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Verkehr

Das BBT-Versprechen

Wird der Transitverkehr über den Brenner nicht massiv auf die Schiene verlagert, macht der BBT keinen Sinn, sagt der österreichische Rechnungshof. Ist das zu schaffen?
Von
Bild des Benutzers Susanne Pitro
Susanne Pitro11.10.2016
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Kommentare

Bild des Benutzers Martin Senoner
Martin Senoner 11.10.2016, 12:52
Herr Gurgiser will den BBT nicht, sonst könnte er soche Forderungen nicht aufstellen, andererseits, kann er gerne die Verhandlungen in Rom übernehmen, wo es nicht seinfach ist, die Erhöhung der Maut oder Nachtfahrverbote durchzusetzen, beim sektoralen Fahverbot müssten wir auch die Nordtiroler auch die Bahn zwingen so sie uns ;-)
Bild des Benutzers Fritz Gurgiser
Fritz Gurgiser 11.10.2016, 22:47
Ich kenne Sie ja nicht, Herr Senoner, aber so einen Schwachsinn muss man sich schon auf der Zunge zergehen lassen: Ich "mag" also den BBT nicht, gerade so, als ginge es darum, ob jemand einen Tunnel mag oder nicht. Im Gegensatz zu Ihnen kenne ich diese "Empfehlungen des Rechnungshofes" seit Veröffentlichung der Berichte zum Bau der Eisenbahnumfahrung Innsbruck, der Neuen Unterinntalbahn und den Vorberichten zum BBT - sie wurden auf österreichischer Seite unter Druck der Zivilgesellschaft teilweise umgesetzt, auf italienischer Seite eben nicht, weil die Südtiroler Landespolitik eben lieber den Transit statt der eigenen Bevölkerung schützt. Aber ich kann Ihnen gerne sagen, was ich absolut NICHT mag: Wenn der Tiroler Bevölkerung und Wirtschaft nördlich und südlich des Brenners seit knapp 30 Jahren die "Verlagerung von Gütertransit auf die Eisenbahn" versprochen wird, in Wahrheit aber nur unser Steuergeld in dieses "amici-investment" verlagert wird; wenn sich die SVP hinter einem ehemaligen SVP-EU-Parlamentarier versteckt, der meint, er müsse sich in Brüssel beschweren und damit so tut, als würde die Südtiroler Transportwirtschaft wegen eines läppischen Lkw-Fahrverbotes für Müll, Schrott, Steine, Abfälle zugrunde gehen; wenn die gesamte "Euregio-Schwafelei" nur einen Konsens hat: Möglichst viel Steuergeld in das BBT-Loch, aber keine einzige gemeinsame Schutzmaßnahme für Bevölkerung und Wirtschaft auch auf den 238 km vom Brenner bis Verona; wenn nationale und internationale Verpflichtungen in Bezug auf Gesundheit ignoriert werden, nur damit mittlerweile 2 Millionen Transit-Lkw über den Brenner rollen (die Kennzeichen aus den ehemaligen Ostblockländern setze ich als bekannt voraus); wenn hinter dem Lenkrad der 40-Tonner keine eigenen Berufskraftfahrer mehr sitzen, sondern "Sklaven der Landstraße" mit Brutto-Monatslöhnen in Höhe von 350 - 450 Euro; wenn die Transit-Lkw ebenso wie die Sklaven hinter dem Lenkrad nicht mehr in den eigenen Ländern gemeldet und deshalb hier weder Fahrzeug- noch Mitarbeitersteuern und -abgaben bezahlen. Und Zeitgenossen, die das alles nicht wissen und mit ihren seltsamen Kommentaren beweisen, dass ihnen die Gesundheits-, Lebens- und Wirtschaftsqualität der Menschen und Betriebe entlang der Brennerstrecke vollkommen egal sind - Hauptsache, die Lasterlawine rollt und rollt und rollt - politisch gewollt auf der Straße. Deshalb, und das können Sie sicher sein, werden wir genau das noch diese Woche machen, was wir versprochen haben: Die Bundesregierung und die EU auffordern, ihre BBT-Zahlungen einzustellen - denn ein Bau"partner", der nur unser Steuergeld verlagern will, auf der Straße aber gegen die eigene Bevölkerung und Wirtschaft agiert, soll sich den Tunnel selber finanzieren. Bitte um Verständnis für diese klare Position - das nächste Mal werden Sie von uns lesen, wenn wir das Schreiben an Bundesregierung und EU zur Verfügung stellen. LG Fritz Gurgiser
Bild des Benutzers Georg Mair
Georg Mair 13.10.2016, 22:53
