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Harald Oberrauch
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Interview

"Wir überstehen auch diese Machthaber"

Der Brixner Unternehmer Harald Oberrauch über Brexit, „sexy Berufe" und warum er dem menschengemachten Klimawandel nichts abgewinnen kann.
Di
Ritratto di Julian Mayr
Julian Mayr02.08.2019
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Ritratto di Werner Beikircher
Werner Beikircher 2 Agosto, 2019 - 15:47

Herr Oberrauch, sie sagen, in der Geschichte der "Menschheit" habe es schon mehrere klimatische Schwankungen gegeben. Welche "Menschheit" meinen Sie?
Die Geschichte der Menschheit in nennenswerten Kollektiven ist 10.000 Jahre alt, also von Anfang des Holozäns am Ende der letzten Eiszeit (Beginn von Sesshaftigkeit, Domestikation von Nutztieren und Wachstum der Bevölkerung über Kleingruppen hinaus).
In dieser Zeit hat es natürlich Klimaschwankungen gegeben, wie Hauptoptimum des Holozän (4000-5000 und 6000-7000 v.Ch.), Optimum der Römerzeit, Mittelalterliche Warmzeit, kleine Eiszeit oder Klimaveränderungen durch Vulkanausbrüche. Alle diese Schwankungen waren relativ kurz und selbstlimitierend. Bedeutendere Schwankungen mit längerer Periodic (z.b. Milankovic-Zyklen) waren/sind ebenfalls selbstlimitierend und haben den Homo sapiens gar nicht tangiert. Was aber entscheidend ist: die Temperatur im Holozän, also in der von ihnen zitierten "Menschheitsphase" hat eine mittlere Schwankungsbreite von 1,5°Celsius nie überschritten! Hier zu argumentieren, der Mensch in Europa (plus Ursprungsort Ostafrika) habe gravierende Klimaschwankungen klaglos überstanden, ist Nonsens.
Der derzeitig stattfindende Temperaturanstieg in nie dokumentierter Geschwindigkeit ist einzigartig, antizyklisch, wissenschaftlich unverückbar, anthropogen verursacht und wahrscheinlich nicht selbstlimitierend, sondern autogen verstärkend. Hier darauf zu spekulieren, dass die "Menschheit" auch diese Laune der Natur relaxt wird aussitzen können, ist zivilisatorischer Suizid.
Und angenommem, sie hätten recht mit der Theorie Ihrer passageren Klimagrippe, dann ist die unweigerliche Restriktion der habitablen Zone auf diesem Planeten (auf gemäßigte und subarktische Breitengrade) für 8 Milliarden Menschen unmöglich und in Kürze wird nicht nur Afrika in Migration sein, sondern auf
unserem Kontinent ganz Südeuropa und Naher Osten.
Es ist bedauerlich, daß Akademiker wie Sie (Universitätsrat Uni Bozen) Stammtischgeschwätz zitieren (die ominösen Klimaschwankungen in der Vergangenheit sind das (!) Totschlagargument aller Klimaleugner) und damit törichte Argumentationskrücken befeuren.
Werner Beikircher

Ritratto di harald Oberrauch
harald Oberrauch 2 Agosto, 2019 - 18:18

Sehr geehrter Herr Beikircher,
Ich vermute Sie haben nicht ganz den Sinn der Sache meiner Argumente verstanden? Oder ich habe mich falsch ausgedrückt?! Was absolut sein kann! Mir geht es nicht um die Frage Klimawandel ja oder nein, was ganz klar von mir im Interview als „nicht abzustreiten“ unterstrichen wurde. Mir ist es mehr um die Ursachen des Klimawandels gegangen, welche heutzutage von fast allen Medien bzw. Forschungsinstituten NUR auf den CO2 Ausstoß zurückzuführen sind. Eine solche Ursachenanalyse ist mir zu schwammig: ein Problem hat generell immer mehrere Ursachen und deshalb auch das Beispiel von der Sonne. Alles nur auf eine Ursache runter zu brechen finde ich ein Stammtischgeschwätz. Ich bin eher dafür den Gesamtkontext im Auge zu behalten und wenn das falsch rüber gekommen ist, würde ich das hiermit gern klar stellen....

