Werbung
Südtirolfoto: Helmuth Rier
Milchpreis
Bisher haben die Verantwortlichen gesagt: mehr investieren, mehr Milch produzieren…
Werbung

Dem Artikel sei vorausgeschickt: Es tut mir sehr leid dass es so ist wie es ist, ich fühle mich voll solidarisch mit den vielen fleißigen Bergbauern, die seit Jahrzehnten um ihre Existenz kämpfen, mit einem Eimer und auf einem Melkstuhl begonnen hatten, ihre Grauviehkuh zu melken und die Milch der Sennerei zu liefern. Damals war die Regel: 1 Kuh mit Kalb für 1 ha Wiese, die Kuh lieferte 8 l Milch am Tag; ihr Mist wurde mit Stroh zusammen auf die Schubkarre gelegt und zum Reifen auf dem Misthaufen gelagert. Diese Zeiten sind vorbei. Inoxcontainer, Melkanlagen, mehr Großvieheinheiten im Stall, im Stadel neben den gleichgebliebenen Heumengen lagern Soja, Mais, Weizen,  mehr 35 l-Turbokühe, Entmistungsanlagen mit Wasser prägen das moderne Bild.

Was ist derweil mit den Bergbauern- Familien passiert? Es gibt zwar welche, die haben es zu Wohlstand gebracht, die Weichenden sind ins Tal gezogen, Handwerker geworden, helfen der alten Heimat wie es geht, der am Hof gebliebene muss nebenher arbeiten, um sich den Ankauf moderner Melkanlagen, sauteurer Traktoren leisten zu können. Manche Alten sind alleine oben geblieben, führen weiterhin ein karges Leben, einigen hilft die Stille Hilfe weil sie’s sonst nicht mehr derpacken. Mancher Hof verlattert, verfällt langsam wie die alte Mähmaschine, der alte Traktor unter der Stadelbrücke. Ein Bild des Niedergangs, das mir weh tut.

Die Milchproduktion hat sich seit 1984 mehr als verdoppelt und dies bei einer ständig rückläufigen Zahl an Milchkühen und bewirtschafteten Flächen, weil zugefüttert wurde. Diese zunehmende Verfütterung von Kraftfutter („Müsli“) an die Turbokühe gibt schwindende Glaubwürdigkeit für „Milch von unseren Bergbauern“ und heufutterqualitätszerstörende Jauchenverbreitung bis in die Höhen hinauf, was sich aber für wenige einzelne Industriebetriebe rentiert.

In der Tat sinken durch die immer kapitalintensivere, industrielle Landwirtschaft europaweit die Preise für die Milch, siehe dazu hier.

Der Weltagrarbericht erklärt diese „landwirtschaftliche Tretmühle“ so:  „... Bauern, die frühzeitig eine Technologie einführen, die produktiver oder kostengünstiger ist als der allgemeine Stand der Technik, realisieren so lange einen Extraprofit, wie die Preise sich dieser Effizienzsteigerung noch nicht angepasst haben. Sobald andere die neue Technologie einsetzen, steigt die Produktion und die Preise beginnen zu fallen. Bauern, die die Technologie nicht einsetzen, geraten dann in eine Preisklemme: Ihr Einkommen sinkt, egal wie hart sie arbeiten.” (Global, S. 73)

Diese die Kleinbauern ruinierende, weltweit im Bericht nachgewiesene Gesamttendenz, wird von unseren derzeitigen Landwirtschaftspolitikern nicht gesehen, geschweige denn der einzige wahre Ausweg aus dieser Sackgasse:

Die vielstrukturierte landwirtschaftliche Produktion, die kleinstrukturierte Bergland-wirtschaft mit Produktveredelung und Nischenprodukten, die reiche Erfahrung der Bergbauern müssen wissenschaftlich unterstützt, die Produktion naturnaher, schmackhafter und wirklich gesunder Produkte muss erhalten und gefördert werden. Und zwar anstelle der Subventionierung der Industrieland-wirtschaft! Nur dadurch kann ihr Einkommen steigen!

