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welche zukunft?

Mittelweg statt Mittel weg

Null Pestizide ist keine Lösung, sagt der Agrarwissenschaftler Alexander Pfaff. Er plädiert für eine ernst gemeinte Debatte und Mut zu Innovation in der Landwirtschaft.
Di
Ritratto di Lisa Maria Gasser
Lisa Maria Gasser21.01.2022
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Ritratto di Ludwig Gruber
Ludwig Gruber 21 Gennaio, 2022 - 08:26

In meiner Agrarausbildung waren die meisten Materialien von der Industrie. Das gilt nahezu uneingeschränkt für die gesamte Branche und alle Ausbildungsmöglichkeiten. Das Grundlagenwissen wurde aufbereitet, wie es in die kommerziellen Interessen der Unternehmen passt.
Aus dem Grund kommen die wenigstens Wissenschafter und auch die wenigsten Praktiker auf Lösungen und Methoden ohne Chemie (und infolge des Scheiterns auf Gentechnik). Auch die oben genannten Überlegungen führen in die Sackgasse (sie wurden übrigens in den 1990ern unter "integrierte Produktion" verkauft).

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 21 Gennaio, 2022 - 08:38

Das kann ich so nicht teilen, in meiner „Agrarausbildung“ war dies nicht so.
.
So wie bei den Pflanzenschutzmitteln kommt man auch bei den „Menschenschutzmitteln“ (“Medikamente“) nicht ohne Chemie aus;
ja, man muss sagen, auch bei der normalen Ernährung kommt man nicht ohne Chemie aus, wie man bei der Fortbewegung (heute: „Mobilität“) nicht ohne Physik auskommt.

Ritratto di Ludwig Gruber
Ludwig Gruber 21 Gennaio, 2022 - 09:25

Das Nichtverstehenwollen ist eine Marotte in Diskussionen geworden.
Aber ich denke, du willst sagen, dass du auch einen Biobetrieb oder einen Permakulturbetrieb zu führen gelernt hättest. Jetzt würde mich interessieren, welche Schule oder Universität das dann war.
Und zweitens: wieso du dann doch mit chemischen Spritzmitteln und chemischen Düngern arbeitest oder diese Methode als "normal" verteidigst.

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 21 Gennaio, 2022 - 13:19

Es tut mir Leid, wenn Sie meinen Beitrag als "Marotte" sehen.
Meinerseits sehe ich eher ein toxische Art der Diskussion darin, dass man dem Gesprächspartner unterstelle, er könne nicht lesen, würde nicht verstehen können oder "nicht verstehen wollen";
damit glaubt man, mit der Person auch dessen Argumente zu entwerten - was aber ein Trugschluss ist.
Ist die "Augenhöhe" vorhanden, können wir gerne in den Dialog treten.

Ritratto di Ludwig Gruber
Ludwig Gruber 21 Gennaio, 2022 - 13:49

das würde voraus setzen, dass du den Beitrag als ganzes oder den Satz mit der "Marotte" verstehst.

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 21 Gennaio, 2022 - 14:54

Ja dann guten Tag auch.
Wenn der Respekt für das Gegenüber fehlt, ist naturgemäß kein Dialog möglich.
.
Sie sprechen von mir, dabei wollten wir doch über die Sache des Artikels reden...

.

