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Community-Frage an: Thomas Widmann

Berta Pichler, Bozen fragt:
Sie haben in der Vergangenheit als Mobilitätslandesrat z.T. bewiesen, dass Sie zielstrebig Projekte zur nachhaltigen Mobilität umsetzen können. Der Landeshauptstadt und dem Überetsch sind Sie aber sicherlich noch etwas schuldig geblieben. Daher frage ich Sie jetzt folgendes:
1) Welche konkreten Mobilitätsmaßnahmen würden Sie in der Rolle als künftiger Mobilitätslandesrat innerhalb der nächsten Legislaturperiode in Bozen und Umgebung umsetzen? 
2) Welche Fahrverbote würden Sie unterstützen? 
3) Wie überzeugen Sie die Bevölkerung und die Wirtschaft von der Notwendigkeit eines Umdenkens in der Mobilität?

Thomas Widmann (SVP)

 
1) Wer der oder die künftige Mobilitätslandesrat/ -rätin sein wird, das bleibt grundsätzlich zunächst abzuwarten.
Fakt ist:
Bozen und Umgebung brauchen jetzt wirksame, aufeinander abgestimmte und vor allem sehr schnell umsetzbare Mobilitätslösungen, denen in der Planung, Finanzierung und Umsetzung eine gewisse Priorität eingeräumt werden muss.
Das Konzept Metrobus (das vor einigen Jahren gemeinsam mit den Gemeinden Bozen, Eppan und Kaltern beschlossen wurde) beispielsweise ist auf gutem Weg und wird auch stark angenommen. Das beweist die Tatsache, dass seit 2014 der Zuwachs der Nutzerzahlen der Busse Überetsch-Bozen zehnmal so hoch ist wie der Zuwachs des Verkehrsaufkommens (Straße) auf derselben Achse.
Was es sicher braucht und kurzfristig umsetzbar ist, sind bessere, dichtere und auch direkte Bus-Anbindungen der gesamten Zone Bozen Süd und anderer Gewerbezonen, Auffangparkplätze außerhalb der Stadt, Einsatz von zusätzlichen Zügen und Bussen zu den Hauptverkehrszeiten sowie zum Teil auch am späteren Abend;
Güterverkehr: für eine Verlagerung auf die Schiene müssen zunächst die Rahmenbedingungen und Voraussetzungen geschaffen werden, angefangen bei den effizienten Verlademöglichkeiten bis hin zu gemeinsam abgestimmten Lösungen auf gesamteuropäischer Ebene. 
Vor allem gilt es, das Informationsmanagement / die aktuelle Fahrgastinformation sowie den gesamten Bereich Datenaustausch  (Echtzeit) im Bereich der Mobilität deutlich zu optimieren (hier herrscht vor allem im ÖPV noch Nachholbedarf!), dies gilt sowohl landesintern als auch im Hinblick auf die grenzübergreifende Vernetzung mit den Nachbarländern und -regionen.
 
Thomas Widmann
Facebook/Thomas Widmann
2) Ein Grundsatz ist für mich ganz klar: Bevor Fahrverbote ausgesprochen werden, sind geeignete und anwendbare Alternativen bereitzustellen. 
 
3) Ein Umdenken und vielfach auch ein neues Mobilitätsverhalten findet bereits statt bei einem guten Teil der Bevölkerung. In meinen 10 Jahren als Mobilitätslandesrat hat sich immer wieder ganz klar gezeigt: ein attraktives Angebot wird von der Bevölkerung gerne angenommen und genutzt.
 
Der erfolgte Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes, die Taktfahrpläne sowie die Einführung des Südtirol Pass und den Schüler- und Senioren-Abos haben dazu geführt, dass gerade bei vielen Jugendlichen ist die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel heute eine Selbstverständlichkeit ist. Das stimmt optimistisch auch für das zukünftige Mobilitätsverhalten unserer Bevölkerung und darauf können wir aufbauen.
 
Mobilität ist und bleibt auch weiterhin die Grundlage für das Funktionieren unserer Gesellschaft und unserer Wirtschaft. Unsere Aufgabe ist, diese Mobilität menschen- und umweltfreundlich zu gestalten.
Von der Notwendigkeit, dass sich hier noch einiges ändern muss, davon sind heute eigentlich alle überzeugt, und das ist sehr positiv. Was im Moment zum Teil fehlt, sind konkrete oder unmittelbar anwendbare Alternativen für bestimmte Zielgruppen.
Ziel muss sein, mit einer weiteren Optimierung des ÖPV, mit ganzheitlichen umweltfreundlichen Mobilitätskonzepten noch weitere Zielgruppen für das Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel zu motivieren bzw. das  Umrüsten auf emissionsarme/emissionsfreie Fahrzeuge voran zu treiben. Es gilt, konkrete und vielfältige Lösungen bereit zu stellen, damit  Jeder und Jede Einzelne selbst einen konkreten Beitrag zu einer Entlastung der Straßen, der Ortschaften und der Umwelt und zur Erhaltung seiner eigenen Lebensqualität beitragen kann. Hier braucht es sicher langfristige, großräumige Lösungen und Konzepte, aber es braucht auch klare Prioritäten und Zielstrebigkeit, um die notwendigen kurzfristigen Maßnahmen rasch anzugehen und umzusetzen.

 

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