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Schule

Der Schützen-Unterricht

An der Grund- und Mittelschule Tramin haben die Schützen am Montagvormittag die Kinder über „100 Jahre Kriegsende“ aufgeklärt. Eine problematische Aktion.
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Kommentare

Bild des Benutzers Morris Peintner
Morris Peintner 17.10.2018, 07:21

Was ist an diesen Fragen politisch?

Bild des Benutzers W Karcher
W Karcher 17.10.2018, 07:41

„Der Hintergrund ist eine Geschichte, die man als problematisch bezeichnen kann. Vor allem dann wenn sie sich sechs Tage vor den Landtagswahlen abspielt.“
Warum problematisch? Und warum „vor allem“ vor den Wahlen? Gehen die Grundschüler auch wählen? Oder ist die Befürchtung, dass die Kinder jetzt ihre Eltern überreden, nicht mehr die Grünen zu wählen, sondern ... ?

Bild des Benutzers Manfred Klotz
Manfred Klotz 17.10.2018, 10:28

Der Hinweis auf die Landtagswahlen ist etwas weit hergeholt, da haben Sie recht. Aber problematisch ist die Sache - sollte der "Unterricht" wirklich so einseitig sein - aber dennoch, nicht zuletzt, Weil sich die Schützen ganz eindeutig politisch positionieren. Oder was würden Sie sagen, wenn eine Abordnung von Casapound in den Schulklassen ihre Sicht der Dinge schildern würde?

Bild des Benutzers Mensch Ärgerdichnicht
Mensch Ärgerdichnicht 17.10.2018, 10:41

Wollen Sie jetzt wirklich Casapound mit den Schützen vergleichen?

Bild des Benutzers Manfred Klotz
Manfred Klotz 17.10.2018, 17:25

Natürlich nicht direkt. Es geht um die diametral entgegengesetzte Sicht der Dinge.

Bild des Benutzers Manfred Klotz
Manfred Klotz 18.10.2018, 08:15

In dem Sinne, dass die Schützen die Geschichte aus ihrer Warte erklären und Casapound sie aus ihrer Warte erklären würden. In beiden Fällen bleibt ein Teil der Geschichte strategisch ausgeklammert, nämlich jener, der nicht zum eigenen Gedankengut passt.

Bild des Benutzers Morris Peintner
Morris Peintner 17.10.2018, 11:47

Vielleicht kannst du mir ja beantworten, was da politisch ist.

Bild des Benutzers rotaderga
rotaderga 17.10.2018, 08:22

Nach dem Krieg ist vor dem Krieg......

Bild des Benutzers Stephan H.
Stephan H. 17.10.2018, 13:35

Aber dass in der Schule hauptsächlich italienische Geschichte und kaum etwa die Geschichte Tirols behandelt wird, ist dann wohl unpotlitisch?

Bild des Benutzers Sepp Bacher
Sepp Bacher 17.10.2018, 13:51

Meines Wissens hat das Land bei den Schulprogrammen keine primäre Kompetenz. Folglich sind sie an die Staatsprogramme gebunden. Aber wenn wir dem demnächst "Unabhängig gemacht werden" wird dann wohl die Geschichte andere Lücken aufweisen!

Bild des Benutzers Manfred Klotz
Manfred Klotz 17.10.2018, 17:28

@Stephan - Wie bitte? Welche Schule haben Sie denn besucht um so etwas zu behaupten. Es ist zwar schon einige Zeit her, aber die italienische Geschichte haben wir an der Oberschule gerade gestreift.

Bild des Benutzers 19 amet
19 amet 17.10.2018, 22:03

Stephan. Eine reine Lüge.

Bild des Benutzers Harry Dierstein
Harry Dierstein 17.10.2018, 16:07

Die Entscheidung der Traminer Schulleiterin Ulrike Hofer ist absolut inakzeptabel und gehört nach meinem Empfinden disziplinarisch gemaßregelt! Es ist unverantwortlich, den Geschichtsunterricht einer deutschnationalen Militärgruppierung zu überlassen, die die Zugehörigkeit Südtirols zu Italien so gebetsmühlenartig wie wahrheitswidrig als "Unrecht" klassifiziert.

