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Land Südtirol
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Eigenverwaltungen

Die vergessenen Bürger

Südtirols Bauern haben sich die Eigenverwaltungen einfach unter den Nagel gerissen. Das wird auch am neuen Landesverband deutlich, der vom Bauernbund gepusht wird.
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Kommentare

Bild des Benutzers ceteris paribus
ceteris paribus 26.08.2020, 16:01

@Autor: "Laut Gesetz kann jeder Bürger und Bürgerin...." gewählt werden?

Kann jemand darlegen, wozu es diese Fraktionen wirklich braucht? Was können sie, was ein anderer Betrieb nicht kann? Was, außer dass sich altgediente Funktionäre - größtenteils der Sammelpartei - ihr Dorfkaisertum halten?

Man findet Fraktionen, die einen wichtigen Dienst innehaben, wie etwa die Trinkwasserversorgung u.a....aber ebenso findet man Fraktionen die E-Werke betreiben (übrigens, auf einer sehr wackligen rechtlichen Basis) und der Fraktionschef kann dann den Krösus spielen und ansagen, wem er welche Almosen zukommen lässt.

Wären sie nicht längst abzuschaffen, den Gemeinde(betrieben) einzuverleiben, die teils erklecklichen Erträge der gesamten Allgemeinheit zugute kommen zu lassen und die Dorfkaiser zu entthronen?

Es wird wohl niemand die Schneid haben, diesen goldenen Zopf abzuschneiden.....

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Moriggl Markus 27.08.2020, 10:40

Eine wesentliche Aufgabe der Fraktionsverwaltung ist neben der Verwaltung von Weiden die nachhaltige Betreuung des Waldes (Nutz- und Schutzwald), die Betreuung der Fraktionsgüter vor Ort sowie die Instandhaltung der Waldwege. Wie jedes Komitee abstimmt und in welche Richtung die Ausgaben sich bewegen, das hängt sehr viel mit der Zusammensetzung des gewählten Komitees zusammen. Damit gibt der Wählende Bürger die Marschrichtung voraus. Bezüglich Almosen: Durch Gesetz geregelt wer wie viel bekommt, wobei eben wieder grundlegend ist, wie sich das Komitee zusammensetzt.

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ceteris paribus 27.08.2020, 11:33

Jede Gemeinde leistet sich mehrere kleine Fraktionen, d.h. es sind in einer Gemeinde mehrere Verwaltungsapparate mit den dazugehörigen Gremien (Vorstand, Wirtschaftsberater, Rechnungsprüfer usw...) und den damit verbundenen Kosten zu erhalten - eine enorme Ineffizienz.

Die Verwaltung der Weiden beschränkt sich größtenteils auf den Abschluss von mehrjährigen Nutzungsverträge aufgrund alter Nutzungsrechte - sehr überschaubar und bei einer Gemeinde in jedem Fall besser aufgehoben.

Was die Wälder betrifft: diese Aufgabe ist bei der Forstbehörde besser aufgehoben, sie besitzt die forestale Expertise. Die Arbeiten werden ohnehin ausgegeben, da kaum noch eine Fraktion eigenes Personal beschäftigt.

Natürlich gibt der Vorstand die Linie vor, wenn aber dahinter anstatt eines Verbandes für die Allgemeinheit eine Lobbyorganisation steht, ist es unschwer zu erkennen wohin die Reise geht.

Widersprechen muss ich was die Almosen betrifft: Es steht der Fraktion frei, welchen Verein sie in welchem Umfang unterstützt - Stichwort Dorfkaisertum. Auch diese Angelegenheit ist bei einer Gemeinde besser aufgehoben, weil transparenter und nicht zweigleisig.

Einige Fraktionen erwirtschaften einen ordentlichen jährlichen Gewinn: wem kommen diese (indirekt) zugute? Raten sie mal.....

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Moriggl Markus 27.08.2020, 11:56

Wie viel Sitzungsgelder ausbezahlt werden , entscheidet das Komitee: ein Pappenstiel zum jährlich geleisteten Einsatz. Rechnungsprüfer für Fraktionsgüter arbeiten zumeist im Ehrenamt. Die Weiden sollten vor Ort verwaltet werden. Wenn eine Gemeinde Gemeinnutzungsgüter verwaltet, so ist halt auch der Gemeindesekretär zur geleisteten Arbeit. Die Waldbewirtschaftung findet unter Anleitung der Forstbehörde (Waldbehandlungsplan / Landesforstfonds) statt, immer unter Hinweis, dass die Körperschaft der Waldverwaltet ist, und daher verpflichtet darauf zu schauen. Es gibt aber auch Fraktionen welche eigenes Forstpersonal beschäftigen. Weiden müssen nicht Nutzungsverträgen unterliegen. Von Fall zu Fall. Der Vorstand gibt die Linie vor. Ich gebe immer wieder zu bedenken, dass Kandidaten für gewisse Sektoren bei Wahlen bereits im Vorfeld ausgesucht oder zumindest mündlich namhaft gemacht werden, und diese danach "durchgewählt" werden, und sich diese Mehrheit dann im gewählten Komitee tonangebend abbildet. Aber hierzu wären auch andere Sektoren der Gesellschaft eingeladen sich zu beteiligen. Andere Fraktionen nagen am Hungertuch und haben die ganzen Vorgaben wie CIG, CUP, ISOV, DURC usw. Gemäß geltenden Gesetzen zu erfüllen. Wenn das eine Gemeinde machen müsste würde es besser gemacht, dann aber auch viel teurer!

