Lucius Tamm
Rudi Maurer
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Pestizide

„Die Faktenlage ist klar“

Südtirol sollte den Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden massiv herunterfahren: Wie und warum, legt der Schweizer Agrarwissenschaftler Lucius Tamm dar.
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Ritratto di Werner Heiss
Werner Heiss 1 Aprile, 2017 - 09:56

Deutsche und Schweizer scheinen sich berufen zu fühlen, uns Südtiroler den Umweltschutz zu erklären. Wohl gemerkt zwei Länder die mit Ihren Chemieriesen weltweit riesige Schäden anrichten und Profite einfahren. Hätten die in Ihren Länder nicht genug zu tun, Deutschland mit seiner hoch Industrialisierten Agrar- und Viehwirtschaft die ganze Landstriche versucht hat, dass jetzt selbst die EU Bussen angedroht hat und die Schweiz die was Biodiversität und Bodenverdichtung anbelangt den letzten Platz in Europa belegt.

Zu gute halten kann man Herr Tamm dass er zu verschiedenen Punkten wenigstens eine differenzierte Meinung hat. Was IP anbelangt, hat die Schweiz wirklich früh einen guten Weg eingeschlagen aber wie Herr Tamm anmerkte leider nicht konsequent weiterentwickelt. Für mich war IP lange eine guter Kompromiss zwischen konventionellem- und biolandbau. Aber aus verschiedenen Gründen wurde es nicht weiter entwickelt. Die Verharmlosung von Kupfer kann ich nicht ganz nachvollziehen. Herr Tamm müsste doch wissen, dass es in den Weinbaugebieten in der Schweiz viele Gemeinden gibt, die Ihre Grundwasserbrunnen aufgrund zu hoher Kupferwerte schließen mussten. Was die komplette Umstellung auf Biolandbau/Produktion anbelangt (ich habe es gelesen, dass da Herr Tamm eine differenzierte Meinung hat die ich so auch teilen kann) kann ich aus der Praxis sagen, dass ich bemüht bin meine Produktion nachhaltig zu gestalten und die Kunden davon zu überzeugen. Es ist aber nur ein kleiner Teil bereit dafür auch mehr Geld auszugeben. Im Gespräch finden nachhaltig fast alle Toll und nur wenige stehen auch zu ihrem wirklichen Kaufverhalten. Die Verkaufszahlen sprechen aber eine ganz klare Sprache und die heisst nicht Bio. Insofern kann ich den Titel bestätigen „Die Faktenlage ist klar“ und kann dazu sagen, klar ist das nichts klar ist. Zumindest für die die in der Realität leben und nicht einfach einigen Ideologien nach hängen.

Ritratto di Alexander Schiebel
Alexander Schiebel 1 Aprile, 2017 - 17:46

Es ist mir rätselhaft, und das schon seit langem, was die Frage der Nationalität für einen Einfluss auf eine Sachdiskussion haben könnte. Hier geht es um gute vs. schlechte Argumente. Fachwissen vs. Polemik. Und kluge Köpfe gibt es bestimmt in aller Herren Länder. ("Deutsche und Schweizer scheinen sich berufen zu fühlen, uns Südtiroler den Umweltschutz zu erklären."

Ritratto di Werner Heiss
Werner Heiss 1 Aprile, 2017 - 18:53

Glauben Sie denn dass im Südtirol das Wissen nicht vorhanden ist für einen guten Umweltschutz? Ist es das Problem, dass man nicht weiss wie man Umweltschutz betreibt oder fehlen ganz einfach die Märkte und Überzeugung bei den Kunden um die ganzen Bioprodukte abzusetzen die teils Leute produzieren wollen? Ich bin der letzte, der sonst solch ein Nationalitäten denken hat, aber mir stößt es einfach sauer auf, wenn aus München solche Polemik und eben nicht Fachwissen betrieben wird wie es zur Zeit geschieht. Zuerst sollte man mal selber zeigen, dass man sein Haus in Ordnung halten kann und das ist in Deutschland und auch der Schweiz nicht der Fall. Wenn Herr Tamm was von Biodiversität und Korridoren erzählt ist das für mich einfach nicht glaubwürdig. In der Schweiz gab es dazu schon vor über 10 Jahren Projekte und Studien von der FH Wädenswil die zeigten, dass es eben genau nicht den gewünschten Effekt hatte und die Positionierung was Biodiversität in der Schweiz anbelangt zeigt ganz klar, wie gut die Rezepte von da sind was das anbelangt. Und Sie können sich gerne meiner Frage unten nach dem genialen Verkaufskonzept für Bioprodukte unten anschließen.

