Die Gesellschaft vor der Probe: Wie bewältigen wir Krisen?
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Coronavirus

Was wirklich beunruhigt

Nicht um das Virus, sondern um die sozialen Folgen von Corona sollten wir uns sorgen. Eine Gesellschaftsanalyse in vier Phasen.
Von
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Julia Tappeiner11.03.2020
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Kommentare

Bild des Benutzers Pasqualino Imbemba
Pasqualino Imbemba 12.03.2020, 03:57

Mich beschäftigt die Frage, warum es ausgerechnet in Italien so viele infizierte Menschen gibt im Vergleich zu anderen (EU-)Ländern. Ein krasser Unterschied! Der Spiegel geht dem nach (https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/coronavirus-warum-gibt-es-in...) und ja, es macht Sinn: die älteste Bevölkerung Europas ist sicherlich ein wichtiges Datum. Im Kontext einer Gesellschaft, die es als soziale Struktur nicht gibt, d.h. der Begriff "Gesellschaft" beschreibt für mich im italienischen Kontext die Summe der Bevölkerung und gewisse Muster (wie beispielsweise alte, männliche Managementstrukturen und eine unterdurchschnittliche Kompetenz), liegen da noch weitere Fehler: Patient Eins wurde "übersehen", und das obwohl wir einen EU-Standard haben (sollten), obwohl wir sicherlich mindestens genauso viel Krisenmanagement-Strukturen aufweisen können, wie anderswo. Kurzum: Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß "die Politik der Opportunität" die diese Gesellschaft fährt und die auch in Südtirol längst "angekommen" ist, sich wie ein feiner roter Abrissfaden durch die Säulen der res publica fährt. Hier und da passieren "kleinere" Unfälle, und manchmal eben große. Die Fatalität ist dann proportional zu dieser Politik, es braucht nur die "falsche" Verkettung der Ereignisse.
Und ja doch: Der Staat hat eine soziale Funktion, sollte sie haben, gegenüber denjenigen die Unterstützung brauchen, insbesondere Kinder und Senioren.

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Peter Gasser 15.03.2020, 11:52

es war auch "Pech":
Für China sind die oberitalienischen Städte begehrte Reiseziele.
Ich habe gelesen, dass im November und Dezember in China vielfach günstige Pauschalreisen nach Oberitalien angeboten worden sind, auch in der Provinz Hubei, und dass daher grad besonders viele chinesische Touristen nach Oberitalien gekommen waren. Es war eben der "falsche Zeitpunkt", und damit eben auch "Pech" im Spiel.
Zudem traf es Italien als erstes Land in Europa, und daher eher unvorbereitet; alle anderen kopieren jetzt die italienischen Maßnahmen, da Italien das Beispiel ist, was geschieht, wenn man eher unvorbereitet ist.
2 Mal Pech, eben auch.

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Martin Daniel 13.03.2020, 21:51

In Unterschied zur aktuellen Pandemie fehlt der Klimakrise laut Verhaltensforschern die akute Bedrohung, um Menschen zum Handeln zu zwingen. Da auch schlimmste Szenarien mit zeitlichen und örtlichen Unsicherheiten behaftet sind, d.h. niemand genau sagen kann, welche Katastrophen wann und wo eintreten werden, reagiert der Mensch weder als Kollektiv noch als Mehrheit von Individuen vergleichbar konsequent auf wissenschaftliche Vorgaben. (Dieses Verhalten hat sich auch in der Corona-Krise bestätigt: So lange die Infektionen wenige und weit entfernt waren (und für andere Länder jetzt noch sind) bestand weder Angst noch Handlungsdruck und die Maßnahmen waren völlig unzulänglich.) Wird dieser Faktor um die Wirkungsverzögerung der Reaktionen auf das Klimageschehen ergänzt, so lassen sich aus der aktuellen Krisenbewältigung leider keine hoffnungsvollen Parallelen ziehen. Es bräuchte sofortige Weichenstellungen ohne darauf zu warten, dass das Wasser bis zum Hals steht. Aber den dazu berufenen Entscheidungsträgern könnte eine weitere Errungenschaft der Zivilisation, die Demokratie, schnell zum Verhängnis werden und dessen sind diese sich sehr wohl bewusst. Ein vieldimensionales Dilemma.

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Klaus Griesser 14.03.2020, 18:55

Es ist "nur" eine Frage der Macht: wer die Menschheit zur Zeit beherrscht - das sind sehr sehr wenige!- will weiterhin seine momentanen Vorteile ziehen, der Rest interessiert nicht."Nach uns die Sintflut"!

Bild des Benutzers Rufer Peter (gesperrt)
Rufer Peter (gesperrt) 15.03.2020, 11:31

Solange nichts genaueres über das Virus bekannt ist und es keinen Impfstoff gibt, ist es nur vernünftig sämtliche Veranstaltungen abzusagen. Das ist man allen Alten und Risikopatienten schuldig. Ausserdem sollte man dies alles auch als Chance sehen. Die Chance zu verstehen wie man den Nachteilen der Globalisierung besser begegnen kann und wie verschiedene Vorkehrungen im Notfall tatsächlich funktionieren und optimiert werden können.

Bild des Benutzers Alois Abart
Alois Abart 25.03.2020, 00:19

`Was wirklich beunruhigt
Nicht um das Virus, sondern um die sozialen Folgen von Corona sollten wir uns sorgen.´
Sie haben diese Stufenskala recht gut ausgearbeitet. … bis zur Stufe IV!
Ich verstehe aber nicht, warum Sie ab da an mit einem anderen gelagerten Tema weitermachen?
Sie haben sich mit der IV ten Stufe dann "verzettelt"! Warum?, weil hier würde es sozusagen dann zum "Schwur" kommen!
Nehmen wir an, heute ist der 24. igste März, wir sind in der 2. ten Woche des "Hausarrests": Wie lange wird es dauern, bis der sog. "Kipppunkt" erreicht ist? Ich will sagen: wie lange wird die Solidarität und der geopferte Freiheitsverlust umschlagen in Rebellion und Aufrur? Vergessen wir nicht: die Bilder und Nachrichten dienen dazu, den Ausharrenden durch Angst in ihren 4 Wänden zu verbannen. Wenn aber das "aufgeladene Gemisch" durch unsachgemäße Erschütterungen gereizt wird, fliegt uns alles um die Ohren.
Diesen sog. Kipppunkt vorzeitig zuerkennen, werden die Vertreter von Institution, Medizin und Wirtschaft mit der weisen Abwägung der Folgen zu entscheiden haben. Demzufolge sind wohl eher nüchterne und unorthodoxe Entschlüsse gefragt, als altruistische Tagträumereien.
Alsdann wäre ich wieder angelangt bei Ihrem Untertitel, den ich dreimal unterstreichen möchte.

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