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Brennende Berge

#brandstifter

Auf der Corona-Welle ist gut surfen und sie eignet sich hervorragend, überholte Konzepte als „neue“ Wege in die Zukunft zu verkaufen.
Un contributo della community di Felix von Wohlgemuth04.05.2020
Ritratto di Felix von Wohlgemuth
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Auf der Corona-Welle ist gut surfen und sie eignet sich hervorragend, überholte Konzepte als „neue“ Wege in die Zukunft zu verkaufen. Das mögen sich auch jene Kräfte im Land gedacht haben, welche eine alltägliche Meinungsverschiedenheit zwischen Land und Regierung zu einem heroischen Konflikt hochstilisiert haben. Die Mär vom autoritären Zentralstaat, welcher das unbeugsame Südtirol in die Knie zwingen wolle. Dass es hier in erster Linie um Eigeninteressen und Eitelkeiten der politischen Akteure geht, tritt bei diesem ganzen völkischen Pathos leider erschreckend schnell in den Hintergrund.

Um konstruktive Sachpolitik geht es leider schon lange nicht mehr. Wer lauter ruft, extremere Forderungen stellt und den Volkszorn mit tiefen Griffen in die populistische Trickkiste am meisten anzuheizen vermag, der hofft als Gewinner aus dieser Krise hervorzugehen.

Mit Aussendungen und Aktionen wird ein Bild geschaffen, welches in den Köpfen der Menschen den Eindruck erwecken soll, wir würden uns wieder im Jahr 1961 befinden. Parolen von damals und – wie sollte es anders sein – brennende „Los von Rom“ Botschaften auf unseren Bergen.

Was für ein schmutziges Spiel mit den Sorgen der Menschen!

Ich verwehre mich gegen diesen Missbrauch unserer Tradition und unserer Geschichte für billige parteipolitischen Aktionen, eine schnelle Schlagzeile oder einige WählerInnenstimmen mehr. Damit es klar und unmissverständlich gesagt wird: Herz-Jesu-Sonntag und die Feuer auf unseren Bergen gehören genau sowenig einer Partei, wie der Tiroler Adler oder der Begriff Heimat. Diese Geschichte ist unsere Geschichte und es ist inakzeptabel, dass nun dieses kollektive kulturelle Erbe benutzt wird, um unsere Gesellschaft nun erneut zu spalten.

Wer so vorgeht, liebt seine Heimat nicht – wer so vorgeht, ist ein #brandstifter.

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Ritratto di David O.
David O. 4 Maggio, 2020 - 15:05

Sehr guter Kommentar!

Ritratto di Elisabeth Garber
Elisabeth Garber 4 Maggio, 2020 - 17:51

Ja, wie wahr, der Schlusssatz erst recht!

Ritratto di Hartmuth Staffler
Hartmuth Staffler 7 Maggio, 2020 - 08:18

Je nach Standpunkt ist halt der Herr von Wohlgemuth der Brandstifter, der mit seiner Italophilie die Südtiroler spaltet. Es kommt immer nur auf den Stanpunkt5 an.

Ritratto di simon tinkhauser
simon tinkhauser 7 Maggio, 2020 - 09:54

Sehr guter Kommentar. Was heißt hier mit "Italophilie" die Südtiroler spalten?
Die Südtrioler, die diese Strömungen unterstützen waren bei den letzten Wahlen knapp 6%.
Also bitte nie und nimmer in diesen Zusammenhängen verallgemeinern.....

Ritratto di simon tinkhauser
simon tinkhauser 7 Maggio, 2020 - 09:55

Ich habe natürlich gemeint ein sehr guter Artikel...

Ritratto di Hartmuth Staffler
Hartmuth Staffler 7 Maggio, 2020 - 13:01

Die Südtiroler, die sich über die Protestfeuer der Schützen gefreut haben, waren sicher mehr als sechs Prozent (übrigens auch die Wähler der STF, falls sie sich auf diese Partei bezogen haben sollten.) Wenn nur Mehrheiten Recht hätten, dann wäre ja auch Herr von Wohlgemuth im Unrecht. Er hat aber in einer Demokratie das Recht, seine Meinung zu äußern, so wie man auch das Recht haben muss, seine Meinung zu kritisieren.