Ritratto di Werner Beikircher
Werner Beikircher 3 Agosto, 2019 - 13:17

Sehr geehrter Herr Oberrauch,
ich habe ihre Argumente sehr gut verstanden und ich konzediere Ihnen gerne das durchaus richtige Argument, daß der reine Temperaturanstieg möglicherweise multifaktoriell bedingt ist (Stichwort Sonnenflecken ecc.). Das ist aber nur ein Teilaspekt. Unstrittig ist der rasante Anstieg des CO2, dessen Wert mittlerweile fast 50% über jenem der vorindustriellen Zeit liegt. Und daß dieser Anstieg anthropogen verursacht ist, ist wissenschaftlich gesichert, andere bekannte Quellen (wie z.B. Vulkanismus) sind für diesen Zeitrahmen unbedeutend. Und ich mache Ihnen noch eine Konzession: sollte der Effekt als Treibhausgas für die Erwärmung überschätzt werden, dann bleibt immer noch die dramatische Auswirkung auf die Übersäuerung der Weltmeere, ein Prozeß, den man eben erst zu verstehen beginnt und der auf das Klima vermutlich ebensolche Folgen haben wird wie die direkte athmosphärische Beeinflußung.
Wo ich Ihnen nichts konzediere: das beiläufige, flapsige Herbeizitieren von wesentlichen "Klimaschwankungen" in der Menschheitsgeschichte ist nicht nur falsch, sondern eben das Totschlagargument für das Einordnen der derzeitigen brisanten Situation; damit wird die die aktuelle singuläre, in ihrere Geschwindigkeit noch nie dagewesene Situation mit noch nie nachgewiesenen Werten profanisiert und bagatellisiert und das ist Stammtisch. Da gehören Sie nicht hin.
Mit freundlichen Grüßen
Werner Beikircher

Ritratto di Markus Lobis
Markus Lobis 7 Agosto, 2019 - 07:54

Sehr interessant und stimmig argumentiert, Werner Beikircher!

Ritratto di Honzale Tranzgatschauner
Honzale Tranzgatschauner 5 Agosto, 2019 - 12:39

Herr Oberrauch,

Wenn Sie als Universität srat wissenschaftliche Aussagen machen sollten diese auch wissenschaftlich fundiert sein. Fragen Sie doch die Professoren vor Ort oder machen Sie keine wissenschaftlichen Aussagen. Sie machen sich selbst und die Universität lächerlich.

CO2 ist der Hauptverursacher der momentanen Erwärmung. Das ist Physik (Reflektion langwelliger Strahlung)!

Neben CO2 sind auch andere Treibhausgase wie N2O und CH4 verantwortlich. Der Grissteil der Erwärmung geht aber aufs Konto von CO2

Ritratto di Michl T.
Michl T. 2 Agosto, 2019 - 17:11

Herr Oberrauch - bitte angucken. keine Angst, Prof. Lesch ist auf Zack und angenehm zum zuhören.
https://www.youtube.com/watch?v=atSM932rjkE

Ritratto di Waltraud Astner
Waltraud Astner 2 Agosto, 2019 - 17:54

Vielleicht sollte man international anerkannten Wissenschaftlern zuhören um zu erkennen, dass überhaupt nichts geklärt ist.
https://www.derstandard.at/story/2000072884861/klimawandel-energieexpert...

Ritratto di elisabeth garber
elisabeth garber 2 Agosto, 2019 - 19:01

Ich bitte Sie Frau Astner...wenn man sich genug Dokumentationen angeschaut hat und entsprechende Lektüre genossen, dann ist "eigentlich" allerhand geklärt.
Es gibt immer und überall international anerkannte Wissenschaftler (in * jedem* Fachbereich!), die sich um das Recht-Haben streiten und ihre intellektuellen Eitelkeiten spazieren führen...erst 5 nach 12 (Peter Gasser hat dies andernorts schon aehnlich beschrieben) gibt es dann relativ schnell einen 'Common Sense' und es wird effizient gehandelt. Leider eine historische Wahrheit...

Ritratto di Waltraud Astner
Waltraud Astner 2 Agosto, 2019 - 19:26

Schön für Sie Frau Garber wenn für Sie nach genug gesehenen Dokumentationen! und allerhand Lektüre so ziemlich alles geklärt ist. Dann muss ich ihnen sagen, dass es eine Wissenschaft in der alles geklärt bzw. ziemlich geklärt ist, nicht gibt. Und wenn Sie den von mir zitierten Wissenschaftler ansprechen so streitet der eben nicht für das "Recht-Haben", sondern regt zu kritischem Denken und zur Forschung in alle Richtungen an, und gibt sich nicht mit einfachen Antworten auf komplizierte Sachverhalte zufrieden, so wie viele andere.