Hat denn der Schützenmajor den Kindern auch erklärt, dass Österreich zusammen mit Deutschland diesen Weltkrieg ohne Not vom Zaun gebrochen hat bzw. viel zu wenig unternommen hat, um diese Katastrophe zu verhindern?

Hat er den Kindern auch erklärt, dass Tirol heute noch eine geeinte Region wäre, wenn man seinerzeit in Wien und Berlin nicht so fanatisch den Krieg gesucht hätte? Dass die Teilung Südtirols also wahrlich kein Unrecht ist, sondern schlicht ein Kriegsergebniss eines zu ganz großen Teilen selbstverantworteten Konfliktes?

Der Schützenmajor wird diesen Teil der Geschichte den Kindern ganz sicherlich wieder verschwiegen haben, so wie man es von den rot-weiß-roten Geschichtsreduzierern ja hinlänglich kennt. Er wird sicher mächtig auf die Tränendrüse gedrückt haben und die Opferrolle herausgekehrt haben.

Es ist wirklich sehr schlimm und eigentlich unerträglich, dass die Schulleiterin Ulrike Hofer historisch so unsensibel und offenbar auch fachlich nicht dazu in der Lage ist, die Gefahr der Indoktrination für ihre Schützlinge zu erkennen.

Dass Hofer den Schützen in ihren Schulen eine Bühne dafür bietet, den Kindern deren einseitiges Weltbild zu offenbaren, disqualifiziert sie in meinen Augen nicht unerheblich für ihre Position als (eigentlich politisch neutrale) Schulleiterin.

Bild des Benutzers Manfred Klotz
Manfred Klotz 17.10.2018, 17:30

So ist es und so war auch mein Verweis auf die geschichtliche Sichtweise von Casapound zu verstehen (dies an die Adresse von MÄDN).

Bild des Benutzers Karl Maier
Karl Maier 17.10.2018, 20:08

Sehr geehrte Herr Dierstein,
ich finde es äußerst befremdlich, dass sie die historisch gewachsene Tradition des Tiroler Schützenwesens nicht anerkennen und sie stattdessen als „deutschnationale Militärgruppierung“ titulieren. Ich glaube nicht, dass sie mit dieser Bemerkung auf das Entstehen der Schützen im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation hinweisen wollen.
„Zugehörigkeit Südtirols zu Italien so gebetsmühlenartig wie wahrheitswidrig als "Unrecht" klassifiziert. „Dieser Satz drückt geschichtliche Unkenntnis aus. Ich glaube sie werden kaum einen Völkerrechtsexperten finden, der nicht dagegenhalten würde. Die Autonomie Südtirols hätte nach Ihrer Darstellung überhaupt keine Berechtigung mehr, da es ja kein Unrecht gibt und man somit auch nichts zu schützen hat. Des Weiteren gehen sie nicht darauf ein, dass Italien den Dreibund verlassen und sich aufgrund des Geheimvertrages von London aus dem Jahre 1915, auf die Seite der Entente geschlagen hat. Somit kann man die Teilung Tirols nicht als naturgegebenes Kriegsergebnis darstellen wie sie es tun.

Sehr geehrte Herr Klotz,
der Vergleich zwischen den Schützen und Casapound hinkt auf allen Ebenen. Auf der Ebene der Menschlichkeit, die Casapound nun einmal nicht besitz während sich die Schützen sogar Informationsabende mit dem Verein Volontarius organisieren. Auf der Ebene der Kultur, bei der Casapound einzig und allein dem Faschismus huldigt während die Schützen sich der Brauchtumspflege verschrieben haben und auf der Ebene der Politik, bei der Casapound sich für ein autoritäres System ausspricht, während die Schützen sich nicht zu einem solchen bekennen.
Wenn sie schon einen Vergleich haben wollen, könnten sie die ANPI nehmen die schon einen Lehrauftrag hat, aber darüber wird in diesem Artikel geschwiegen ebenso wie in den Kommentaren. An die grausamen Verbrechen im Grödnertal nach Kriegsende sei an dieser Stelle erinnert.