„Die Landwirtschaft ist am Scheideweg! Weiter wie bisher ist keine Option!“ ist die Vision der Malser, die von Hans Rudolf Herren unterstützt wird. Und sie sollte von allen Bauern erkannt und unterstützt werden, sofern es ihre Macher nicht sehen wollen.

Werbung

Verknüpfte Artikel

Kommentare

Bild des Benutzers Paul Stubenruss
Es gab eine Zeit nach dem Krieg im Unterland, da machte der Kellermeister den Wein. Wein der immer mehr an Markt verlor. Erst als eine Generation an Kellermeistern übersprungen wurde und mit neuen Ideen ein Neubeginn kam, blühte die Weinwirtschaft auf. Absage an alten Gewohnheiten ist immer hart aber auch eine Chance. Ich sagte es auf Salto schon auf einer anderen Stelle. Nachdem auch Kleinstbauern heute Internet haben, muss die Gelegenheit genutzt werden, den Einzelhandel und Großhandel zu umgehen. Internet richtig nutzen bedeutet Macht. Es ist schon vorgekommen, das Einzelpersonen dank Internet Großkonzerne zum Einlenken gezwungen haben. Da war doch eine Geschichte mit einer Geige die bei der Gepäckausgabe am Flughafen kaputt ging. Konzerne verstehen es immer wieder durch irreführende Werbesprüche den Konsumenten Gesundheit vorzugaukeln. Momentan zieh der Werbespruch „glutenfrei“. Nachdem selbst im Bier Glyphosat gefunden wurde: http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/glyphosat-in-bier-pestizid-in-deutschen-biermarken-nachgewiesen-a-1079169.html , warum nicht die eigenen Produkten aggressiv als glyphosatfrei vermarkten? Gerade jetzt wo dieses Herbizid laufend in den Medien ist. Warum nicht entsprechende Schilder auf den Bauernmärkten ( Natürlich ohne das man selbst Dreck am Stecken hat) aufstellen? Werbung in Printmedien kosten ein Vermögen und ist für die kleine Landwirtschaft unbezahlbar. Hingegen im Internet kostet Werbung nur einen Bruchteil eines Bruchteils oder kostenlos. Ich bin gespannt wieviele Landwirte in diesem Forum mitmischen, noch dazu wo Wortmeldungen kostenlos sind. Kostenlos für das eigene Interesse werben, solche Gelegenheiten gab es vor salto und andere Onlinemedien nicht. Die Anzahl der Wortmeldungen sind für mich ein Gradmesser ob ich hier nur Quatsch verbreite oder nicht. Es muss doch möglich sein mit Wahrheiten den Lügen der Konzerne die Stirn zu bieten. Es vergeht kein Jahr wo nicht irgend eine Lebensmittelskandal in die Medien kommt. Solche Gelegenheiten müssen genützt werden. Zur Milch: Ich kann mir nicht vorstellen das Turbokühe die Milch liefern wie Kühe vor 50 Jahren. Sind in den Milchzellen noch die Gene wie damals? Die Abwehrstoffe für das Kalb? Wird dies alles überprüft? Jedenfalls schmeckt die Mich nicht mehr wie damals, sie ist nur mehr fad. Wenn das mit den Kühen so weiter geht, könnte noch die Zeit kommen, das man Kühe aus Indien importiert und einkreuzt um die Überzüchtung rückgängig zu machen Es grüßt ein Internetfreak.
Bild des Benutzers Ein Leser