Ritratto di pérvasion
pérvasion 2 Aprile, 2017 - 10:59

»Zuerst sollte man mal selber zeigen, dass man sein Haus in Ordnung halten kann…« Blödsinn, Deutschland ist nicht das Haus der Münchner UmweltschützerInnen, in dem sie frei bestimmen könnten, wie es abzulaufen hat. Sie können ihre (gute oder schlechte, das sei mal dahingestellt) ihre Lobbyarbeit für eine bessere Umwelt und Lebens(mittel)qualität ohne an Glaubwürdigkeit einzubüßen, gleichzeitig in Bayern und anderswo (z.B. Südtirol) machen. Ich bin froh, wenn langsam auch in diesem Bereich eine europäische — und nicht an Staatsgrenzen gebundene — Perspektive entsteht. Schließlich haben wir ja auch einen Binnenmarkt und Südtiroler Äpfel sind in München genauso präsent wie in Bozen oder Meran.

Ritratto di Werner Heiss
Werner Heiss 2 Aprile, 2017 - 23:26

Das ist ja eine interessante Aussage, die Sie machen. Ist aber auch zu blöde, dass man nur soviel zusagen hat, wie man bei den Wahlen Leute mobilisieren kann. Ist aber auch so eine Krux mit der Demokratie. Vielleicht liegt es ja daran, dass man nicht mehr zusagen hat weil man keine tragfähigen Konzepte hinbekommt. Dass da Leute von höherer Wertschöpfung quasseln aber nicht erklären können, wie die den statt finden soll ;). Es ist eine billige Polemik und Effekthascherei, die die Grünen aus Bayer auf kosten des Südtirols betreiben. Wenn Sie was für weniger Spritzmittel im Südtirol tun wollen, dann sollen Sie die Bayern dazu bewegen, mehr Bio-Äpfel aus dem Südtirol zu kaufen. Wie Sie ja trefflich bemerken, sind die ja in Bayern präsent. Da müsste man ja aber wieder die Leute für sich und seine Ideen gewinnen. Das ist aber nicht so einfach, wie unverbindliche Unterschriften zu sammeln und dem Finger auf andere zu zeigen, weil man beim ersteren die Zeche dafür bezahlen muss.

Ritratto di Ein Leser
Ein Leser 2 Aprile, 2017 - 11:33

Für mich ist die wichtigste Aussage im Interview folgende:
"Es ist natürlich nicht einfach, ein Anbausystem so weiterzuentwickeln und es wird auch etwas kosten, so etwas gibt es nicht gratis. Und deshalb ist es extrem wichtig, dass die Gesellschaft die ökologischen Leistungen der Landwirte anerkennt und auch entschädigt. Man kann nicht nur fordern, und die Leute dann allein lassen."
Nur so kann eine Neuausrichtung funktionieren. Die Gesellschaft insgesamt muss sie mittragen.
Daran könnte sich auch das "Wunder von Mals" orientieren.

Ritratto di Martin Hilpold
Martin Hilpold 3 Aprile, 2017 - 09:17

Deutsche und Schweizer... Wohl gemerkt zwei Länder die mit Ihren Chemieriesen weltweit riesige Schäden anrichten und Profite einfahren" Weltweit richten die Schäden an und in Südtirol nicht. Ja was wird denn hier gespritzt? Heumilchmolke und Kamillentee? Das Zeug der Chemieriesen spritzt aus den Düsen der konventionellen und integrierten Spritzmittelanhänger.

Ritratto di Martin Hilpold
Martin Hilpold 1 Aprile, 2017 - 13:26

"Ich würde mich auf die Wertschöpfung konzertieren. Tonnen an Äpfeln ist nicht die interessante Messgröße."Das ist ein Punkt, der von den Landwirten oft wenig berücksichtigt wird. In der Nutztierhaltung kommt man langsam drauf, dass man mit intensiver und auf Masse aufbauender Landwirtschaft nicht weiter kommt und Betriebe ökonomisch schlechter dastehen. http://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/k....

Ritratto di Werner Heiss
Werner Heiss 1 Aprile, 2017 - 16:25

"Ich würde mich auf die Wertschöpfung konzertieren. Tonnen an Äpfeln ist nicht die interessante Messgröße."Das ist ein Punkt, der von den Landwirten oft wenig berücksichtigt wird.

