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Erneuerbare Energie

BP: Erneuerbare Energie statt Öl

BP, einer der weltweit größten Ölkonzerne, plant einen radikalen Umbau seines Unternehmens, weg von fossiler Energie und hin zu Erneuerbarer Energie.
Community-Beitrag von Monika Psenner27.09.2020
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Paradigmenwechsel bei den Öl-Konzernen?

Nach vielen Jahrzehnten von schier grenzenlos scheinendem Wachstum im Erdöl- und Gassektor, findet infolge des Klimawandels auch bei den großen Öl/Gas Konzernen ein Umdenken statt. Steigender Druck von Seiten der Umweltaktivisten, der Politik und auch der klimabewussten Investoren zwingt die Konzerne zu Veränderungen ihrer Geschäftsstrategie. Alle großen Öl/Gaskonzerne haben inzwischen auch erneuerbare Energie-Projekte in ihrem Geschäfts-Portfolio und haben sich im Sinne des Pariser Klimaabkommens verpflichtet bis 2050 ihre CO2 Emissionen zu reduzieren, auch weil die öffentliche und politische Akzeptanz für das fossile Energiemodell immer geringer wird. Anfang 2020 kündigten Shell (Niederlande) und BP (Großbritannien) als erste Ölkonzerne an bis 2050 klimaneutral zu werden,Total (Frankreich), Equinor (Norwegen) und Eni (Italien) folgten. Doch immer noch fließt ein großer Teil  der Investitionen der Ölmultis in fossile Projekte.

Die Gewinne der großen Öl-Konzerne waren schon vor der Coronakrise unter Druck. Das Überangebot am Ölmarkt führte zu sinkenden Ölpreisen und immer strengere Klimaschutzgesetze dämpfen die Erwartungen der bisher erfolgsverwöhnten Konzerne.  Die Coronakrise verursachte einen massiven Einbruch in der Nachfrage nach Erdöl, ein drohender Lagermangel und die Angst vor einer tiefen Rezession führte zu einem historischen Preisverfall. Für 2020 wird ein weltweites Nachfrage-Minus in der Größenordnung von  8,5 bis 9,5 Millionen Barrels pro Tag prognostiziert.

BP setzt auf Erneuerbare Energie

Im August 2020 ließ BP Konzernchef Bernard Looney in einer Pressekonferenz aufhorchen, als er die wegen der Corona-Krise katastrophalen Geschäftsergebnisse und Dividendenkürzungen für das zweite Quartal präsentierte und zugleich einen radikalen Konzernumbau weg von fossilen Energien und hin zu erneuerbarer Energie vorstellte. Nach 111-jähriger erfolgreicher Geschäftstätigkeit im Öl- und Gasgeschäft will sich der britische Ölmulti von seinem Kerngeschäft sukzessive abwenden und ganz auf erneuerbare Energie fokussieren. BPs neueste Energie-Prognose spiegelt den Strategieschwenk des Konzerns wider. Die Experten von BP gehen davon aus, dass sich die wegen der Corona-Krise stark gesunkene weltweite Erdöl-Nachfrage trotz nachlassender Reisebeschränkungen in den nächsten Jahren nur teilweise erholen und nicht mehr den Vor-Krisen-Level von nahezu 100 Millionen Barrel pro Tag erreichen werde. Das vermehrte Arbeiten im Home-Office werde zu einem langsameren Wachstum des Energieverbrauchs führen. Der Verbrauch fossiler Brennstoffe werde zum ersten Mal in der modernen Geschichte sinken. Während der Anteil fossiler Energien am gesamten Energieverbrauch schon in der Vergangenheit zurückgegangen ist, sei ihr Verbrauch in absoluten Zahlen bisher nie gesunken, sagte BP-Chefökonom Spencer Dale. Gleichzeitig "wächst der Anteil erneuerbarer Energien schneller, als man es jemals in der Geschichte bei einem anderen Kraftstoff gesehen hat." Der Anteil der fossilen Energieträger Kohle, Öl und Gas werde sich über einen Zeitraum von 30 Jahren mehr als halbieren, es breche eine neue Energie-Ära an, sagte Konzernchef Bernard Looney in London, als er den diesjährigen „World Energy Outlook 2020“* vorstellte. Im BP „World Energy Outlook 2019“ spielte fossile Energie im zukünftigen Energiemix noch eine viel größere Rolle.