Ritratto di Patrick Daldos
Patrick Daldos 21 Gennaio, 2022 - 12:10

Normale Ernaehrung kommt sehr wohl ohne Chemie aus, wie haetten sich dann unsere Vorfahren ernaehrt? Diese Behauptung wird immer wieder von den Industriekonzernen gepredigt, dass sie die Welt ernaehren, dank ihrer Chemie. Auch die Gentechnik hat nicht das gebracht, denn pestizid-restistente Sorten wurden zwar gezuechtet, nur hat das Unkraut auch nachgezogen und entwickelt Resistenzen, es will ja ueberleben.
Auf den Feldern der Grosskonzerne, der Investoren wird eine Monokultur betrieben, es werden aber Futtermittel fuer Tiere angebaut und Oelpflanzen fuer Kraftstoffe. Wie ernaehren sich die Menschen z.B. in Zentralafrika oder Suedamerika? Kaufen die von Nestle oder Kraft oder ... die Produkte? Nein diese Menschen ernaehren sich durch ihren kleinen Garten wo sie alles anbauen, ... meistens automatisch in einer Permakultur, die weniger Platz benoetigt, da durch das manuelle Bearbeiten und die Mischung dichter gepflanzt werden kann.
Ein gutes Beispiel ist Kuba 1990 - mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion gab es keinen Absatz mehr fuer das Zuckerrohr und auch keinen Import von Getreide, eine Hungersnot drohte. Es wurden rund um die Ballungszentren mittels Kleingaertnereien (keine Monokultur) Gemuese und Obst angebaut und so Millionenstaedte versorgt. Sogar Bio, denn es gab ja ein Embargo und somit wurden aus der westlichen Welt keine Pestizide importiert.
Eine gute Lekture dazu: Das leise Sterben - worin diese Verbindungen von Ausbildungen, Wissenschaft und den grossen Konzernen auch sehr gut dargestellt werden.

Es gibt schon viele Beispiele, wie Ernaehrung ohne Pestizide auskommt, wie man auch Bodenfruchtbarkeit erhaelt und wieder aufbaut. Denn Pestizide wirken leider nicht nur gegen Unkraeuter, sondern zerstoeren das Bodenleben, das aus Pflanzen, Tieren, aber vor allem Pilzen und Bakterien besteht. ... und auch unser Verdauungssystem arbeitet mit solchen Symbiosen, .. und dann kann man nicht die Augen verschliessen und glauben, dass die Pestizide nur die "bösen" Bakterien eliminieren und die guten leben lassen.

Ritratto di Ludwig Gruber
Ludwig Gruber 21 Gennaio, 2022 - 13:47

Das sehe ich auch so. Wenn wir glauben, dass wir die Natur über mehrere Generationen austricksen, aushebeln oder manipulieren können, werden wir noch mehr Lehrgeld zahlen. Gewinnmaximierung (in dem Fall durch Monokulturen, fehlende Kreisläufe und aktiver Vergiftung der Lebensgrundlagen) hat nichts mit nachhaltigen Kulturformen zu tun.

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 23 Gennaio, 2022 - 10:55

Das ist so dargestellt ein „Märchen“ schon vor Ort,
Übertragen auf Mitteleuropa in vielerlei Hinsicht pure Illusion: Breitengrad, Klima, Familienverhältnisse, Grundverfügbarkeit...

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 23 Gennaio, 2022 - 10:57

Zitat ist untergegangen, der Kommentar bezieht sich auf diesen Absatz:
„Ein gutes Beispiel ist Kuba 1990 - mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion gab es keinen Absatz mehr fuer das Zuckerrohr und auch keinen Import von Getreide, eine Hungersnot drohte. Es wurden rund um die Ballungszentren mittels Kleingaertnereien (keine Monokultur) Gemuese und Obst angebaut und so Millionenstaedte versorgt. Sogar Bio, denn es gab ja ein Embargo und somit wurden aus der westlichen Welt keine Pestizide importiert“.

Ritratto di Stefan S
Stefan S 21 Gennaio, 2022 - 14:42

"man muss sagen, auch bei der normalen Ernährung kommt man nicht ohne Chemie aus"
Keine Ahnung wieso Sie sich zu so einer Aussage hinreißen lassen obwohl Wissenschaft schon über viele Jahre wenn nicht sogar Jahrzehnte darauf hinweist und ständig warnt das wir nur mit natürlichen Diversität das hinbekommen.
Und es geht wie folgender Artikel es beschreibt
https://m.faz.net/aktuell/wissen/obstrebell-geng-ist-erfolgreich-ohne-pf...

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 21 Gennaio, 2022 - 14:59

... es war ein kleiner - philosophischer - Hinweis, dass alles Chemie ist (wie auch alles Physik ist - war als Hinweis hinzu gefügt).
Ich nehm‘s gern auf mich, wenn‘s nicht verstanden werden konnte.