Sie scheinen eine Marktlücke entdeckt zu haben oder Wissen, wo es noch eine Unterversorgung von Bioprodukten gibt. Ich muss mich auf einem gesättigten Markt bewegen in dem es Marktanteile nur durch Verdrängung gibt. Ich kann bei Besserverdiener durch Bezugnahme auf die Alpenregion und ihre einzigartigen Produkte manchmal Kunden vom Kauf von Bioprodukten statt konventionellen überzeugen. Das geht aber nur mühsam über die Emotionalisierung des Produkts und ist nicht so einfach auf einen Massenmarkt umzusetzen. Bei Äpfel würde mir aber viele Argument genau für das fehlen.
Sie können jetzt mich als Händler und die Landwirte die Sie ansprechen von Ihrem einzigartigen Konzept zur höheren Wertschöpfung inspirieren, dass wir endlich auch zu einer besseren Welt beitragen können. Sie haben jetzt die Gelegenheit zu zeigen, dass es keine Phrasendrescherei ist sondern ein tragbares Konzept, dass nicht nur auf Verdrängung von anderen Bioprodukten beruht.

In der Nutztierhaltung kommt man langsam drauf, dass man mit intensiver und auf Masse aufbauender Landwirtschaft nicht weiter kommt und Betriebe ökonomisch schlechter dastehen.

Können Sie Ihre Aussage quantifizieren oder ist es einfach ein Bauchgefühl? Ich kann keinen solche Trend feststellen obwohl ich es sehr begrüßen würde. Aber bei mir machte einen Schwalbe noch keinen Sommer.

Ritratto di Martin Hilpold
Martin Hilpold 3 Aprile, 2017 - 09:56

Nein, keine Marktlücke, das nennt sich Betriebswirtschaft, und jeder einzelne Bauer, der Investitionen vornimmt, kann sowas machen. Pestizide und Ausbringen von Pestiziden sind Kosten, Aufrüsten mit Hagelnetzen sind Kosten, Neuanlage sind Kosten usw. Rentiert sich das? Wie groß ist der Gewinn? Wann ist mit Gewinn zu rechnen? Ist der Gewinn größer wenn ich Erdäpfel statt Äpfel pflanze?
Es geht hier nicht um Bio und Nicht Bio sondern um die Frage, wie sich Intensivlandwirtschaft in Zukunft entwickelt, auch in Hinblick auf die im Interview angesprochen Zielkonflikte (Landwirtschaft Tourismus). Ich persönlich glaube, dass es nicht ewig so weitergehen wird, weil die Polen und Rumänen den europäischen Markt mit konventionellen Äpfeln immer mehr bedienen. Südtirols Betriebe werden nicht konkurrenzfähig sein. Heute sind sie es noch, weil Südtirol mit den vielen Obstmagazinen die Märkte gut bedienen kann. Doch die anderen rüsten auf. Die grossen Sortieranlagen werden heute in Osteuropa gebaut. Mit Masse werden Südtirols kleine Betriebe in Zukunft kein Geschäft machen, sagt mein Bauch und auch mein Kopf.
Was Biodiversität betrifft möchte ich an die Frösche erinnern. Herr Tamm sagte: "Die Einzelwirkstoffe sind rückwärts und vorwärts geprüft, natürlich." Die Wirkung auf Amphibien wird bei Zulassungen von Pestziden nicht geprüft.
https://www.salto.bz/de/article/29082016/froesche-bleibt-im-wasser

Ritratto di Werner Heiss
Werner Heiss 3 Aprile, 2017 - 21:40

Nein, keine Marktlücke, das nennt sich Betriebswirtschaft, und jeder einzelne Bauer, der Investitionen vornimmt, kann sowas machen. Pestizide und Ausbringen von Pestiziden sind Kosten, Aufrüsten mit Hagelnetzen sind Kosten, Neuanlage sind Kosten usw. Rentiert sich das? Wie groß ist der Gewinn? Wann ist mit Gewinn zu rechnen? Ist der Gewinn größer wenn ich Erdäpfel statt Äpfel pflanze?

Wollen Sie mich verarschen? Glauben Sie dass Händler und Bauern Idioten sind? Sie mögen ja ein lieber Kerl sein, aber ich gehe jetzt lieber nicht weiter auf das ein, was Sie hier schreiben sonst werde ich noch unfreundlich.