Ritratto di simon tinkhauser
simon tinkhauser 7 Maggio, 2020 - 22:34

da gebe ich ihnen recht. und die beste art seine meinung oder kritik sachlich und zivilisiert zu äussern, ist selbstverständlich das entzünden von feuern....ist ja logisch... (sorry die rechtschreibung, ich schreibe mit dem handy)

Ritratto di Hartmuth Staffler
Hartmuth Staffler 7 Maggio, 2020 - 23:28

Das Entzünden von Feuern bzw. Feuerschriften ist ja logisch, wie sie richtig erkannt haben, eine sachliche und zivilisierte Art der Meinungsäußerung. Ich kann mich noch gut an die undemokratische Zeit erinnern, als das Entzünden von Bergfeuern verboten war und die Südtiroler der absoluten Willkür der italienischen Polizei und Justiz ausgeliefert waren. Eine Ahnung davon haben uns die italienischen Polizeikräfte und vor allem das Militär in diesen Tagen wieder vermittelt. Ein zivilisierter Protest dagegen ist nicht nur gerechtfertigt, sondern geradezu notwendig.

Ritratto di simon tinkhauser
simon tinkhauser 8 Maggio, 2020 - 09:13

Das wird von der Persönlichkeitsstruktur der jeweiligen Ordnungskräfte abhängen, nicht von der Muttersprache.
Da habe ich auch von gar mancher Südtiroler Gemeindepolizei nicht viel Gutes gehört in den letzten Monaten.
Einige haben ihre Allmacht bei der Interpretation über die Anwendung der Notverordnungen sogar per Interview in Fernsehen und Zeitung hinausposaunt.....

Ritratto di Hartmuth Staffler
Hartmuth Staffler 8 Maggio, 2020 - 17:08

Auf die Idee, dass nationalistisches Gehabe von der Muttersprache abhängen könnte, wäre ich nie gekommen. Das ist ihre Interpretation. Ich habe Nationalismus immer, unabhängig von der Sprache, verurteilt und bekämpft, und werde das auch weiterhin tun. Sie scheinen den italienischen Nationalismus rechtfertigen zu wollen, und das gerade in diesen Tagen, wo man den (leider nur unvollständigen) Sieg über Faschismus und Nationalsozialismus begeht.

Ritratto di Ludwig Thoma
Ludwig Thoma 8 Maggio, 2020 - 17:53

Staffler, lesen wir nochmal in Ihrem Beitrag von gestern um 23:38: "Eine Ahnung davon haben uns die italienischen Polizeikräfte und vor allem das Militär in diesen Tagen wieder vermittelt".
Wenn es so ist wäre wie Sie heute um 17:08 versucht haben zurecht zu rücken, warum dann das Adjektiv?

Ritratto di Hartmuth Staffler
Hartmuth Staffler 8 Maggio, 2020 - 22:33

Unklar ist der Sinn ihrer Worte.

Ritratto di Ludwig Thoma
Ludwig Thoma 9 Maggio, 2020 - 18:39

Lassen sie das Wiewort (italienischen
) in dem von mir zitierten Satz weg, dann stimmt das so wie sie zu erklären versuchten.

Ritratto di simon tinkhauser
simon tinkhauser 8 Maggio, 2020 - 23:03

ich schreibe ja dass die persönlichkeitsstruktur und NICHT die muttersprache ausschlaggebend für das verhalten ist...bitte genau lesen...

Netiquette §S1 - Care for Styling

Ritratto di Hartmuth Staffler
Hartmuth Staffler 9 Maggio, 2020 - 15:23

Und ich bin der Meinung, dass weder Muttersprache noch Persönlichkeitsstruktur, sondern nationalistische Einstellung das Grundübel darstellt. Aber sie scheinen ja nichts gegen Nationalismus zu haben, dann ist das für sie auch kein Problem.

Ritratto di Manfred Klotz
Manfred Klotz 12 Maggio, 2020 - 07:32

Herr Staffler, was bei Ihren Kommentaren immer wieder heraussticht, sind die kategorischen Behauptungen. Sie haben beispielsweise sicher einen Beleg dafür, dass sich "sicher mehr als 6% über das brennende Menetekel gefreut haben? Und selbst wenn es doppelt so viele wären, haben sich offensichtlich über 80% nicht darüber gefreut. Das Konzept der Mehrheitsverhältnisse scheinen Sie immer wieder auszuklammern. Das Pars pro Toto ist eine rhetorische Stilfigur, ohne informativen Charakter.
Das erkennt man beispielsweise an Ihren laufenden Behauptungen, das Militär hätte die Bevölkerung drangsaliert. Als Publizist müssten Sie sich eigentlich im Klaren darüber sein, wie mit Fakten umzugehen ist.
Mit Sicherheit entsprechen Felix v. Wohlgemuts Aussagen mittlerweile wohl eher dem Geist des Landes.

