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Foto: Gasser Peter
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BlackRock

Ein Brief bringt die große Wende

"Der Klimawandel ist zum entscheidenden Faktor für die langfristigen Aussichten von Unternehmen geworden"
Un contributo della community di Peter Gasser16.01.2020
Ritratto di Peter Gasser
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Sind es gute Nachrichten für das Klima?

Blackrock. Wer/Was ist BlackRock? In Wikipedia ist dazu zu lesen: BlackRock ist eine 1988 in New York City gegründete Fondsgesellschaft. Mit 6,14 Billionen € (Stand: 30. Juni 2019) verwalteten Vermögens stellt sie den größten unabhängigen Vermögensverwalter weltweit dar. Das von Laurence D. Fink geführte Anlage- und Risikomanagement-Unternehmen ist mit teils erheblichen Beteiligungen an allen 30 DAX-Unternehmen auch der mit Abstand größte Einzelaktionär an der Deutschen Börse. BlackRock gilt aufgrund des wirtschaftlichen und politischen Einflusses als „heimliche Weltmacht.

Was sagt nun Laurence D. Fink?

Er schreibt den CEOs der Unternehmen, welche von BlackRock mit finanziert werden: 

„Der Klimawandel ist zum entscheidenden Faktor für die langfristigen Aussichten von Unternehmen geworden… 

„Das Bewusstsein ändert sich … rasant, und ich glaube, wir stehen vor einer grundlegenden Wende… Die Belege für das Klimarisiko zwingen die Anleger, die Grundannahmen über moderne Finanzierungen zu überdenken. Untersuchungen von einer Vielzahl von Organisationen … vertiefen unser Verständnis der Auswirkungen des Klimarisikos sowohl für unsere physische Welt als auch für das globale System, das das Wirtschaftswachstum finanziert…

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Bild: aus dem IPPC-Synthesebericht "Klimaänderung 2014": ... das Problem sind vor allem fossile Brennstoffe und Zement.

Was wird mit der 30-jährigen Hypothek geschehen, die ein wesentlicher Baustein der Finanzierung ist, wenn die Kreditgeber die Auswirkungen des Klimarisikos über einen so langen Zeitraum nicht abschätzen können und es in den betroffenen Gebieten keinen tragfähigen Markt für Hochwasser- oder Feuerversicherungen gibt? Was passiert mit der Inflation und den Zinssätzen, wenn die Kosten für Lebensmittel durch Dürre und Überschwemmungen steigen?...

Diese Fragen führen zu einer gründlichen Neubewertung der Risiko- und Vermögenswerte. Und weil die Kapitalmärkte das zukünftige Risiko vorantreiben, werden wir Änderungen in der Kapitalallokation schneller sehen als Veränderungen im Klima selbst. In naher Zukunft - und früher als erwartet - wird eine erhebliche Neuverteilung des Kapitals stattfinden.

In einem heutigen Brief an unsere Kunden kündigte BlackRock eine Reihe von Initiativen an, um Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt unseres Anlageansatzes zu rücken. Dazu gehören: Nachhaltigkeit als integraler Bestandteil der Portfoliokonstruktion und des Risikomanagements; Ausstieg aus Investitionen, die ein hohes Nachhaltigkeitsrisiko darstellen… Eine der wichtigsten Fragen, mit denen wir uns in den nächsten Jahren konfrontiert sehen, ist das Ausmaß und der Umfang der staatlichen Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels, die im Allgemeinen die Geschwindigkeit bestimmen, mit der wir zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft übergehen. Diese Herausforderung kann nicht ohne eine koordinierte internationale Reaktion der Regierungen gelöst werden, die mit den Zielen des Pariser Abkommens in Einklang steht …

Irkutsk.jpg
Foto: Gasser Peter, Irkutsk, Sibirien: "Ausstieg aus Investitionen, die ein hohes Nachhaltigkeitsrisiko darstellen".

Wir müssen die wirtschaftlichen, wissenschaftlichen, sozialen und politischen Realitäten der Energiewende berücksichtigen. Regierungen und Privatsektor müssen zusammenarbeiten, um einen fairen und gerechten Übergang zu erreichen …

Während die Regierung in diesem Übergang eine Vorreiterrolle einnehmen muss, müssen Unternehmen und Investoren auch eine wichtige Rolle spielen…

Dennoch stehen wir vor dem ultimativen langfristigen Problem. Wir wissen noch nicht, welche Vorhersagen über das Klima am genauesten sind und welche Auswirkungen wir nicht berücksichtigt haben. Aber es ist nicht zu leugnen, in welche Richtung wir gehenJede Regierung, jedes Unternehmen und jeder Aktionär muss sich dem Klimawandel stellen.

Wenn wir der Meinung sind, dass Unternehmen und Verwaltungsräte keine wirksamen Offenlegungen zur Nachhaltigkeit vorlegen oder Rahmenbedingungen für die Bewältigung dieser Probleme implementieren, werden wir die Mitglieder des Verwaltungsrates zur Verantwortung ziehen“.

Das sagt, gekürzt, Laurence Fink.

Dieser Brief markiert eine Zeitenwende.

Man bekommt es in den täglichen Nachrichten bereits mit.

Die Macht des Geldes (re)agiert - vor der Politik.

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Ritratto di Georg Lechner
Georg Lechner 17 Gennaio, 2020 - 10:15

Dann werden die DAX-notierten Unternehmen wohl nicht mehr (wie zuletzt 2016) den Wahlkampf des Klimawandel-Leugners Trump unterstützen dürfen....

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 17 Gennaio, 2020 - 10:34

Es bleibt zu hoffen...
Natürlich wird dies ein „Prozess“, der Jahre dauern wird, das geschieht sicher nicht alles 2020.
Aber es wird so sein, dass „die Macht des Geldes“ die lahme Politik vor sich hertreiben wird, und - leider - nicht umgekehrt. Die Politik versagt hier...