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Die neue Unternehmens-Strategie von BP

BP wird sich von einer Internationalen Ölfirma zu einer integrierte Energiefirma und zu einem diversifizierten Lieferanten sauberer Energie transformieren. Der Konzern will sich in Zukunft ganz auf saubere, erneuerbare Energie fokussieren und bis zur Mitte des Jahrhunderts die CO2-Emissionen aus seiner Geschäftstätigkeit auf Null senken. Hauptschwerpunkt des neuen, transformierten Konzerns wird die Stromerzeugung sein. In den nächsten zehn Jahren soll massiv in erneuerbare Energien, hauptsächlich in Wind- und Sonnenenergie investiert werden. Während 50 Gigawatt Ökostrom Strom produziert werden sollen, wird die Öl- und Gasproduktion im selben Zeitraum um etwa 40% reduziert und die Raffinerie-Aktivitäten um ein Drittel zurückgeschraubt werden. Auch in die Bereiche Bioenergie, Wasserstoff und Speicherung von CO2 soll investiert werden, in den kommenden zehn Jahren sollen weltweit 70.000 Ladestationen für Elektroautos aufgebaut werden.

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BP verwendet 3 Szenarien zur Berechnung der zukünftigen Energienachfrage, basierend auf unterschiedlichen Maßnahmen zur Reduzierung der CO2 Emissionen (Rapid, Net Zero und Business as-usual). 

Die Kernpunkte der BP- Energieprognose

  • Um eine CO2-ärmere Zukunft zu gewährleisten, wird sich das weltweite Energiesystem grundlegend ändern. Es wird vielfältiger werden, sich mehr an die Verbraucherbedürfnisse anpassen und es wird zu verstärktem Wettbewerb unter den Energieträgern kommen.
  • Als Folge von wachsendem Wohlstand wird der weltweite Energieverbrauch in den Entwicklungs- und Schwellenländern weiter ansteigen, jedoch mit geringeren Wachstumsraten als in der Vergangenheit.
  • Der Verbrauch Erneuerbaren Energien wird stark wachsen und entsprechend werden fossile Energien stark abnehmen. Steigende Energieeffizienz und stark wachsende Elektromobilität werden die Bedeutung von Erdöl verringern. Gas wird in den kommenden 30 Jahren noch einen wichtigen Anteil am Energiekonsum haben, auch um den stark fallenden Kohleanteil im Stromsektor zu ersetzen.
  • Die Energiemärkte werden stärker integriert und dezentralisiert werden.
  • Die Elektrifizierung der Welt wird weiter stark steigen, Wind- und Solarstrom werden die höchsten Zuwächse verzeichnen.
  • Bei der Mobilität wird es zu großen Veränderungen kommen: starke Zuwächse bei der Elektromobilität, mehr Car-Sharing Modelle, autonomes Fahren, Brennstoffzellen-Antrieb. 
  • Bioenergie und Biokraftstoffe werden an Bedeutung gewinnen.
  • Die Politik muss entschlossene Maßnahmen setzen (Erhöhung der CO2-Bepreisung**, Förderung alternativen Antriebe im Mobilitätssektor etc.), um die CO2 Emissionen zu reduzieren und die Klimaziele zu erreichen.

Die steigende Bedeutung von Wasserstoff

Zum ersten Mal inkludiert BP auch den zukünftigen Verbrauch von Wasserstoff in seine Prognose. Schon 2035 könnte Wasserstoff als Energieträger eine Rolle spielen, 2050 sollen dann zwischen 7% und 16% des weltweiten Energieverbrauchs mit Wasserstoff abgedeckt werden, der Wasserstoffverbrauch wird aus einer Kombination von „blauem“ und „grünen“ Wasserstoff*** zusammengesetzt sein. Zur Herstellung von blauem Wasserstoff wird Gas verwendet, während grüner Wasserstoff mit erneuerbarem Strom hergestellt wird und keine CO2-Emissionen anfallen. Die Herstellung von grünem Wasserstoff ist zwar schon jetzt technisch möglich, aber viel zu teuer.