Bild des Benutzers Sepp Bacher
Sepp Bacher 17.10.2018, 21:04

Die ANPI (Ital. Partisanvereingung) hat sich durch den Kampf gegen den italienischen Faschismus und das Duce-Regime und nach der Besetzung Italiens gegen den National-Sozialismus und das Hitler-Regime einen Namen gemacht und zur Befreiung und Demokratisierung Italiens beigetragen . Verständlicherweise ist sie eine linksgerichtete und antifaschistische Organisation auch heute noch. Die Schützen haben ja nichts Vergleichbares gegen Faschismus und NSDAP geleistet. Oder?

Bild des Benutzers Harry Dierstein
Harry Dierstein 17.10.2018, 22:18

Sehr geehrter Herr Mair,
es liegt mir völlig fern, die Autonomie Südtirols infrage zu stellen, denn sie hat ihre kulturelle und zivilisatorische Berechtigung und ist sie sinnvoll und erfolgreich.

Woran ich mich aber in der Tat erheblich störe, ist das permanente Stänkern mit der Begrifflichkeit „Unrecht“, da die Verwendung dieser Vokabel Revanche insistiert. Sie insistiert, dass man endlich etwas „gerade rücken“ müsse, dass man endlich „etwas bereinigen“ müsse, dass man eben ein „Unrecht heilen“ müsse, was aber eben so definitiv nicht stimmt. Denn die Teilung Tirols ist in erster Linie das Ergebnis des verlorenen Angriffskrieges (!) von Deutschland und Österreich auf seine Nachbarn.

Es ist auch falsch, dass sie schreiben, Italien wäre aus dem Dreibund „ausgetreten“. Denn das ist es deshalb nicht, weil der Dreibund NICHT für den Fall eines Angriffskrieges galt. Insofern ist Italien keineswegs „ausgetreten“, vielmehr haben sich die beiden anderen Bündnispartner vertragswidrig verhalten.

Bild des Benutzers pérvasion
pérvasion 17.10.2018, 23:02

Am 8. Oktober 2014 stimmten folgende 31 Landtagsabgeordneten für Punkt 1 von Beschlussantrag 6/13, wonach die Abtrennung Südtirols von Österreich ein Unrecht war: Achammer, Amhof, Artioli, Blaas, Deeg, Dello Sbarba, Foppa, Heiss, Hochgruber Kuenzer, Klotz, Knoll, Köllensperger, Leitner, Mair, Mussner, Noggler, Oberhofer, Pöder, Renzler, Schiefer, Schuler, Stirner Brantsch, Stocker M., Stocker S., Theiner, Tinkhauser, Tommasini, Tschurtschenthaler, Widmann, Wurzer, Zimmerhofer.

Dagegen stimmte: Urzì.

Ihre Meinung ist Ihnen natürlich unbenommen. Trotzdem wollte ich Sie informieren, dass Sie in einem Land leben, in dem die Auffassung, dass die Teilung Tirols ein Unrecht war, fast vom gesamten politischen Spektrum geteilt wird.

Bild des Benutzers Harry Dierstein
Harry Dierstein 18.10.2018, 07:17

In der 32. Sitzung vom 08.Oktober 2014 wurden über vier Punkte des Beschlussantrages 6/13 (eingebracht von der Süd-Tiroler Freiheit) abgestimmt. Der erste Punkt war wie folgt formuliert:

"Der Südtiroler Landtag unterstreicht, dass Südtirol gegen den Willen der Bevölkerung vom Vaterland Österreich abgetrennt wurde und bezeichnet die unfreiwillige Angliederung Südtirol an Italien als Unrecht."