Ritratto di Georg Lechner
Georg Lechner 17 Gennaio, 2020 - 12:01

Die Macht des Geldes treibt die Politik schon längst vor sich her. Ein deutliches Beispiel aus den Nullerjahren bietet die Aussage von Bettina Rausch im Interview, das sie als Funktionärin der Jungen Volkspartei dem "Standard" gegeben hat: "Ich bin weiterhin dafür, dass Unternehmen eine Partei finanzieren dürfen. Weil sonst Demokratie, wie wir sie jetzt leben mit unserem Parteiensystem, nicht funktioniert. Wie soll ich meine Mitarbeiter zahlen? Mit der staatlichen Parteienförderung geht sich das hinten und vorne nicht aus." (persönliche Anmerkung: die Parteienförderung in Ö. ist eine der höchsten weltweit und soll die Unabhängigkeit von privaten Geldgebern sicherstellen; aber die VP wollte damals die Wähler*innen mit teuren Give-aways blenden und hat 2017 die gesetzliche Wahlkampfkostenbegrenzung markant überschritten)

Ritratto di Klaus Griesser
Klaus Griesser 17 Gennaio, 2020 - 17:21

Schön, dass Sie einen der Hauptmacher der neoliberalen Weltpolitik zum Thema gewählt haben, der mehr entschieden hat und entscheidet als die meisten Regierungen, aber auch manche offiziellen Konzernvertreter. Sie zitieren seine Aufforderung an die kapitalistischen Unternehmen zur "Nachhaltigkeit". Nur - in Bezug auf Nachhaltigkeit im wissenschaftlichen Sinn ist Blackrock (BR) ein aktiver Bock nicht nur im Garten der Erde, beim Weltklima. BR ist global aktiv in den Konzernen der Nahrungsmittel & der Landwirtschaft, der Kriegsrüstung, der privaten welfare-Finanzierung (Gesundheitswesen, Renten, wie der Versicherungen), aber auch der Digitalisierung. So ist BR Hauptaktionär bei Microsoft, Apple, Google. Die Zentralbanken nutzen seine Rechner (wobei nur wenige Eingeweiht wissen wo sein eigentliches Zentrum liegt). BR mischt auch in den Printmedien kräftig mit, vor allem bei der mächtigen transatlantischen Propagandamaschine.
Kurz gesagt - Finks "Nachhaltigkeit" ist nichts als das neueste Geschäftsmodell eines Finanzmonsters, das uns in den Klauen hält.

Zum Vertiefen empfehle ich das druckfrische Buch von Jens Berger „Wer schützt die Welt vor den Finanzkonzernen“ im Westend-Verlag

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 17 Gennaio, 2020 - 17:50

Ich stimme Ihnen in allem zu und ich hätte auch lieber eine Welt ohne diese Art Finanzsektor. Pragmatisch gesehen aber ist es zur Zeit, wie es ist - und diese Thematik wäre/ist eine eigene Baustelle.
Zudem haben „Microsoft, Apple, Google“ ebenfalls bereits angegeben, bis 2035 relativ klimaneutral sein zu wollen.
Der folgende Absatz (Zitat aus dem Brief) zeigt vielleicht die Intention von BlackRock, welche dies *natürlich zum eigenen Vorteil* anstoßen:
„Werden Städte beispielsweise in der Lage sein, ihren Infrastrukturbedarf zu decken, da das Klimarisiko den Markt für Kommunalanleihen verändert? Was wird mit der 30-jährigen Hypothek geschehen, die ein wesentlicher Baustein der Finanzierung ist, wenn die Kreditgeber die Auswirkungen des Klimarisikos über einen so langen Zeitraum nicht abschätzen können und es in den betroffenen Gebieten keinen tragfähigen Markt für Hochwasser- oder Feuerversicherungen gibt? Was passiert mit der Inflation und den Zinssätzen, wenn die Kosten für Lebensmittel durch Dürre und Überschwemmungen steigen?“
Aber ob zum eigenen Vorteil oder zum allgemeinen: es scheint so, als treibe *das große Geld* nun Konzerne und Politik vor sich her und starte eine „Klimaschutzrakete“.

Ritratto di Klaus Griesser
Klaus Griesser 17 Gennaio, 2020 - 21:48

Was sind wirklich nachhaltige Maßnahmen um den Klimawandel in erträglichen Grenzen zu halten? Über diese Gesamtfrage gibt es keine verbindliche Debatte, auch nicht zur Gesamtwirtschaft. Am ehesten kann ich zur Fragestellung nur etwas beitragen von der kleinen Seite der Landwirtschaft her:
Es ist gewiss nicht nachhaltig fürs Klima, dass der brasilianische Urwald abgefackelt wird, um Soja-Monokulturen für ein Mercosur- Abkommen zu fördern, mit welchem die Welt über alle Ozeane mit nachhaltigen Riesencontainerschiffen beliefert werden soll um global nachhaltig industrialisiert Fleischberge zu erzeugen, welche nachhaltig lokale Märkte rund um den Globe zerstören. Einer der größten Interessenten dabei dürfte ex-Monsanto & nunc-Bayer sein, sowohl für das Saatgut wie für die chemische Behandlung der Böden, nachhaltig zusätzlich zerstörerisch für die Biodiversität. Den damaligen Deal Monsanto-Bayer hat höchstwahrscheinlich Blackrock eingefädelt und dabei nachhaltig Kapital vorgestreckt. Der nachhaltige Lobbyismus an der EG für PSM in die Böden, für nachhaltige Subventionierung von Monokulturbetrieben, für private Schiedsgerichte zur nachhaltigen Bestrafung von Regierungen bei Anwendung europäischer Umweltauflagen dürfte Blackrock bekannt sein.
Was wird nun Larry Fink wohl pragmatisch Nachhaltiges unternehmen, nachdem er der Welt sein süßes Nachhaltigkeit-Evangelium vorgelegt hat?
Ich kann mir nicht vorstellen, dass er das gesamte Kapital aus allen nicht nachhaltigen Geschäftsgebarungen zurückzieht und der UNO zur Verfügung stellt, um nachhaltige Maßnahmen zur Begrenzung des Klimawandels einzuleiten.