Sehr geehrter Herr Gurgiser, sie haben sicher in einigen Punkten Recht. Obwohl ich Ihren Schreibstil als sehr polemisch empfinde (mag ich gar nicht), möchte ich Sie trotzdem zu Ihrer Ansicht zu den Österreichischen (und Deutschen) Treibstoffpreisen befragen. Ich habe folgende Milchmädchenrechnung angestellt: Verbrauch eines 40-Tonners ca. 35 Liter/100 km 238 km von Brenner bis Verona also 83,30 Liter Italienischer Diesel ca. 1,35 Euro pro Liter = 112,45 Euro Österreichischer Diesel ca. 1,05 Euro pro Liter = 87,47 Euro Das sind also gut 10 €Cent Preisunterschied pro Kilometer. Wenn ich mir dann vorstelle, dass heutige LKW's oft einen 1000-Liter-Tank haben, nehme ich stark an, dass auf der Brennerachse (und wahrscheinlich in ganz Norditalien) sehr wenige LKW's mit Italienischem Treibstoff unterwegs sind. Österreich verdient hier kräftig am Treibstoff und an der höheren Maut. Dazu kommt noch, dass der Schadstoffausstoss bei uns stattfindet und wir die Kosten für die Umweltschäden durch Steuergelder decken müssen. Wie ist Ihre Position zu dieser Situation ?
Bild des Benutzers Fritz Gurgiser
Fritz Gurgiser 14.10.2016, 09:24
Mein Gott, Sie werfen mir Polemik vor - ja, soll so sein. Nur eines dazu: So grob kann niemand mit Mund und Feder oder Taste sein, wie die, die uns täglich das Stickstoffdioxid in die Lungen und den Dauerschallpegel in die Ohren blasen. Darum geht es, guter Herr Mair, wenn Sie noch nicht verstanden haben, was uns an der Brennerstrecke seit Jahrzehnten belastet. Und zu Ihrer "Milchmädchenrechnung", die ja tatsächlich eine ist, weil sie keine Ahnung haben, wie pervers dieser Tanktourismus längst real abläuft. Wir im Transitforum sind die einzigen, die den MUT haben, das seit Jahren anzuprangern und auch solange keine Ruhe geben werden, bis wir das korrigiert haben. Da müssen Sie halt ab und zu über die Brennergrenze schauen. Und was das Verdienen angeht: Tirol und darum geht es, verdient daran gar nichts: Maut und Roadpricing landen in den Wiener ASFINAG-Kassen und die Dieselsteuer im Wiener Finanzministerium. Sie sollten sich aber auch entscheiden, was Ihnen wichtig ist: Die Gesundheit, die Lebens- und Wirtschaftsqualität oder die Sorge, ob die Transitlaster mit Sprit aus Deutschland, Österreich oder Italien unterwegs sind. Oder vor allem darum, warum im Süden des Landes niemand politisch imstande ist, die Anrainer mit verkehrs- und finanzrechtlichen Maßnahmen zu schützen - so, wie es seit Jahrzehnten VERSPROCHEN und nie gehalten wird. So, wie es die beiden Tiroler Landtage in Bozen und Innsbruck beschlossen haben. Daher klar: Wir bekämpfen diesen Tanktourismus genauso wie die fehlenden Schutzmaßnahmen vom Brenner bis Verona; erst im Sommer war ein umfassender Beitrag im ORF Tirol Heute dazu (Tankstellen in Kufstein und Wörgl), worauf mir mehrmals wieder angedroht wurde, man würde mir schon sehr bald "die Hüttn anzünden", wenn ich da noch weiter tätig bin. So schaut's aus und das Schreiben an Bundeskanzler Kern, Vizekanzler Mitterlehner und Finanzminster Schelling mit der Forderung, die Finanzierung für das "amici-investment" so lange zu stoppen, bis die verfassungskonformen Vorgaben nach Wirtschaftlichkeit, Rechtmäßigkeit, Sparsamkeit und Zweckmäßigkeit gegeben sind. Eine legitime, korrekte Forderung von uns, da wir nicht nur im Transitforum ehrenamtlich für unsere Bevölkerung und Wirtschaft nördlich und südliche des Brenners arbeiten, sondern zuallererst allesamt Steuerzahlerinnen und Steuerzahler sind. Die ein Recht darauf haben, dass ihre Gelder nicht in "Schwarze Löcher, die in Folge Rote Zahlen schreiben" verlagert werden, während der Lkw-Transit von der Schiene auf die Straße zurück verlagert wird. Damit belasse ich meine Beiträge zu diesem Thema, es ist alles auf unserer Website nachzulesen. Fritz Gurgiser Obmann
Bild des Benutzers Albert Mairhofer
Albert Mairhofer 03.03.2018, 14:04

die aktuelle Dieseldebatte und die leeren Versprechungen bezüglich Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene durch den BBT könnte folgende Projektideen weiterbringen:

ich habe für den Kongress „Die Energie der Alpen“ in Garmisch Partenkirchen einen Vortrag über das Tirol-Adria-Projekt ausgearbeitet, welches auch die (Wieder)Schiffbarmachung der Flüsse Inn und Etsch für die Wasserstraße Donau-Tirol-Adria zum Inhalt hat.
Der AlpenKanalTunnel, verbindet die Flüsse Inn und Etsch. Durch diesen verlaufen sogar zwei in vielerlei Hinsicht sich gegenseitig ergänzende Verkehrsadern, und zwar die Wasserstraße Donau-Tirol-Adria und im Tunnelgewölbe eine Einschienen Hängebahn – EHB –sowie Strom- und Datenleitungen.

