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Alterheime

Fragen ohne Antworten

Der Landesverband der Sozialberufe über die Situation in Alterheimen, die mangelnde Kultur Fehler einzugestehen und die Versäumnisse und Verantwortlichkeiten.
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Kommentare

Bild des Benutzers Max Benedikter
Max Benedikter 20.04.2020, 17:25

Danke für diesen nüchternen und wertvollen Beitrag. Die Sozialberufe sollten jetzt klar Gehaltforderungen stellen. Gleiches gilt für das Gesundheitswesen. Es sollte aber nicht ausschließen von den Gewerkschaften kommen, sondern auch und besonders von den Managern und der Politik.

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Klaus Hartmann 20.04.2020, 19:05

Wieso kommt es den Verantwortlichen so schwer über die Lippen zuzugeben dass Fehler gemacht wurden? Aus Angst? Angst zur Verantwortung gezogen zu werden? Angst die Schuld auf sich zu nehmen? Angst vor Anklage?
Dabei wäre die Wahrheit die einzige Möglichkeit den Mitarbeitern, den Toten und den Angehörigen den nötigen Respekt zu erweisen. Ausflüchte, Rechtfertigungen und Beschwichtigungen tragen sicherlich nicht zu einer Entlastung der Situation bei und werden von den Betroffenen als zusätzliche Beleidigung empfunden.

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Günther Alois Raffeiner 21.04.2020, 08:31

Es wäre höchst an der Zeit,dass die Verantwortlichen sich für die Misstände entschuldigen und vor allem auch Verantwortung übernehmen. Aber die Südtiroler ARROGANZ wird dies nicht zulassen,vieleicht klären dies dann in Zukunft die Gerichte!!!!

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Christoph Thaler 20.04.2020, 22:49

Ich lese diesen Artikel mehrfach mittlerweile durch. Und frage mich, warum gerade so massiv unsere Seniorenwohnheime angegriffen werden. In einer Situation, wo wir vorallem zusammen halten sollten und alles daran setzen sollten, die wahrlich in zahlreichen Häusern sehr schwierige Situation zu meistern.
Es wird nur gefragt, was alles nicht gemacht wurde. Und nicht gezeigt, was alles geleistet wird aktuell. Sei es von Seiten der Pflegedienstleitungen, DirektorInnen und Präsidenten. Sei es von den Mitarbeitern in den verschiedenen Bereichen.
Es werden Vorwürfe gemacht, ohne zu hinterfragen, was in die Verantwortung und Handlungskompetenz der Seniorenwohnheime fällt. Und was in andere Verantwortungsbereiche. Siehe zum Beispiel Ankauf und Verteilung von Schutzmasken oder die Durchführung von Tests.
Wie sollten zum Beispiel Isolierstationen geschaffen werden, bevor keine Tests durchgeführt wurden.
Wie sollen Pflegeteams aufgeteilt werden in kleinen Strukturen. Dazu gibt es nicht genügend personelle Ressourcen. Noch dazu, weil ja gerade in vielen Altersheimen Personal ebenfalls erkrankt ist.
Arbeiten wir zusammen und meistern so die Krise.
Diese Angriffe führen meiner Meinung nur dazu, dass die ohnehin schon schwierige Situation noch herausfordernd wird und Angehörige und Mitarbeiter verunsichert. Und dass die geleistete Arbeit diskreditiert wird.

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Erna Marsoner 21.04.2020, 14:07

Im obigen Bericht wird vom 05. und 25. März 2020 gesprochen, und welche Maßnahmen in diesen Tagen gesetzt wurden.
Ich stelle mir konkret die Frage, was ist in der Zeit davor passiert?
Im Internet scheint ein Schreiben des Gesundheitsministeriums mit Datum vom 03. Februar 2020 auf, gerichtet unter anderem an:
Assessorati alla sanità Province Autonome Trento e Bolzano loro sedi.
OGGETTO: Indicazioni per gli operatori dei servizi/esercizi a contatto con il pubblico.
Hygienemaßnahmen, Oberflächenreinigung, Abstand halten, Kontakte zu Erkrankten meiden, Tragen einer chirurgischen Maske, usw.
Die Verantwortung zum Schutz vor biologischen Risiken, liegt beim Arbeitgeber in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Arzt.
Im Schreiben werden die Arbeitgeber aufgerufen, diese Informationen mit allen Mitarbeitern zu teilen.
Zur Frage ob es ein einheitliches Krisenmanagement gab, so steht dazu ebenfalls eine Info in diesem Schreiben:
„Presso il Ministero della salute è attivo un tavolo permanente con le Regioni per il monitoraggio continuo della situazione; sono in atto tutte le procedure per l’identificazione tempestiva e la gestione appropriata di casi sospetti, con procedure omogenee su tutto il territorio nazionale.
Ulteriori informazioni operative possono essere ottenute attraverso le autorità Sanitarie Regionali o il numero verde del Ministero della salute, 1500.”
Es gibt eindeutig Klärungsbedarf.
Link dazu: http://www.trovanorme.salute.gov.it/norme/renderNormsanPdf?anno=2020&cod...

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Wally Schuler 21.04.2020, 14:13

Frau Wohlgemuth, ich kann Ihnen da nur zustimmen. Ich habe es in meiner nächsten Umgebung nun auch hautnah miterlebt, wie die Mitarbeiter der Pflegeheime mundtot gemacht werden. Z. B. Eine dieser Mitarbeiterinnen hat gestern einen Mahnbrief des Direktors erhalten, weil sie auf Facebook einen Kommentar an den Landeshauptmann geschrieben hat, wo sie die Tatenlosigkeit in Bezug auf die fehlerhafte China-Schutzausrüstung und die Unterbezahlung in dem Beruf anprangert. (Die Gewerkschaften kämpfen schon monatelang um bessere Löhne für diese Berufe.) Es sei eine Verleumdung seines Pflegeheims meinte der Herr Direktor und sie solle eine stellungnehmende Entschuldigung vorbringen (Frist im Brief angegeben) sonst? Ja, so weit ist es: mundtote Mitarbeiter, sonst droht ihnen der Verlust ihrer Arbeit? Außerdem, die Kommunikation war nicht an ihn gerichtet sondern den Landeshauptmann (Regierung). Wieso fühlt er sich so angesprochen? Dass er sogar eingreifen muss?

Bild des Benutzers Günther Alois Raffeiner
Günther Alois Raffeiner 22.04.2020, 07:43

Ich würde den Direktor anzeigen wegen Nötigung!!! Was bildet sich dieser eigentlich ein,zurücktreten und ABHAUEN,je schneller desto besser,wenn diese Anschuldigung stimmt!

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Markus Lobis 23.04.2020, 06:21

Vielen Dank für diesen mutigen Beitrag! Wenn wir eine Lektion aus dieser Krise ziehen können, dann ist es aus meiner Sicht der Umstand, dass wir gesellschaftlich nicht auf große Herausforderungen vorbereitet sind und dass wir endlich diesen leidigen und machohaften Paternalismus hinter uns lassen müssen, der so viele wichtige und wertvolle Kräfte in unserer Gesellschaft hemmt. Wann lernen wir, dass wir die Beiträge aller brauchen, dass es eine Fehlerkultur geben kann und muss und dass man nicht mehr die Intelligenz der Menschen mit einem dramatischen Appell zum Zusammenhalten zurückdrängen und beleidigen darf.

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