Virial: „Transhumanism”
Artwork: Mark Erskine
Advertisement
Advertisement
Virial

Science Fiction Metal

Morgen, Mittwoch, 21. Juli 2021, erscheint mit „March Of Prometheus” die erste Single-Auskoppelung aus dem zweiten Album der Sterzinger Extreme-Metaller Virial.
Advertisement
Das aktuelle Lineup von Virial.
Das aktuelle Lineup von Virial (v.l.n.r.): Thomas Wieser (Gitarren, Stimme), Stefan Rojas (Schlagzeug), Christian Wieser (Gitarren) und Philip Dollinger (Bass). Foto: Virial

 

Der Countdown hin zum neuen Album von Virial läuft. Die Band, 2010 von den beiden Brüdern Thomas und Christian Wieser gegründet, hat lange und intensiv am Nachfolger ihres Debüts „Organic Universe” (2015) gearbeitet und dafür auch ein Label gefunden, bei dem sie sich gut aufgehoben fühlt. „Transhumanism” wird am 24. September 2021 über Vicious Instinct Records (Queensland, Australien) erscheinen. Wurde „Organic Universe” noch mit Gastmusikern eingespielt, so hat sich das Lineup mittlerweile gefestigt: 2017 kam Bassist Philip Dollinger in die Band, zwei Jahre später Schlagzeuger Stefan Rojas. Beide stammen übrigens aus dem österreichischen Kramsach. Gastmusiker kommen auf „Transhumanism” aber dennoch zum Zuge, diese werden aber erst im Laufe der nächsten Wochen bekannt gegeben.

„Transhumanism” wird für auch für geübte Ohren eine klare aber lohnende Herausforderung.

Wir haben mit Christian Wieser, dem Hauptsongschreiber von Virial, ein erstes Interview zum neuen Album geführt, und wir werden im September wohl noch einmal auf diesen Release zurückkommen, denn es gibt nicht viel Vergleichbares in unseren Breiten: Extremer Metal, gespielt auf hohem spieltechnischem Niveau, dem ein detailreiches, ausgeklügeltes textliches Konzept zugrunde liegt, das sich mit einer möglichen Zukunft der Menschheit beschäftigt. „Transhumanism” wird auch für geübte Ohren eine klare aber lohnende Herausforderung.

 

salto.music: Virial, ihr habt für euer zweites Album „Transhumanism” mit Vicious Instinct Records ein neues Label gefunden. Auch wenn das Internet Entfernungen gewissermaßen auflöst, trotzdem die Frage: Wie hat es euch nach Australien verschlagen?

Christian Wieser: Die Metal-Community, insbesondere die Extreme-Metal Szene, war schon immer ein eng verstricktes, weltweites Netz aus Fans und Artisten. Das Internet hat die Kommunikation und Zusammenarbeit innerhalb dieses Netzwerks enorm vereinfacht und somit ist es im Grunde unerheblich, auf welchem Kontinent sich ein Plattenlabel befindet. Wichtig war für uns, dass das Label, für das wir uns entscheiden, möglichst in dem Subgenre tätig ist, in dem sich auch unsere Musik bewegt. Wir haben daher nicht wahllos Labels angeschrieben, sondern schon im Vorfeld eine Auswahl aus dem gigantischen Spektrum an Labels getroffen. In Zusammenarbeit mit Tito Vespasiani (unter anderem Manager der Band Hideous Divinity), der uns übrigens auch in der Promotionphase unterstützt, haben wir mit Vicious Instinct Records einen sehr guten Deal ausarbeiten können. Ich denke, dass uns dieses Label bei der Promotion unseres neuen Albums gut unterstützen kann.

Es geht um den Wandel von der biologischen in die technologische Evolution, welchen wir Menschen im Moment bereits erfahren.

salto.music: Euer erstes Album „Organic Universe” war ein breit angelegte Konzeptalbum. Der Albumtitel „Transhumanism” lässt die Vermutung zu, dass ihr wieder konzeptuell gearbeitet habt...

