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Tourismus

"An der Zeit zu sagen: Es reicht."

Tourismuslandesrat Arnold Schuler über den Bettenstopp, die neuen Regelungen im Tourismussektor, den plötzlichen Aufschrei der Hoteliers und die Ziele der Politik.
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Kommentare

Bild des Benutzers Egon T
Egon T 02.03.2021, 16:08

Das Problem ist auch der HGV. Dort versteht man sich mittlerweile nur mehr als Lobbyvertretung für Luxushotels. Es gibt eine frappierende Lücke im Vorstand des HGV, 3 Sterne Hotels und Pensionen sucht man da vergebens. Und entsprechend despektierlich wird alles was kein Upper class Hotel ist auch behandelt. Familiär geführte Schullandheime und Jugendgästehäuser werden da schnell mit dem Nimbus der Unterschicht stigmatisiert. Wenn man dort also jetzt nach "mehr Qualität" schreit, dann ist damit auch ein Verdrängungswettbewerb gemeint. An dessen Ende die Betten von leistbaren Pensionen und Hotels ins Hochpreissegment umverteilt werden sollen, nämlich jener Gruppe die sich im Vorstand des Verbandes befindet.

Bild des Benutzers Johann Georg Bernhart
Johann Georg Bernhart 03.03.2021, 10:31

Herr Schuler
Ich kann Sie nicht verstehen, einerseits fördern sie den Tourismus mit 30 Millionen IDM für Werbung und auf der anderen Seite wollen sie einen Bettenstopp, das passt nicht zusammen,
das selbe gilt für die Milchbauer eine Kuh kann nicht auf Knopfdruck keine oder weniger Milch geben.
Herr Schuler ,sie sind selbst Bauer und sollten die Probleme der Bauern am besten kennen, leider sieht man das nicht mehr, vom Rebellen zum Verhinderer sind sie geworden.

Bild des Benutzers Thomas Benedikter
Thomas Benedikter 03.03.2021, 11:04

Wenn LR Schuler zur Einsicht gelangt, dass es mit der touristischen Beanspruchung unseres Landes reicht, ist das schon mal ein Durchbruch. Wenn gar die Bettenzahl gedeckelt wird und die schlimmsten Neuausweisungen von Tourismuszonen verhindert werden, wäre dies das Allermindeste. Man kann dem LR nur die Daumen drücken, dass er sich gegen den allmächtigen HGV durchsetzt. Doch liegt die Crux nicht in der dann nicht mehr möglichen quantitativen Erweiterung der Betten, sondern in der "qualitativen Erweiterung". Welch geniales neues deeeehnbares Gummiwort. Der Flächenverbrauch für Chalet-Dörfer und 5*-Anlagen (z.B. das Feuerstein-Resort in Pflersch) gleicht jenem von Weilern. Das Bauvolumen, die energieintensiven Wellness-Bereiche, die neu erzeugte Mobilität durch den Kurzzeittourismus dorthin, die touristischen Freizeitanlagen drumherum (weil Natur und Landschaft für den 5-Sterne-Gast nie genügen) sind andere Maßstäbe.
Zu diesen Gummiregelungen in Sachen Bettenobergrenze passt die Bettenbörse perfekt: jede Gemeinde wird freihand entscheiden, welche niederklassigen Betten durch "Qualitätsbetten" ersetzt werden. Egon T. bemerkt zu Recht oben, dass mit dieser Strategie die Betten von leistbaren Pensionen und Hotels ins Hochpreissegment umverteilt werden. Genau deshalb passt das dem HGV ins Konzept. Genau deshalb ist Schulers neues Konzept erst ein Anfang, wenn man den Übertourismus mit all seinen Folgen bremsen will.

