Andreas Conca
Sabes
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salto Gespräch

“Man nimmt ihnen die Lebensbühne”

Andreas Conca leitet die Kinder- und Jugendpsychiatrie in Südtirol. Er spricht über die Jugend als bequemer Sündenbock und die Herausforderungen von Corona.
Di
Ritratto di Lisa Maria Gasser
Lisa Maria Gasser14.02.2021
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Ritratto di alfred frei
alfred frei 14 Febbraio, 2021 - 09:44

"Wir sind die Generation, die kapitalistisches Denken zu einem Wertesystem erhoben hat, die für Integration und Inklusion nicht ausreichend getan hat, sodass Fremdenhass und Rechtsradikalismus heute Alltag sind" = das könnte ein sogenannter Kernsatz sein; und gleich danach: bietet die Corona-Pandemie eine Möglichkeit, um tiefgreifende Veränderungen in Gang zu setzen?

Ritratto di Bernd Zagler
Bernd Zagler 14 Febbraio, 2021 - 10:16

“Krise ist ein produktiver Zustand. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen” Max Frisch

Ritratto di Sigmund Kripp
Sigmund Kripp 14 Febbraio, 2021 - 13:49

Danke Andreas, dass Du das einem 4-fach-Vater mitgibst!

Ritratto di Hartmuth Staffler
Hartmuth Staffler 14 Febbraio, 2021 - 15:20

Ich finde es äußerst gewagt von diesem Herrn Conca, wenn er behauptet, dass "Wir eine Generation, sind die ...." Ganz gleich, was dieser Herr Conca dann noch anfügt, ich weigere mich, diesen Herrn für mich sprechen zu lassen. Er kann für sich sagen, was er will, das ist mir vollkommen egal und das ist sein gutes Recht, aber das "wir" sollte er gefälligst sein lassen. Für mich spricht er jedenfalls nicht.

Ritratto di Ludwig Thoma
Ludwig Thoma 14 Febbraio, 2021 - 17:05

ok, boomer.

Ritratto di Manfred Gasser
Manfred Gasser 14 Febbraio, 2021 - 19:19

Schon komisch, wie Sie sich an so einer Kleinigkeit, die nebenbei noch stimmt, aufhängen. Wir, ja wir alle, mit ganz wenigen Ausnahmen, haben den Karren die letzten Jahrzehnte ganz ganz nah an die Wand gefahren, und es ist zu sehen, ob wir noch die Kurve kriegen. Und übrigens, allein schon Ihr "dieser Herr Conca" zeigt Ihre Voreingenommenheit.

Ritratto di Florian Hinteregger
Florian Hinteregger 14 Febbraio, 2021 - 19:32

Derzeit fahren wir noch mit Vollgas auf die Wand zu und haben noch nicht begonnen die Kurve zu kriegen, siehe Klimapolitik, Verteilung von Vermögen usw. Ein wertvoller Beitrag von Herrn Conca, mal abgesehen von der Mobilitätsprognose, wo ich ihm nicht recht gebe.

Ritratto di Christian I
Christian I 14 Febbraio, 2021 - 16:38

Danke Dr. Conca für diesen sehr schönen Beitrag! Zum Teil starke und "unangenehme" Äusserungen... die Wahrheit schmerzt halt.

Ritratto di Nadine Laqua
Nadine Laqua 14 Febbraio, 2021 - 18:10

Herr Staffler... das Leiden auf einer Psycho-Intensivstation liefert keine spektakulären Bilder, braucht keine teuren Geräte und die Patienten sind, da Randgruppe, für die Medien uninteressant. Warum reizt Sie, Herr Staffler, diese hässliche Seite Südtirols so sehr? Warum ist die Kritik eines Mediziners der jeden Tag zunehmendes seelisches Leid junger Menschen sieht, so unangenehm? Hat er etwa den (Ihren) wunden Punkt getroffen....?
Jedem, wirklich jedem Arzt der Missstände bemerkt und kommuniziert, ist für seinen Mut zu danken! Auch wenn man nicht der gleichen Meinung ist.

Ritratto di Hartmuth Staffler
Hartmuth Staffler 14 Febbraio, 2021 - 18:34

Sie haben mich leider nicht verstanden. Ich finde diese Verallgemeinerungen des Herrn Conca unerträglich, z. B. wenn er sagt “Wir Alten sollten uns einmal fragen, warum wir einen Sündenbock brauchen.” Ich zähle zu den Alten, aber ich brauche keinen Sündenbock, ich habe kein Problem mit der Jugend und lasse mir vom Herrn Conca nicht ein solches unterstellen. Er mag für sich und seinesgleichen sprechen, aber dieses "wir" ist übel.