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 17 Gennaio, 2020 - 22:43

„Was sind wirklich nachhaltige Maßnahmen um den Klimawandel in erträglichen Grenzen zu halten?“
Weg von fossilen Brennstoffen, bis 2050 vollständig, möglichst früher. Stop der Zerstörung der Urwälder, sofort.
Alles andere würde sich geben.
Was „wird nun Larry Fink wohl pragmatisch Nachhaltiges unternehmen“: er wird das Geld seiner Anleger schützen für die Welt von Morgen: dafür braucht er dieses „Morgen“.
Ich erkenne, dass darauf mehr Verlass ist als auf die Politik(er).
Natürlich ist es gewissermaßen auch ein stillschweigender Pakt mit dem „Teufel“ - aber wohl ein wirksamer...?

Ritratto di Klaus Hartmann
Klaus Hartmann 17 Gennaio, 2020 - 16:04

“We need to have a conversation with every government in the world, including our government, to be better prepared for this,” Fink told CNBC. “We need to be spending large sums of money on infrastructure to be more prepared for this.”
Wen meint hier Herr Fink mit „We“?
Will man hier die Kosten für mehr Umweltschutz und für die Wiedergutmachung des bereits angerichteten schon wieder externalisieren, will heißen, auf die Allgemeinheit abwälzen? Ein altbewährtes Geschäftsmodell! Green-Washing?
Der Große Verfechter von Privatisierung und Gegner des Sozialstaates, Miterfinder jener Finanzprodukte, die in die Bankenkrise 2008 führten, Beauftragter der Regierung Obama wieder aus der Krise hinauszuführen (mit Steuergeldern!!!), Nutzer von Steuerparadiesen, Teilhaber an den größten Ölkonzernen der Welt, größter institutioneller Investor bei Kohlekraftwerksentwicklern, will Vorreiter einer neuen Klimapolitik werden? Er der die Politik schon seit Jahrzehnten maßgeblich beeinflusst! Will sich hier der Bock zum Gärtner machen, oder gab es einen ehrlichen Gesinnungswandel?
Es bleibt zu hoffen…….
Stören tut mich nur die neuerliche Diskreditierung der Politik. Politik ist nämlich die Lösung. Nur braucht es halt eine neue – nicht jene die maßgeblich von Firmen wie Black Rock beeinflusst sind.

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 17 Gennaio, 2020 - 16:19

hier der vollständige Brief im Original:
https://www.blackrock.com/uk/individual/larry-fink-ceo-letter
Die Übersetzung des zitierten Teiles:
„Wir sind der Ansicht, dass alle Anleger, Aufsichtsbehörden, Versicherer und die Öffentlichkeit ein klareres Bild davon benötigen, wie Unternehmen Nachhaltigkeitsfragen behandeln. Diese Daten sollten über das Klima hinausgehen und Fragen dazu beantworten, wie jedes Unternehmen seine gesamten Interessengruppen bedient, wie beispielsweise die Vielfalt seiner Belegschaft, die Nachhaltigkeit seiner Lieferkette oder wie gut es die Daten seiner Kunden schützt. Die Wachstumsaussichten eines jeden Unternehmens sind untrennbar mit seiner Fähigkeit, nachhaltig zu agieren und alle Stakeholder zu bedienen“.
Mit „we“ meint er da sicher BlackRock und die darin zusammengeschlossenen Investoren. Und wenn sie, da es sie nun mal gibt, hier Druck ausüben wollen / werden, ist das positiv in der Sache.
Dass es in einer anderen Welt sowas wie BlackRock gar nicht geben sollte, ist eine andere Baustelle.

Ritratto di Georg Lechner
Georg Lechner 17 Gennaio, 2020 - 17:57

Die unrühmliche Rolle von Black Rock als mutmaßlicher Druckausüber auf die US-Administration zur Verschärfung der Spannungen in Nahost ( https://www.nachdenkseiten.de/?p=57612: ) ist freilich eine andere Baustelle, aber Auswirkungen auf die Klimathematik sind nicht von vornherein auszuschließen.
In einem Punkt ist der "schwarze Fels" möglicherweise "betriebsblind": Das im Vergleich zur Realwirtschaft unverantwortlich hohe Ausmaß an Finanztransaktionen (Swaps und andere Derivate) ist ebenfalls eine ernsthafte Bedrohung der Weltwirtschaft. An diesen Transaktionen sind im Wesentlichen die 14 größten Banken der Welt beteiligt und bei zumindest einer davon ist Black Rock größter Einzelaktionär.

Ritratto di Klaus Hartmann
Klaus Hartmann 18 Gennaio, 2020 - 13:51

"alle Stakeholder zu bedienen"
Der zurzeit unangenehmste und gefährlichste Stakeholder, den es zur Zeit für die auf Raubbau und grenzenloses Wachstum ausgerichteten Konzerne zu bedienen gilt, ist die Umwelt- Klimabewegung. Sie ist nicht kontrollierbar und entzieht sich der Macht und Kontrolle des Großkapitals. Während die Politik seit nunmehr geraumer Zeit die neoliberale Idee eines freien und deregulierten Marktes vorangetrieben hat und sich so ihrer Gestaltungsfreiheit berauben ließ, sind Bewegungen dem Neoliberalismus ein Dorn im Auge. Sie stellen eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die auf maximalen Profit ausgerichteten Akteure des Großkapitals dar.
Wie reagieren? Wie Zeit gewinnen? Wie der Bewegung den Wind aus den Segeln nehmen? Wie verhindern, dass die Politik, die letztendlich unter dem von der Bewegung aufgebauten Druck reagieren muss, so reagiert wie sie reagieren sollte: frei und unabhängig vom Großkapital?
Vielleicht mit einem verbalen Vorstoß und Versprechen? Seht her wir sind bereit zu verhandeln! Wir machen den ersten Schritt! Setzt euch an unseren Verhandlungstisch! Lasst uns reden. Wir werden es schon richten!
Strategie? Taktik?
Ich glaube schon. Ich glaube, dass der Druck auf die Konzerne und die Politik weiter aufgebaut werden muss und dass es letztendlich die Politik sein muss, die die "Heuschrecken" in ihre Schranken verweist.