Ritratto di Stefan S
Stefan S 21 Gennaio, 2022 - 16:26

"Ich nehm‘s gern auf mich, wenn‘s nicht verstanden werden konnte."
Nehme ich wohlwollend zur Kenntnis :-)
Für mich stellt sich dahin gehend eh nur die eine Frage, wieviel Mensch verträgt dieser Planet ohne das wir uns unserer Lebensgrundlage Erde berauben.

Ritratto di Hanspeter Staffler
Hanspeter Staffler 21 Gennaio, 2022 - 12:59

Vielleicht ist die methodische Kritik am Pestizidatlas 2022 gerechtfertigt, das ist Aufgabe der Wissenschaftler:innen. Damit wird der Pestizidatlas 2023 höchtens noch besser.
Was mich aber sehr stört, ist das augenscheinliche Ablenkungsmanöver: hier ein Fehler, dort eine Ungenauigkeit, eine Erbsenzählerei, die dem Thema nicht gerecht wird.
Chemisch-synthetische Pestizide erhöhen zwar den Ertrag aber zu welchem Preis? Sie verantworten- neben anderen Faktoren - einen ungeheuren Rückgang der Biodiversität und sind damit wesentlicher Verursacher der #Naturkrise.
Chemisch-synthetische Pestizide kommen nicht nur auf den Ziel- sondern auch auf den Nichtzielflächen vor: Wohngebiete, Schlafzimmer, Privatgärten und Spielplätze sind in Südtirol kontaminiert. Es geht dabei um die menschliche Gesundheit, um die Gesundheit der Kinder und schwachen Personen. Das alles darf nicht ausgeblendet werden.

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 23 Gennaio, 2022 - 10:53

Zitat: „Chemisch-synthetische Pestizide erhöhen zwar den Ertrag aber zu welchem Preis“?
Zuallererst SICHERN diese den Ertrag. Was Versorgungssicherheit und günstige Preise mit sich bringt.
Wie ging das mit den Preisen, als mal nur ganz kurz etwas zu wenig Masken da waren?
(man stelle sich dies bei Getreide, Reis, Kartoffeln, Mais vor... oder aktuelles Beispiel: bei Gas.
Das wäre bei Lebensmitteln nicht anders und noch weit schlimmer).

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 23 Gennaio, 2022 - 11:57

... damit dies nicht *nur* als Behauptung meinerseits dastehe, betrachte man diese beiden Zitate aus dem Artikel:
.
Zitat: „Dass der Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft reduziert werden muss, ist mittlerweile common sense. Nur die Frage Wie? bleibe allzu oft unbeantwortet, sagt Pfaff... Er erinnert, wozu Pflanzenschutzmittel eigentlich da sind:
“Ihre wichtigste Funktion ist, Ertragsverluste zu verhindern und für eine gewisse Ertragssicherheit zu sorgen...
.
Zitat: „Hier wird einer der vielen landwirtschaftlichen Zielkonflikte deutlich: Mehr Fläche beanspruchen und dafür weniger intensiv bewirtschaften oder intensiv bewirtschaften und mehr Fläche für unberührte Ökosysteme bewahren?
“Ohne Pflanzenschutzmittel würde ich ca. 30 % weniger ernten und bräuchte ca. 43 % mehr Fläche, um die gleiche Menge zu erzeugen”, rechnete Peter Breunig jüngst vor“

Ritratto di Ludwig Thoma
Ludwig Thoma 23 Gennaio, 2022 - 13:05

Dieser Kommentar wurde entfernt. Bitte beachten Sie die Netiquette (§ V9.)

- Salto-Community-Management

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 23 Gennaio, 2022 - 22:57

In den letzten Tagen wurde der Inhalt von 2en solcher Kommentare mit Link ohne Erklärung gelöscht - dazu die Netiquette:
„§V9. Sie können in einem Kommentar gerne mit einem Link auf andere Webseiten verweisen, aber bitte nicht ohne Erklärung, was die Leser dort erwarten wird. *Unerklärte Links werden gelöscht*“:
.
Man könnte sich an die eigenen Regeln halten...