Hallo Herr Stubenruss! Der mündige Verbraucher von heute (und vor allem der Südtiroler) hat die Möglichkeit direkt zum Kleinstbauern (beliebig zu ersetzen durch Bergbauern usw.) in nächster Umgebung zu fahren, sich über die Produktion auf dessen Hof zu informieren und falls gewünscht, die angebauten Produkte zu kaufen und einen fairen Preis dafür zu bezahlen. Dadurch würde dieser Verbraucher, dem das bestehende (globale) Wirtschaftssystem nicht gefällt, den Einzelhandel und vor allem den Großhandel umgehen und sein Geld dort ausgeben, wo es seiner Meinung nach am Besten aufgehoben ist. Auch der heutige mündige Verbraucher kann (und soll) neue Wege einschlagen und nicht bequem in den Supermarkt gehen oder (noch schlimmer) bequem von zu Hause über das Internet bestellen. Mein Vorschlag: Anstatt über die Tastatur versuchen die Welt ein wenig zu verbessern, könnten Sie doch einen ganz konkreten Schritt setzen und sich die Bauern in unserem Land suchen, die nach Ihren Vorstellungen (z.B. glyphosatfrei oder alte Sorte usw.) produzieren und bei denen direkt ab Hof kaufen. Bitte motivieren Sie in der Folge auch noch alle Ihre Bekannten das selbe zu tun (und diese sollen weitere Leute motivieren) und vielleicht wird die Südtiroler Landwirtschaft dann so sein, wie Sie sie gerne hätten.
Bild des Benutzers Paul Stubenruss
Der Endverbraucher braucht nicht zum Bauern zu fahren. Ein Paketversand kostet Heute bis zu 30 kg inklusive MwSt c.a. 15 €. Ein Karton c.a. 2 €. Und die Logistik der Paketdienste wird immer effizienter. Wenn sich Landwirte zusammentun können genannte Preise noch unterboten werden. Was Amazon weltweit gelingt müsste doch lokal möglich sein.
Bild des Benutzers Sepp Bacher
Das ist mal eine Vorstellung vom Leben in der Stadt bzw. in einer kleinen Wohnung mit einem kl Kühlschrank! Möchten Sie wirklich, dass wir um 1/2 kg Karotten, einen Salatkopf, einen kg Erdäpfel und ein Bündel Schnittlauch zum Bauern fahren? Der stößt uns doch in den Hintern, und zurecht. Wie viel kostet mich das Benzin zum Bauern? Je nachdem, wo mein Vertrauens-Bauer ist, mehr als die Ware! Und wie ökologisch ist das? Wenn der wirtschaftlich denkende und anpassungsbereite Bauer gut Geld verdienen will, dann muss er dem Konsumenten und seinen Bedürfnissen entgegenkommen. Die Bauernmärkte, die Biomärkte, und die Bauern, die schon seit Jahrzehnten oder noch länger auf den Wochenmärkten ihre Ware verkaufen, tun das und leben gut. Manche sogar sehr gut. Manche haben sogar zum Großteil auf Gemüse-, Beeren-, Kräuter- und Obstanbau (auch Weinbau) umgestellt. Sehr gut wäre in Bozen z. B., wenn einige Bauern nicht zu einer Vermarktungseinheit zusammen schließen würden und am Obstmarkt einen Stand betreiben würden, wo man täglich frisches vom Bauern kaufen kann. Was ich aber an der ganzen Geschichte nicht schätze ist, dass Bauern auch vom Großmarkt zukaufen dürfen. Sie verkaufen also nicht ausschließlich ihre Ware. In den vergangenen Monaten und auch jetzt noch, verkaufen sie Karotten, Zwiebeln, Knollensellerie, (Grün)-Kraut, Wirsing, Porri, usw. von der Großmarkthalle und lassen die Kunden, die nicht alle von der LWS und Konservierung etwas verstehen, im guten Glauben, gesunde Ware vom Bauern gekauft zu haben. Bei Eiern und beim Speck wird ebenso oft Schwindel betrieben. Ich glaube, die Bauernschläue, die hier zum Vorschein kommt, tut deren Image nicht gut.
Bild des Benutzers Klaus Griesser