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 18 Gennaio, 2020 - 14:16

- "Während die Politik seit nunmehr geraumer Zeit die neoliberale Idee eines freien und deregulierten Marktes vorangetrieben hat und sich so ihrer Gestaltungsfreiheit berauben ließ, sind Bewegungen dem Neoliberalismus ein Dorn im Auge. Sie stellen eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die auf maximalen Profit ausgerichteten Akteure des Großkapitals dar": das sehe ich auch so.
- "Ich glaube, dass der Druck auf die Konzerne und die Politik weiter aufgebaut werden muss und dass es letztendlich die Politik sein muss, die die "Heuschrecken" in ihre Schranken verweist": das fände ich gut, aber mir fehlt der Glaube. Erst der Druck des Kapitals auf die Politik wird diese in Bewegung setzen. Leider.
Daher sehe ich in diesem Brief *die Wende*. Die Rückendeckung und Absprache mit dem "Kapital" erst wird der (mutlosen) Politik Gelegenheit geben, denen zu folgen, welche *alles* finanzieren.
Wie gesagt, *leider* funktioniert unsere derzeitige Welt wohl so - oder ist es seit der Neolithischen Revolution nicht immer so gewesen?

Ritratto di Georg Lechner
Georg Lechner 18 Gennaio, 2020 - 15:52

Freilich sollte die Politik diese Rolle ausfüllen, aber realiter wird es so sein, wie @Peter Gasser vermutet.

Ritratto di Klaus Hartmann
Klaus Hartmann 18 Gennaio, 2020 - 17:38

@Gasser: Wir sind, wenn Sie so wollen, beide unverbesserliche Optimisten - nur unter anderem Vorzeichen. Sie glauben, dass aus Wölfen Schafe werden können. Ich glaube, dass Schafe dem Wolf die Zähne reißen können. Vielleicht liegen wir ja beide falsch.

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 18 Gennaio, 2020 - 17:40

aus Schafen werden nie Wölfe, ich denke, dass die Wölfe hier aus Eigennutz halbwegs das Richtige tun, wozu die Politiker aus Angst vor den Wölfen oder vor Machtverlust nicht fähig erscheinen.
Hierin bin ich Optimist, richtig.

Ritratto di Klaus Hartmann
Klaus Hartmann 18 Gennaio, 2020 - 17:42

Ihr Wort in Gottes Ohr

Ritratto di Sepp Bacher
Sepp Bacher 19 Gennaio, 2020 - 09:20

Also - wie gehabt und bekannt - die Wölfe im Schafspelz!

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 19 Gennaio, 2020 - 10:23

Ja, aber im Interesse, sich Weide, Wasser und Schafe zu erhalten, tun die Wölfe das Richtige... während dies die eigentlichen Hirten der Schafe und die Leitböcke nicht zustande bringen.
Fast schon blamabel.

Ritratto di gorgias
gorgias 19 Gennaio, 2020 - 10:58

Im Artikel https://www.salto.bz/de/article/15012020/zebisch-eurac-klimawandel wird zwischen Klimaschutz und Klimaanpassung unterschieden. Aus dem Blick von Unternehemen ist der entscheidende Unterschied der Return of Investment (ROI). Für das einzelne Unternehmen hat der Klimaschutz hat einen zu vernachlässigbar kleinen ROI, weil Investitionen im Klimaschutz allen verteilt zu Gute kommen. Klimaanpassung IST das Geschäftsmodel der Zukunft, weil jene Unternehmen die diese Verfolgen, in einer Welt mit veränertem Klima zu besseren Preisen Sachgüter und Dienstleitungen anbieten können und damit konkurenzfähig bleiben können.

Was bedeutet das für die Allgemeinheit? Man kann sich erwarten, dass der Privatsektor nicht konsequent in den Klimaschutz investiert. Nicht konsequent aber doch, weil Maßnahmen zur Klimaanpassung eine Schnittmenge mit jenen des Klimaschutzes bieten.

Genau dieser Punkt soll uns doch nicht hinwegtäuschen, dass diese Zurkenntnisnahme des (Investions)Klimarisiko von Seiten des privaten Sektors nicht die notwendigen Zielsetzungen des öffentlichen Bereichs für den Klimaschutz ersetzen können, sondern höchstens für einen möglichst angenehmen Übergang für bestimmte Interessensgruppen in einer neuen Klimasituation sorgen kann.

Laurence Fink spricht in seinem Brief sogar an, dass im Grunde der öffentliche Bereich eine Vorreiterrolle spielen muss. Dies bleibt aber für Investoren ein zweitrangiger Aspekt. Man kann sich fragen, welche Impulse und Einflüsse von Seiten von Black Rock und Konserten an die Politik kommen werden, damit diese seine Rolle wahrnimmt.

Zu beachten ist, dass die Ökonomie der Umgang mit knappen Güter ist. So ist es für Unternehmen interessant, dass sowohl Güter nicht ganz verschwinden (bzw. durch den Klimawandel Märkte nicht ganz zusammenbrechen). Interessant wird es, wenn neue Märkte durch Verknappung von bis jetzt als nicht knapp wahrgenommenen Gütern entstehen. Nestle hat es bereits mit dem Wasser versucht.