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 24 Gennaio, 2022 - 08:35

Selbstverständlich... ein wunderschönes Einzelbeispiel.
Es geht auch mit dem Fahrrad statt mit dem Auto, es geht mit Segelschiffen statt schwerölbetriebenen Dampfern,
es geht das Kochen mit Feuer statt Gas (macht sehr viel Emotion), es geht auch mit selbstgestrickten Socken und Pullovern...
selbstverständlich:
aber zurück zum Artikel, was sagen Sie dazu:
- „Er erinnert, wozu Pflanzenschutzmittel eigentlich da sind: “Ihre wichtigste Funktion ist, Ertragsverluste zu verhindern und für eine gewisse Ertragssicherheit zu sorgen...“: Wie gehen Sie das mit der „Ertragssicherheit“ an, vor allem in klimatisch schwierigen Jahren?
- „Wie sieht ein nachhaltiges, also ökologisch, ökonomisch und sozial sinnvolles bzw. verträgliches Agrarsystem aus? Und kann ein solches in jedem Land der Welt gleich funktionieren? “Ich würde sogar so weit gehen und sagen, zu Ende gedacht kann es nur in allen Ländern der Welt gleichzeitig funktionieren”, steht für Alexander Pfaff fest. Doch die Voraussetzungen fehlen. “Hier in der EU haben wir im internationalen Vergleich sicherlich mit die höchsten Umweltstandards“: Wie machen Sie das weltweit gleichzeitig, damit es funktioniert, haben Sie da etwas Fachliches? Wo beginnen wir, da wir ja in der EU die „im internationalen Vergleich sicherlich mit die höchsten Umweltstandards“ haben (das ist ja schon mal was)?
- „Nationale Extensivierung der landwirtschaftlichen Produktion hätte sicher deutlich positive Auswirkungen auf die hiesige Biodiversität. Dies geht aber auf Kosten des Ertrages und damit sind wir wieder in einer Situation, in der wir mehr importieren müssen, auch aus Ländern mit geringeren Umweltstandards“: Wie machen wir, dass wir nicht bei uns eine schöne Hochglanzlandschaft erzeugen, und dafür anderen noch mehr wegnehmen und dort, bei den anderen für uns noch mehr vergiftet, geschändet und zerstört wird?
.
Sind Sie fachlich versiert oder ausreichend belesen, hier zusätzlich zu einem schönen Video auch belastbare Antworten zu bringen? Fachdialog?

Ritratto di Stefan S
Stefan S 24 Gennaio, 2022 - 09:44

Um belastbare Antworten zu geben würde man erstmal eine gemeinsame Basis benötigen. Diese ergibt sich aus der aktuellen EU Agrarpolitik. Ein riesiger Subventionstopf der ca. 40% des gesamten EU Haushalt entspricht.
Die Schäden an der Umwelt durch diese Subventionspolitik sind mehr wie offensichtlich und die Änderungen von 2021 kann man jetzt bereits als "Reförmchen" bezeichnen.
Ein ausgezeichneter Artikel dazu

https://www.zeit.de/2021/20/gemeinsame-agrarpolitik-eu-haushalt-reform-l...

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 24 Gennaio, 2022 - 10:01

gelesen;
In Aussagen wie „Die Natur ist ein öffentliches Gut. Wenn die GAP der Natur schadet, schadet sie der Allgemeinheit, und zwar mit Geldern der Allgemeinheit“ kann man allerdings GAP gleichermaßen ersetzen mit Verkehrspolitik, Industriepolitik, Touristik, Autoindustrie, Flugzeugindustrie, Konsumförderung... ja eben mit unserer Art zu leben.
Im der gegenständlichen Artikel hier geht es aber nicht um den Moloch GAP, sondern um Pflanzenschutzmittel, genauer um mit Pflanzenschutzmitteln erzeugten Produkten.
Ich erinnere erneut an das diesbezügliche Volksbegehren in der Schweiz und dessen Ausgang, welcher sehr gut Schein und Wirklichkeit des Bürgers zeigt.
Ceterum censeo, der Bürger hat es in der Hand, wenn er denn WIRKLICH will.
Meiner Meinung nach will er nicht.
Was schade ist.
.
Für den Dialog zum Artikel hier muss man kein Wissen über die GAP haben.