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Fazit

Das wichtigste Ziel der großen Konzerne ist die Profitmaximierung, BP hat sich nicht nur aus lauter Umweltfreundlichkeit für eine neue Geschäftsstrategie entschieden, sondern sieht seine geschäftliche Zukunft in sauberer, erneuerbarer Energie.  Deshalb ist davon auszugehen, dass auch andere Ölmultis diesen Weg einschlagen und vermehrt in Erneuerbare Energie investieren werden. Eine solche Entwicklung würde dazu beitragen den Umstieg auf eine neue Energie-Ära weg von fossiler Energie und hin zu sauberer, erneuerbarer Energie zu beschleunigen.

*Der jährlich von BP veröffentliche „World Energy Outlook“ ist in der Energiebranche sehr bekannt und geschätzt, da seine Ausgangsdaten empirisch erhoben werden. Zahlreichen Regierungen/Institutionen/Unternehmen nutzen die Daten als Grundlage für ihre energiepolitische Planungen.

** CO2 Bepreisung: der Ausstoß von CO2 (Kohlendioxid) wird in den Bereichen Verkehr und Gebäude mit Kosten belegt. Höhere Belastungen sollen Verbraucher dazu bewegen z.B. vermehrt öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen und sparsamer zu heizen. CO2 wird bereits in vielen Ländern besteuert und weitere Steuern sind geplant. Viele Ökonomen sind der Meinung, dass eine Bepreisung von CO2 das wirksamste und volkswirtschaftlich verträglichste Instrument für kosteneffizienten Klimaschutz ist.

***Grauer Wasserstoff wird in Dampfreformern (Anlagen der chemischen Industrie) aus Erdgas hergestellt. Das beim Herstellungsprozess freigesetzte CO2 wird in die Atmosphäre abgegeben. Weit über 90% des weltweit verbrauchten Wasserstoffs werden so produziert. Die Herstellung ist teuer. Wasserstoff wird als Grundstoff in der Chemie- & Metallindustrie, als Kühlmittel oder zur Dünger-Herstellung verwendet. Als Energieträger wird Wasserstoff in Pilotprojekten zum Antrieb von Fahrzeugen mit Brennstoffzelle genutzt. Wird das bei der Gewinnung von Wasserstoff entstehende CO2 gespeichert (engl. Carbon Capture and Storage, CCS), so spricht man von Blauem Wasserstoff. Als Speicher dienen z. B. erschöpfte Offshore-Erdgasfelder, in Norwegen wird CO2 Speicherung schon seit Jahrzehnten durchgeführt.

Grüner Wasserstoff: Sogenannte Elektrolyseure spalten Wasser mit Elektrizität in seine Bestandteile Sauerstoff und Wasserstoff.  Grün ist der Wasserstoff nur dann, wenn der verwendete Strom aus erneuerbaren Quellen stammt. Pilotanlagen haben gezeigt, dass die Technik funktioniert, aber die Herstellung ist viel zu teuer und extrem energieintensiv.

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Kommentare

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Georg Lechner 28.09.2020, 09:29

Wasserstoff ist als Speichermedium für Energie interessant, weil sonnenreiches Ödland (wie die Sahara) viel Potenzial bieten, ihn dort via Photovoltaik zu produzieren. In heimischen Breiten bietet er sich auch als Speicherform an, falls die Speicherung in Akkus rohstoffbedingt an Grenzen stoßen sollte. Allerdings ist die Speicherung in Akkus wegen des höheren Wirkungsgrades (90 % vs. etwa 60 % beim Umweg über Wasserstoff) effizienter.
Das größte technische Problem bei der Lagerung und Nutzung von Wasserstoff ist die kleine Molekülgröße und damit das Dichtproblem bei Ventilen in Verbindung mit seinem extrem niedrigen Flammpunkt (solange noch Wasserstoff austritt, ist ein Brand nicht löschbar und entwickelt zudem sehr viel Hitze). Weil Wasserstoff leichter ist als die Umgebungsluft, steigt er auf und sammelt sich in geschlossenen Räumen (Garage) an der Decke; das Einschalten der Deckenbeleuchtung hat dann eine Knallgasexplosion zur Folge. Wasserstoffbetriebene Fahrzeuge können daher nur im Freien oder unter Flugdächern abgestellt werden.

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Manfred Gasser 28.09.2020, 11:03

Was bedeutet "extrem energieintensiv" in Zahlen? Auch das Laden Tausender oder hunderttausender E-Autos scheint mir " extrem energieintensiv". Gibt es Vergleiche in Zahlen?