Ritratto di Martin Hilpold
Martin Hilpold 4 Aprile, 2017 - 14:09

Lieber Werner Heiss, ich habe hier nur ein Nischenprodukt propagiert- die Kartoffel. Terlaner Spargelbauern, Gemüsebauern (Sabina Kaslatter Mur), Kräuterbauern usw. sind Landwirte, die nicht mit Äpfeln sondern mit anderen Produkten ihren Betrieb betreiben. Für den Vinschgau typisch sind die Marillen. Jedes Jahr kaufe ich eine Kiste Vinschger Marillen, wobei es voriges Jahr nicht einfach war, welche zu bekommen. Der Marillenanbau ist ausbaufähig (wird auch gefördert). Auch der Bauernbund propagiert Nischenprodukte, ich und der Bauernbund: https://www.sbb.it/home/news-detail/index/2013/04/09/auf-nischenprodukte.... Ich hätte auch von Kastanien schreiben können: "Gegenüber manch anderen landwirtschaftlichen Produkten, genießen Kastanien einen sehr hohen Stellenwert, gerade bei der „nicht bäuerlichen“ Bevölkerung, was wohl auf die naturnahe Bewirtschaftung zurückzuführen ist. Bei optimaler Pflege sind durchaus Erträge von 5000 Kg/Ha möglich. Bei durchschnittlichen Verkaufspreisen von 4 bis 6 €/Kg und geringen Produktionskosten, kann es durchaus wirtschaftlich eine interessante Nische sein. Was es in Zukunft braucht, ist mehr Professionalität im Anbau und in der Vermarktung um dieses Potenzial nutzen zu können." siehe http://www.kastanien.it/kastanienverein/cms/anbaugebiet/ Es gibt Kulturen, bei denen ein großer Unterschied zwischen Bio und nicht Bio besteht, bei Kastanien nicht.
Eine differnzierte Landnutzung ist das Gegenteil von Monokultur und durch die Förderung von Nischenprodukten und von Produkten für den regionalen Verzehr (z.B. Kartoffeln) kommt man einer nachhaltigen Landwirtschaft mit regionalen Kreisläufen näher.

Ritratto di Ein Leser
Ein Leser 5 Aprile, 2017 - 06:59

Können Sie mir etwas zur Artenvielfalt (Flora und Fauna) auf den von ihnen propagierten Kartoffel- und Spargeläckern sagen?

Ritratto di Martin Hilpold
Martin Hilpold 5 Aprile, 2017 - 11:07

Naja, die Artenvielfalt im Kartoffel- und Spargelacker ist sehr überschauber. Wie Herr Tamm aber darlegte sind Obstkulturen sehr intensiv (es wird mehr gespritzt- viel mehr als bei Spargel und Kartoffeln). Pestizde gelangen durch Abdrift auch auf Nicht- Zielflächen (= Wälder, Naturschutzgebiete, Gärten usw.). Dort kommt es dadurch ebenfalls zum Rückgang von Artenzahlen. "Es ist die Summe der in der Landwirtschaft und da besonders im industrialisierten Obstbau eingesetzten Stoffe. ...Aber auch heute sieht man sehr deutlich, dass überall dort, wo Spritzmitteleinsatz stattfindet, nicht nur im Tal, sondern auch an den angrenzenden Hängen, extreme „Schmetterlingsarmut“ zu beobachten ist. Zahlreiche Arten sind von diesen Orten verschwunden" erklärte Prof. Tarmann bei den Schmetterlingstagen in Mals. Die Auswirkungen der Obstmonokulturen sind vielfältig, man denke nur an Hagelnetze: Es kann zur starkten Vermehrung von Wühlmäusen kommen und ihre natürlichen Feinde wie Greifvögel können keine Jagd auf die Mäuse machen, da die Flächen eingenetzt sind. Dann werden Giftköder ausgelegt und schon wieder wird mit einem Gift ein Schädling bekämpft. Auch wenn ein Kartoffel- oder Spargelacker sehr artenarm ist, so können sich solche Kulturen positiv auf auswirken, ein Turmfalke kann im Kartoffelacker leicht jagen und seine Aufgabe als Schädlingsbekämpfer wahrnehmen. Ein artenarmer Acker kann ein Beitrag zur Biodiversität sein, direkt (Turmfalke) oder indirekt (weniger Pestizide).

Ritratto di Ein Leser
Ein Leser 5 Aprile, 2017 - 17:40

Danke. So ist die Sache auch ein wenig differenzierter betrachtet.
Und wie weiter oben schon erwähnt, finde ich mich in der Aussage von Hr. Tamm wieder, dass ein Umschwung nur in Zusammenarbeit und unter Mitarbeit der Gesellschaft möglich ist.

