Gefällte Linde in Meran
Heimatschutzverein Meran
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Meran

Gefährliche Bäume

In Meran wurden weitere zehn Linden gefällt. “Die Bäume waren krank und stellten ein Risiko dar”, betonen Bürgermeister und Stadtgärtnerei nach Protesten.
Von
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Lisa Maria Gasser28.01.2020
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Kommentare

Die durchgeschnittenen Baumstämme auf den Fotos weisen jedoch keine kranken Stellen auf. Das Holz der Baumscheiben ist gesund und die Bäume waren auch nicht recht alt.
"Jedes Jahr bildete sich, trotz regelmäßiger Rückschnitte, neues Totholz, leider auch mit vielen Starkästen" Bildete sich vielleicht Totholz in den Starkästen wegen der regelmäßigen radikalen Rückschnitte?
Unübersehbar in den Fotos ist, dass die Bäume regelrecht einasphaltiert wurden. Der Anblick von derartig einasphaltierten Bäumen ist alles andere als schön und für die Gesundeit der Bäume nicht förderlich.
Kein Baum- kein Schatten, steht auf einer Baumscheibe. In urbanen Räumen kommt es zu einem stärkeren Temperaturanstieg infolge des Klimawandels als im Umland und Bäume spielen für das Lokalklima und das Stadtklima eine wichtige Rolle. Die Zahl der Hitzetoten wird durch den Klimawandel zunehmen.
Bis neue Bäume eine große Baumkrone mit genügend Schatten ausbilden, braucht es aber sehr viel Zeit. Der Klimawandel und die Hitzetoten sollten in Überlegungen zu Holzfällaktionen in Städten stärker berücksichtigt werden.

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elisabeth garber 28.01.2020, 17:59

Ja wenn *das* ein grüner Bürgermeister nicht zu verhindern weiß, dann ist alles zu spät . In der alternativen TZ wird alles mit 'kranken Bäumen' gerechtfertigt und mit dem Risikofaktor Wirbelsturm und eventuellen Unfällen. Ja, dann müsste man in der Stadt präventiv wohl alles fällen, was grün, groß und nicht aus Beton, Plastik oder Stahl ist. Es ist auch so, dass 'kranke' Bäume noch bis zu 40 Jahren leben können...also was soll das?!
Die Kritik und Argumentation, die man zum Fällen der prächtigen Linden so liest...ist "gelinde" gesagt eine Zumutung.

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Michi Hitthaler 28.01.2020, 20:57

Hast du den Artikel gelesen? Da steht, dass die Bäume in der Krone morsch waren. Einfache Frage: würdest du die Verantwortung übernehmen, wenn (wie schon im Sommer) ein Kind fast von einem Ast erschlagen wird? Ja, auch mir blutet auch das Herz bei dem Anblick, aber das ist eben der Kreis des Lebens.

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elisabeth garber 28.01.2020, 22:14

Nein, würde ich nicht (die Verantwortung übernehmen) - aber vielleicht ginge ordentlich zruggschneiden auch?!

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Michael Bockhorni 30.01.2020, 16:11

Die Stadtgärtnerei gewährt interessierten BürgerInnen jederzeit Zugriff zu den Daten des Baumkatasters. Zu jedem gefällten Baum gibt es ein Datenblatt mit der Aufschlüsselung der Schadsymptome. 2019 wurde auch begonnen, der Bürgerschaft die Möglichkeit zu geben, bei den Kontrollgängen der TechnikerInnen mitzugehen und vor Ort die verschiedenen Schadsymptome der Stadtbäume, an noch stehenden Bäumen, zu beobachten. Diese Aktion wird auch 2020 weitergeführt werden. Infos zu den Terminen gibt es bei der Stadtgärtnerei und er Gemeinde Meran

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Heinrich Tischler 30.01.2020, 18:02

"Ja, dann müsste man in der Stadt präventiv wohl alles fällen, was grün, groß und nicht aus Beton, Plastik oder Stahl ist. " zu ihrem Zitat:
Das macht aber die Stadtgärtnerei nicht, weil sie sehr besonnen abwägt, wo eine Baumfällung nötig ist und wo nicht. Das sind Fachleute wie z.B. ein Chirurg, da werden Sie wohl auch nicht dreinreden, was er wegschneiden soll oder nicht.

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elisabeth garber 30.01.2020, 18:48

@ HEINRICH TISCHLER Gottseidank gibt es keine bezahlte Stadtchirurgen, die besonnen abwägen, wem sie was wegschneiden.