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Monika Psenner 28.09.2020, 13:29

„Die Herstellung von Wasserstoff aus erneuerbaren Energien erfordert drei- bis fünfmal so viel Energie, wie wenn man erneuerbare Energien direkt nutzen würde“ (Claudia Kempfert, Wirtschaftsexpertin auf den Gebieten Energieforschung und Klimaschutz am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). https://www.rnd.de/wirtschaft/wasserstoff-als-energietrager-wirtschaftse...

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Manfred Gasser 28.09.2020, 17:21

Danke für die Info, das kann man dann wirklich "extrem" nennen.

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Toble Rone 28.09.2020, 14:21

Einmal mehr ein sehr interessanter Beitrag von Frau Psenner. Kompliment! Meinerseits denke ich, dass es in den nächsten Jahrzenten einiges an Wandel in der Energiepolitik bzw. natürlich auch in der Verkehrspolitik geben müssen wird. Ich bin aber gleichzeitig auch positiv dass "wir" es zumindest versuchen werden...ob es dann reicht um die Klimaziele einzuhalten steht auf einem anderen Blatt Papier.

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Gianguido Piani 28.09.2020, 16:49

Der BP Energy Outlook ist neben denen der IEA und der EIA die wichtigste Analyse-Prognose für die Energiewirtschaft weltweit.
Vergleicht man jedoch den BP Energy Outlook mit den IPCC-Szenarien über künftige Treibhausgasemissionen, dann reichen die von BP vorgeschlagenen Maßnahmen bei weitem nicht aus um eine Temperatursteigerung abzuwenden. Dazu ist es auch unrealistisch, dass erneuerbare Energien so weit eingesetzt werden können, wie im BP Outlook vorgeschlagen. Die Verfügbarkeit von ern. Energiequellen ist begrenzt. Dagegen sollte der Energieverbrauch weltweit enorm reduziert werden, davon ist aber viel weniger die Rede.
Lustigerweise, BP hatte sich bereits 2001 zu "Beyond Petroleum" umbenannt. Der Handel mit fossilen Energieträgern sollte, damals gesehen, höchstens nur noch wenige Jahre dauern, sonst würde der Konzern sich künftig nur mit Erneuerbaren und Wasserstoff beschäftigen. 2009 war es damit Schluss http://news.bbc.co.uk/2/hi/science/nature/8040468.stm
Zitat aus dem Beitrag "Der Konzern will sich in Zukunft ganz auf saubere, erneuerbare Energie fokussieren und bis zur Mitte des Jahrhunderts die CO2-Emissionen aus seiner Geschäftstätigkeit auf Null senken." Es ist leider unklar, ob dies auch die gelieferte Energie betrifft, oder es sich nur zB auf Sonnenkollektoren auf dem Verwaltungsgebäude und ähnliche Maßnahmen beschränkt.

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Monika Psenner 28.09.2020, 20:21

Vielen Dank für Ihren interessanten Kommentar. Wie Sie zu Recht anmerken, sollte der Steigerung der Energieeffizienz, bzw. der Reduktion des Energieverbrauchs mehr Bedeutung beigemessen werden, da sie ein sehr großes Potenzial zur Senkung der Treibhausgase bietet. BP fordert von der Politik eine Erhöhung der CO2-Bepreisung, ein wichtiges Instrument zur Steigerung der Energieeffizienz, aber daneben gibt es noch eine Fülle von anderen Möglichkeiten den Energieverbrauch zu senken. Mehr dazu in den diversen Berichten der IEA bezüglich „Energy Efficiency”, die Sie bestimmt kennen.
…. "Der Konzern will sich in Zukunft ganz auf saubere, erneuerbare Energie fokussieren und bis zur Mitte des Jahrhunderts die CO2-Emissionen aus seiner Geschäftstätigkeit auf Null senken."…. Das bezieht sich natürlich auch auf die gelieferte Energie. Schon in den nächsten 10 Jahren will BP massiv in Erneuerbare Energie investieren und im selben Zeitraum die Erdöl/Gas-Produktion um circa 40% sowie die Tätigkeit im Raffineriesektor um ein Drittel verringern.