Ritratto di Hartmuth Staffler
Hartmuth Staffler 8 Maggio, 2020 - 09:44

Diese Relativierung finde ich nicht angebracht. Wenn der eine oder andere Gemeindepolizist etwas übereifrig war (ich habe nur sehr vernünftige Gemeindepolizisten erlebt), dann rechtfertigt das in keiner Weise das arrogante Verhalten vor allem des italienischen Militärs, das sich wieder einmal als Besatzungsmacht aufgespielt hat.

Ritratto di simon tinkhauser
simon tinkhauser 8 Maggio, 2020 - 22:59

achso, bei gemeindepolizisten nennt man das übereifer....und sonst arrogantes verhalten.....aaaaah...sorry so objektiv hatte ich das nicht gesehen....

Ritratto di Hartmuth Staffler
Hartmuth Staffler 9 Maggio, 2020 - 15:20

Ich wünsche ja niemandem Böses, aber vielleicht wäre es gut, wenn sie einmal vom Militär in die Mangel genommen würden. Dann würden sie vielleicht erkennen, wie glücklich wir mit unseren Gemeindepolizisten sein können.

Ritratto di Manfred Gasser
Manfred Gasser 9 Maggio, 2020 - 20:05

Schreiben Sie von Foltererfahrungen mit dem italienischem Heer? Oder wie sollte man dieses "in die Mangel genommen" verstehen?
Sollte dem so sein bitte unverzüglich bei den zuständigen Behörden anzeigen.

Ritratto di Hartmuth Staffler
Hartmuth Staffler 9 Maggio, 2020 - 22:47

Dass sie gleich auf Folter schließen, ist vielsagend. Die Zeiten sind ja zum Glück (hoffentlich) vorbei. Tatsächlich ist das schikanöse Vorgehen der italienischen Soldaten gemeint (willkürliche Androhung von immensen Strafen für erfundene Vergehen, endlos lange dauernde Personenkontrollen, Beleidigungen usw.). Die zuständige Behörde dürfte in diesem Fall wohl irgendein General sein.

Ritratto di Manfred Gasser
Manfred Gasser 10 Maggio, 2020 - 10:53

Ich schließe auf gar nichts, ich habe eine Frage gestellt, da ich ja nicht weiß, wie alt Sie sind, und ob Sie vielleicht von den 60er Jahren beeinflusst sind.
Ich kann nur von mir sprechen, aber bei mir waren bis jetzt immer die Deutschsprachigen die schlimmsten beim in die Mangel nehmen, egal ob Polizei, Carabinieri oder Gemeindepolizei.

Ritratto di Hartmuth Staffler
Hartmuth Staffler 10 Maggio, 2020 - 14:51

Wer sich den Eroberern anbiedert, wird von ihnen mit Streicheleinheiten belohnt. Wer sich den Imperialisten widersetzt, wird mit aller Härte bestraft. Dieses Gesetz gilt auch bei uns. Wenn sie gerne unterwürfig sind, dann wird ihnen auch nichts passieren - außer dass sie ihre Menschenwürde verlieren, aber die scheint ihnen ja nichts wert zu sein..

Ritratto di Manfred Gasser
Manfred Gasser 10 Maggio, 2020 - 15:45

Habe verstanden, danke.

Ritratto di Hartmuth Staffler
Hartmuth Staffler 10 Maggio, 2020 - 16:00

Es freut mich, dass sie endlich verstanden haben. Gerade in diesen Tagen, wo wir den Sieg über Nationalsozialismus und Faschismus begehen, ist es dringend notwendig, dass auch die Südtiroler endlich verstehen, wie schlimm der Nationalismus ist.

Ritratto di Philipp Trafojer
Philipp Trafojer 10 Maggio, 2020 - 17:38

"Wer sich den Eroberern anbiedert, wird von ihnen mit Streicheleinheiten belohnt. Wer sich den Imperialisten widersetzt, wird mit aller Härte bestraft."
"....der mit seiner Italophilie die Südtiroler spaltet."

Lieber Herr Staffler, Südtiroler sind die Bewohner eines Landes. Ich wünschte sie seien in der Mehrzahl Demokraten. Und Demokrat ist man nur, wenn man die Verschiedenartigkeit im Sein und im Denken anerkennt. Ich bin Südtiroler und Demokrat. Als solcher lasse mir nicht vorschreiben, wie ich zu sein oder zu denken habe.

Bitte bedenken Sie das, wenn Sie schreiben.