Für den ersten Teil den Satz MUSS man zwingend mit "ja" stimmen. Für den zweiten Teil habe ich eine andere Auffasung, die ich weiter oben auch schon detaillierter formuliert habe und ich bleibe dabei: Es ist ein Kriegergebniss und kein Unrecht. Den Krieg anzuzetteln, das war Unrecht!

Bild des Benutzers Stephan H.
Stephan H. 18.10.2018, 07:49

Im Prinzip kann jemand auch behaupten, dass die Erde eine Scheibe ist. Aber muss man dies endlos durchdiskutieren? Es ist wie gesagt weltweit "common sense" und v.a. auch in den Menschenrechtspakten der Vereinten Nationen festgehalten, dass unfreiwillige Annexion ein Unrecht ist.

https://de.wikipedia.org/wiki/Annexion

Bild des Benutzers pérvasion
pérvasion 18.10.2018, 23:20

@Harry Dierstein

Es wurde über den ganzen Satz abgestimmt. (Dass Sie eine andere Auffassung haben, ist mir inzwischen mehr als klar.)

Bild des Benutzers Manfred Klotz
Manfred Klotz 18.10.2018, 08:28

Lieber Herr Mair, Sie müssen sich schon bemühen Texte zu verstehen. Es geht mir nicht um einen Vergleich, bzw. um eine Gleichstellung der Tätigkeit der Schützen und Casapound, sondern um die Art und Weise wie zwei diametral entgegengesetzte Interpretationen geschichtlicher Ereignisse zustande kommen können.

Bild des Benutzers Oliver H. (gesperrt)
Oliver H. (gesperrt) 17.10.2018, 17:30

Ein lächerlich aufgebauschter Skandal. Als ob Viert- und Fünftklässler wählen dürften. Selbst wenn, dort wurden nur historische Wahrheiten kommuniziert. Ist es denn verboten, danach zu fragen wo Galizien liegt? Auch Großonkels von mir sind dort gefallen. Solche Fragen machen jeden jungen Menschen zu Kriegsgegnern, denn warum in Gottes Namen sollen Tiroler in der Ukraine Krieg führen?? Auf so etwas kommen nur kranke Psychopathen.

Die Schützen sind ein Kulturverein, die eben auch die Aufgabe haben, die Erinnerung an solche Prozesse aufrecht zu erhalten. Darin ist nichts Verwerfliches zu sehen.

Bild des Benutzers Stephan H.
Stephan H. 17.10.2018, 17:32

"Dass die Teilung Südtirols also wahrlich kein Unrecht ist"

Nur italienische Nationalisten, Fanatiker oder vielleicht italienische Geheimdienstmitarbeiter würden wohl aus heutiger Sicht die Teilung Tirols (nicht Südtirols) nicht als Unrecht beschreiben und es versuchen irgendwie umzudeuten. Wenn in einem bestimmten Gebiet wie Südtirol gegen den Willen des Großteils der Bevölkerung eine Grenze willkürlich gezogen wird, ist das heutzutage common sense dass es sich um ein Unrecht handelt. Egal ob es sich dabei um Österreicher, Italiener oder Afrikaner handelt, das ist einfach common sense, ok?

Bild des Benutzers Harry Dierstein
Harry Dierstein 17.10.2018, 19:58

Nein, nicht ok! Es ist allenfalls "common sense", dass es ein großes Unrecht war, diesen Krieg zu beginnen bzw. nicht zu verhindern. Hätte es keinen Krieg gegeben, wäre Tirol auch nicht geteilt worden.

Das ist die Kausalität und sie sollten Ursache und Wirkung einfach besser auseinanderhalten. Deutschland und Österreich (mit Südtirol) waren keine Opfer im 1. Weltkrieg, sondern Täter. Nachzulesen u. a. bei Fritz Fischer (bis heute nicht wiederlegt), Wolfram Wette, Hannes Obermair und sicherlich noch zahlreichen anderen namhaften Historikern.