Das Ziel einer interessierten Allgemeinheit muss es sein, dass politisch Verantwortliche sich dafür einsetzen, dass konsequent Klimaschutz betrieben wird, durch eine allumfassende ökologische Steuerreform. Diese muss durch soziale Maßnahmen begleitet werden, damit diese breite Unterstützung findet und nicht Bewegungen wie Gelbwesten in Frankreich entsehen. Ansonsten wird es dazu kommen, dass man Großinvestoren dazu verhelfen wird Besitzstände in einer Welt mit Klimawandel möglichst gut zu erhalten. - Und dabei wo es gelegen ist, ein bischen Klimaschutz zu betreiben.

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 19 Gennaio, 2020 - 11:21

So ist es; und dieser Weg der Nur-Anpassung und des fehlenden Klimaschutzes würde nicht zu einer „gesicherten“ Welt durch Klimaschutz führen, sondern zu einer Welt permanent „am Abgrund“, in der die Schafherde Menschheit dauerhaft von den Klimaanpasser-Konzernen in einer Welt „Reiche-Elite & Arme-Masse“ gemolken werden kann.

Ritratto di Georg Lechner
Georg Lechner 19 Gennaio, 2020 - 11:42

"Zu beachten ist, dass die Ökonomie der Umgang mit knappen Güter ist." Stimmt - die interessante Frage ist aber nach dem Wie des Umgangs (sorgsam, auf langfristigen Erhalt abgestellt ODER kapitalistisch, die Verknappung zum gewinnbringenden Vorteil / zur Etablierung einer Monopolstellung nutzend). Letzteres geschieht derzeit, wo sich die Industriestaaten (einschließlich der aufstrebenden Mächte wie China oder Indien) im gegenseitigen Verdrängungswettbewerb unter massivem (staatlich subventioniertem) Einsatz fossiler Energieträger von den Absatzmärkten zu eliminieren suchen. Deutlich wird es an den Befreiungen von den Abgaben, die jeder Konsument bis einschließlich der Mindestrentner leisten muss. Erkennbar wurde es für Österreich am Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes vom Dezember 2001, als sich der Dienstleistungssektor (z.B. Bundesbahn) die nämliche abgabenbefreiung erstritt.

Ritratto di gorgias
gorgias 19 Gennaio, 2020 - 13:19

Ich hätte besser schreiben sollen: "Zu beachten ist, dass die Nationalökonomie die Lehre über dem Umgang mit knappen Gütern ist." Damit hätte man verstanden, dass ich die moderne Volkswirtschaftslehre meine, die mit Adam Smith entstanden ist. Und diese ist von Grund auf kapitalistisch.
Die erste Beschreibung wäre meiner Meinung nach die Subsistenzwirtschaft, die vorkapitalistisch ist und auf alle Fälle nachhaliger wäre. Diese basiert aber auf keiner Theorie, sondern hat sich weltweit auf lokaler Ebenel durch Erfahrungswerte entwickelt. - Zumindest bis diese Gesellschaften durch die Globalisierung aus ihrem stagnativen Gleichgewicht gebracht wurden.
Doch diese Gesellschaften, sind kein Modell für uns, da wir in einer überkomplexen Massengesellschaft leben. Es braucht eine kritische Auseinandersetzung mit den vorhandenen Theorien und die Entwicklung neuer, die es Ermöglichen ein neues Gleichgewicht zu entwickeln und den Wachstumszwang des kapitalistischen System zu überwinden. Doch solange man der neoliberalen Ersatzreligion kaum mehr als Indignation entgegenbringt, wird es gleich weiter gehen wie bisher.
Wen es interessiert, kann ich "Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung" von Ulrike Herrmann empfehlen.

Ritratto di Georg Lechner
Georg Lechner 19 Gennaio, 2020 - 11:20

Freilich wird man genau beobachten müssen, inwieweit auch von Unternehmensseite Taten folgen oder der Brief nur als Imagekampagne ("Greenwashing") dienen sollte. Ein Gutes hatte er jedenfalls: Die Leugner des Klimawandels vom rechten Ende des politischen Spektrums sind damit in die argumentative Defensive gedrängt.

Ritratto di Klaus Griesser
Klaus Griesser 22 Gennaio, 2020 - 11:58

updating: Gretas klare Worte "Es ist nichts geschehen!" nach Ihrer Antwort auf Trump in Davos sind zwar nun weltbekannt, ihr Zahlenmaterial wird von keinem der größeren Medien wiedergegeben, das ist schon eigenartig! Nachlesbar auf https://www.volksverpetzer.de/schwer-verpetzt/greta-ipcc-davos/?fbclid=I...

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 22 Gennaio, 2020 - 12:55

kleine Klarstellung der Mitteilung:
1. Es sind nicht „Gretas Zahlen“, es sind die Zahlen der Wissenschaft.
2. Der Vortrag von Greta Thunberg war keine „Antwort auf Trump“ (der vor ihr geredet hatte), da am Pult vom vorher vorbereiteten Skript abgelesen.
.
Es braucht Wissenschaft, keine konstruierten Heiligen und Teufel, und das Spannungsfeld zwischen diesen: das ist Teil des globalen Entertainments.

Ritratto di Biodiversität und Naturschutz
Biodiversität und Naturschutz 22 Gennaio, 2020 - 13:43

Greta Thunberg wiederholt die Zahlen des IPCC, das ist eine Instution der Vereinten Nationen, welche den Auftrag an Wissenschaflter gibt, über den aktuellen Stand der Klimaforschung zu berichten.
Der Volksverpetzer...toller informativer Artikel, danke für den Link

