Advertisement
Advertisement
Keinem englischen Leader scheint der Abschied aus der EU für seine politische Zukunft dienlich zu sein

Und wenn der Brexit wirklich ein Unfall war?

Nach dem Remain-Befürworter Cameron tritt auch Brexit-Vorkämpfer Farage zurück
Community-Beitrag von Martin Daniel04.07.2016
Bild des Benutzers Martin Daniel
Advertisement

Kein politischer Leader hat zehn Tage nach dem Austritts-Referendum seine Position beibehalten. Premier, Remain-Befürworter und Referendums-Verlierer Cameron: zurückgetreten. Brexit-Wortführer und Referendums-Gewinner Johnson: verzichtet auf Cameron-Nachfolge (und wohl auch auf weitere Karriere in der Politik). Oppositionsführer, Remain-Befürworter und Referendums-Mitverlierer Corbyn: vom Gros seiner Partei zum Rückzug aufgefordert. Und nun: Nigel Farage, Bannerträger des Brexit, der erste britische Leader, der den Austritt seines Landes aus der EU verlangte und zum Kernpunkt seiner Partei erhob, Referendums-Gewinner: zurückgetreten.

Kann keiner von ihnen mit der Situation umgehen? Hat niemand von ihnen mit diesem Ergebnis gerechnet und nur mit dem Säbel rasseln wollen? War am Ende doch alles nur ein Unfall, mit Nebenwirkungen für einen ganzen Kontinent? Dann wären all die rationalen Erklärungsversuche, die von der europäischen Austeritätspolitik über die Flüchtlingskrise bis zum Demokratiedefizit der EU und dem Egoismus der Nationalstaaten reichen zumindest auf den Prüfstand zu stellen. Wer weiß, vielleicht spielten hier der Zufall, persönliche Egoismen und irrationale Beweggründe die entscheidende Rolle. Wir werden es wohl nie mit Sicherheit erfahren.

 

Advertisement
Advertisement

Kommentar schreiben

Kommentare

Bild des Benutzers Oliver H. (gesperrt)
Oliver H. (gesperrt) 04.07.2016, 13:52
Dass Nigel Farage zurücktritt, empfinde ich als nur logisch. Seine Mission war es, das vereinigte Königreich aus der EU zu lotsen. Diese Mission hat er erfüllt, wieso also weitermachen? Ob der Brexit ein Schritt nach vorne oder ein Schritt nach hinten ist, hängt von den Entscheidungen der nächsten Jahre ab. Ich hoffe das beste. Gerade deshalb ist die Amtszeit des nächsten Premiers im vereinigten Königreich eine sehr wichtige. Dass gerade in Zeiten, in denen es um etwas geht, niemand wirklich das Ruder übernehmen möchte, sollte uns zu denken geben.
Bild des Benutzers Dr. Streiter
Dr. Streiter 04.07.2016, 18:07
I'ts not over until the fat lady sings. Der Brexit ist noch nicht vollzogen. Es ist recht einsichtig dass jemand der kurz vor seinem Lebensziel ist, nicht abspringt. Erst wenn er's wirklich in der Hand hält. Das ist suspekt aber es ist nicht auszuschliessen.
Bild des Benutzers gorgias
gorgias 04.07.2016, 19:50
Tut mir leid wirklich nichts verstanden. So wie Dr. Streiter sagt: Das Spiel ist noch nicht zu Ende solange das Vereinigte Königreich nicht Artikel 50 anruft und den Austritt initiiert. Ja solange nicht Artikel 50 nicht in Kraft tritt, kann es ruhig sein das in ein paar Monaten man irgendwie sich das neue politische Personal darum windet. Ja es ist bezeichnend dass Farage gerade jetzt zurück tritt anstatt darauf zu pochen und darauf wacht, dass jemand endlich das macht auf das der Rest Europas schon seit fast 2 Wochen wartet. Was jetzt passiert ist, dass die Leave-Fraktion in sich zusammenbricht wie ein Kartenhaus, weil sie in all den Monaten nur heiße Luft geblasen hat und nun nichts zu liefern hat.
Bild des Benutzers Roland Kofler
Roland Kofler 09.07.2016, 23:10
ich habe mir gedanken gemacht warum Farage vorher gegangen ist. Man kann in einem Menschn net hineinschauen heisst es. Es bleiben ein paar Modelle übrig. Die schönste Variante für Farage ist es, den Brexit nicht durchzuziehen zu müssen, als Aktiver Politiker mit all these questions. Sondern kurz mal abzutreten und dann im taktisch günstigen Moment zu sagen: ich habs ja gewusst! Das gilt auch für Bojo und Cameron. Anscheinend reisst sich niemand um den Job, aber ja in der 2ten Reihe findet sich immer einer der unbedingt muss.
Bild des Benutzers Peter Grünfelder
Peter Grünfelder 05.07.2016, 12:43
Der direkten Demokratie wird von vielen Zweiflern ein hoher Grad an Manipulationsmöglichkeit bescheinigt. Ist das denn bei den Wahlen unserer Volksvertreter anders? Wohl kaum, und wenn wir auf die letzten politischen Entwicklungen von Südtirol oder Italien schauen, so meine ich behaupten zu können, dass die Manipulation gerade eben durch Volksvertreter zur Tagesordnung gehört. In diesem Sinne lebe die direkte Demokratie. Ich werde sie nach Kräften unterstützen!
Bild des Benutzers F. T.
F. T. 06.07.2016, 23:10
Hören Sie auf mit den Lobpreisungen der direkten Demokratie. Was die anstellen kann sehen wir gerade. Mitden Politkern sind wir jetzt 60 Jahre über die Runden gekommen. Solche Katastrophen haben sie nicht erzeugt. Die Lügner Johnson und Farange ziehe jetzt den Schwanz ein und weigern sich den Trümmerhaufen aufzuräumen . Das sagt doch alles über die moralische Interität dieser Verfechter der Volksabstimmungen. Ich halte es mit FJ Strauss: "Vox populi, Vox Rindvieh".Er hat wieder einmal Recht gehabt der FJS.
Advertisement
Advertisement
Advertisement