Gesellschaft | Diskriminierende mediale Darstellung

Magdalena Amhof: "Es ist brutal so abgestempelt zu werden"

Magdalena Amhof ist zornig. Über eine unverantwortliche Südtiroler Tageszeitung, bewusstes Meinungsschüren und tiefe Stammtischgespräche. "Ich finde das unterste Schublade"

Zeit zu telefonieren?
Jetzt ja, aber am heute geht es ziemlich rund. Ja, ein intensiver Tag. Ich bin richtig zornig heut, ich find die ganze Situation schlichtweg schrecklich.

Der Artikel der Südtiroler Tageszeitung „Mami Pläne“ hat Sie von einer falschen Seite gezeigt.
Der ganze Artikel ist derstunken und derlogen. Die Erna Egger hat mich gesucht, und ich hatte keine Zeit ans Telefon zu gehen. Sie hat mich vorher nicht mal angerufen und dann so einen Artikel rausgebracht. Ich find das schon sehr verantwortungslos.

Das heißt?
Ich überlege mir Schritte, wie weiter vorgehen. Als ich gestern den Artikel gesehen hab, hab ich am Nachmittag um eine Richtigstellung gebeten. Die bis heute nicht erfolgt ist. Lediglich ein paar Sätze wurden in der Online-Ausgabe gestrichen. Aber der Schaden ist schon angerichtet. In der Printausgabe am heutigen November (6. November, Anm.d.Red.) kein Wort von der ganzen Sache.

Was empfehlen Ihr Freundinnen und Bekanntenkreis?
Die sagen einerseits „Magda jetzt erst recht“, und andere, darunter viele Männer sagen „Vielleicht muss das Thema noch mal durchgekaut werden.“

Ist Südtirol wirklich so rückständig? Gibt die Tageszeitung die Meinung der Gesellschaft wider?
Die Thematik Frauen und Kinder ist eines. Da wehr ich mich dagegen, dass wir immer noch auf der Stufe stehen, dass den Frauen die ausschließliche Kinderbetreuung obliegt. Ein zweites ist das fragwürdige Mittel, mit dem die Tageszeitung hier immer wieder vorgeht.

Es ist für sie nicht das erste Mal?
Schon vor anderthalb Jahren wurde ich voll durch den Kakao gezogen. Damals wurde ich so dargestellt, als sei ich für Spielhallen in Brixen. Auch da gab es keine sachliche Berichterstattung. Und die LeserInnen bilden sich dann halte eine Meinung.

Ihre Meinung zur Tageszeitung?
Wenn ein Medium es wirklich nötig hat, ständig Geschichten zu erfinden, pornographische Abbildungen zu bringen, Frauen in ein schiefes Licht zu rücken. Dann fehlt es für mich an Glaubwürdigkeit.

Marie Mawe wurde in der Tageszeitung nach ihren Bettgeschichten gefragt, Renate Gebhard wurde auch nicht gerade sanft angefasst, nachem sie ein Kind geboren hat. Schürt da jemand?
Ich weiß es nicht. Ich denke eher das sind so spekulative Geschichten, die zur Zeit kursieren. Wer wird Landesrat für Wirtschaft, wer wird Landesrätin für Bildung? Und da wird in Gesprächen halt auch mein Namen gefallen sein. Wer für mich schürt, das ist die Tageszeitung selbst. Und das halte ich für grob fahrlässig. Ein Medium hat die Aufgabe sich verantwortungsvoll zu verhalten.

Stammtischgespräche um Artikel zu schreiben?
In diesem Artikel geht es um private Dinge. Die gehen keinen Mensch was an. Ich will nach meinen Leistungen bewertet werden. Ich finde das wirklich unterste Schublade. Außerdem: die Landesregierung wird von Arno Kompatscher ernannt. Diese ganzen Spekulationen sind äußerst ungut.

Schmälert die Geschichte ihren Wahlerfolg?
Überhaupt nicht. Erst heute wieder wurde ich beim Einkaufen angehalten und mir wurde zu meinem Wahlerfolg gratuliert. Ich muss sagen, es ist brutal, so abgestempelt zu werden. Aber so schnell lass ich mich nicht unterkriegen. Ja, jetzt erst recht.

 

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gorgias Mi., 06.11.2013 - 20:19

Quoten-Emanzen schuld, die dauernd über die Benachteiligung von Frauen wegen Doppelbelastung und Unvereinbarkeit von Politik und Familie plärren und in wahrheit nicht mehr tun als um sich selbst zu drehen. Dass diese Klageweiber im Grunde politisch stark engagierte und erfolgreiche Frauen wie Magdalena Amhof zu sich hinunterziehen, ist ihnen wohl nicht bewusst.
Diese Gruppe von Personen sollte endlich lernen Leistung zu respektieren und sich Amhofs Worte zu Herzen nehmen:". . . es [geht] um private Dinge. Die gehen keinen Mensch was an."

Mi., 06.11.2013 - 20:19 Permalink
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Kurt Herschel Do., 07.11.2013 - 09:50

Amhof nicht als Landesrätin. Im Gemeinderat als Referentin war man mit ihr auch nicht zufrieden. Warum sollte sie dann Landesräting werden? Sie hätte nicht mal als Landtagsabgeordnete gewählt werden werden dürfen.
Und wenn jemand ein Kind will, dann sollte diese Frau auch beim Kind zuhaus bleiben dürfen und nicht ins Büro müssen. Als Landesrätin muß man ganzen Tag im Büro sein, Tag für Tag.
Was soll diese Amhof? Bleib zuhause, und behalt dein Geschwätz für dich.

Do., 07.11.2013 - 09:50 Permalink
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Editorial Salto Fr., 08.11.2013 - 09:30

Antwort auf von Kurt Herschel

Es ist selbstredend, Herr Herschel, dass wir Ihnen wie allen BürgerInnen Platz bieten, Ihre politische Haltungen und Ihre Kritik auch an politischen VertreterInnen zu formulieren. Sie prägen aber die Qualität der Argumente und den Tonfall der hier stattfindenden Diskussionen mit. Unsere Netiquette beschreibt zudem die Umgangsformeln, die die offene Plattform von salto notwendig macht. Ihr Unmut in Ehren, Herr Herschel. Jedoch finden sich zweifellos passendere Formulierungen, mit dem Sie ihm Ausdruck verleihen können UND die nötigen Umgangsformeln geschmeidig einhalten. Und darum möchten wir Sie bitten.
Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis,
Demos2.0

Fr., 08.11.2013 - 09:30 Permalink