Bild des Benutzers Harry Dierstein
Harry Dierstein 17.10.2018, 20:05

*widerlegt (Entschuldigung)

Bild des Benutzers Stephan H.
Stephan H. 17.10.2018, 22:02

Das stimmt so nicht. Unabhängig wer den Krieg begonnen hat und was für mannigfaltige Ursachen es alles gab: eine ANNEXION ist und bleibt politisch, rechtlich und moralisch gesehen ein Unrecht, das hat grundsätzlich nichts mit einer Opferrolle zu tun. Und ja, das ist "common sense" in der gesamten Politik und in den Vereinten Nationen, weshalb also diese Diskussion?

https://de.wikipedia.org/wiki/Annexion

Bild des Benutzers Hartmuth Staffler
Hartmuth Staffler 18.10.2018, 22:56

Herr Dierstein, sie sollten endlich einmal akzeptieren (vielleicht nachdem sie sich ein Geschichtsbuch zu Gemüte geführt haben), dass nicht Österreich den Krieg gegen Italien begonnen hat, sondern dass es genau umgekehrt war. Italien hat 1915 einen imperialistischen Angriffskrieg gegen Österreich und damit gegen Tirol begonnen (so wie 1911 gegen die Türkei und wie vorher mehrmals gegen Abessinien), mit dem einzigen Zweck der Gebietseroberung.

Bild des Benutzers Harry Dierstein
Harry Dierstein 19.10.2018, 06:30

Herr Staffler, ich danke Ihnen sehr für diesen Beitrag, den ich wirklich für sehr wichtig halte, weil sich damit zweifelsfrei beweisen lässt, wie falsch es ist, Geschichtsreduzierer wie sie in die Schulen zu lassen.

Ich hoffe doch sehr, dass die Schulleiterin Ulrike Hofer hier mitliest und spätestens nach der Lektüre ihres Kommentare ihren Fehler einsieht.

Bild des Benutzers A M
A M 19.10.2018, 12:50

Herr Dierstein,

es ist meiner Meinung nach immer ein Unrecht einen Krieg zu beginnen anstatt eine diplomatisch friedliche Lösung zu suchen. Dies hat Österreich getan und dies hat auch Italien getan (sie können in jedem Geschichtsbuch nachlesen dass Italien am 23. Mai 2015 Italien Österreich-Ungarn den Krieg erklärte und damit seine neutrale Haltung aufgab, nachdem es sich vorher von England und Frankreich Landgewinne wie Südtirol, Libyen, Teile Jugoslawiens etc. vertraglich zusichern lies). Es gab auf beiden Seite leider viel zu viele Tote die meiner Meinung nach auf beiden Seiten selbst verschuldet sind.

Es ist meiner Meinung nach auch ein Unrecht, ein Land wie Südtirol zu errobern und dann darauf zu bestehen dass dies rechtmässig ist. Zudem Siegesdenkmäler zu errichten mit faschistischen Symbolen - diese bis heute bestehen zu lassen - in denen proklamiert wird dass Kultur gebracht wurde und ganz nebenbei auch die Umbenennung von Siegesplatz zu Friedensplatz auch in der heutigen Zeit noch abzulehnen.

Die Schützen sind ein historischer Verein und in den Fragen die aus diesem Quizz in dem Artikel abgebildet sind, kann ich nichts Falsches oder Verwerfliches finden. Es sind historische Fakten und ich finde gut dass diese auch von den Schützen in den Schulen gelehrt werden, da - wie es sich hier durch ihre Aussagen zeigt - eindeutiger Aufklärungsbedarf besteht. Ich möchte Frau Ulrike Hofer, falls sie mitliest, deshalb sehr herzlich danken dass sie zu dieser Aufklärung geschichtlich fehlgerückten Meinungen beiträgt und weitere Direktoren im Lande ermutigen dies ebenfalls zu tun.