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Gianguido Piani 29.09.2020, 08:58

Die CO2-Bepreisung wurde bereits Ende 1980er-Anfang 1990er vorgeschlagen, sie wurde jedoch von Industrie und Politik abgelehnt. Mit dem Kyoto-Protokoll von 1997 wurden s.g. Marktmechanismen eingeführt (Emissionenhandel). Das EU-eigene System startete in 2008. Aufgrund mehrerer Schwachstellen, eines komplexen Regelwerks und vor allem der Unmöglichkeit, THG-Ausstöße tatsächlich zu messen (diese werden nur anhand einiger Rechenverfahren geschätzt) funktioniert dieses System nicht. Jetzt fängt man wieder an, über den CO2-Preis statt CO2-Zertifikate zu reden. Dreißig Jahren sind somit verloren gegangen.
Noch perverser, EU-Unternehmen kaufen Zertifikate außerhalb der Union, die keine Emissionenminderungen belegen, nur errechnete Schätzungen. Persilscheine pur!
https://ec.europa.eu/clima/sites/clima/files/ets/docs/clean_dev_mechanis...
Wer weiß, ob die nächste, oder die übernächste EU-Kommission das auch verstehen wird? Die überübernächste wird vielleicht auch dementsprechend handeln.

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Brenner Flo 08.10.2020, 09:45

wie soll der satz "2050 sollen dann zwischen 7% und 16% des weltweiten Energieverbrauchs mit Wasserstoff abgedeckt werden" gemeint sein? wasserstoff ist kein rohstoff, den man einfach abbauen kann, sondern muss selbst erzeugt werden.
die prophezeiung "der Wasserstoffverbrauch wird aus einer Kombination von „blauem“ und „grünen“ Wasserstoff*** zusammengesetzt sein." ist wohl auch eher gewagt.

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Monika Psenner 08.10.2020, 12:31

Wasserstoff ist kein Energierohstoff (Primärenergie) wie z. B. Erdöl oder Erdgas, sondern ist ein Sekundärenergieträger, der unter Energieeinsatz (z.B. Gas oder erneuerbare Energie) erzeugt werden kann. Mit Hilfe von Wasserstoff kann man Energie speichern und transportieren (siehe Kommentar von Herrn Georg Lechner). In einer Brennstoffzelle wird Wasserstoff in elektrischen Strom umgewandelt und damit kann im Mobilitätssektor der Antrieb von Fahrzeugen, Schiffen aber auch Flugzeugen erfolgen. Brennstoffzellen können auch für stationäre Anwendungen (z. B. als Klein-Heizkraftwerk) genutzt werden.
Auch Elektrizität ist eine Sekundärenergie, die erst durch fossile Energie, erneuerbare Energie oder Atomenergie erzeugt werden muss.

Ob 2050 die Herstellung von Wasserstoff eine Kombination von blauem und grünem Wasserstoff sein wird, so wie es BP in seiner Prognose voraussagt, bleibt abzuwarten. Fakt ist, dass nun auch große, finanzkräftige Energie-Konzerne vermehrt in die Wasserstoff-Forschung investieren und dass dadurch die Wasserstoff-Technologie weiterentwickelt wird und schneller technisch ausgereifte, effiziente, erschwingliche und hoffentlich auch umweltschonende Lösungen zur Nutzung von Wasserstoff gefunden werden.

Bild des Benutzers Gianguido Piani
Gianguido Piani 09.10.2020, 05:55

Man sollte nicht Forschung mit Realität verwechseln. Vor fünfzig Jahren hieß es, die Kernfusion sei etwa fünfzig Jahre entfernt. Heute werden dafür noch fünfzig Jahre geschätzt. Die Wasserstoffwirtschaft wurde bereits vor Jahrzehnten vorgeschlagen. Und vor dreißig Jahren wurde der Emissionenhandel gepriesen als "die endgültige Lösung zur Rettung der Welt vor der globalen Erwärmung, indem sie die Interessen von Umwelt und der Finanzbranche zusammenführt". Fehlgeschlagen!
Gleichzeitig ist es unmöglich, den Privatverkehr in unseren Städten zu dämmen oder Grünflächen zu erweitern.
Forschung ist ein Muß und gehört konsequent finanziert. Gerne auch von den Öl- und Gaskonzernen. Aber Entscheidungen über künftige Entwicklungen, Finanzierungen und, leider, auch Verbote müssen auf der Basis der heutigen Kenntnisse und nicht nur anhand optimistischer Hoffnungen getroffen werden. Prognosen über noch nicht gefundene Lösungen sind, milde ausgedrückt, gewagt.
Warum tragen wir sonst Schutzmasken? Es wird ja nach dem Covid-Impfstoff geforscht.

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