Ritratto di Georg Lechner
Georg Lechner 22 Gennaio, 2020 - 17:34

Ich denke, die Leser hier und anderswo sollen auch eine Ahnung davon bekommen, warum es so problematisch wäre, würde der geschätzte Betrag von 340 Gigatonnen CO2 - Freisetzung überschritten. Dieses Gas, das etwas schwerer als die hauptsächlichen Luftbestandteile Stickstoff und Sauerstoff ist, reichert sich in tiefergelegenen Regionen an - und die sind eben über den Meeren. Die Wirkung als Treibhausgas kommt daher, dass das sichtbare Licht , das von der Sonne kommt, mit Boden und Wasser wechselwirkt und dabei Wärme von der Erd- (und Wasser-)oberfläche abgestrahlt wird. Das Kohlendioxid (und andere Gase wie Methan oder Lachgas, die aber mengenmäßig um viele Größenordnungen weniger vorhanden sind als das CO2) nehmen diese Wärmestrahlung aber kurzfristig auf und strahlen sie wieder in alle Richtungen ab, während sie die Hauptbestandteile der Luft praktisch ungehindert Richtung Weltraum passieren lassen.
Ein Teil des CO2 über den Meeren löst sich in Meerwasser. Dieser Teil wird aber umso geringer, je höher die Wassertemperatur wird. Das solcherart ausgasende CO2 erhöht den Anteil über der Meeresoberfläche und steigert damit den Treibhauseffekt, daneben verdunstet auch mehr Wasser, das es dann beim Zusammentreffen mit kälterer Luft oder beim Abkühlen während des Aufsteigens an Gebirgsketten ausregnet. Darum ist es so wichtig, den CO2-Ausstoß aus der Verbrennung für Verkehr und Industrie baldmöglich einzubremsen, bevor die Erwärmung kritische Ausmaße annimmt.

Ritratto di Klaus Griesser
Klaus Griesser 22 Gennaio, 2020 - 17:54

Danke für die gute Info! Ich weiß noch von den Abhandlungen im Weltagrarbericht, dass auch die Böden - sofern deren Bodenlebewesen bei der Humusbildung nicht chemisch gestört sind - CO2 aufnehmen können, so wie auch sämtliche Moore CO2 gebunden haben.

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 22 Gennaio, 2020 - 18:02

Man kann etwas genauer hinsehen, um den Vorwurf von „volksverpetzer“ zu entkräften: Frau Thunberg hat in Davos eine Rede gehalten (vorgelesen) - UND an einer Diskussionsrunde teilgenommen. Bei der Rede waren keine Zahlen, also hat die Presse, welche die Rede kommentierte, auch keine Zahlen genannt.
Um das Maß an Entertainment voll zu machen, schreibt die Presse auch verschiedentlich von einem „Schlagabtausch“ zwischen Greta Thunberg und Präs. Trump, welcher nicht stattgefunden hat. Hört sich aber gut an...

Ritratto di Sepp Bacher
Sepp Bacher 22 Gennaio, 2020 - 17:43

Es braucht die kleinen konstruierten Heiligen, um den Erkenntnissen der Wissenschaft zu einem breiten Durchbruch zu verhelfen! Aber die System-Medien spielen anscheinend nicht mit?!

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 22 Gennaio, 2020 - 18:22

Das sehe ich nicht so.
Ein Beispiel an mir selbst:
ich behalte, um Ressourcen zu schonen, mein altes Zweitauto;
ich habe Klima-Haus-A nature gebaut;
der Neubau verfügt über Solaranlage und Erdwärmenutzung (Geothermie);
der Gemüsegarten wird nächstes Jahr erweiter, der Obstgarten bringt Marmelade, Frischobst, Saft und Trockenfrüchte fürs ganze Jahr;
den IPCC-Report kann ich alleine und ohne „konstruierte Heilige“ lesen;
heute habe ich in Bozen die Tagung zum Klimawandel besucht.
Selbstverständlich werde ich, wo immer möglich, den Zug nehmen, und nicht innereuropäische Flüge nutzen;
zur Zeit lese ich das Buch von Luisa Neubauer, das von Friederike Otto habe ich bereits gelesen; Dieter Helm und Jeremy Rifkin liegen am Tisch...
—> Alles ohne „Heilige“ und „Teufel“, welche vor allem dem Entertainment dienen...
.
Von den „Systemmedien“ habe ich 2019 über 250 Artikel (!!!) als pdf auf mein iPAD geladen und gelesen - da findet man alles, wenn man nur will, vom „Glauben“ zur Wissenschaft bis hin zum Verteufeln.

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 22 Gennaio, 2020 - 18:51

250 Artikel, den Klimawandel betreffend...

Ritratto di Klaus Hartmann
Klaus Hartmann 23 Gennaio, 2020 - 11:06

Alexander Leistner: „So braucht jede soziale Bewegung formal Initiatorinnen und Initiatoren, die ungewissen Erfolgsaussichten zum Trotz mit ersten Aktionen und rudimentären Formen der Selbstorganisation beginnen.“
Frau Thunberg ist Pionierin einer weltweiten sozialen Bewegung und als solche für diese von zentraler Bedeutung. Sie ist Sozialfigur dieses Protests. (siehe Alexander Leistner: Sozialfiguren des Protests und deren Bedeutung für die Entstehung und Stabilisierung sozialer Bewegungen“) Sie kanalisiert Emotionen und übernimmt exponierte Aufgaben. Sie ist Frau, 16 Jahre jung, intelligent, mutig und sie polarisiert. Sie spricht Missstände aus. Sie mobilisiert Massen und schafft Bewusstsein.
Sie muss nicht, und aller Wahrscheinlichkeit nach will sie auch nicht, als „Heilige“ stilisiert werden. Sie erhebt auch nicht den Anspruch Wissenschaftler zu sein.
Das „Spannungsfeld“ ist nicht „Teil des globalen Entertainments“, sondern „Schlachtfeld“ politisch und wirtschaftlicher Machtfragen.

Ritratto di Sepp Bacher
Sepp Bacher 23 Gennaio, 2020 - 14:49

Ja, Klaus H., so habe ich meinen Satz "Es braucht die kleinen konstruierten Heiligen, um den Erkenntnissen der Wissenschaft zu einem breiten Durchbruch zu verhelfen!" auch gemeint. Ich hätte meine Meinung aber nicht so klar begründen und ausführen können, wie du. Danke!