Ritratto di Hartmuth Staffler
Hartmuth Staffler 10 Maggio, 2020 - 21:27

Ich schreibe niemandem vor, wie er zu sein oder zu denken hat. Ich würde mir nur wünschen, dass der unsägliche Nationalismus überwunden wird. Aber anscheinend ist das hier ein unerfüllbarer Wunsch. Das muss ich mit Bedauern zur Kenntnis nehmen.

Ritratto di gorgias
gorgias 10 Maggio, 2020 - 21:32

@Philipp Trafojer

Ob Herr Staffler damit recht hat oder nicht ist eine Sache, aber so wie ich das Verstehe ist das eine Kritik von anderen Haltungen, Meinungen und kein autoritäres "Vorschreiben" wie man zu sein oder zu denken hat. Dieser Stil mag als scharfe Kritik angesehen werden, ist aber in demokratischen Diskursen bis jetzt üblich gewesen.

Ritratto di Manfred Gasser
Manfred Gasser 10 Maggio, 2020 - 19:23

Ich habe verstanden, wie Sie ticken.
Wenn jemand im Jahre 2020 im Kontext mit Südtirol von Eroberern und Imperialisten schreibt, ist er wohl im letzten Jahrhundert hängengeblieben.

@Philipp Trafoier
Keine Angst, wir sind in grosser Mehrzahl Demokraten, aber wie Sie selbst entscheiden wollen, was und wie sie schreiben und denken, sollten Sie dies, bis zu einem bestimmten Punkt, auch allen anderen zugestehen, wir halten andere Meinungen locker aus. Wichtig ist immer kontra zu geben.

Ritratto di Hartmuth Staffler
Hartmuth Staffler 10 Maggio, 2020 - 21:30

Das Problem ist wohl, dass die Imperialisten nicht im letzten Jahrhundert hängengeblieben sind, sondern immer noch ihr Unwesen treiben - mit ihrer Billigung.

Ritratto di simon tinkhauser
simon tinkhauser 11 Maggio, 2020 - 08:08

Wie gesagt...so wie Sie ticken leider 5-6% der Südtiroler, was aber ihr gutes Recht ist.
Aber dass mit dem Gezündle nichts erreicht wird, sondern nur Schaden angerichtet wird, ist unseren ewig gestrigen Paradetirolern wurscht....

Ritratto di Ludwig Thoma
Ludwig Thoma 11 Maggio, 2020 - 20:02

Staffler, was sagen Sie eigentlich zu denen die gern von Kurz heimgeholt werden möchten? Auch Huldiger eines unsäglichen Nationalismus?

Ritratto di Christian Mair
Christian Mair 11 Maggio, 2020 - 20:25

Achtung These!
Warum die #J100C aktuell in Gefahr ist?

Der öffentliche Druck durch Konservative, Rechte und Wirtschaftstreibende ist eine Allianz gegen Staatlichkeit. Die Identifikation mit Staatlichkeit (nation building) war in Südtirol aufgrund nationalistischer Konflikte stets schwach ausgeprägt; stattdessen wurde Interessenspolitik vorangetrieben. Teile der Lokalpolitik wissen das als populistisches Momentum zu nutzen. Rechte Parteien erhöhen so mit Stimmen einfacher Leute den Druck auf Neoliberalismus, Rückzug des Staates, Entrechtung ihrer selbst.

Die nach neoliberaler Zerstörung verbleibenden Überbleibsel der Staatlichkeit sind aktuell der einzige Schutz vor der Errichtung eines neoliberalen Faschismus, bei dem Solidarität und bürgerliche Rechte auf der Strecke bleiben. Nie und nimmer werden diese Kräfte die J100C ergreifen, sondern mit allen Mitteln eine Rückkehr und Frestkrallen an der Macht anstreben.
Auch die SVP macht sich zum Zugpferd dieser Agenda. Stichwort Achammer (ständig schielend auf den Kurzen): alle derzeitigen ( Wirtschafts-)Förderungen entsprechen eh schon einem Grundeinkommen.
Was tun?
Anstatt einer Sezession könnte für Südtirol eine autonomieverfassungsgegbende Versammlung mit bindendem Charakter eine Sicherung von Demokratie und eine Identifikation mit Staatlichkeit und Gemeinwohlorientierung implementieren. Auf EU-Ebene müssen, wie schon an anderer Stelle erwähnt, Förderungen mit Forderungen verknüpft werden: Decarbonisierung, Abbau Flugverkehr, keine Zuwendung für Firmen in Steuerparadiesen oder Ausland, etc……

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