Christian Wieser: Ich war schon immer ein Fan von musikalischen und grafischen Gesamtkonzepten und somit war es naheliegend, auch das zweite Studioalbum so zu konzipieren. „Transhumanism” ist daher ein chronologisches Konzeptalbum über die mögliche Entwicklung einer Zivilisation. Es geht um den Wandel von der biologischen in die technologische Evolution, welchen wir Menschen im Moment bereits erfahren: Herzschrittmacher, künstliche Gelenke und Organe, Teilprothesen und Prothesen gehören schon zum Alltag. Im Album wurde die Entwicklung in diese Richtung weiter gedacht.

Auch schließt das Konzept des neuen Albums an die Geschichte des Debüts an: „Transhumanism“ spielt nämlich auf dem Planeten „Aurelia“, der im Song „Captured Rotation“ vom Debütalbum Thema ist.

 

salto.music: Erste Hörproben zum Album zufolge habt ihr euch stilistisch doch leicht verändert: Ihr scheint uns progressiver und – wenn man das überhaupt so sagen kann – noch komplexer, noch abwechslungsreicher geworden zu sein.

Christian Wieser: Die ersten Songs für das Debütalbum wurden um 2010 geschrieben, die Songs des neuen Albums entstanden zwischen 2016 und 2019. Es liegen also teilweise fast zehn Jahre zwischen den Songs, und da wir uns als Musiker natürlich ständig weiter entwickeln ist es klar, dass die neuen Songs nicht mehr genau in die alte, eher brachiale Kerbe des Technical Death Metal schlagen. Ich denke das ist ein ganz natürlicher Prozess. Wir sind meiner Meinung nach dennoch unserem alten Stil treu geblieben, haben ihn eben optimiert und unser neu erlangtes Wissen angewandt. Ich glaube, dass die neuen Songs etwas eingängiger sind und mehr Melodien enthalten, die man sich gerne nochmal anhört. Für Prog-Fans sind genügend Twists versteckt, damit die Songs auch nach mehrmaligem Anhören nicht langweilig werden. Die Fans der ersten Scheibe müssen sich aber keine Sorgen machen, es sind genügend Parts im Stile von „Organic Universe“ vorhanden.

 

Virial: „Transhumanism”
Das Cover zu „Transhumanism”, dem zweiten Album von Virial. Artwork: Mark Erskine

Die nahe Zukunft ist zwar mit hochtechnologischen Geräten gesegnet, die menschlichen, alltäglichen Probleme aber bleiben.

salto.music: Kommen wir kurz zum Artwork von Mark Erskine: Legt man euer textliches Konzept kurz zur Seite, fallen uns auf den ersten Blick zwei Dinge ein: Der Horror-Film „Alien” und die ersten „kommerziellen” Versuche von Richard Branson und Jeff Bezos, den Weltraum jenseits der Wissenschaft zu erschließen. Was sagt ihr zu diesen Assoziationen?

Christian Wieser: Richtig, mittelfristig wird es wohl so sein, dass der Weltraum auch kommerziell an Interesse gewinnt. Dies kann man gut an der aktuellen Entwicklung erkennen: Bezos, Musk, Branson, das sind alles Privatunternehmer, die die Raumfahrt wieder populär machen wollen. Seit den Mondlandungen in den Sechziger- und Siebzigerjahren, ist die Bedeutsamkeit der Raumfahrt nämlich in der breiten Bevölkerung leider etwas in Vergessenheit geraten.

In den „Alien”-Filmen sind Minen auf fremden Planeten gang und gäbe, die nahe Zukunft ist zwar mit hochtechnologischen Geräten gesegnet, die menschlichen, alltäglichen Probleme aber bleiben. An den Charm der „Alien“-Filme kommt deshalb kaum eine andere Produktion ran. Das ist auch einer der Gründe, warum „Prometheus“ Basis für unser Gesamtkonzept ist.