Ritratto di elisabeth garber
elisabeth garber 23 Gennaio, 2020 - 15:53

Ja Herr Hartmann, das haben Sie gut auf den Punkt gebracht - ich hoffe für die Frontfigur, dass sie sich vor Zusammenbruch unter dieser Bürde aus Ohnmacht und Erkenntnissen...zurückzieht. Man sieht G.T. die enorme psychische, rationale und somit auch physische Belastung an.
Was mich noch negativer berührt, ist das Verhalten von D. Trump. Er ist definitiv größenwahnsinnig - und die, die hinter ihm stehen (und das ist der Mainstream) auch.

Ritratto di Georg Lechner
Georg Lechner 23 Gennaio, 2020 - 16:56

Vielleicht noch mehr geld- und machtgierig als größenwahnsinnig. Als Obama Präsident wurde, warnte Friedrich Korkisch in der "Wiener Zeitung" vor hochgesteckten Erwartungen und bemerkte trocken, dass jeder noch so progressive Kandidat als konservativer Präsident aus den Wahlen hervorgegangen ist. Später las ich, dass jeder Präsi-Wahlkampf in den USA hunderte Millionen Dollar kostet.Den restlichen Reim darauf kann sich jede*r leicht machen.

Ritratto di elisabeth garber
elisabeth garber 23 Gennaio, 2020 - 18:02

Ach ja das sowieso - er hat ja jetzt schon soviel reingespuckt wie Obama im gesamten Wahljahr - wenn ich nicht irre.

Ritratto di Klaus Hartmann
Klaus Hartmann 23 Gennaio, 2020 - 18:38

Und dann Black Rock als Retter in der Not. Aber bitte!!!! Black Rock und Konsorten gehören der gleichen Spezies an. Nur hintertriebener.

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 23 Gennaio, 2020 - 18:42

Ja, die Welt ist verrückt. Aber so kommt es. Die Konzerne und Unternehmer werden den Geldgebern "folgen" ... leider erreichen die mehr als Politik und Presse und das tägliche Kolosseum des weltweiten Infotainments.

Ritratto di Klaus Hartmann
Klaus Hartmann 23 Gennaio, 2020 - 19:00

Die grossen Geldgeber sind leider dieselben.

Ritratto di Georg Lechner
Georg Lechner 23 Gennaio, 2020 - 20:20

Die Konzerne und Unternehmer sind ja die Geldgeber der Politiker - und daneben diejenigen, auf deren Inseratenaufkommen die Medien angewiesen sind.

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 23 Gennaio, 2020 - 20:25

ja, aber hinter den Konzernen und Unternehmen gibt es jene, welche wiederum diesen "Geld geben" (Aktien besitzen, abstoßen, dazukaufen), und diese wiederum geben den Konzernen und Unternehmen die Richtung vor. Von diesen ist hier die Rede.

Ritratto di Georg Lechner
Georg Lechner 24 Gennaio, 2020 - 09:45

Also die Schattenbanken wie Black Rock, die zumeist in Steueroasen (wie Wilmington) sitzen, keine formelle Bank sind und daher auch nicht der Bankenaufsicht unterliegen, das Geld von Anlegern (oft wohl auch von Steuerflüchtlingen) verwalten....

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 24 Gennaio, 2020 - 16:00

ja, leider....

Ritratto di Klaus Hartmann
Klaus Hartmann 25 Gennaio, 2020 - 15:59

Leider! oder Leider?
Das kann doch nicht der Wahrheit letzter Schluss sein. Wir haben es beim herrschenden Wirtschaftsmodus der maximalen Profitmaximierung Weniger auf Kosten der Vielen, nicht mit einem Naturgesetz zu tun. Mit dem Leider beginnt doch erst der politische, soziale, wirtschaftliche, philosophische, spirituelle, künstlerische Diskurs. Er hat bereits begonnen. Weltweit. Es weht ein frischer Wind durch die Welt. Es formiert sich Widerstand. Auf allen Ebenen. In allen Kontinenten. Dieser Widerstand bringt Hoffnung - nicht Mr. Fink. Die Machtfrage wird wieder gestellt. Es werden Fragen gestellt und es wird in Frage gestellt. Die über Jahrzehnte gepredigte Alternativlosigkeit der sogenannten "Realisten" die nichts besseres zu bieten hatten als eine "marktkonforme Demokratie" (Merkel) wird von den Menschen nicht mehr hingenommen. Der stinkende Boden dieses Sumpfes ist erreicht. Der Mensch will sich seinen Handlungs- und Gestaltungsspielraum wieder zu Eigen machen. Er wird politisch. Im wahren Sinn des Wortes. Im umfassenden Sinn. Alles was als "gottgegeben", "alternativlos" und in Stein gemeißelt präsentiert wird muss vom Sockel gestoßen werden. Wir brauchen keine Realisten der neoliberalen Sorte. Wir brauchen Träumer, Visionäre, Utopisten. Ich bin voller Hoffnung. Manchmal.

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 25 Gennaio, 2020 - 16:10

Das bin ich auch.
Aber es ist auch Skepsis dabei - allerorten Populisten und Narzisse auf beiden Seiten des Zaunes...

Ritratto di elisabeth garber
elisabeth garber 22 Gennaio, 2020 - 14:50

Derselben Meinung...

Ritratto di elisabeth garber
elisabeth garber 22 Gennaio, 2020 - 19:11

PS: Derselben Meinung wie Griesser & Biodiversität.

Ritratto di Klaus Griesser
Klaus Griesser 24 Gennaio, 2020 - 17:40

update nr.2! US-Nobelpreisträger für Wirtschaft J.Stiglitz laut https://www.independent.ie/world-news/economist-joseph-stiglitz-hits-out... :The Nobel laureate accused the president of mischaracterising the economy and ignoring climate issues. Von dieser scharfen Reaktion berichtete unsere Presse nicht. Bzgl. Larry Fink in Davos hingegen habe ich keine Berichte gefunden, auch keine Stellungnahmen zu seinem Nachhaltigkeits-Narrativ. Über seine wirklichen Gespräche, mit den Managern seiner Multis in den Hinterzimmern, werden wir wohl nie was erfahren.

