Südtiroler Dolmetscherverband
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Dolmetscherverband

Mehr Deutsch statt „Krautwalsch“

Wegen „mangelnder Qualität deutscher Übersetzungen“ in der öffentlichen Verwaltung wendet sich der Südtiroler Dolmetscherverband an Landesrat Achammer.
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Ritratto di Julia Tappeiner
Julia Tappeiner05.08.2019
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Ritratto di Sepp Bacher
Sepp Bacher 5 Agosto, 2019 - 11:51

Ich erfahre in diesem Beitrag etwas für mich Neues: ich dachte, dass die Übersetzungen z. T. von den Sachbearbeiters selbst und vor allem von den Übersetzungs-Ämtern der jeweiligen Behörde gemacht werden. Wenn es nun so ist, dass die Übersetzungen in Auftrag gegeben werden, würde ich erwarten, dass die Qualität der Übersetzung überprüft wird und erst dann im entsprechenden Verwaltungsakt eingebracht oder veröffentlicht wird.
Ich weis, die Realität war und ist aber häufig schlimm. Ich erinnere mich z. B. an Broschüren, die von der Dienstelle des Europäischen Sozialfonds jährlich veröffentlicht wurden, in denen sich die "deutschen" Texte so lasen, als kämen sie vom Google-Übersetzer. Z. B. wurden geläufige technisch-berufliche italienische Abkürzungen einfach 1:1 übernommen und man musste wirklich den italienischen Text lesen, um zu verstehen, was diese Bildungsangebote wirklich beinhalten - und es war auch dann noch schwer!
Wenn also die von den jeweiligen Behörden angestellten Text-Übersetzer den Aufwand nicht schaffen, dann müssten sie und auch noch die zuständigen Sachverständigen, die Lesbarkeit und Korrektheit der Texte überprüfen!

Ritratto di Benno Kusstatscher
Benno Kusstatscher 5 Agosto, 2019 - 12:20

Ich hätte mich am Hydrauliker-Beispiel nicht verschluckt, eher am "Außerdem bedürfe das gleichzeitige *h*ören, *a*nalysieren, *v*erarbeiten und *s*prechen der eigenen Übersetzung sehr viel Konzentration". :-). Eine Kunst, die bei den angesprochenen, schriftlichen Textübersetzungen vielleicht gar nicht so zentral ist.
Diese Initiative kann man nur begrüßen, wobei mangelnde Sprachqualität allerdings nicht nur bei Übersetzungen zu beobachten ist.

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 5 Agosto, 2019 - 12:52

landläufig, selbst gehört:
“aaah, Sie bringen den autocarro wegen des neuen gancio zum collaudo”?

Ritratto di Maximi Richard
Maximi Richard 5 Agosto, 2019 - 16:52

Oder “Tschüpp” für Jeep.

Ritratto di Franz Hilpold
Franz Hilpold 6 Agosto, 2019 - 00:12

Ich bin ähnlich verwundert wie Herr Bacher. Das Problem der deutschen Sprache betrifft aber nicht nur Übersetzungen, vornehmlich aus dem Italienischen, sondern auch Gesetzestexte, die zuerst in Deutsch verfasst werden. Die sind zuweilen in einer schauderlichen Sprache formuliert und die vorgeblich erzwungene Anlehnung an das Italienische zieht in diesem Falle nicht als Ausrede. Besonders in der Schulgesetzgebung möchte man meinen, dass hierin die Verfasser sich der Verwendung einer guten Sprache verpflichtet fühlen, aber gerade dort treten häufig falsche Formulierungen auf. Das Landesgesetz Nr. 12/2000 (Schulautonomie) war ein gutes, ausgewogenes Gesetz und dies schlug sich auch in der Sprache nieder. Die späteren Landesgesetze und -dekrete im Schulbereich erfüllen den Anspruch einer klaren und stimmigen Sprache nicht mehr. Dies gilt insbesondere für das Landesgesetz 5/2008 und für das verunglückte Gesetz zur Schulreform von 2011. Sprachliche Ausrutscher können vor allem dann unterlaufen, wenn der Gesetzgeber und die Helfershelfer in der Vorbereitung der Gesetze mit Fleiß ganz bestimmte nicht koschere Interessen durchdrücken wollen.

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