Werbung

VBB - Der thermale Widerstand

Kandidatur

Grüne trauen sich

Südtirols Grüne trauen sich die Parlamentswahlen am 4. März zu – mit Pietro Grassos Liste „Liberi e Uguali“.
Werbung

Als  “Totschlag für die Demokratie was Südtirol betrifft” wurde das neue Wahlgesetz in den Oppositionsreihen bezeichnet. Doch während den Freiheitlichen und der Südtiroler Freiheit der Weg nach Rom unter diesen Voraussetzungen zu steinig ist, haben sich Südtirols Grüne kurz vor Jahresende entschieden, dennoch an den Parlamentswahlen am 4. März teilzunehmen. „Der Grüne Rat hat in der Sitzung vom 30. Dezember mit großer Mehrheit beschlossen, mit der Liste ‚Liberi e Uguali’ des Senatspräsidenten Pietro Grasso und der Kammerpräsidentin Laura Boldrini anzutreten“, gaben die Landesvorsitzenden Brigitte Foppa und Tobias Planer, der Präsident des Grünen Rates Karl Tragust sowie die Landtagsabgeordneten Riccardo Dello Sbarba und Hans Heiss und Kammerabgeordneter Florian Kronbichler nach der Abstimmung am Samstag bekannt.

Nicht ohne erneut Kritik daran zu üben, dass das Wahlgesetz alle Regionalparteien, die nicht den Namen SVP tragen, in ein großes Dilemma gestürzt habe. Das sich für die Grünen durch die Zersplitterung der Mitte-Links-Kräfte in Italien und das Bündnis der Grünen Partei Italiens mit dem Partito Democratico noch verschlimmert habe. „Die Enttäuschung vieler Mitte-Links-WählerInnen über die Politik des PD und der SVP, sowie die Gleichgültigkeit dieser beiden Parteien gegenüber einer Koalition mit allen Partnern auf Augenhöhe, vor allem aber gegenüber den dringlichsten aktuellen Themen der politischen Agenda hat uns zu einer gründlichen programmatischen Prüfung veranlasst“, heißt es in der gemeinsamen Presseerklärung. Das Ergebnis? Man werde weiterhin auf die ökosozialen Themen zu setzen, da „wir in diesem Bereich den größten Handlungsbedarf und das größte Entwicklungspotenzial erkennen“. Die inhaltliche Nähe zu Liberi e Uguali sei bei Themen wie soziale Gerechtigkeit, Solidarität mit den Schwächeren und Umweltschutz offensichtlich. „Wir teilen die wichtigsten politischen Ziele der Liste um Grasso und Boldrini und sind sicher, dass wir das Wahlprogramm noch Ergänzungen anbringen können, vor allem was die Umwelt- und Europapolitik betrifft“, so die Grünen. 

Werbung

Verknüpfte Artikel

Kommentare

Bild des Benutzers alfred frei

eine gute Nachricht noch im alten Jahr und führ das neue Jahr 2018 mit Karl Valentin: " wo alle dasselbe denken, wird nicht viel gedacht"

+1-12
Bild des Benutzers Oliver H.

Keine Gute Idee. Man verschwendet Ressourcen, ohne realistische Chancen einen Sitz zu erreichen. Besser wäre es die Ressourcen für die Landtagswahlen zu bündeln.
Außerdem ist Boldrini eine politisch zu hinterfragende Person. Sie sagte mal, die Flüchtlinge seien die "Avantgarde der Globalisierung". Mit solchen Leuten kann man doch nicht zusammenarbeiten...
Schade, dass die Grünen sich für so etwas hergeben...

