers Manfred Klotz
Manfred Klotz 31.03.2020, 18:12

So ein Quatsch. Im Text geht es um das Abschütteln eines fremden Jochs und um die Vereinigung eines historisch zerstückelten Landes. Also genau das Gegenteil von dem was Sie behaupten.
Man kann den Text als überholt oder martialisch erachten, aber er muss in dem geschichtlichen Kontext verstanden werden in dem er enstand.

Bild des Benutzers Dario Dragà
Dario Dragà 01.04.2020, 11:31

@Manfred Klotz: es stimmt, aber man muss sich auch den Zeiten anpassen. In Deutschland haben sie es getan ("Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt" ist mit Recht abgeschafft worden, nur die dritte Strophe "Blüh' im Glanze dieses Glückes, blühe, deutsches Vaterland" ist geblieben), in Italien nicht.
Es gibt andere Arten, die eigene Heimat zu Lieben, statt die Nationalhymne perfekt auswendig zu kennen, z. B. Liebe der historischen Wahrheit, sich wegen ein an Graziani gewidmetes Denkmal zu empören, usw...

Bild des Benutzers Manfred Klotz
Manfred Klotz 01.04.2020, 14:01

Ich habe von Kontextualisierung gesprochen. Mit dem aus der deutschen Nationalhymne gestrichenen Passus "Deutschland über alles" können Sie keinen Vergleich ziehen, wenn Sie sich im Klaren sind welche Botschaft darin steckt und weshalb der Passus gestrichen wurde (um den Gedanken des "Herrenmenschen" aus der NS-Zeit und das Konzept der Eroberung deutschen Lebensraums zu begraben). In einem anderen Kontext hätte sich niemand darum gekümmert eine Anpassung vorzunehmen.
Der Text der italienischen Hymne ist kein Ausdruck von Überlegenheit oder Selbstherrlichkeit, sondern - um es zu wiederholen - eben ein Ausdruck gegen Unterdrücker und eine Besinnung auf eigene Tugenden.
Das was Sie als Ausdruck der Heimatliebe nennen ist doch nicht auf die italienische Hymne anwendbar. Sie wissen schon, dass die Hymne unter dem Faschismus verpönt war? Abgesehen davon müssten Sie dann auch Deutschland vorwerfen, dass man im Text keine Absage an den Nationalsozialismus aufgenommen hat. Diese Diskussion ist doch Quatsch und wurde nur von Herrn Staffler in seinem Italien-Bashing-Eifer losgetreten.

Bild des Benutzers gorgias
gorgias 04.04.2020, 11:19

Leider machen Sie einen populären Fehler in der Interpretation der ersten Zeilen des Deutschlandliedes. Wer nur die erste oder die ersten beiden Zeilen für sich alleine nimmt kann diese nationalchauvinistisch Lesen, doch sind sie in ihrem eigentlichen und ursprünglichen Kontext erst durch das hinzufügen der dritten und vierten Zeile verständlich:

Deutschland, Deutschland über alles,
Über alles in der Welt,
Wenn es stets zu Schutz und Trutze
Brüderlich zusammenhält

Es geht darum für die Ideale des Gemeinwesen und Rechtstaatlichkeit gebenüber der Fürstenherrschaft einzustehen und für die Umsetzung von Volkssouveränität. Man kann sogar sagen dass dies einen republikanischen und protodemokratischen Ethos enthält.

Wer diese, in dem frühen 19. Jahrhundert entstandenen Zeilen, die die Geisteshaltung der damaligen Nationalbewegungen und republikanischen Bestrehbungen ausdrücken, im Hinblick auf die nationalen Spannungen in der zweiten Jahrhunderthälfte und in jenen der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert liest, interpretiert es genau so um wie die Nazis es taten, bzw. übernimmt deren Lesart.
Das Motiv von Freiheit und Gerechtigkeit wird in der dritten Strophe wieder aufgenommen und umschließt das Lied. Eine nationalchauvinistische Interpretation der ersten Strophe passt in keinster Weise mit der dritten Zusammen. Damit das ganze Lied stimmig ist, muss es in seiner ursprünglich intendierten Weise gelesen werden.

Bild des Benutzers Veico Strim
Veico Strim 31.03.2020, 22:18

Basta non votarlo alle prossime elezioni, sehr einfach...die Entscheidung liegt bei dir...ritengo che i problemi zu meistern nach der corona krise, werden viel wichtiger sein als die fragen die er gestellt hat...

Bild des Benutzers Franz Hilpold
Franz Hilpold 04.04.2020, 10:38

@Manfred Klotz Sie müssen meinen Text schon genau lesen, bevor Sie ihn kritisieren, bitteschön! Der Kontext, in dem die Reime von Mameli entstanden sind, das Risorgimento, ist mir völlig klar, das gehört zum Allgemeinwissen. Die Ereignisse, die ich anprangere, sind später geschehen. Wenn das Lied aber jetzt und heute gesungen wird, erscheinen die Worte in einem anderen Licht.

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