Ritratto di elisabeth garber
elisabeth garber 2 Agosto, 2019 - 20:29

Legen Sie mir bitte nichts in den Mund, was ich weder gemeint noch geschrieben habe -> 'allerhand' ist nicht 'alles'. Ich bezog mich mehr auf Ihren *einzigen* Link (den ich mir nicht durchgelesen habe/Standard bürgt aber für Seriosität), weil mir Interesse u. kritisches Denken nicht grad abgehen. Gut, dann habe ich nichts gegen Ihren Link bzw. dessen Inhalt gesagt. Da ich erklärter Thunberg- bzw. FFF-Fan bin, haben wir uns wohl kaum etwas zu sagen bzgl. Klima.
Aber: An Ihnen schätze ich,
- dass Sie mit Klarnamen schreiben
- zu ihren gesellschaftspolitischen Ansichten stehen
- und *vor* allem, dass Sie sich als Frau in diesem Forum nicht "niederschreiben" lassen.
Chapeau!

Ritratto di Waltraud Astner
Waltraud Astner 2 Agosto, 2019 - 20:38

Sie sollten den Link lesen. Lohnt sich. Versprochen.

Ritratto di Georg Lechner
Georg Lechner 2 Agosto, 2019 - 20:27

Durch das Verbrennen fossiler Energieträger (Kohle, Erdöl, Erdgas) wird deutlich mehr CO2 freigesetzt als in früheren Epochen. Da es spezifisch schwerer ist als die Hauptbestandteile Stickstoff und Sauerstoff, reichert es sich an tiefen Stellen an - somit vor allem über den Meeren, die zwei Drittel der Erdoberfläche ausmachen. Ersichtlich ist die Erwärmung der Meere am markanten Rückgang der Bereiche, wo es Treibeis und wo es Packeis gibt. Somit verdunstet mehr Wasser und erwärmt damit auch die Luft. Beim Zusammentreffen mit Kaltluft aus den arktischen/subarktischen Zonen ergeben sich somit höhere Niederschlagsmengen und wegen der höheren Temperaturdifferenz auch höhere Windgeschwindigkeiten. Wenn immer öfter Überschwemmungen und Wirbelstürme Behausungen und Ernten vernichten, werden wir unaufhaltbare Wanderungsbewegungen aus den Küstenstrichen der tropischen/subtropischen Länder bekommen. Auch in Mitteleuropa werden extreme Wettererscheinungen zunehmen.

Ritratto di elisabeth garber
elisabeth garber 2 Agosto, 2019 - 21:00

Danke für die für Laien gut verständliche Erklärung Herr Lechner!

Ritratto di Sepp Bacher
Sepp Bacher 3 Agosto, 2019 - 10:42

Herr Lechner, vorweg ein Kompliment: ich finde Ihre Kommentare, ihr Wissen, das Sie einbringen, und Ihre ausgewogenen Sichtweisen immer bereichernd und wertvoll!
Beim folgenden Satz von Ihnen bin ich hängen geblieben: " Da es spezifisch schwerer ist als die Hauptbestandteile Stickstoff und Sauerstoff, reichert es sich an tiefen Stellen an - somit vor allem über den Meeren, die zwei Drittel der Erdoberfläche ausmachen." Ich dachte immer die Treibhausgase entfachen vor allem in der Atmosphäre ihre Klima-schädliche Wirkung. Könnten Sie das noch ein bisschen ausführen? Danke!

Ritratto di Georg Lechner
Georg Lechner 3 Agosto, 2019 - 12:36

Die Treibhausgase (zu denen das CO2 zählt) wirken als solche, weil sie die Wärmestrahlung von der Erde zurück in den Weltraum aufnehmen. Die Primärstrahlung ist ja die Sonneneinstrahlung, deren sichtbaren Anteil wir als Sonnenlicht wahrnehmen, daneben gibt es auch noch längerwellige Anteile (als Wärmestrahluung wahrgenommen) und kürzerwellige Strahlung (UV), die zum Großteil von der Ozonschicht aufgefangen und in längerwellige Anteile umgewandelt wird. Ein Teil des sichtbaren Lichts wird zurückgespiegelt, der Rest geht Wechselwirkungen mit der Materie ein und wird zum Teil als Wärmestrahlung wieder abgegeben.
Besonders das bei der Verbrennung in Flugzeugmotoren entstandene CO2 sinkt erst allmählich nach unten und verbreitert somit die Zone, in der Wärmestrahlung vom Boden noch aufgefangen wird und intensiviert somit die besagte Treibhauswirkung.

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