Ritratto di Georg Lechner
Georg Lechner 25 Gennaio, 2020 - 09:06

Der Artikel ist sehr interessant, sowohl inhaltlich als auch von den Fragen der Redaktion her, die ein gewisses "Vorverständnis" signalisieren, dessetwegen die NZZ (wie auch andere renommierte Zeitungen wie FAZ oder in Ö. die "Presse") von der breiten Masse nicht gelesen werden.
Es ist natürlich beklagenswert, dass sich die meisten Leute in "selbstverschuldeter Unmündigkeit" (wie es Kant nannte) halten, indem sie sich auf die Informationen aus den Rinnsteinblättern und den kommerziellen Kommunikationskanälen verlassen. Diese schreiben wegen ihrer Abhängigkeit vom Inseratenaufkommen (von der auch die sogenannten Qualitätsmedien nicht frei sind) im Interesse des momentanen Profits. Da müsste schon eine breite Diskussion in der Bevölkerung über die Aussagen von Stiglitz in Gang gekommen sein, damit etwa eine Bild oder eine Kronenzeitung nicht umhin können, diese aufzugreifen.

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 25 Gennaio, 2020 - 09:12

die breite Masse will Köpfe, „Helden“ und „Teufel“, nicht Argumente... leider ist dies so.

Ritratto di Klaus Griesser
Klaus Griesser 25 Gennaio, 2020 - 16:14

Mit dem Indipendent -Zitat wollte ich auf die historisch bedeutsame Szene hinweisen, dass sofort nach der großkotzigen Rede des Präsidenten der größten Macht der Welt vor einem Weltforum ein Wirtschafts- Nobelpreisträger reagiert u scharf widerspricht. Wohl zollt die NZZ Stiglitz mit dem Interview Respekt, aber unmittelbar vom Protest lese ich nichts in der NZZ, denn das ist ihr Kotau vor dem "greatest president“ in der Welt, dem Mann, von dem die größte Kriegsgefahr ausgeht, der vor kurzem den obersten Militärchef eines mit Wirtschaftssanktionen bekämpften Landes abknallen ließ und erst vor Tagen Europa mit einem Wirtschaftskrieg bedrohte, zumal Europa ja noch schlimmer sei als China. Gegenüber dieser Schleimerei der Presse finde ich diesen Auftritt Stiglitz’ großartig und wirtschaftspolitisch verantwortungsbewusst. Wofür Stiglitz den Nobelpreis bekommen hat? Den hat er ex-aequo bekommen für seine Aussage, dass die Annahme des Neoliberalismus, der Markt regle alles und vermeide Krisen, falsch sei. Und es ist genau diese Ideologie des Finanzkapitalismus wie Blackrock. Die wirtschaftliche Durchsetzung dieser Devise ist notwendig verbunden mit Kriegen um Rohstoffe sowie mit Plünderung der Sozialsysteme und Verelendung der Volksmassen bei völliger Steuerfreiheit der Reichen, auch in den USA.

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 25 Gennaio, 2020 - 16:28

So ist es, da haben Sie vollkommen recht.

Ritratto di Thomas B.
Thomas B. 29 Gennaio, 2020 - 15:12

Der Appell richtet sich eindeutig an jene, die Geld zur Verfügung haben. Das erscheint mir an sich richtig – aber ist die Verflechtung von Politik und Wirtschaft nicht too big to fail? „Jeder muss sich stellen“, heißt es. Was? Wem? Dem Unvermeidlichen? Bitte sehr: Auf https://www.nature.com/articles/sdata2018214 sind Klimadiagramme auf 1km genau weltweit von 1980–2018, die Prognose der Veränderungen auf 2071–2100, sowie die Erhebungsmethoden anzusehen. Beim Betrachten der zukünftigen Zonen werden die Dimension schnell klar: Subtropisches Klima bis an die Ostsee und Südengland; ebenso an Kanadas Pazifikküste. Die trockenen Gebiete weiten sich aus, insbesondere in Italien und extremer in Spanien. Die Frostgrenze steigt erheblich. In Afrika, … das würde jetzt zu weit führen. Natürlich fehlt in der Datenreihe die Annahme eines etwaigen Zusammenbruchs der Warm- und Kaltwasserströme der Erde. Auch das Wachstum der Bevölkerung und der ständige Flächenverbrauch findet keine Berücksichtigung. Die Thematik ist also sehr komplex. Bestimmt sind diese Szenarien bei G20, in Davos oder bei sonstigen Kommissionen hinter verschlossenen Türen längst erörtert worden. Und wir führen die Diskussion um unseren Fortbestand meist emotional; da ist der zitierte Brief meines Erachtens nicht viel anders. Heute habe ich „Klimaleugner“ zu belehren, höhere Abgaben (Strom, Steuer, CO²) zu zahlen und Autos in Frage zustellen. Das alles erschließt sich mir nur schwer. Aus meiner Sicht bedarf es keiner Regulierung von oben, sondern die Rettung ist eine der Abkehr vom Wahnsinn eines beschworenen „Globalismus“ (Einheitsregierung, Überwachung) hin zu Szenarien, die wir (wieder) beherrschen können und wo jeder seine Aufgabe hat. Zumindest soweit, bis Katastrophen zur Solidarität und nicht zu Völkerwanderungen und/oder Krieg zwingen.

Ritratto di Georg Lechner
Georg Lechner 29 Gennaio, 2020 - 16:41

"too big to fail" ist auch eine Form von Konkursverschleppung. Wenn es dann kracht (weil das BIP des Staates/ der Staaten kleiner ist als die Bilanzsumme der kriselnden Unternehmen), bleibt kein Stein auf dem anderen. Die 14 größten Banken der Welt machen fast den gesamten Derivate-Handel untereinander aus und sind damit eng untereinander verzahnt.

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