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ceteris paribus 27.08.2020, 13:46

Na dann sind wir alle gespannt, wie sehr der Schirmherr SBB die anderen Sektoren der Gesellschaft einlädt.
Genau weil es Fraktionen zunehmend Schwierigkeiten bereitet die ganzen Vorgaben zu erfüllen (unerwähnt: das Thema Arbeitssicherheit bei eigenen Angestellten!), wäre es in der Verwaltungseinheit anzusiedeln, wo tagtäglich damit gearbeitet wird - etwa, in einer Gemeinde.

Ich halte es für nicht angemessen, dass sich in einer Gemeinde 5 und mehr Fraktionen tummeln und ihre Flächen verwalten wollen, mit dem entsprechenden bürokratischen Aufwand . Dass das ineffizienter ist und Mehrkosten verursacht, kann sich jeder Milchmann ausrechnen.

Zum Ende der Diskussion: Sie werden weit und breit keinen Rechnungsprüfer finden, der es ehrenamtlich macht. Versuchen Sie mal Sitzungsgeld/Aufwandsentschädigung mit Ehrenamt zu verbinden - bitte denken Sie an den ursprünglichen Wortsinn von "Ehrenamt" auch wenn das in Südtirol nur noch kaum zu finden ist.

Bild des Benutzers Moriggl Markus
Moriggl Markus 27.08.2020, 14:07

Sagen wir mal so. SBB ist der Schirmherr des primären Sektors. Was mich am meisten stört ist, dass es außerhalb des primären Sektors viele Leute gibt, die Leute des primären Sektors nicht wahrnehmen wollen. Gemeint war vorher, dass Leute an Wahlen teilnehmen sollten, damit die Basis verbreitert wird, und die Gesellschaft im Komitee abgebildet sein sollte. Und zum Ende der Diskussion füge ich noch hinzu: Dadurch, dass in Südtirol einige Berufsgruppen / Stände über mehr Einfluss und andere über weniger Einfluss Verfügen, und die Klientel mit mehr Einfluss ihren Einfluss bewusst vertritt, stellt sich für mich immer die Frage: Als was sehen sich die Komitee Mitglieder, als Verwalter Bürgerlicher Nutzungsrechte (B.N.R) oder bäuerlicher Nutzungsrechte.....

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Peter Lustig 26.08.2020, 18:51

Die Landwirte benötigen diese Rechte, darunter vor allem die Wasser- und Weiderechte, um ihren Beruf ausüben zu können und ihre Felder zu bewirtschaften.

Daher erscheint es mir verständlich, dass Südtirols Landwirte sich hier besonders engagieren. Im Gegensatz zu einem Cannabis Verein oder irgendwelchen Gärtner/Fischereivereinen geht es hier nämlich um das Einkommen der bäuerlichen Familien und nicht um eine Hobbytätigkeit. (Wobei ich noch betonen möchte, dass ich gegen die vorherrschende Kriminalisierung von Cannabis bin und auch nichts gegen Gärtner etc. habe.)

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Martin Aufderklamm 26.08.2020, 20:03

Ich möchte auch so ein Unternehmer sein: die Ressourcen werden mir zur Verfügung gestellt, mein unternehmerisches Risiko (Unwetter,Mißernten,Dürre, usw.) wird mir durch extra-Subventionen abgegolten und plus habe ich fast null Besteuerung.
Die Landwirtschaft in Ehren, aber ein bisschen mehr soziale Gerechtigkeit ist längst überfällig.

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Alberto Stenico 26.08.2020, 21:37

Mai una gioia!
Gli usi civici sono la più importante forma di economia e di patrimonio comunitario che le passate generazioni ci hanno consegnato, dopo averlo preservato nei secoli. Riguarda peraltro proprio i beni comuni naturali come boschi, pascoli ed acque. Non potremo, per una volta, sospendere le polemiche contro i contadini e cercare invece di fare comprendere il valore degli usi civici a tutta la popolazione (che ne sa poco o niente) e stimolare invece la partecipazione? Nel Trentino esiste da 30 anni una analoga associazione (ASUC) che svolge parecchie attività per la conoscenza e la valorizzazione degli usi civici. La stessa Università di Trento ha un Centro Studi e documentazione sui demani civici e le proprietà collettive. Inoltre nelle cooperative (anche in quest'ultima) vige il principio della "porta aperta": facciamolo rispettare. Ma non gettiamo via il bambino con l'acqua "sporca".

Bild des Benutzers Johann Georg Bernhart
Johann Georg Bernhart 28.08.2020, 15:05

Herr Moriggl , sie haben versucht die Arbeit der Fraktionsverwalter zu beschreiben, es ist Ihnen auch recht gut gelungen nur Herr Paribus will es nicht verstehen. Fraktionsverwalter dürfen das Vermögen der Fraktion nicht schmälern, sie müssen Weiden Almen und den Wald betreuen und versuchen alles bestens zu verwalten. Gemeinden haben zwar mehr Geld als die Fraktionen,nur sollten diese Arbeiten Fraktionsansässige machen, da sie besser bescheid wissen aus Auswärtige. Die Forstverwalteung hilft den Fraktionen, bei Aufforstung Holzschlägerung und Instandhaltungsarbeiten. Arbeitssicherheitskurse werden jährlich für die Arbeiter abgehalten.
Jeder Beschluss wird von der Abteilung Bürgerliche Nutzumngsrechte in Bozen auf die Rechtsmässigkeit geprüft.
Herr Paribus lassen sie sich in dei Fraktionsverwaltung wählen und arbeiten für die Bevölkerung.

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