Bild des Benutzers Harry Dierstein
Harry Dierstein 19.10.2018, 17:29

=> A M, im Quiz sind sehr wohl Fehler und auch absichtliche Verfälschungen enthalten! Dass beim Kreuzworträtsel der Name eines Geschützes falsch abgefragt wird, damit könnte man ja noch leben, denn dies ist belanglos und vernachlässigbar.

Dass aber in Frage 2.1 vom "vertragsbrüchigen Italien" schwadroniert wird, ist ganz klar eine Geschichtsverfälschung, denn der Dreibund galt nicht für einen Angriffskrieg.

Insofern bleibe ich bei meiner Forderung, dass parteiische Geschichtsverfälscher bzw. Geschichtsreduzierer aus dem nationalistischen Lager (bei denen der Erste Weltkrieg ja oft überhaupt erst am 23.05.1915 beginnt) in der Schule absolut nichts verloren haben. (Es sei denn, ein geschulter und seriöser Historiker begleitet die Veranstaltung und korrigiert bzw. ergänzt die Indoktrinationsversuche der Schützen, damit diese hoffentlich irgendwann auch mal dazulernen.)

Bild des Benutzers A M
A M 20.10.2018, 07:39

Ich habe mir das das gesamte Quizz nochmal online durchgeschaut und ich finde keine Frage über ein vertragsbrüchiges Italien. Kannst du die Frage auf die du dich beziehst mit Antwortsmöglichkeiten hier posten, dann können wir über Fakten reden.

Noch zu Italien und dem Dreibund: Italien hatte sich vertraglich verpflichtet Habsburg zu helfen wenn es von Dritten angegriffen wird, erklärt dann aber den Krieg und greift selbst an. Nenne dieses Verhalten wie du willst, korrekt ist es mit Sicherheit nicht.

Auch hat sich Italien im ersten Weltkrieg prostituiert und hat dem geholfen der mehr anbot. England und Frankreich taten sich dabei nicht schwer da sie grossteils Staatsgebiete ihres Gegners Habsburg an Italien versprachen. Hätte Habsburg das Gleiche getan, hätte es Italien ganz Frankreich und England bei positiven Kriegsausgang zusichern können (was sie nicht taten, da sie kein Recht dazu besassen, genauso wie Frankreich und England kein Recht hatten ein zur damaligen Zeit über 90% deutschsprachiges Staatsgebiet ihres Gegners Habsburg, Italien vertraglich zuzusichern).

Die einzig korrekte Haltung Italien wäre die Neutralität gewesen. Italien hat sich, spekulierend auf Gewinne, bewusst für den Krieg entschieden. Wie gesagt, alle deshalb reaultierenden viel zu vielen Toten sind deshalb auch selbst verschuldet und die Einnehmung Südtirols die auf einen Vertrag beruhte der gar nie hätte geschlossen werden dürfen da England und Frankreich kein Recht hatten Staatsgebiete Dritter zu verschärbeln, bleibt ein Unrecht.

Bild des Benutzers Harry Dierstein
Harry Dierstein 20.10.2018, 08:32

A M, mir ist unsere Geschichte ab den 1880ern bestens bekannt, aber ich danke Ihnen trotzdem für die Erläuterung. Das Quiz, das in den Schulen verteilt wurde, findet sich im Ergänzungsartikel "Falsches Quiz", den Christopf Franceschini noch am gleichen Tag veröffentlicht hat.
https://www.salto.bz/de/article/17102018/falsches-quiz

Auch in dieser Quiz-Fassung findet sich natürlich überhaupt nichts über den deutschen und österreichischen Nationialismus und Militarismus. Es findet sich keine einzige Frage zu dem Themenkomplex, dass das deutsche Kaiserreich den Krieg mit aller Macht gewollt hat und nur auf den richtigen Zeitpunkt gewartet hat, um zuzuschlagen.

