Ivo Muser
Diözese Bozen-Brixen
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Begräbniskultur

“Das ist nicht christlich”

Die Kirche sei nicht gegen die Feuerbestattung, sehr wohl aber gegen “das anonyme Verstreuen der Asche”, sagt Bischof Ivo Muser.
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Kommentare

Bild des Benutzers Hans Hanser
Hans Hanser 04.11.2019, 10:35

Da stellt sich die Frage, ob man im 21. Jhd. über den Umgang mit einem verstorbenen Familienangehörigen nicht selbst entscheiden darf. Darf die Kirche hier eigentlich Vorschriften machen...?

Bild des Benutzers Maximi Richard
Maximi Richard 04.11.2019, 13:14

Die Kirche darf nur Vorschriften für die frommen Kirchgänger machen (nicht einmal 20 % der Bevölkerung). Die anderen, d.h. Taufschein-Christen, Atheisten, Agnostiker und so weiter sollen weiterhin machen was sie wollen.

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Der Guny 05.11.2019, 17:35

Die Kirche mischt sich schon nach der Geburt in das Leben jedes katholisch denkenden Menschen ein.

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gorgias 05.11.2019, 23:22

Auch vor der Geburt. Oder darf man jetzt selbst entscheiden ob Abtreibung OK ist?

Bild des Benutzers Sepp Bacher
Sepp Bacher 04.11.2019, 10:52

Da gebe ich dem Bischof grundsätzlich recht. Denn jeder Verstorbene ist - die eine mehr, der andere weniger - eine soziale Person. Wenn die Asche zerstreut oder zu Hause aufbewahrt wird, entzieht man diese verstorbene Person der sozialen Erinnerung, denn nicht nur die engsten Verwandten gedenken der verstorbenen, sondern auch Freunde und Bekannte, welche sie auf dem Grab besuchen können wollen!

Bild des Benutzers Hans Hanser
Hans Hanser 04.11.2019, 14:44

@Bacher, auf ein Wort. Dass jedes Individuum eine soziale Person ist, dürfte allen klar sein. Der sozialen Person steht es jedoch frei, gläubig (an welchen Gott auch immer) oder nicht zu sein, dieses Recht ist Teil des humanistischen Weltbilds und auch so in den Rechtsstaaten verankert.
Wie können Sie allen Ernstes behaupten, dass jeder - unabhängig seines Glaubens - somit dem von der katholischen Kirche/dem Bischof gewünschten Ritual folgen müsste. Ihrem Gedankengang zufolge müsste dieses "gewollte Recht" auch auf die Familienmitglieder ausgedehnt werden.
Ich glaube, Sie leben mehr im Mittelalter als im Heute! Ich kann mir auch kaum vorstellen, dass Ihre altertümlichen Vorstellungen mit den heutigen Gesetzen kompatibel sind, gerade vor ein paar Tagen habe ich einen (tollen) Dokumentarfilm über einen Verstorbenen gesehen, dessen Wunsch es war, dass seine Asche in Anwesenheit eines Eisbären im Polarmeer verstreut werde. Und seine guten Freunde haben ihm diesen verdammten Wunsch erfüllt! Fand ich überragend!
Bitte überdenken Sie Ihr Weltbild und schlagen Sie mal das Grundgesetz und den Kalender gleichzeitig auf. Wie Kommentator Michl angemerkt hat, wir leben im Jahr 2019!

Bild des Benutzers Sepp Bacher
Sepp Bacher 05.11.2019, 21:56

Also Herr Hanser, ich gebe dem Bischof recht, wenn er gegen das verstreuen ist, was zur Folge hat, dass es für diese Person kein Grabmal - und sei es auch ein noch so kleines - geben wird. Freunde, Arbeitskollegen und andere Bezugspersonen, z. B. Pfleger, freiwillige Betreuer, haben dann keinen Ort des Gedenkens mehr! Ich spreche also von keinem Ritual, das zu befolgen wäre. Anders ist es, wenn die betroffene Person es ausdrücklich anders wünscht!
Im Übrigen bin ich der Meinung, dass es in Landgemeinden, wo es eine rigide Friedhofsordnung gibt, der Zwang aufgehoben werden soll, dass jeder ein schmiedeisernes Kreuz aufstellen muss. Ich finde das schon für Christen eine Zumutung, geschweige dem für zwar getaufte aber nicht mehr praktizierende oder sich von der Kirche abgewandte Menschen.
Und noch was Herr Hanser, vergessen Sie Ihre Vorurteile gegen mich, lesen sie genauer oder fragen Sie nach, bevor Sie solche Sätze verzapfen!

Bild des Benutzers Hartmuth Staffler
Hartmuth Staffler 05.11.2019, 23:41

Aus Gründen der Ortsbildpflege und des Ensembleschutzes sind Friedhofsordnungen mit Vorschriften für die Grabgestaltung durchaus sinnvoll. Es genügt aber, Material sowie maximale Maße anzugeben. Ob dann mit dem vorgegebenen Material ein Kreuz, eine Todesrune, ein Halbmond oder sonst irgend ein religiöses oder auch nicht religiöses Zeichen gestaltet wird, sollte den jeweiligen Hinterbliebenen überlassen bleiben bzw. dem Verblichenen, sofern er zu Lebzeiten einen Wunsch geäußert hat.

Bild des Benutzers Michl T.
Michl T. 04.11.2019, 14:06

was ich mit meinem Körper anstellen lasse nachdem ich hin bin oder was mit dem Körper meiner Angehörigen passiert, geht den Bischof herzlich wenig an, ich misch mich bei ihm auch nicht ein.
Er hat die Freiheit seinen folgsamen Schafen und Ochsen (warum heißt es sonst Hirtenbrief?) Empfehlungen zu geben, aber jeder hat die Freiheit, das auch gepflegt zu ignorieren.

"Sehr geehrter Herr Bischof, ich kann Ihren Hirtenbrief hier leider nicht empfangen!"
"Warum, wo befinden Sie sich denn?"
"im aufgeklärten 2019."

Bild des Benutzers gorgias
gorgias 05.11.2019, 23:26

Dass der Bischof klärende Worte spricht, was zur christlichen Bestattungskultur gehört, braucht Sie doch nicht so aufzuregen. Man kann das mit weit weniger Aufwand ignorieren.

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