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Identitätssuche: Südtirol 1919-2019

100 Jahre nachdem Südtirol Italien zugesprochen wurde, gilt es als Modell für eine funktionierende Autonomie. Doch wie steht es mit dem Zusammenleben der Sprachgruppen?
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Kommentare

Bild des Benutzers Karl Trojer
Karl Trojer 10.08.2019, 10:56

Südtirols IDENTITÄT ergibt sich heute, mehrr den je, aus der Vielgestalt an Landschaften, Dialekten, Sprachen, Ethnien, Traditionen. Diese friedfertige Vielgestalt, durch gegenseitigen Respekt ermöglicht und wertgeschätzt, kann heute Südtirols primäre IDENTITÄT sein.

Bild des Benutzers Karl Egger
Karl Egger 11.08.2019, 10:36

Im Spiegel ist vor Kurzem ein Artikel zu diesem Thema erschienen; die wesentlichen Punkte waren folgende:
- Der „Konflikt“ zwischen deutsch- und italienischsprachiger Bevölkerung ist nicht gelöst, sondern nur eingefroren, wird aber jedesmal wieder zum Vorschein kommen wenn in Italien die Wirtschaft abschmiert
- Realistischerweise muss man von einem friedlichen Nebeneinander- (statt Zusammen-)leben sprechen
- Dieser „Frieden“ (bzw. die Tatsache dass viele Südtiroler mit dem Status Quo leben können) wurde durch den Wohlstand erkauft

...ich finde das fasst die Lage ganz gut zusammen... und wer schon mal (so wie ich) im „richtigen“ Italien gelebt hat, der weiß auch dass die Italiener zwar herzliche Menschen sind, wenn man ihnen aber erklärt, dass man sich als Südtiroler nicht wirklich als Italiener fühlt, dann erntet man Herablassung und Unverständnis, und zwar über Alters- und Parteigrenzen hinweg! In dieser Hinsicht sind die Italiener geeint (zumindest die wenigen Italiener, die überhaupt wissen dass es in Italien eine deutschsprachige Minderheit gibt): man habe sich gefälligst als Italiener zu fühlen und die Südtiroler Autonomie wäre lieber heute als morgen abzuschaffen... Ich habe mit dem Thema Identität seither gehadert; bevor ich die Südtiroler Blase verlassen hatte, konnte ich auch relativ gut damit Leben (auf dem Papier) Italiener zu sein.

Bild des Benutzers Karl Trojer
Karl Trojer 12.08.2019, 09:28

Nichts ist vollkommen... Wenn man auf die Ebene der konkreten Arbeitswelt heruntersteigt, wird man schnell fündig : Da gibt es problemlose Zusammerabeit, gegenseitigen Respekt und ein gelingendes Miteinander. Das Thema "qui siamo in Italia" ist im konkreten Zusammenleben, nach meiner Erfahrung, kein Thema mehr; die meisten, hier lebenden BürgerInnen italienischer Muttersprache schätzen die Südtirol-Autonomie, und viele wandern sonntags genüßlich, mit einem "Sarner", durchs Gebirge...

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Sepp Bacher 12.08.2019, 09:42

Da hast du wohl noch nie in den mehrheitlich italienischen Vierteln Bozen gelebt und gearbeitet, Karl!

Bild des Benutzers Karl Egger
Karl Egger 12.08.2019, 13:54

In der Hinsicht habe ich leider auch schon (neben positiven) gegenteilige Erfahrungen gemacht... Aber solange man sich sprachlich angepasst hat (d.h. jederzeit italienisch sprechen, nicht nur mit italienischsprachigen Arbeitskollegen, sondern auch in deren Gegenwart) und das „siamo in Italia“ niemals in Frage gestellt hat, gab es keine Probleme...

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