Chronik | Streik

“Gefährlicher Zug”

Weil es vermehrt zu Übergriffen auf das Zugpersonal kommt, haben die Gewerkschaften in Südtirol und dem Trentino zum gemeinsamen Streik aufgerufen: am 7. September.
Gleise
Foto: upi

“Traurig aber wahr.” Das Zugpersonal in Südtirol und dem Trentino ist resigniert: “Der Arbeitsplatz ‘Zug’ wird immer gefährlicher.” In den vergangenen zwei Wochen seien insgesamt vier Übergriffe auf das Zugpersonal der Trenitalia verzeichnet worden (unter anderem in Ala und Monterosso, Ligurien, Anm. d. Red.), melden die Transportgewerkschaften am Dienstag Vormittag – zu viele. FILT CGIL, FIT SGBCISL, UILT UIL, UGL Trasporti und Orsa Ferrovie rufen nun zum Streik auf.
In einer Presseaussendung erklären die fünf Gewerkschaften ihre Beweggründe: “Die Arbeit des Zugschaffners, aber auch die der Busfahrer wird immer gefährlicher. Immer wieder werden Schaffner, die Ticketkontrollen durchführen und für Ordnung auf den Zügen sorgen sollen, während ihrer Arbeit von Schwarzfahrern brutal angegriffen.” Meist seien es verbale Attacken, Drohungen und Beleidigungen. Oft würde das Zugpersonal aber “regelrecht verprügelt”, so die Gewerkschaften: Immer öfter müssten Angestellte nach einem Übergriff ins Krankenhaus, “da sie Fausthiebe ins Gesicht abbekommen oder gebrochene Finger haben.”
“So sieht es leider aus für diejenigen, die ihre Arbeit mit Leidenschaft und Stolz verrichten”, schreiben die Gewerkschaften weiter. Es sei bedenklich, “dass in den letzten Jahren zum Thema Sicherheit auf den Zügen wenig oder überhaupt nichts unternommen wurde und die Situation verschlimmert sich jetzt”.

Um auf ihre prekäre Situation hinzuweisen und Druck zu machen, haben die Südtiroler und Trentiner Gewerkschaften gemeinsam beschlossen – wie in Ligurien auch –, einen Streik auszurufen. Und zwar folgendermaßen:
Streiken wird die gesamte Belegschaft der Züge, sprich Schaffner und Lokführer, am Donnerstag, den 7. September, von 9.01 bis 17 Uhr. Betroffen sind alle Züge des Regionalverkehrs der Linie Brenner-Verona, Bozen-Meran, Franzensfeste-Innichen und Trient-Bassano.
Ausgenommen sind alle Eurocity Züge von und nach München, Frecciargento von und nach Rom und die Regionalzüge der SAD und von Trentino Trasporti.

“Ein Streik ist für uns die einzige Möglichkeit, diese Verschlimmerung der Situation des Zugpersonals aufzuzeigen und somit ein Zeichen zu setzen, damit alle Institutionen und die Bahngesellschaft selbst, Maßnahmen einführen, die zum Schutz ihrer Arbeitnehmer sind”, schreiben die Gewerkschaften abschließend. “Lösungen gibt es – man braucht nur zu wollen.”

Bild
Profil für Benutzer Alexander Tezzele
Alexander Tezzele Do., 31.08.2017 - 21:39

Die Nationalität ist völlig egal. Gewalt gegen die Bahn-Mitarbeiter (und Gewalt gegen Menschen überhaupt) kann nicht toleriert werden. Hier muss für Sicherheit gesorgt werden, wenn es nicht anders geht mit Polizeiaktionen und Polizeipräsenz in den Zügen, bis den Übeltätern das Handwerk gelegt wird und die Situation wieder normal wird.

Do., 31.08.2017 - 21:39 Permalink
Bild
Profil für Benutzer gorgias
gorgias Fr., 01.09.2017 - 02:17

Antwort auf von Alexander Tezzele

Nicht wenn die Zunahme an Gewalttaten mit der vermehrten Anwesenheit von Menschen von bestimmten Nationalitäten zusammenhängt. So sollte man hier nicht nur mit Polizeipräsenz auf so ein Phänmen antworten, sondern auch Schlussfolgerungen für die Migrationspolitik ziehen.

Fr., 01.09.2017 - 02:17 Permalink