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Luftverschmutzung

2020: Abwärtstrend beim Diesel hält an

2020 ist der Anteil der Diesel-PKWs an den Neuzulassungen in der EU auf 28% gefallen. In Italien machten Diesel-PKWs 32,7 % aus.
Un contributo della community di Monika Psenner04.03.2021
Ritratto di Monika Psenner
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Das Jahr 2020 brachte für die Autobranche in der EU einen schweren Einbruch, nur E-Autos konnten stark zulegen. Die Abwärtsspirale beim Diesel setzte sich, wie schon in den vorangegangenen Jahren weiter fort. Der Anteil von Diesel PKWs bei den Neuzulassungen in der EU fiel von 31,6% im Jahre 2019 auf nur mehr 28% im Jahre 2020 und erreichte so einen neuen Tiefstand. Einen solch niedrigen Anteil hatten Diesel-PKWs in der EU vor mehr als 20 Jahren im Jahre 1999.

MP

Seit dem Dieselskandal im Herbst 2015 sank der Anteil der einst so begehrten Diesel-PKWs in allen EU-Ländern. Hatten im Jahre 2015 noch über 50% der PKW - Neuzulassungen in der EU einen Dieselmotor, so betrug der Anteil 2020 nur noch 28%. Unter den großen EU-Ländern ist der Anteil in Spanien mit nur mehr 27,7% am geringsten, dann folgt Deutschland mit 28,1% vor Frankreich mit 30,6%. In Italien fiel der Anteil von Diesel-Neuzulassungen von 55,2% im Jahr 2015 auf 32,7 % in 2020. Den stärksten Rückgang verzeichnete das nicht-mehr-EU-Land Großbritannien: 2015 betrug der Anteil noch 48,4%, 2020 waren nur mehr 16,8%, das ist eine Verringerung von 65%.

Ein Rückblick

Im Unterschied zu Europa, wo der Dieselanteil an den PKW-Neuzulassungen in manchen Ländern über Jahrzehnte hinweg weit über 50% betrug, spielten Diesel-PKWs in den großen außereuropäischen Automärkten, wie den USA und China nie eine große Rolle*.

MP

Der Aufstieg des Diesels in Europa begann in den späten 90iger Jahren und erreichte in etlichen europäischen Ländern im ersten Jahrzehnt des neuen 21. Jahrhunderts einen Anteil von über 70% bei den PKW-Neuregistrierungen. Es waren vor allem die deutschen Autohersteller, später auch die französischen Autobauer, die immer mehr technisch ausgereifte und sportliche Dieselmodelle auf den Markt brachten. Hauptgründe für den Siegeszug des Diesels waren einerseits die in den meisten europäischen Ländern geringeren Diesel-Treibstoffkosten als Folge niedrigerer Besteuerung und andererseits der sparsamere Verbrauch durch höhere Effizienz. Zudem waren in Europa die Vorschriften bezüglich der Grenzwerte der Schadstoffbelastung weniger streng als es zum Beispiel in den USA der Fall war.

Mit dem Aufdecken des VW-Abgasskandals Ende 2015 kam die große Wende. VW hatte Abgasreinigungswerte bezüglich Stickoxide in hohem Ausmaß manipuliert zu Ungunsten von Kunden und Umwelt. Weder Nachrüstungen zur Abgasreinigung für bereits gekaufte Diesel-Pkws, noch hohe Rabatte der Autohersteller konnten den Image-Schaden wiedergutmachen und das Vertrauen der Kunden wiederherstellen.

Es folgten Dieselfahrverbote in diversen Städten für PKWs, die nicht den neuesten Emissionsvorschriften entsprachen.  Manche Länder erhöhten auch die Steuern auf Dieselbrennstoff. Auch strengere Abgasnormen der EU und sinkende Preise für Diesel-Gebrauchtwagen hielten immer mehr Konsumenten davon ab einen Diesel-PKW zu kaufen. Großzügige Förderungen für Elektroautos trugen auch zum Absatzrückgang von Diesel-PKWs bei.

Die Autohersteller mussten sich den neuen Gegebenheiten anpassen und ihr Angebots-Portfolio entsprechend verändern. Viele Autobauer mustern ihre Diesel-Modelle aus oder entwickeln schon jetzt oder in den kommenden Jahren keine Dieselmotoren für PKWs mehr, wie z.B. Toyota, Nissan, Renault, Volvo, General Motors. Besonders bei Kleinwagen verzichten viele Hersteller auf Dieselmotoren, weil die Autos aufgrund der komplizierten Abgasreinigung zu teuer sind.

Ausblick

Der renommierte Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer, Gründer des Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen, geht davon aus, dass der Anteil von Diesel-PKWs weiter sinken wird: „Seine letzte Bastion sind die dicken SUV, die großen Firmenwagen und die Steuervorteile, wie sie etwa in Deutschland noch vorhanden sind.“ Die von der EU angekündigte künftige Abgasnorm Euro-7** wird weiter Druck auf die Verbrennungsmotoren ausüben und zu einer deutlichen Verteuerung der Diesel-PKWs führen. Viele Autohersteller haben bereits Dieselmodelle aus ihrem Portfolio genommen, andere planen das baldige Aus. Die angeschlagene Autobranche braucht ihr Budget, um die notwendigen Investitionen in Elektromobilität, Digitalisierung, Autonomes Fahren und andere Zukunftstechnologien zu tätigen. Entscheidungen diverser Regierungen Verbote für PKWs mit Verbrennungsmotoren in den kommenden Jahren einzuführen werden den Diesel in Europa weiter marginalisieren. Wo der Diesel noch lange eine ganz wichtige Rolle spielen wird, sind kommerzielle Fahrzeuge, wie Lastwagen und Busse.

