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Benzin und Diesel

Wie viel Steuern kassiert der Staat?

Der Preis für Rohöl steigt. Benzin und Diesel werden wieder teurer. Nicht nur die Ölproduzenten, sondern auch der Staat kann sich auf mehr Einnahmen freuen.
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Während der vergangenen zweieinhalb Jahre konnten sich die Autofahrer als Folge des niedrigen Ölpreises über relativ niedrige Treibstoffpreise freuen. Doch das wird sich jetzt ändern, da der Rohölpreis steigt und das sich auch auf die diversen Erdölprodukte, wie Benzin und Diesel auswirkt. Steigen die Benzin- und Dieselpreise an den Zapfsäulen, wird meist auf die Ölproduzenten und die im Ölgeschäft tätigen Ölgesellschaften als Hauptprofiteure verwiesen. Doch die allein machen noch keinen Treibstoffpreis. Den Löwenanteil am Spritpreis bekommt der Staat. Die folgende Tabelle zeigt, wie hoch der Anteil an Steuern bei Benzin und Diesel in den einzelnen EU Staaten ist.

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Mit ganz wenigen Ausnahmen ist der Anteil der Steuern auf Treibstoff in den meisten EU Ländern höher als der Preis. Mit einem Steueranteil von circa 67 % auf Benzin und 64% auf Diesel gehört Italien zu den Spitzenreitern. Nur Großbritannien und die Niederlande kassieren noch höhere Steuern. Die Besteuerung von Treibstoff setzt sich aus verschieden Steuerarten zusammen und ist in der EU nicht einheitlich. Neben der Mehrwertsteuer gibt es je nach Land diverse zusätzliche Energiesteuern. Die Mehrwertsteuer ist eine sogenannte variable Steuer, die entsprechend der Höhe des Preises variiert, während die anderen Energiesteuern meist einen fixen Betrag darstellen, unabhängig von der Höhe des Preises. Erhöht sich der Preis von Treibstoff, so erhöhen sich die variablen Steuern und der Fiskus lukriert höhere Steuereinnahmen. Steigende Preise bei Benzin, Diesel, Heizöl und anderen Mineralölprodukten führen also nicht nur bei den Erdölproduzenten und den anderen in der Erdölindustrie tätigen Ölgesellschaften zu höheren Einnahmen, sondern bringen auch dem Staat satte Einnahmen.

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Obige Graphik vergleicht die Steuern auf Mineralölprodukte in den größten Europäischen Ländern, sowie in Japan, den USA und Kanada (G7 Länder) und zeigt die starken Unterschiede in der Besteuerung der Mineralölprodukte auf. Außerhalb von Europa ist der Steueranteil an Mineralölprodukten wesentlich niedriger. Die Berechnung basiert auf einem mit dem jeweiligen Verbrauch gewichteten Durchschnitt der verschiedenen Mineralölprodukte, wie Benzin, Diesel, Heizöl etc., der aus einem Liter Rohöl gewonnen wird.  Während in Europa der Steueranteil, je nach Land, weit über 50%  und zum Teil bei fast 70% liegt, beträgt er in Japan nicht einmal 40%, in Kanada circa 34% und in  den USA nur etwas über 20%.

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Der Anteil der Steuereinnahmen aus Erdölprodukten an den Gesamtsteuereinnahmen  betrug im Jahre 2014 in den einzelnen EU Ländern zwischen 3% und 13 %, ein nicht unwesentlicher Beitrag bei den Steuereinnahmen.  Steigen die Rohölpreise, wie das jetzt der Fall ist, werden Benzin, Diesel und andere aus Rohöl hergestellte Produkte teurer und  so profitieren nicht nur die Ölproduzenten und die verschiedenen Player in der Ölindustrie, sondern auch der Staat kann sich auf höhere Steuereinnahmen freuen.

 

 

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Kommentare

Bild des Benutzers gorgias

Danke für die Information, aber welchen Schluss hätten Sie gerne, dass wir daraus ziehen?

Bild des Benutzers Monika Psenner

Vielen Dank für Ihren Kommentar. Der Artikel ist in erster Linie dazu gedacht Information über ein Thema zu liefern, das jeden von uns betrifft und dabei auch die länderspezifischen Unterschiede hervorzuheben. Der Beitrag kann aber auch die Leser zu interessanten Vorschlägen anregen.

Bild des Benutzers gorgias

Sie haben 33 Jahre für die OPEC gearbeitet und haben selbst keine persönliche Meinung zum Thema? Mich würde die Fragen interessieren, welche Maßnahmen die EU als Erdöl-Netto-Importeur angehen sollte, um die ökonomische Situation zu verbessern.

+1-11
Bild des Benutzers Josef B.

Einen Teil dieser Steuereinnahmen sollte man an erneuerbare Energien binden. Und warum fahren wir eigentlich nicht schon lange mit elektrischen Autos? Was machen Wissenschaftler und die Privatwirtschaft die ganze Zeit?

+1-12
Bild des Benutzers Christian Mair

Was vielleicht wenige wissen.
Südtirol hat durch das Mailänder Abkommen auch eine garantierte Beteiligung an der staatlichen Abgabenquote von Kraftstoff.
Das bedeutet, dass mehr als 80% der Kraftfahrzeugsteuer ans Land Südtiol geht. Sinnvoll wäre dieses Geld für innovative Unternehmen und start ups im ökologischen Bereich zu nutzen. Weiters könnte es als Finanzierungsgarantie für Investitionen in Bildung darstellen.
Und schließlich könnte Südtirol im Rahmen der Euregio mal was für Osttirol und Nordtirol herausholen und zwar eine Anwendung des MAiländer Abkommens in Nord-und Osttirol: 80% der Einnahmen aus Kraftstoff zum Land Tirol.

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