Ich glaube nicht, dass durch anderes Verbraucherverhalten oder durch pfiffige Ideen aus dem Internetbetrieb der/die Einzelne den seit Jahrzehnten anhaltenden Rückgang der Kleinbetriebe aufhalten kann. Es fehlt weit tiefer, wirtschaftlich! Diesbezüglich hätte sich der allmächtige Bauernbund schon lange an die Brust klopfen können, wenn ihm an der Solidarität zu "unseren" Kleinbauern wirklich etwas liegen würde. Warum reagiert er nicht auf den Weltagrarbericht des Weltagrarrates IAASTD? @Trafojer: Laut ASTAT wurden in der Landwirtschaft im Jahr 2000 noch 22803 Betriebe gezählt, 2010 waren es nur mehr 20206, und die Nutzfläche ist von 267.380 ha auf 240.535 ha gesunken. Der Viehbestand ist allein in den 5 Jahren 2009-2013 von 143.000 Rindern auf 130.091 gesunken, während die Milchproduktion von 367 t auf 371 gestiegen ist.
Bild des Benutzers Sepp Bacher
Es ist sehr schwer, die Landwirtschaft, die Grünland- und Milchwirtschaft betreibt, ein zu schätzen. Eine Tante von mir, die selbst Bergbäuerin war, bis sie den Hof an den Sohn übergab, war der Meinung, dass den Bergbauern heute nichts mehr fehle (wahrscheinlich im Vergleich zu den kargen Zeiten vor Jahrzehnten). Aber etwas ist schon dran: wer ein bisschen wendig ist und die Bürokratie nicht scheut, der kann so viel Geld vom Land und der EU über Beiträge und Prämien erhalten. Das hat zur Folge, dass Bauern bestimmte Maschinen kaufen, die sie nur einige Tage im Jahr nutzen - ein betriebswirtschaftlicher Nonsens! Bauern haben oft weniger Realeinkommen, als Lohnabhängige, sie haben aber ein Wohnhaus, das als Bauernhaus zu einem Großteil durch öffentliche Gelder erbaut oder erneuert wird. Sie haben vieles aus der Eigenproduktion, was andere kaufen müssen. Ich kenne ein Beispiel, die es sich leisten können, im Sommer die Gaisen nicht zu melken - ebenfalls ein Nonsens, aber eben bequemer. Also, ich denke, es hängt von vielen Dingen ab, ob es den Bergbauern gut geht, aber vor allem von der (land)-wirtschaftlichen Kompetenz. Der Milchpreis ist sicherlich auch wesentlich. Ein großer Unterschied ist zwischen effektiven Bauern auf dem Berg mit steilen Wiesen oder jenen im Tal in schöner Lage.
Bild des Benutzers Philipp Trafojer
Die Aussage " und dies bei einer ständig rückläufigen Zahl an Milchkühen und bewirtschafteten Flächen, weil zugefüttert wurde" sollte etwas ergänzt werden. Die Zahl der Kühe hat pro produzierenden Hof lange Zeit stark zugenommen. Dazu kommt, dass unsere Bauern auch den Viehbestand radikal geändert haben. Mit Ausnahme der Grauen (wo gibts die noch?) haben eben alle Verbände ihre „spezielle Turbokuh“ im Angebot. Viele Bauern sind zudem aus der Milchwirtschaft zugunsten der reinen Fleischproduktion umgestiegen. Nach wie vor aber halten sie Rinder. Fazit: ich fürchte, die Zahl der GVEs insgesamt ist kaum geschrumpft. Für die vorhandenen Gras fressenden "Vicher" jedenfalls haben unsere Bergbauern deutlich zu wenig Fläche. Immerhin: das Wasser stammt noch aus unseren sauberen Quellen….. Aber woher stammt der Rest und was ist es?
Bild des Benutzers Ein Leser
Grauvieh gibt's in Südtirol, zumindest laut Astat Veröffentlichung 2015 gab's noch welche Ende 2014 . :-) 2012 2013 2014 Grauvieh 18.648 19.809 19.427 Grigia o bigia alpina
Bild des Benutzers Sepp Bacher
Ja Grauvieh gibt es sicher im Passeier, am Vinschger Sonnen- und Nördersberg, am Nonsberg, im Ulten (Laugenrind), Sarntal und wahrscheinlich auch im Wipptal.
Bild des Benutzers Bioland Südtirol