Ritratto di Stefan S
Stefan S 24 Gennaio, 2022 - 11:19

"Für den Dialog zum Artikel hier muss man kein Wissen über die GAP haben."
Erstaunt mich da im Artikel es genau gegenteilig wie von Ihnen probagiert steht. Ist auch nicht weiter schwierig wer bestellt bezahlt und die EU Agrarpolitik bezahlt sehr viel, bestellt aber leider nicht ökologisch und umweltfreundlich. Diese Mär das der Verbraucher es selbst in der Hand hat trifft nicht zu da dieser grundsätzlich keine Auswahl hat.

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 24 Gennaio, 2022 - 11:29

Wir alle sind die EU-Agrarpolitik; auch diese unterliegt der Gesetzgebung.
Ich wiederhole: gerade in der basisdemokratischen Schweiz hatte es kürzlich der Konsument/Bürger/Wähler in der Hand - und hat sich an der Wahlurne mehrheitlich gegen das Verbot der Pflanzenschutzmittel ausgesprochen:
warum wohl?

Ritratto di Stefan S
Stefan S 24 Gennaio, 2022 - 11:39

"Ich erinnere erneut an das diesbezügliche Volksbegehren in der Schweiz"
Da fällt mir nur ein das mit ungleichen Waffen in den Medien agiert wurde und der Schweizer Staat seiner Aufgabe der Aufklärung nicht nach gekommen ist. Für mich in keinster Weise repräsentativ für die EU weil die Kampagne von Nestle und Co. unlauter beeinflusst wurde.
Ums es kurz und prägnant zu formulieren. Meine Steuerabgaben sollen nicht dafür verwendet werden um den afrikanischen Kontinent mit billig Hühnerflügel und Milch zu schwemmen und die dortige Landwirtschaft praktisch unmöglich zu machen.

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 24 Gennaio, 2022 - 12:42

Ihrem letzten Absatz stimme ich uneingeschränkt zu.
Dem ersten allerdings nicht: das schweizer basisdemokratische Volk ist keine Schafherde, welche sich billig lenken lässt.
.
Die Situation kann NUR über Gesetze geändert werden - und über dieselben Regeln für alle.
Und über Offenheit und Ehrlichkeit des Bürgers.
Dies bedeutet Verzicht und höhere Kosten für nachhaltige und würdevoll erzeugte Lebensmittel - da kommt man nicht drum herum.
Niemand scheint das hier argumentativ und auf die guten Stichworte im Artikel bezogen diskutieren zu wollen: weil der Artikel unangenehme Wirklichkeiten aufzeigt. Schuldzuweisungen bringen in der Diskussion nichts; die Diskussion *in der Sache*, wie im Artikel, muss (müsste) erfolgen.

Ritratto di Günther Mayr
Günther Mayr 24 Gennaio, 2022 - 13:15

die Konsequenz wären allenthalben Gelbwesten-Bürgerkriege

Ritratto di Stefan S
Stefan S 25 Gennaio, 2022 - 10:54

"das schweizer basisdemokratische Volk ist keine Schafherde, welche sich billig lenken lässt."
Das ist Ihre Aussage nicht meine und das Basisdemokratie einen hohen Grad an Bildung und Aufklärung benötigt dürfte bekannt sein.
Wenn diese Bildung und Aufklärung aber von Lebensmittel- und Agrarkonzernen stark beeinflusst werden ist eine differenzierte Meinungsbildung kaum noch möglich. Als Preferenz in Sachen Agrarpolitik ist die Schweiz wenig bis gar nicht geeignet, hat diese doch die höchsten nationalen Subventionen und unter anderem dadurch auch die höchsten Lebensmittelpreise in Europa.
Um beim Thema Petizide bzw. ökologische Landwirtschaft zu bleiben folgender aktueller Artikel
https://www.euractiv.de/section/gap-reform/news/gap-oekoregelungen-nicht...
Dort wird unter anderem folgendes Fazit gezogen
"Zudem werden Ökoprogramme für Direktsaat-Anbau gelistet, die laut dem Bericht „keinerlei Schutzmaßnahmen für den Einsatz von Herbiziden“, einschließlich des heiß diskutierten Glyphosats, "
oder
"Die nationalen Sachverständigen kamen zu dem Schluss, dass nur 19 % der Ökorprogramme ihre erklärten Umweltziele voraussichtlich erreichen werden, während 40 % erheblich nachgebessert werden müssten, um wirksam zu sein, und 41 % „völlig falsch ausgerichtet“ sind."
Und hier noch zum Thema Subventionsempfänger und was falsch läuft
https://www.agrarheute.com/management/finanzen/top-empfaenger-agrarsubve...