Ritratto di Klemens Riegler
Klemens Riegler 14 Febbraio, 2021 - 19:52

Der Dr. Conca spricht aus seiner fachlichen Sicht. Und ich denke er hat damit zu 100% Recht. Prinzipiell tun mir die letzten jüngeren Generationen irgendwie trotzdem leid. Sie sind entweder in rundum gehüteten Pseudo-Wohlfühloasen aufgewachsen, oder (zum Glück sehr selten) in krisengeschüttelten, schwierigen Familienverhältnissen groß geworden. Vielen fehlen selbst gemachte Erfahrungen (learning -survival- by Doing), die wir No-Digital-Natives noch machen durften ... vom Sand-Fressen im Sandkasten bis zu Max & Moritz-Streichen (und Konsequenzen) ... bis in die Volljährigkeit.
Alles geschuldet einer hochregulierten Gesellschaft deren Maxime nicht mehr die Beste ist. Also kein Wunder dass sich die Jugend von heute noch irgendwo - auch nur kurzfristig - den Frust aus der Seele brüllen möchte ... und nicht darf. Schon gar nicht derzeit!

Ritratto di Florian Hinteregger
Florian Hinteregger 14 Febbraio, 2021 - 20:06

Grenzen auszutesten, die eigenen Fähigkeiten zu erfahren, sich dabei kennenzulernen und dadurch Selbstsicherheit zu gewinnen wird schwieriger, da die Regeln stärker von außen vorgegeben werden und man sich vielfach nicht mehr soweit hinauslehnen darf. Wäre für die jugendliche Entwicklung doch so wichtig.

Ritratto di Sepp Bacher
Sepp Bacher 14 Febbraio, 2021 - 22:34

Wenn ich es auch schwierig finde, möchte ich dazu auch meine Sichtweise schreiben. So wie Klemens R. schreibt ist die Sicht von Dr. Conca eine fachlich spezifische. Aber gerade deswegen darf sie nicht verallgemeinert werden. Ich möchte zu einigen Sätzen Stellung nehmen:
Der Titel: "Man nimmt ihnen die Lebensbühne". Schon die Verallgemeinerung "Man" kann ich nicht akzeptieren. Und mit "ihnen" ist wohl die Jugend gemeint. Die Jugend kann aber nicht mit den jungen Patienten des Dr. Conca gleichgesetzt werden. Aber, inwiefern nehme ich der Jugend die Lebensbühne? Corona ist ja nicht uns Alten geschuldet!
"Er (Conca) spricht über die Jugend als bequemer Sündenbock und die Herausforderungen von Corona." Niemand gibt der Jugend die Schuld, dass es Corona gibt und dass die Situation so schlimm ist. Corona ist für alle schlimm und eine Herausforderung. Wir, die Gesellschaft als ganze, muss diese Situation bewältigen, jeder auf seine Weise; aber jeder muss auch Verantwortung übernehmen. Warum sollte die Jugend da ausgenommen werden. Sie kann nicht nur auf der "Bühne" neue Erfahrungen sammeln, sondern auch durch die Herausforderung bei der Bewältigung der Krise; und sie kann dabei auch reifen.
Als alter Mensch und Teil der genannten Generation, wüsste ich nicht, warum ich ein schlechtes Gewissen haben müsste. Ich habe diese "hochregulierten Gesellschaft" und den Turbokapitalismus nie gewollt und mich mit meinen Mitteln auch dagegen gestellt. Und so geht es anderen wohl auch. Dann wäre mein/unser Engagement wohl vergeben gewesen. Gut, wir konnten es nicht verhindern. Ich möchte aber trotzdem, dass das Wert geschätzt wird und dass ich deswegen nicht zu den Mächtigen und auch nicht zur anonymen Masse gezählt werde. Denn sonst könnten man gleich allen, die für Ideale wie Naturschutz (Klima), Toleranz, Gerechtigkeit in der Gesellschaft, usw. kämpfen, raten, sie können es gleich sein lassen!

Ritratto di Peter Duregger
Peter Duregger 15 Febbraio, 2021 - 08:39

Für mich hat Andreas Conca eine zutreffende Analyse abgeliefert. Und leider haben die Generationen der ca von 1930 bis 1955 Geborenen in diesen europäischen Friedenszeiten tatsächlich durch ein immer mehr, immer höher, immer globaler die Voraussetzungen geschaffen für alle guten aber auch für alle schlimmen Zustände. Diese Verantwortung müssen wir eben tragen.

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