In der ökologischen Viehwirtschaft, wie Bioland sie seit Jahren betreibt, ist „bio“ nach wie vor die probate und garantierte Methode, um mit einer ausgewogenen Flächennutzung und einem angepassten Viehbesatz die bewirtschafteten Böden in einem guten Zustand und gesunden Gleichgewicht zu halten. Wir sehen das Problem, das Autor Klaus Griesser hier aufwirft und stimmen überein, dass die kleinstrukturierte Landwirtschaft intensiv gefördert gehört, und zwar so, dass es keine zweigleisigen Fahrten in unterlegener Konkurrenz zu den Subventionen der Industrielandwirtschaft gibt, sondern dass der ökologischen Viehwirtschaft und Grünlandbewirtschaftung ganz klar die Vorzugsschiene eingeräumt wird. In Österreich hat sich diese Strategie bezahlt gemacht, dort hält die Bio-Landwirtschaft einen 20-Prozent-Anteil, hier in Südtirol kommen wir auf 3%. Ein nach Bioland-Kriterien geführter Betrieb kommt mit zwei Großvieheinheiten aus, es werden nur Futtermittel nach den hohen Verbandsstandarts verfüttert, welche vor allem in puncto Produktsicherheit und Herkunft deutlich über den EU-Bio Standards liegen. Auch soll der Zukauf von Fremdfutter nicht die 40%-Marke übersteigen. Die Nachfrage nach Biomilch ist bei den Konsumenten deutlich vorhanden, das besagt auch die letzte Umfrage im Bauernbund; allein es gibt nicht ausreichend Produzenten für Biomilch, auch wenn der Umstellungsgedanke immer mehr um sich greift.
Bild des Benutzers Sepp Bacher
Eine Frage, die mich interessiert: Kann man bei Bio-Milch von Heu-Milch sprechen? Kann bei einem Biobauern auch vorkommen, dass die Tiere auch im Sommer kein Grünfutter erhalten? Mein Begriff von Bio ist: sobald es möglich ist, sollen die Tiere auf die Weide, auf die Alm oder mindestens mit Grünfutter gefüttert, sonst erleben die Tiere ja den Jahreszyklus vom Futter her, nicht mehr. Oft denke ich, dass in Irland, wo das Vieh fast das ganze Jahr auf der Weide ist, die Butter deshalb einen so guten Ruf hat. Die ist besser als unsere Dachmarke-Südtirol-Milch-Butter!
Bild des Benutzers Bioland Südtirol
Mit Verspätung, aber doch nun die Antwort auf die Frage von Sepp Bacher: Nein, Bio-Milch heißt nicht automatisch Heumilch. Entsprechend der EU-Öko Verordnung und der Bioland Richtlinien ist es Bio- und Bioland-Betrieben erlaubt, auch Silage zu füttern. Nur als Heumilch ausgelobte Milch ist auch garantiert Heumilch. Der Status Heumilch wurde im März diesen Jahres zu einem rechtlich geschützten Produkt erklärt, das nach genau festgelegten Kriterien produziert werden muss. Für Bioland ist der Weidegang ein fundamentaler Bestandteil einer artgerechten Rinderhaltung, da die Weide dem natürlichen Lebensraum und das Grasen der natürlichen Ernährungsweise des Rindes am besten entspricht. Bei Betrieben mit Anbindeställen, oder Laufställen ohne Auslauf ist der Weidegang über die gesamte Vegetationsperiode Pflicht. Nur in Ausnahmefällen, bei anhaltenden Regenfällen oder hohem Insektendruck kann der Weidegang für wenige Tage entzogen werden. Bei gutem Weidemanagement ist die Weidenutzung für den Bio-Betrieb auch wirtschaftlich interessant, da das Grundfutter auf der Weide vor allem in den frühen Wachstumsstadien sehr energie- und eiweißreich ist und man so teures Bio-Kraftfutter einsparen kann. Die Einhaltung der Weidezeiten wird bei den jährlichen Kontrollen durch die staatlich akkreditierten Bio-Kontrollstellen auf jedem Bio-Betrieb überprüft. Bei Nichteinhaltung können teils empfindliche Strafen verhängt werden.
Werbung