Es findet sich keine Frage dazu, was wir denn aus dieser Urkatastrophe des 19. Jahrhunderts lernen können, was wir denn besser machen können als unsere Vorväter, um solch ein Unglück künftig zu verhindern? Stattdessen werden ausschließlich antiitalienische Ressentiments geschürt und versucht, Österreich als ein einziges Opfer darzustellen.

Hiermit wird der Humus für künftige Streitigkeiten und Großkonflikte ausgebracht und ich wehre mich mit aller Macht dagegen, dass man den Kindern diese Halbwahrheiten bzw. Unrichtigkeiten von Seiten der Schützen und auch des Südtiroler Heimatbundes auftischt, um sie gegen eine andere Sprachgruppe aufzuhetzen.

Und abschließnd noch einmal meine persönliche Kernthese zum Thema:

Hätten Deutschland und Österreich-Ungarn im August 1914 - übrigens völlig ohne Not - den Ersten Weltkrieg nicht begonnen, dann wäre Italien im Mai 1915 und die USA im April 1917 auch nicht in diesen Konflikt eingetreten und Tirol wäre heute (aller Wahrscheinlichkeit nach) immer noch eine vereinte Region!

Bild des Benutzers A M
A M 21.10.2018, 09:16

Danke für Ihre Ausführungen. Ich denke keiner bestreitet welch grobes Vergehen Österreich begangen hat um wissentlich und willentlich den 1.Weltkrieg zu beginnen. Ich bin mir sicher auch Österreich und der Schützenbund sind sich dessen vollkommen bewusst und wer glaubt Österreich hat für dieses schwere Vergehen nicht bitter bezahlt, der schaue sich die Umrisse des Landes vor dem 1. Weltkrieg Vs. Heute an.

Sie schreiben Österreich wird als Opfer dargestellt, ich denke in der Südtirol-Frage war dies leider so. Auch Italien hat grobe Fehler gemacht, sowohl im 1. Weltkrieg (ich gebe ihnen vollkommen Recht Italien hat meiner Meinung nach keinen Vertragsbruch, jedoch einen schweren Vertrauensbruch und auch höchst inkorrektes Verhalten an den Tag gelegt) sowohl auch im 2. Weltkrieg (Faschismus, Mussolini, Italianisierung im Vorfeld etc.). In der Südtirol -Frage wurde Italien dafür auch noch belohnt und lediglich mit der Autonomieauflage "belastet" die ohne dem Einschreiten einiger Weniger die dafür meist ihr Leben liessen und damals internationale Aufmerksamkeit erregten, wohl bis heute noch nicht umgesetzt wäre.

Ja Österreich hat grobe Fehler gemacht und wurde dafür bitter bestraft. Italien hat auch grobe Fehler gemacht ist in der Südtirol-Frage aber sehr gut weggekommen
Ich denke auf dieses Ungleichgewicht versucht der Schützenbund hinzuweisen.

Bild des Benutzers Hartmuth Staffler
Hartmuth Staffler 19.10.2018, 13:36

Wenn ich sie richtig verstehe, Herr Dierstein, dann empfinden sie zwar einen Angriffskrieg (Italien hat nur solche geführt) als Unrecht, aber der Angreifer erwirbt sich durch dieses Unrecht das Recht, die Früchte seines Angriffes zu genießen. Demnach wäre zwar ein Banküberfall ein Unrecht, aber der Bankräuber dürfte natürlich das Geld behalten. Ihr Ansicht sei ihnen persönlich unbenommen, für den Schulunterricht würde ich mit aber doch andere moralische Maßstäbe erwarten.

Bild des Benutzers Harry Dierstein
Harry Dierstein 19.10.2018, 17:00

Nein, Herr Staffler. Sie drehen mir das Wort im Munde um und wollen bzw. können mich wahrscheinlich auch nicht mehr verstehen.

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