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Musik

Geschäftsmodell Provokation

Die Rechtsrockband Freiwild bringt jetzt ein Coveralbum mit linken Protestsongs heraus. Es ist eine bewusste Verhöhnung jener Bands, die Philipp Burger & Co kritisieren.
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Ritratto di Andrea Terrigno
Andrea Terrigno 20 Giugno, 2019 - 10:40

Zugegeben, hinter dem Konzept dieses Unternehmens steckt eine gut ausgeklügelte Marketingstrategie. Sich von "Gutmenschen" verdammen zu lassen ist eben einfacher und erfolgreicher als sich für Dialog offen zu zeigen. Ich nehme an, es hat auch mit Prägung während der Kindheit/Jugend, mit sozialer Erziehung usw. zu tun.
Konsequenterweise wird jede Kritik als Angriff auf die eigene Integrität wahrgenommen. Die eingesetzten Mittel sind Rethorik und Lautstärke, eingängige, oft ähnliche Riffs und Hooks.
Ich muss zugeben, dass ich die Musiksammlung von F.W nur oberflächlich kenne, da sie mir nicht gefällt, soundmässig (war nie ein Fan von Deutschrock wie z.B. den Onkelz) und wegen immer der selben Schiene, die gefahren wird. Muss und will ich sagen. Wenn ich etwas echt rebellisches und rockiges hören möchte, dann ziehe ich mir Motörhead rein. Auch recht kontrovers und leider nur mehr in Aufnahmen zu hören. Nirvana. Soundgarden. Masters of Reality. Jeder song eine eigene Signatur. Kann ich hier leider nicht feststellen. Einem Teil des Volkes gefällt es eben so. Peace. Während wir "schwuchteligen Normalos" eher einem Sound zusagen, bei dem der gesamte Körper resoniert und mitschwingt, beliebt es jemand anderen eben vorwiegend zu hopsen und mit dem Kopf und Oberkörper mitzuwippen. Personal taste, bittesehr, habe auch gemosht und gebangt, als ich ein teenie war.
PS. der Fehler der Intelligentia besteht in meiner Meinung darin, die mediatisch ausgetragene Pseudorebellion dieses Quartetts als Rechtsrock zu interpretieren. Es handelt sich von mir aus gesehen aber um eine wenig tolerante, egozentrische Vision der Welt, welche sehr viel Wert auf Gruppenzugehörigkeit und Zusammenhalt legt.

Ritratto di Harald Knoflach
Harald Knoflach 20 Giugno, 2019 - 14:03

gut analysiert

Ritratto di elisabeth garber
elisabeth garber 22 Giugno, 2019 - 07:56

Das Geschäftsmodell Provokation kann man also durchwegs auch auf die kritische Medien ausweiten.

Ritratto di elisabeth garber
elisabeth garber 20 Giugno, 2019 - 11:41

Die Geschäftsidee hatte Heino auch schon - besonders kreativ und geistreich sind FreiWild also nicht. Eher naiv und verantwortungslos, in Zeiten wie diesen. Gemeint sind brandgefährliche rechts- und linksradikale Gruppierungen, die vor terroristischen Gewalttaten und Vandalismus nicht zurückschrecken.
Burger zündelt mit seinen Statements, aber ich traue ihm nicht zu, dass er und seine Freunde viel weiter denken als an eitle Rache, an das Bad in der Menge und an die Verkaufszahlen.

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 20 Giugno, 2019 - 18:17

... klingt wie „Andi, Borg mir deine Lieder...“;
im Übrigen teile ich Ihre Einschätzung, Narzissmus in allen seinen Facetten scheint mir sichtbar.

Ritratto di elisabeth garber
elisabeth garber 23 Giugno, 2019 - 16:54

Oder "Roland, du bist der Kaiser, aber ich bin King Cover".

Ritratto di Mensch Ärgerdichnicht
Mensch Ärgerdichnicht 20 Giugno, 2019 - 12:04

Der Band geht die Rechnung mit ihren Provokationen stehts auf und das hauptsächlich nur weil die politisch gegenorientierte Presse promt drauf aufspringt.