* In den USA liegt der Dieselanteil bei bei den PKW-Neuzulassungen bei 1% und in in China bei 2%. 

**Um die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens einhalten zu können, will die EU die CO2-Grenzwerte weiter verschärfen. Die geplante Abgasnorm Euro 7 soll Autohersteller dazu verpflichten, die Schadstoffemissionen ihrer neuen Modelle weiter zu reduzieren. Was die Abgasnorm Euro 7 genau beinhalten soll, ist noch nicht entschieden, Einführungs-Datum soll 2025 sein.

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Ritratto di Georg Lechner
Georg Lechner 4 Marzo, 2021 - 17:54

Aus meiner Sicht begann der Marktanteil an Diesel-Pkw's mit der Differenz zum Benzinpreis zu steigen, da sich damit bei beabsichtigter längerer Nutzung trotz des höheren Kaufpreises ein Kostenvorteil errechnete (außerdem geringerer Spritverbrauch wegen des höheren Wirkungsgrades).
Mit dem Dieselskandal und dem befürchteten Verbot der Nutzung im innerstädtischen Verkehr (wegen der höheren Verbrennungstemperatur mehr Stickoxide, außerdem Rußpartikelproblematik wegen der höheren Kettenlänge der Kohlenwasserstoffe) sank der Dieselanteil bei den Pkw's wieder.

Ritratto di kh beyer
kh beyer 4 Marzo, 2021 - 23:54

Rechne ich mal zusammen:
Die Dieselfahrzeuge wurde alle mit Rußfiltern ausgerüstet. Kosten, zwischen zeit und viertausend Euro pro Stück. Und erzählt uns eine ungewählte Kommission etwas von Dieselfeinstaub. Ich muss laut lachen. Fein staub kommt bei uns aus der Wüste, von unzähligen Betonwerken, von einen Militär, das 80% der Umweltverschmutzung verursacht und, man wird es kaum glauben, von nahezu siebzig Kriegen, bei denen ein NATO-Italien/-Europa beteiligt ist. Man erfindet doch tatsächlich jeden Tag neue Kriegssteuern:-) Hier haben Wissenschaftler mal Etwas zu der CO2-Lüge zu sagen:
https://linkezeitung.de/2021/03/03/der-positive-einfluss-der-menschliche...
Ich würde mir das Sicherkopieren:-))

Ritratto di kh beyer
kh beyer 5 Marzo, 2021 - 00:01

Der Beitrag war mit dem Zusatzboard geschrieben. Hier mal die Korrektur:
Rechne ich mal zusammen:
Die Dieselfahrzeuge wurden alle per finanziellem Zwang mit Rußfiltern ausgerüstet. Kosten? Zwischen zwei und viertausend Euro pro Stück. Und jetzt erzählt uns eine ungewählte Kommission etwas von Dieselfeinstaub. Ich muss laut lachen. Feinstaub kommt bei uns aus der Wüste, von unzähligen Betonwerken, von übergroßen Hotel- und Freizeitbauten in Naturschutzgebieten/Alpen, von einen Militär, das 80% der Umweltverschmutzung verursacht und, man wird es kaum glauben, von nahezu siebzig Kriegen, bei denen ein NATO-Italien/-Europa beteiligt ist. Man erfindet doch tatsächlich jeden Tag neue Kriegssteuern:-)
Hier haben Wissenschaftler mal Etwas zu der CO2-Lüge zu sagen:
https://linkezeitung.de/2021/03/03/der-positive-einfluss-der-menschliche...
Ich würde mir das Sicherkopieren:-))

Ritratto di Herta Abram
Herta Abram 5 Marzo, 2021 - 08:21

James Lovelock provoziert und irritiert gern. Um Denken anzuregen, ist dies oft ein gutes Mittel.
Dass es Handlungsbedarf gibt - um den Klimawandel zu stoppen- sollte uns allen klar sein. Und das unabhängig davon, ob wir an die Gaiahypothese glauben oder nicht.

Ritratto di Georg Lechner
Georg Lechner 5 Marzo, 2021 - 12:04

Die EU-Kommission ist nicht vom Volk gewählt, wird aber immerhin von den gewählten Volksvertretern bestätigt (oder eben auch nicht; einzelne nationalstaatlich nominierte Kommissare wurden abgelehnt). Der EU-Rat (das Haupteinfallstor des Lobbyismus) wird weder vom Volk gewählt noch vom EP bestätigt, hat aber die Verträge von Lissabon ausverhandelt. Dementsprechend verkorkst sind sie auch ausgefallen (durch fehlende Harmonisierung der direkten Steuern kommt es zum gegenseitigen Wettlauf der Nationalstaaten mit Steuergeschenken an die Giganten wie Apple und Amazon, volkswirtschaftlicher Schaden für die Staaten der EU jährlich über 800 Milliarden Euro; ähnlich hoch ist der Steuerentgang via Briefkastenfirmen wegen fehlender Transparenzregeln und dem Verbot von Kapitalverkehrsbeschränkungen).
Der EU-Rat ist auch mit der Atom- und der Rüstungslobby verfilzt. Daher wurde in den Kriegen der NATO (Ex-Jugoslawien, Irak, Afghanistan, ...) DU-Munition eingesetzt (kriminelle "Entsorgung" von abgereichertem Uran).
Der Wüstensand zählt nur sehr bedingt zum Feinstaub. Viel problematischer (weil feinteiliger) ist der Reifenabrieb aus dem Straßenverkehr.

Ritratto di Brenner Flo
Brenner Flo 8 Marzo, 2021 - 09:24

oje, deinAufsätzchen ist leiderpeinlich.
Denn alle deine Behauptungen und Zahlen sind bestätigt falsch.
Kann es sein, dass du totalblauäugig unwahre Geschichte glaubst, wenn sie spannend genug sind? ;)

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