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Peter Gasser 30.01.2020, 19:33

... so gern dies auch mancher machen würde :-)))

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elisabeth garber 30.01.2020, 21:04

- eben deswegen meine Retourkutsche an Heinrich...

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Heinrich Tischler 31.01.2020, 15:00

naja, eigentlich sollte ich nicht darauf antworten, aber ihr Argument ist wirklich sonderlich:
ich hätte da keine Bedenken gegenüber bezahlten Stadtgärtnern, die bekommen ihr Geld, ob gefällt wird oder nicht, sind also neutral und auf korrektes Handeln aus. Meinen Informationen nach sind die Chirurgen in den öffentlichen Krankenhäusern auch bezahlt und schneiden nach bestem Wissen und Gewissen.

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elisabeth garber 31.01.2020, 18:56

Sehen Sie, und ich fand ihren Vergleich mit dem Gärtner-Chirurgen auch so sonderlich und hätte auch nicht antworten sollen. Aber dann überkam mich diese albtraumhafte Phantasie und ich konnte der Lust an der Ironie nicht widerstehen! Bin übrigens überzeugt,dass da geschnitten wird, was die Politik befiehlt. Es wird ja auch gebaut, was die Politik erlaubt und nicht wie es eventuell das Denkmalamt oder andere Ämter und Vereine für Erhaltung & Nachhaltigkeit (umsonst) empfehlen...

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Heinrich Tischler 31.01.2020, 19:34

"Bin übrigens überzeugt,dass da geschnitten wird, was die Politik befiehlt. "

Warum sind Sie so überzeugt? Ich kann Ihnen als Gemeinderat, der wöchentlich den Bürgermeister sieht, versichern, dass es sich in diesem Fall anders verhält. Die Fachfrauen, Frau Dr. Anni Schwarz und Frau Dr. Lidia Martellato, sind zuständig für die Bewertung des Zustandes der Bäume, nicht die "Politik".
Als Liste Rösch/Grüne wären wir ja blöd, jetzt vor den Wahlen solche Entscheidungen zu treffen, aber wenn sie laut Experten notwendig sind, stehen wir dazu. Die Opposition und die selbst ernannten Experten aber wollen das wohl ausschlachten.

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elisabeth garber 31.01.2020, 20:58

Gut, Ihr Wort in Gottes Ohr - Sie werden mich trotzdem nicht überzeugen. Bin übrigens parteilos und fühle mich nicht als Baum-Expertin.

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Lisa Maria Gasser 28.01.2020, 19:28

Auf Hinweis der Gemeinde Meran ist der Artikel um die Fotos besagter Linden vor ihrer Fällung ergänzt worden, anhand derer, so heißt es aus der Gemeinde "auch ein Laie sieht, dass diese Bäume nicht mehr normal wachsen".

Nachdem neue Fotos hinzugefügt wurden, könnte vielleicht ein Laie glauben, dass die Fotos von den durchgeschnittenen Baumstümpfen oben und die zerfledderten Bäume unten nicht diesselben Bäume sind, da die Baumstümpfe in einer Strasse mit Häusern stehen und im Bild unten keine Häuser zu sehen sind (die zerfledderten Linden sind krank- welche Krankheit sie haben und warum, wird von der Gemeinde leider nicht erklärt).
Bäume sind generell viel weniger gefährlich als Autos, auf die müssen Fußgänger, Radfahrer, Wildtiere usw. immer achten, sonst werden sie überfahren.

Bild des Benutzers Michael Bockhorni
Michael Bockhorni 30.01.2020, 16:06

die Fotos mit dem Baumstümpfen sind beim Parkplatz (links Cafe Villa Bux) gemacht, deswegen keine Häuser (auf Google streetview sieht man sogar die markante Fassade des Hauses am Hang beim Foto mit den zerfledderten Baumkronen)

Danke für die Ortsangabe, man sieht tatsächlich, dass die Bäume krank sind (Vielleicht ist es https://www.arbofux.de/stigmina-triebsterben-an-linde.html).
Winterlinden kränkeln in der Stadt, sie mögen keine zu trockenen Böden- wachsen in eher feuchten Wäldern und schattigen Lagen (Schluchten z.B). Bewässerung würde denen nicht schaden.

