Andreas Gschleier
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Interview

“Bio ist auch nicht perfekt”

Der Biobauer Andreas Gschleier verurteilt die Polemiken rund um den “Pestizidprozess”, warnt vor Schwarz-Weiß-Denken und sagt zugleich: “Wir haben alle Fehler gemacht.”
Von
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Lisa Maria Gasser02.10.2020
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Kommentare

Bild des Benutzers Urban Nothdurfter
Urban Nothdurfter 02.10.2020, 13:00

Kompliment für die differenzierte Sichtweise und das Engagement gegen die Konstruktion von Feindbildern. Aber: Wie kommen Sie auf den Gedanken, dass man bei den Grünen bzw. als Grüner nicht gut argumentieren müsste? Mir scheinen die Beiträge der Grünen durchschnittlich durchaus besser informiert und argumentiert als viele der Meldungen politischer Vertreter*innen, die vom Mehrheitsbonus profitieren und geschützt durch ihre Sammelpartei und deren Vorhöfe ihre Meinungen kundtun. Oder ist es wichtig, dass Sie diesbezüglich auch Feindbilder aufrecht erhalten?

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Johann Georg Bernhart 02.10.2020, 14:37

Ein sehr informativer Bericht, ich kann den Biobauern nur gratulieren und weiterhin viel Erfolg wünschen, es ist interessant wie er zu den ganzen Anschuldigungen steht, würden auch andere so denken wäre es zu keinem Prozess gekommen. Herr Gschleier hat es richtig gesagt Schiebel und Bär wollen die Bühne, wollen Medien, sie wollen den Prozess. LR Schuler hat den Pestizidgegner die Hand gereicht und diese haben das Angebot nicht angenommen, ich hoffe dass es immer noch zu einer vernünftigen Lösung kommt.
Biobauer Andreas viel Glück im Gemeinderat und hilf den Bauern aus der Sackgasse.

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Manfred Gasser 02.10.2020, 16:25

"Herr Gschleier hat es richtig gesagt Schiebel und Bär wollen die Bühne,"
Das ist eine Unterstellung Herr Bernhart, Herr Gschleier hat nichts dergleichen behauptet. Mit solchen Kommentaren helfen Sie nicht unbedingt einen konstruktiven Diskurs zu fördern, aber daran sind Sie wahrscheinlich auch nicht interessiert.

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Johann Georg Bernhart 02.10.2020, 16:40

Herr Gasser habe mich etwas falsch ausgedrückt. Aber trotzdem bleibe ich dabei Schiebel und Bär wollen die Bühne , mit ihren Aussagen wollen sie keinen Frieden, nach dem Friedensangebot von Schuler wurde weiter gehetzt.

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Stereo Typ 02.10.2020, 16:19

Ich sehe jetzt nicht, dass Schiebel oder Bär Feindbilder in der Gesellschaft kreiert hätten. Sie haben ihre Meinung zu einem Thema kundgetan, couragiert, ausführlich und pointiert. Ein ganz normaler Vorgang in einer Demokratie. Dass es so ein Mega-Echo gibt, zeigt doch, dass sie einen wunden Punkt getroffen haben. Statt auf die einzelnen Thesen der beiden einzugehen und sie zu entkräften, sollen sie nun gerichtlich in die Mangel genommen werden. Ein demokratischer Disput sieht anders aus.

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Christian Mair 02.10.2020, 22:01

Gutes Interview!
Neben der Debatte um konventionelle und biologische Landwirtschaft muss es wohl neue Debatten über Absatzmärkte, Arbeitsbedingungen und Anbaupflanzen geben.

Ist es nicht sinnvoll, vielleicht sogar legitim zu fordern, dass Landwirtschaft, die öffentlich subventioniert wird, für die Region und nicht den Export produzieren muss?