Bild des Benutzers Manfred Klotz

Ihr Zitat von Boldrini ist so nicht korrekt weil aus einem größeren Zusammenhang gerissen. Es ist ein Argument, das gerne von allen Rechten in Italien und von den Journalisten der italienischen Revolverblätter Il Giornale und Libero benutzt wird. Tatsächlich sagte sie:
"E i migranti oggi sono l'elemento umano, l'avanguardia di questa globalizzazione. E ci offrono uno stile di vita che presto sarà uno stile di vita molto diffuso per tutti noi, loro sono l'avanguardia di quello... dello stile di vita che presto sarà uno stile di vita per moltissimi di noi.
Was immer unterschlagen wird ist die Fortsetzung: "lo stile di vita delle persone sarà sempre meno legato allo stesso fazzoletto di terra per tutta la vita e saranno sempre di più coloro che nasceranno in un paese, studieranno in un altro e lavoreranno in un altro ancora. Come si può pensare, d'altronde, che si affermi la libera circolazione di tutto ( beni, capitali, informazione ) ma non degli esseri umani !? Non si deve averne paura".
Ist schon ein grundlegender Unterschied zu dem, was in die Aussage hineininterpretiert wird.

+1-13
Bild des Benutzers Oliver H.

Sie bezeichnete die Flüchtlinge als die Avantgarde der Globalisierung. Was soll denn an meiner Wiedergabe nicht korrekt sein? Und wenn dieser Lebensstil bald Standard in Europa sein soll, dann kann ich darauf gerne verzichten. Europa darf nicht zu einem Kontinent der Instabilität und Verwüstung werden, wie es in Afrika und im Nahen Osten der Fall ist. Das ist doch eine fürchterliche Vision. Und das mit dem Studieren und Arbeiten an anderen Orten ist doch bei uns schon längst Realität. Insofern ist der Zusatz völlig irrelevant.

Bild des Benutzers Manfred Klotz

Sie haben die Aussage vollkommen aus dem Kontext gerissen, das ist nicht korrekt, denn was Boldrini sagte, hat einen vollkommen anderen Sinn, als die "verkürzte" Version suggeriert. Insofern ist die vollständige Wiedergabe ABSOLUT relevant.

Bild des Benutzers Martin Daniel

Ich wundere mich, Oliver, du bist sonst stets für Konkurrenz - ich denke z.B. an deinen Diskurs zu den Währungen - aber bei einer elementaren Angelegenheit für die Demokratie wie der Parlamentswahl soll (nach dem Verzicht von STF und F) ein einziges Angebot genügen?

+1-11
Bild des Benutzers Oliver H.

Das stimmt auch. Dennoch ist es keine gute Idee, denn die Grünen sind ja nicht gerade für gefüllte Wahlkampfkassen und Sponsoren mit dicker Brieftasche bekannt. Ich denke es wäre sinnvoller, sich stattdessen auf die LTW zu konzentrieren.

Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass man gar nichts ausgibt und ein paar tausend Euro mehr könnte man im Herbst gut gebrauchen. Es mag zwar aus idealistischer Sicht redlich sein, anzutreten, aus parteipolitischer Sicht ist die Sinnhaftigkeit allerdings fraglich, v.A. nachdem man hört, dass man mit dieser Kandidatur einigen eigentlich befreundeten Bewegungen auf die Füße gestiegen ist.

Bild des Benutzers Ralph Kunze

Die Südtiroler Grünen machen es ihren österreichischen Kollegen nach: sie schaffen sich ab!

Bild des Benutzers Michi Hitthaler

Die feuchten Täume der Rechtsradikalen.... träum weiter, träum weiter. Es wird dein Alptraum!

Bild des Benutzers Ralph Kunze

Interessant, jeder der nicht links oder grün ist, oder auch nur die augen offen hält, ist rechtradikal. Man lernt nie aus...

Bild des Benutzers Manfred Klotz

Herr Kunze, "rechtsradikal" und "Augen offen halten" schließen sich aus.

Bild des Benutzers ulrike spitaler

Wenn ihr euer Plätzchen zwischen SVP/PD und italienischer Rechten schon gefunden habt, dann passt's ja. Dann braucht ihr auch kein weiteres Angebot. Ich brauchs.

+1-11
Bild des Benutzers Sandro Bx

Schade, besonders für den Senats - Wahlkreis Bozen-Süd, 2013 hat man damals mit Francesco Palermo einen gemeinsamen Kandidaten mit Mittel Links gefunden, jetzt wird man wahrscheinlich diesen Sitz an Mitte Rechts abgeben müssen??

Werbung

Meistkommentiert

Meistgelesen

Mach mit!

Registrieren oder Anmelden