Die Gemeinde Meran hat eine Tafel vor einem Wald aufgestellt, dort steht: Naturbelassene Zone, betreten auf eigene Gefahr. Weil das Schild einmalig ist, bekam es einen Platz, ganz unten: http://biodiversitaet.bz.it/waelder/
Der Wald ist aber nicht gefährlich, alle die rein gingen kamen auch wieder raus.

Bild des Benutzers Toni Ladurner
Toni Ladurner 31.01.2020, 19:48

Es ist eigentlich positiv, dass die Fällung von Bäumen beklagt wird. Ich denke, dass auch die Stadtgärtnerei lieber länger zuwarten möchte, bevor sie einen alten Baum durch einen neuen ersetzt (und in Meran wird für jeden gefällten Baum ein neuer gepflanzt und der bekommt mehr Luft zum Atmen, wird nicht so wie früher mit Asfalt erstickt). Aber leider nimmt halt auch bei uns die Lust zu klagen oder einen Schuldigen zu suchen, wenn etwas passiert, immer mehr zu. So ist das Schild am Eingang des naturbelassenen Waldes zu verstehen: Klagt nicht die Gemeinde an, wenn euch ein Ast auf den Kopf fallen sollte.
Wir brauchen die Bäume, um die Auswirkungen des Klimawandels zu minimieren. Aber leider leiden auch die Bäume unter dem Klimawandel und werden früher krank. In einer solchen Situation ist also professionelle Kommunikation von seiten der Verwaltung und die Bereitschaft zur Aufnahme von Informationen durch die Bevölkerung notwendig.

Der Klimawandel ist sicherlich ein großer Stressfaktor für die Stadtbäume. Marc Zebisch war so freundlich und hat Anregungen von der "Gesellschaft für Biodiversität" der Gemeinde Meran zukommen lassen, heimische Baumarten wie Zürgelbäume sollten verstärkt gepflanzt werden.
Am Sportplatz in Sinich wurden vor einigen Jahren gesunde Pappeln, die etwas schief wuchsen, gefällt. Solche Dinge passieren freilich überall, Bozen, Meran, Brixen, Bruneck und anderswo.

Bild des Benutzers elisabeth garber
elisabeth garber 01.02.2020, 11:18

Am besten man geht in den Wald, um vorliegenden Thread halbwegs zu verdauen.

Bild des Benutzers Peter Gasser
Peter Gasser 01.02.2020, 11:20

genau das ist jetzt angesagt, Montiggler-Wald.

Bild des Benutzers Johannes Ortner
Johannes Ortner 01.02.2020, 17:46

Die Aufnahme der Lindenstümpfe habe ich im September 2016 zwischen Laurinstraße und Schulzentrum, also in Gratsch, gemacht. Die zehn gefällten Linden, welche kürzlich Polemiken verursachten, standen am K.-Wolf-Parkplatz ganz nahe am Stadtzentrum (Vinschger Tor).

Von den früher 358 Linden sind nun ca. 60 Jungbäume. Der Austausch nicht mehr besonders vitaler Exemplare wird weitergehen. Größerer Anlass zur Sorge bereitet das schleichende Verschwinden des privaten Grüns im Villenviertel von Unter- und Obermais. Wegen der Erhöhung der Kubatur im neuen Raumordnungsgesetz (auf 1,5 m3/m2) erfährt diese Privatgarten-Landschaft eine große Verdichtung: wenig qualitätsvolle Architektur geht mit Fällung der Großbäume (Zedern, Mammutbäume) einher. Der Druck auf das Villenviertel ist enorm. Diese Bäume werden aufgrund der hochgradigen Bodenversiegelung gar nicht erst nachgepflanzt.

Bild des Benutzers elisabeth garber
elisabeth garber 01.02.2020, 19:48

Als ich heut' so durch den Mischwald spazierte, sah ich allerhand entwurzelte Bäume, auch quer übern Weg - war auch nur ein Spazierweg... da könnte also niemand erschlagen werden - die Stämme waren ganz schön morsch - sicher nur eine Dilettanten-Beobachtung mit entsprechenden Gedanken. Kaum in Wald und Natur erbaut...holt mich der Kommentar von Johannes Ortner zurück, in die Gefilde von "Gefährliche Bäume". Wie passend dazu dann noch mein Fund im Netz:
"Unsere Gier und unsere Dummheit haben sicher nicht nachgelassen. Vor sechs Jahren habe ich schon einmal vor Umweltverschmutzung und Überbevölkerung gewarnt. Seitdem ist es noch schlimmer geworden.“

https://www.businessinsider.de/wissenschaft/stephen-hawking-warnte-vor-d...

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