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 25 Gennaio, 2022 - 11:57

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch: ich bin weder ein Befürworter der derzeitigen GAP, noch des hohen Verbrauches an Pflanzenschutzmitteln oder Düngern.
Aber die Situation wird nicht besser, wenn ich die eine extrem Ideologie durch die andere extreme Ideologie ersetze.
Der Artikel sucht die beste Verbindung, den Dialog abseits verhärteter Behauptungen und extremer Sichtweisen.
Da steckt viel Gutes drin, worüber man ausgiebig diskutieren kann und muss.
Dieser Dialog findet nicht statt, auch hier nicht.
Da sind viele Fragen, viele Anregungen, da werden Problemkreise aufgeworfen: aber niemand traut sich an den sachlich-fachlichen Dialog.
Was doch sehr schade ist.

Ritratto di Stefan S
Stefan S 25 Gennaio, 2022 - 15:05

"Aber die Situation wird nicht besser, wenn ich die eine extrem Ideologie durch die andere extreme Ideologie ersetze."
Da bin ich ganz bei Ihnen, Pestizide Monitoring ist nur einer von vielen Bausteinen um die Agrarwirtschaft zu einer ökologischen Landwirtschaft umzubauen. Das Hauptstellwerk liegt in Brüssel und vielen anderen Stellwerken in den jeweiligen EU Staaten.
Insbesondere müssen die Subventionen direkt bei den Landwirten und Konsumenten ankommen und nicht bei den Lebensmittel- und Agrarkonzernen was derzeit der Fall ist.

Ritratto di Ludwig Gruber
Ludwig Gruber 25 Gennaio, 2022 - 17:22

ich hab den Eindruck, du argumentierst gegen Bauernbund & Co.
Die Logik ist immer die gleiche: In der Ausbildung wird einseitig informiert, danach ist "der Preis" das einzige, wirkliche Argument (und die Rahmenbedingungen sind so gestaltet, dass Kosten und Folgen von der Allgemeinheit finanziert werden). Bei den Verbrauchern reicht bislang die Killerlogik, dass man ohne Intensivlandwirtschaft weder die Welt ernähren könnte, noch finanzierbare Lebensmittel erzeugen könnte.
Ein ganzes System wurde durch Ausbildung, Gesetze, Rahmenbedingen, gekaufte Funktionäre und Politiker etabliert. Die Kommunikationsvolumina der Lebensmittelindustrie sind wahrscheinlich die bedeutendsten der gesamten Werbewirtschaft. Wie soll da also ein "neutraleres Bild" zustande kommen? Mein Post ganz unten zeigt die Misere, für die, die ohne Zahlen keinen Eindruck haben...

Ritratto di Jump Jack
Jump Jack 21 Gennaio, 2022 - 15:15

Eine Frage in die Runde:
halten Sie den Einsatz von Kupfer und Schwefel wie er zum Beispiel im Pflanzenschutz des biologischen Weinbaus praktiziert wird, für eine Form des chemischen Pflanzenschutzes oder ist dies hingegen ein chemie-und pestizidfreier Anbau?
Einfach mal spontan und ehrlich antworten .....

Ritratto di Manfred Gasser
Manfred Gasser 21 Gennaio, 2022 - 15:23

Pestizidfrei ja, Chemiefrei nein.
Meine bescheidene Meinung.