 

salto.music: Euer Bassist Philip Dollinger hat sich hörbar gut in die Band eingefügt und Schlagzeuger Stefan Rojas macht mit seinem Doppelpedal keine Gefangenen. Waren sie in das Songwriting mit einbezogen?

Christian Wieser: Beim neuen Album hatte jeder seinen Aufgabenbereich. Ich habe zwar das Gesamtkonzept entwickelt, die Lyrics und Songs – außer einem instrumentellen Song – geschrieben, aber die Songs wurden alle entsprechend aufgearbeitet. Für den Bass habe ich gar keine Pilotspuren vorgegeben, Philip hat alle Bassgitarren-Tracks mit Ausnahme vom finalen Track komplett eigenständig über meine Gitarrenspuren geschrieben. Bei den Drums habe ich rudimentäre Pilottracks erstellt, welche von Stefan mit Akzenten, Rolls und coolen Rhythmen überarbeitet wurden. Thomas hat die Lyrics den Songparts zugeteilt, hat die klassischen Gitarrenparts die ich geschrieben habe, ausgeschmückt und selbst aufgenommen. Jeder hat seine Rolle sehr ernst genommen und ist auf Kompromisse eingegangen. Die Zusammenarbeit hat gut funktioniert und wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

 

salto.music: Virial haben sich die Corona-Zeit u.a. mit einigen Iron Maiden-Covers verkürzt. Momentan sieht es so aus, als ob sich – bei aller Unsicherheit – wieder alles dort einpendeln wird, wie es vorher war. Habt ihr als Musiker Lektionen aus der Zeit gezogen? Hat euch Covid als Band verändert?

Christian Wieser: Ja, insbesondere die Lockdowns haben uns gezeigt, dass man auch ohne direkten Kontakt gut mit anderen Musikern zusammenarbeiten kann. Dies ist für uns als Band zwar kein Neuland, da wir auch vor Corona nie zusammen im Proberaum Songs geschrieben, sondern dies immer mit Guitar Pro von zuhause aus gemacht haben, aber so ganz ohne Probe kommt man für Liveshows dann doch nicht aus. Das haben wir jetzt bei der ersten Probe seit über zwei Jahren auch am eigenen Leib erfahren: Von der gewohnten Routine war nicht mehr ganz so viel übrig.

Ansonsten hat uns Corona als Band etwas mehr Zeit verschafft, das Album vor den Aufnahmen zu perfektionieren. Jetzt warten wir nur noch darauf, dass endlich wieder Gigs möglichst ohne Restriktionen erlaubt werden. Natürlich nur, wenn dies die pandemische Situation auch zulässt.

 

salto.music: Es sind noch knappe zwei Monate bis zum Release. Was passiert in dieser Zeit?

Christian Wieser: Wir haben zusammen mit unserem Label einen präzisen Releaseplan erstellt und versuchen, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um so viele Menschen wie möglich zu erreichen. Wir werden in Intervallen Singles releasen, neue Bandfotos hochladen, Gastmusiker vorstellen und „Behind The Scenes“-Material veröffentlichen. Diese Monate werden für uns als Band besonders interessant, da wir ja fünf Jahre lang am neuen Album gearbeitet haben, und das fast gänzlich ohne Feedback. Wer uns also beim Releaseprozess begleiten will kann dies gerne auf Facebook oder Instagram machen, wir freuen uns über jeden neuen Follower!

 

Links:

https://virial.bandcamp.com

https://facebook.com/VirialBand

https://www.instagram.com/virialband_official/

https://www.viciousinstinctrecords.com/news

 

Die Extreme-Metal-Band Virial aus Sterzing.
Die Extreme-Metal-Band Virial aus Sterzing. Foto: Virial

Ogni abbonamento è un sostegno a un giornalismo indipendente e critico e un aiuto per garantire lunga vita a salto.bz.

Advertisement

Weitere Artikel zum Thema...

Anger
Stefan Plank
Advertisement
Advertisement
Advertisement
Advertisement