Ritratto di kurt duschek
kurt duschek 2 Aprile, 2017 - 09:15

Das Antwortschreiben des Landeshauprmannes hat mich nachdenklich gemacht. Eine starke Bauernlobby ( nicht Berbauern !! ) will unbedingt eine breite Diskussion und Information verhindern, oder empfinde ich dies falsch ? Ich bin natürlich kein Fachmann, aber manchmal den Hausverstand einsetzen ist nicht schlecht. Der sagt mir, dass hier etwas nicht stimmen kann.

Ritratto di 19 amet
19 amet 3 Aprile, 2017 - 10:22

Ein guter Teil der Südtiroler sind der Meinung unser Land wäre der Mittelpunkt der Welt. Bei uns ist alles Gold, besser als sonstwo auf der Welt, und die "Fremmen" sollen uns das Geld bringen, aber sonst die Pappen halten, denn wir wissen schon selbst am besten wo es lang gehen soll. Die furiose Reaktion der Bauernbündler auf jede Kritik an dem unmöglichen Beitrags- und Privilegiensystem, und natürlich an der Monokultur, ist bezeichnend.

Ritratto di Markus Lobis
Markus Lobis 3 Aprile, 2017 - 08:24

Heiss wehrt sich mit einem ganzen Arsenal von "Argumenten" und versucht mit abenteuerlichen Schlüssen, vom eigentlich Gegenstand der Debatte abzulenken. Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sein wackerer Kampf ein Rückzugsgefecht ist, das dazu geeignet ist, die Schäden noch größer zu machen, bevor die Vernunft sich durchsetzt und das unselige aktuelle Agrarmodell im Müllhaufen der Geschichte verschwindet.

Und: Natürlich ist in Südtirol das Wissen vorhanden, wie der Weg in die Zukunft ausschauen kann, wir haben ja einen steigenden Anteil von Bio-Bauern, auch wenn es noch etwas schneller gehen könnte. Und wir haben in verschiedenen Einrichtungen gut informierte ExpertInnen. Da werden wir noch manche Überraschung erleben, denke ich.

Ritratto di Werner Heiss
Werner Heiss 3 Aprile, 2017 - 21:39

Heiss wehrt sich mit einem ganzen Arsenal von "Argumenten" und versucht mit abenteuerlichen Schlüssen,

- Werden Sie Konkreter

vom eigentlich Gegenstand der Debatte abzulenken.

- nicht abzulenken sondern umlenken, richtig erkannt.

Ich sehe das Hauptproblem auch nicht in der Frage, wie man ohne Chemie Landwirtschaft betreibt, das wissen die Menschen nun schon seit 5000 Jahren sonder in wirtschaftlichen, gesellschaftlichen Fragen und der Versorgungssicherheit.

Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sein wackerer Kampf ein Rückzugsgefecht ist, das dazu geeignet ist, die Schäden noch größer zu machen, bevor die Vernunft sich durchsetzt und das unselige aktuelle Agrarmodell im Müllhaufen der Geschichte verschwindet.

- Für was und wie kämpfe ich denn, dass Sie so einen Aussage machen können?

Ritratto di Klaus Griesser
Klaus Griesser 7 Aprile, 2017 - 22:15

Die Aussagen von Dr. Tamm finde ich grundsätzlich richtig; sie sind Aussagen eines Wissenschaftlers, da spielt die nationale Herkunft keine Rolle, wichtig bei diesem Thema ist seine Unabhängigkeit von Monsanto & Bayer, die scheint mir diesmal gegeben. Das Thema betrifft die Ethik der Versorgung der Bevölkerung mit gesunden, nachhaltigen Lebensmitteln. Und die war ehemals hoch bei den Bauern, aber schon seit langem scheint sie bei den Machern des Bauernbundes abgelegt worden zu sein, an erster Stelle stehen dort die Produktionsmengen und dafür hat sich der Bauernbund zuerst in die Nähe und dann in die Abhängigkeit des "Pflanzenschutzes" alias Chemie begeben. Das geht inzwischen so weit, dass außer der Artenvielfalt der Pflanzen auch die natürliche Artenvielfalt der Mikroorganismen in den Böden gestört/ geschädigt ist, wodurch tendenziell die Bodenfruchtbarkeit abnimmt, sodass die Erträge pro Fläche zurückgehen, was natürlich weitere chemische Aufputschmittel erheischt. Das ist sicher der falsche Weg. Richtungsweisend ist Mals und ich denke das wird eine gesellschaftliche Anstrengung kosten, es wird sich auch auszahlen müssen, wenn ein Bauer gesund und ökologisch produziert. Umgekehrt soll kein Bauer mehr subventioniert werden, der gesellschaftliche Folgekosten an Volksgesundheit und Landschaftszerstörung durch Monokulturen und Chemieeinsatz erzeugt.

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