Ritratto di Andreas gugger
Andreas gugger 20 Giugno, 2019 - 15:32

Aufspringt=reinfällt

Ritratto di Mensch Ärgerdichnicht
Mensch Ärgerdichnicht 20 Giugno, 2019 - 15:50

Das glaube ich nicht. Nüchtern betrachtet bringen solche Aktionen zu einer Win-Win-Situation für beide. Die einen wollen sich als Opfer, die anderen als Gutmenschen profilieren, dabei trifft jeder auf Zustimmung des jeweiligen Publikum, die Klicks steigen und Klicks sind Geld.
Man könnte höchstens das Publikum als jenen betrachten der drauf rein fällt, aber irgendwie wollen doch die Leute ihre eigene Filterblase nicht verlassen.

Ritratto di Pseudo Nym
Pseudo Nym 20 Giugno, 2019 - 17:55

Wie ist das aus rechtlicher Sicht? Kann der Originalautor der Songs Frei.Wild untersagen seine Songs zu covern?

Ritratto di Manfred Klotz
Manfred Klotz 20 Giugno, 2019 - 18:28

Das deutsche Urheberrecht besagt, dass bereits veröffentlichte Kompositionen, deren Rechte von einer Verwertungsgesellschaft für den Urheber wahrgenommen werden, von jedermann ohne besondere Genehmigung nachgespielt oder neu aufgenommen werden dürfen, solange der Urheber angemessen an der Nutzung seines Werkes – also der Coverversion – beteiligt wird. Nur die Original-Urheber verdienen an den von der GEMA vereinnahmten Lizenzgebühren. (Dr. Richard Brunner)

Ritratto di Pseudo Nym
Pseudo Nym 20 Giugno, 2019 - 19:40

Danke für die Information, Manfred. Auf Youtube kann man einige Ausschnitte aus dem Album hören, musikalisch finde ich das nicht so berauschend.

Ritratto di gorgias
gorgias 20 Giugno, 2019 - 20:18

Musikalisch finde ich Frei.Wild grundsätzlich nicht so berauschend.

Ritratto di Ludwig Thoma
Ludwig Thoma 20 Giugno, 2019 - 21:12

Wenn die Band der drei Akkorde jetzt tatsächlich Schrei nach Liebe von den Ärzten singt, gehen die Tantiemen aus hart verdientem Patriotengeld an "pro asyl".
Lustiger gehts fast nicht.

Ritratto di gorgias
gorgias 20 Giugno, 2019 - 21:28

Frei.Wild scheint nicht nur die Fähigkeit zu besitzen, fast jedes seiner Lieder gleich klingen zu lassen, sondern erreicht dies auch bei jene anderer Bands.

Ritratto di Manfred Klotz
Manfred Klotz 21 Giugno, 2019 - 08:11

Jetzt seien wir mal nicht so destruktiv. Mir gefällt deren Musik auch nicht, da sie für meinen Geschmack zu einfach gestrickt ist, aber es ist halt Manierismus. So muss Musik aus der Sparte, in der FW eingeordnet werden, eben klingen. Es ist ein Beispiel für eine Band, die nicht einen Stil erfindet oder prägt, sondern einen Stil für sich nutzt. Den Stil macht in diesem Fall der Verbraucher. Der Erfolg gibt FW aber zurzeit recht. Dass dabei aber auch die Texte eine Rolle spielen, die viel aussagen aber eben doch nicht und die Band diese Gratwanderung geschickt nutzt, ist nicht von der Hand zu weisen.

Ritratto di Anton Walther
Anton Walther 23 Giugno, 2019 - 22:40

... so lächerlich die „Rache“ der Frei.Wildlinge aus Brixen an ihren Kritikern auch ist, etwas Gutes hat‘s: Jetzt kann man tatsächlich hören, wie schlecht sie im Vergleich zu den gecoverten Bands spielen. Ohne rechtes Gedöns hätte nie jemand Frei.Wild bemerkt. Stellt euch FW mit nicht - „rechten“ Themen vor.... hätte nie jemand wahrgenommen.

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