Bild des Benutzers Michl T.
Michl T. 03.03.2021, 15:19

mir ist noch nicht ganz klar ob die Bettenbörse nur innerhalb einer Gemeinde gilt oder ob ich Betten von Gemeinde A nach Gemeinde B "verkaufen" kann.
Das Instrument scheint auch nicht ganz durchdacht oder mutwillig schlecht konstruiert zu sein. denn ein Tal, das touristisch noch kaum entwickelt ist (ja, so was gibt es auch noch in Südtirol!) hätte damit keine Chance, z.B. ein kleines Hotel zu realisieren. Nicht überall im Land ist der Leidensdruck unter den Touristenmassen gleich hoch. und eine sanfte Entwicklung in einigen Orten sollte möglich bleiben. Man könnte eine Obergrenze von Betten an der Einwohnerzahl der Gemeinde bemessen. Eine "Verträglichkeitsgrenze" definieren. Aber hey, wer bin denn ich schon? Werde ja nich dafür bezahlt mir solche Gedanken zu machen, im Gegensatz zu einem LR..

Bild des Benutzers Johann Georg Bernhart
Johann Georg Bernhart 03.03.2021, 15:48

Wäre sicher ein Lösung, der Vorschlag von Herr Michl ist brauchbar, denn unterentwickelte Täler gibt es noch im westen des Landes.
T. Benedikter lebt in der falschen Welt, er hat von seinem Vater nichts mitbekommen.

Bild des Benutzers Michl T.
Michl T. 03.03.2021, 16:47

Eine ganz generelle Betten-Stopp-Aktion wäre wettbewerbsrechtlich bedenklich. Niemand darf mir meine unternehmerische Initiative von haus aus verbieten, weil auf der Bettenbörse gerade keine Betten "rumstehen". Um ein Gewerbe Kapazitätsmäßig nach oben zu beschränken muss man schon sehr schwere Geschütze ins Feld führen. sonst geht so eine Regelung in Franzen auf, so schnell kann der LR gar nicht schauen..

Peter Gasser 03.03.2021, 18:20

Solche begrenzende Regelungen gibt es in den meisten anderen Wirtschafts-Sektoren auch.

Bild des Benutzers Michl T.
Michl T. 03.03.2021, 20:12

Für viele Berufe gibt es Zugangsbeschränkungen, also Qualifilationen oder Prüfungen - meist zu Recht.
Aber eine Mengenmäßige Obergrenze? Gibt‘s meines Wissens nicht viele.
Probiert mal zu sagen wie deckeln Landesweit die Zahl der Frisörstühle oder der Einzelhandels-Regale. Da zeigen sie dir doch den Vogel! (Zu Recht)

Peter Gasser 03.03.2021, 20:25

Versuchen Sie mal irgendwo beispielsweise einen neuen Weinberg anzulegen.

Bild des Benutzers Michl T.
Michl T. 04.03.2021, 14:11

mir wäre neu dass die Höchstzahl der Rebstöcke im Land begrenzt ist

Peter Gasser 04.03.2021, 18:34

ich hatte doch nicht von Rebstöcken, sondern von „Weinbergen“ gesprochen...
das Pflanzen von mehr Rebstöcken käme dem Einbau von mehr Betten im selben Zimmer gleich: beides verringert die Qualität.

Bild des Benutzers Herta Abram
Herta Abram 04.03.2021, 09:55

Danke für Ihre Perspektive, Sachlichkeit und Weitsicht in Ihren Artikeln, Herr Benedikter!
Wir müssen uns endlich vor Augen halten, dass die Art und Weise, wie wir unseren Lebensstandard aufrechterhalten erhalten wollen, die Umwelt und Natur weiter aus dem Geleichgewicht geraten lässt.
An erster Stelle muss: „Umwelt und Naturschutz = Zivilisationsschutz!“, stehen, in allen Bereichen.
Natürlich braucht dies die gesamtgesellschaftliche Kraft um gute, langfristige Lösungen für möglichst Viele zu erreichen.
- Ich halte dem LR Schuler auch die Daumen, und erwarte von den jeweiligen Touristik-, Wirtschaft- und Landwirtschaft-Vertretungen, Kooperationsbereitschaft, Weitsicht und ein Verstehen-wollen von Zusammenhängen.

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