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Pallino Pinco 02.10.2020, 23:45

Da Herr Gschleier den Punkt der Effizienz in der Landwirtschaft angesprochen hat, möchte ich daran anknüpfen: ausschließlich für die Region und nicht für den Export zu produzieren ist nämlich genau ineffizient. Betrachten wir das so, in Südtirol z.B. wird auf relativ geringer Fläche (wie im Interview angesprochen) mit bestimmtem Mitteleinsatz ein relativ hoher Ertrag erzielt. In Skandinavien z.B. wäre das nicht der Fall. Das Klima ist zu kühl und die Böden sind zu karg, um mit unserem Produktionsniveau mithalten zu können. Um den gleichen Ertrag wie bei uns zu erzielen, müsste eine deutlich größere Fläche mit Äpfeln bepflanzt werden. Außerdem würde der Mitteleinsatz aufgrund des skandinavischen Wetters deutlich höher ausfallen. Das ist weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll. (Ganz zu schweigen davon, dass der skandinavische Apfelpreis aufgrund des höheren Mitteleinsatzes und Arbeitsaufwandes in die Höhe schnellen würde...). Würde in Südtirol (oder dehnen wir unser Gedankenexperiment aus, weltweit) nur für den regionalen Markt und nicht für den Export produziert werden, dann müssten unsere skandinavischen Nachbarn gegebenenfalls auf Äpfel verzichten.

Andererseits, wie würde es dann bei uns aussehen, würden weiltweit nur noch Lebensmittel für den eigenen Markt produziert werden? Im Winter sind unsere Böden gefroren, manche Feldfrüchte sind allerdings sehr gut lagerfähig, dazu zählen z.B. Kartoffeln oder Kürbis. Würden wir keine Importe aus südlicheren Ländern erhalten, dann würde es bei uns im Winter sehr mager mit frischem Obst und Gemüse aussehen. Anstatt uns im Supermarkt mit frischem Salat, Tomaten, Zucchini, Ananas oder Orangen versorgen zu können, bliebe uns nichts anderes übrig, als von Sauerkraut und Erdäpfeln zu leben, bis die Tage wieder länger werden... ;-)
Ergo: offener Welthandel macht schon doch einen Sinn. Auch in der Landwirtschaft.

Bild des Benutzers Michael Bockhorni
Michael Bockhorni 03.10.2020, 11:51

unter dem Aspekt des Klimaschutzes schneidet eine regionale, saisonale und biologische Ernährung auf jeden Fall besser ab. Da nur die Kalorieneffizienz zu betrachten ist absolut unzureichend, es gibt haufenweise fundiertere Vergleiche. Die Angst von Sauerkraut und Erdäpfel zu leben zeigt nur wieviel Wissen (und auch Angebot) von vielfältigen Wintergemüse verloren gegangen ist. Klingt ähnlich wie ohne Atomkraft gehen uns die Lichter aus ;-)

Bild des Benutzers Herta Abram
Herta Abram 03.10.2020, 13:50

Genau, Michael Bockhorni
Ich würde mir, für die Debatten zu zukunftsorientiertem Wirtschaften, eine verpflichtende Mithineinnahme der Wissenschaft, wünschen.
Scientists for Future Südtirol, ist ja deshalb gegründet worden. https://www.scientistsforfuture.bz/de/scientists-for-future-south-tyrol-...

Bild des Benutzers Elisabeth Garber
Elisabeth Garber 03.10.2020, 16:49

Natürlich Zustimmung Frau Abram und Herr Bockhorni!

Bild des Benutzers Christian Mair
Christian Mair 03.10.2020, 15:46

Begrenzte Ressourcen, Klimawandel und das Ende von billigem Öl werden Wohlhabende früher oder später zu Verzicht zwingen. Öffentliche Subventionen sollten das berücksichtigen.

Bild des Benutzers Hannes von chAos
Hannes von chAos 03.10.2020, 11:38

Dann haben wir ca. 850.000 Tonnen Äpfel zu viel.

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m s 03.10.2020, 12:54

Ich behaupte mal wir haben generell ein Problem mit unserer Art des Wirtschaftens. Ein gewisser Austausch und Export ist in Ordnung, aber wie man gerade in der Coronakrise gesehen hat, ist die völlige Konzentration auf Effizienz und Erlös mit langen Lieferketten (wobei die Kolleteralschäden momentan nicht verrechnet werden) auch gefährlich und könnte zukünftig auch die Versorgungssicherheit von Ländern gefährden. Mehr Anbauvielfalt wäre z.B auch von Vorteil, zumindest für das Artenreichtum und auch um Pestizide einzuschränken. Über das Wie wird noch lange zu diskutieren sein, aber ein Weiterso ist wohl auch nicht mehr auf längere Sicht möglich.

Bild des Benutzers Elsa Leitgeb (gesperrt)
Elsa Leitgeb (gesperrt) 03.10.2020, 15:30

Warum gibt es dann knapp 500 AKWs weltweit? Davon knapp 30% nur in Europa...

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