In gleicher Weise sind Flüsse und Verkehrswege, die wie Korridore das Land durchziehen, geradezu prädestiniert, mehrfach genutzt und intensiver bewirtschaftet zu werden, wie folgende Maßnahmen zeigen.
1) die Photovoltaik-Überdachung der Autobahn zum Wetterschutz der gesamten Infrastruktur, zur Stromerzeugung für die Elektromobilität und zur Unterbringung von Strom- und Datenleitungen, die auch tragende Elemente der Überdachung und der Multifunktionsschiene der Einschienen-Hängebahn sind. An dieser Schiene rollen Trolleys mit Hebewerk
a) zur hängenden oder schwebenden Beförderung von Personenkabinen - Aerobus -, Gütercontainer (10 t) und Stückgut wie lange Rotorblätter, Pkw usw.;
b) zum Ziehen und Steuern von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor oder ohne eigenen Antrieb (Anhänger)
c) zur Übertragung von Strom und Steuerungsdaten an e-Fahrzeuge, die dadurch ihre Batterie auch während der Fahrt (oder an Rastplätzen) aufladen können,
und zwar oberhalb der 1. Fahrspur und
d) zum Betrieb einer Hochgeschwindigkeits-Einschienen-Hängebahn – HG HB - Aerobus - oberhalb der 2. oder 3. Autobahnspur .
Allein durch die Elektrifizierung fallen die Umweltbelastung durch Abgase und ein großer Teil der Lärmbelästigung weg. Die Multifunktionsschiene ist auch Leitschiene für automatisiertes Fahren, das die Fahrsicherheit und die Leistungsfähigkeit wesentlich erhöht.

Übrigens sollte der Antrieb der Fahrzeuge wegen der vielen Vorteile rein elektrisch erfolgen, unabhängig davon, ob dann der Strom mit erneuerbaren Energien oder fossilen Energieträgern bereitgestellt wird. E-Fahrzeuge werden grundsätzlich mit einem kompakten Stromaggregat ausgerüstet, das durch einen Stromspeicher ergänzt oder ersetzt werden kann.

Die Elektrifizierung und Automatisierung des Verkehrs ist mit bestehender Technik heute schon möglich.

Die Einschienen-Hängebahn mit den oben beschriebenen Formen und Möglichkeiten ist eine geradezu bahnbrechende Neuerung, die völlig neue Perspektiven eröffnet! Ist es doch die Straße selbst, die dadurch den Personen- und Güterverkehr auf oder an die Schiene bringt und elektrifiziert! Diese Nutzungen werden durch die besondere Art der Multifunktionsschiene anstelle der elektrischen Oberleitung ermöglicht. https://www.youtube.com/watch?v=vs8VghXjFTQ

2. Zur Gestaltung und Bewirtschaftung von Flussräumen gehört neben der oben beschriebenen Möglichkeit der PV-Überdachung und der Einschienen-Hängebahn:
a) Hochwasserschutz, Wasserregulierung;
b) Binnenschifffahrt
c) Wasserkraftnutzung zur Stromerzeugung für die Elektromobilität;
d) Aquakulturen, Fischzucht;
e) Erschließung von Lebens-, Erholungs-, Wirtschafts- und Freizeitraum am Wasser.

Durch die aufgezeigte Bewirtschaftung von Wasserläufen und die Um- oder Mehrfachnutzung bestehender Infrastrukturen wie Straßen, Auto- und Eisenbahnen, können Belastungen durch zusätzliche Strom- oder Eisenbahntrassen vermieden werden.
Mit den €-Milliarden, die der BBT und die erforderlichen Zulaufstrecken voraussichtlich verschlingen, könnten die Autobahnen in Italien, wie unter Punkt 1 a-d) beschrieben, ausgerüstet und elektrifiziert werden!
Daher muss Europa sich aufraffen und sich von schwerfälligen, mit ungewissen Erfolgsaussichten behafteten aber sehr viel Geld verschlingenden Prestigevorhaben (BBT) trennen und durch die aufgezeigten Technologien ersetzen. Die dadurch eingesparten Finanzmittel könnten gepaart mit genannten neuen Technologien etwa in Afrika sehr wirksam eingesetzt werden, um dort den Menschen Perspektiven zu geben und die Flüchtlingsströme aufzuhalten.

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