Ritratto di Sigmund Kripp
Sigmund Kripp 22 Gennaio, 2022 - 18:54

Natürlich ist alles auf der Welt in irgendeiner Art chemisch erklärbar.
Aber unter "Chemie" verstehen wir im Zusammenhang mit Pflanzenschutzmittel schon vor allem die synthetische Chemie.
D.h. Stoffe, die es so in der Natur NICHT GIBT. Und das ist der Unterschied.
Schwefel z.B. essen wir jeden Tag in großen Mengen: im Ei, im Gemüse und in vielen anderen Produkten aus der Natur.
Selbst das böse Kupfer kommt in der Natur vor und ja, wir brauchen es sogar! So wie viele andere Metalle wie Eisen, Zink, Selen, etc.
Die Aussage "das ist alles Chemie" soll also ablenken vom Unterschied zwischen natürlichen Stoffen (die auch pestizid wirken können) die aber unser Körper "kennt", und chemisch-syntetischen Stoffen, die unser Körper nicht kennen kann, und daher +/- empfindlich reagiert. Biologische Landwirtschaft verwendet also natürliche Wirkstoffe, so, wie der Mensch auch seit Jahrtausenden natürliche Heilpflanzen benutzt, die aber trotzdem auch giftig sein können.

Ritratto di Ludwig Gruber
Ludwig Gruber 21 Gennaio, 2022 - 16:13

was soll die Frage? Natürlich ist der Biolandbau auch verbesserbar. Stell dir einfach einmal vor, nur ein Bruchteil der Forschungsgelder der Konzerne wäre in diese Entwicklung geflossen...
Mit der "Aber der Biolandbau ist auch nicht perfekt"-Diskussion wird die Intensivlandwirtschaft nicht zukunftsfähiger.
Es ist Whatabaoutism und sollte Diskussionsteilnehmer und -Richtungen diskreditieren, um von einem Problem auf ein anderes zu lenken.

Ritratto di Günther Mayr
Günther Mayr 21 Gennaio, 2022 - 16:36

klarerweise sind dies genauso Pestizide!, was denn sonst - steht auf dem Behältnis auch drauf: Fungizid.
werden neuerdings im bio-anbau auch "Betriebsmittel" genannt - man hat humor

Ritratto di Klemens Kössler
Klemens Kössler 21 Gennaio, 2022 - 16:32

Nabu, PAN, Umweltinstitut argumentieren gern in der Art des Exorzismus und vergiften stark die Diskussion rund um Pflanzenschutzmittel oder wie es giftiger klingt Pestizide. Nur wenige Menschen setzen weiterhin ihre Kraft zur Aufklärung ein.
Weg vom dualistischen Lagerdenken, wir müssen und wir werden uns als Menschen weiterentwickeln. Der Exorzismus hat nur geschadet ud tut es weiterhin.
Einen sehr guten Beitrag zur Aufklärung findet man von Herrn Prof. Tiedemann im Vortrag welchen er bei einem Besuch in Bozen gehalten hat.
Nur klare Diskussionen können stetiger Weiterentwicklung dienen.

https://www.youtube.com/watch?v=sIVqKLhEOmw

Diskussion braucht Zeit deshalb schaut sich ein kritischer Mensch den ganzen Vortrag an.

Ritratto di Klemens Kössler
Klemens Kössler 21 Gennaio, 2022 - 18:22

Ich hoffe dass sich viele diesen Vortrag angeschaut haben.
Jene haben dann auch bemerkt dass der Link zu einem Vortrag an der BOKU Wien geführt hat wo der Professor der Uni Göttingen ebenfalls zum Thema Pflanzenschutz sehr ausführlich sprach.
Den Link zum Vortrag in Bozen finden Sie hier

https://www.youtube.com/watch?v=JvNNFy-cRTA

Wer sich nicht nur an Schlagzeilen interessiert soll auch diesen Vortrag zur Gänze ansehen.

Ritratto di rotaderga
rotaderga 21 Gennaio, 2022 - 18:47

Zwei Kernaussagen im Vortrag von Univ. Prof. DI Dr. Andreas von Tiedemann machen mir wirklich Angst:
Die Auslese von ertragreicheren Pflanzensorten zur Steigerung der Ernährungssicherheit geht mit einer reduzierten Stabilität und Resistenz der Pflanzen einher und macht den Einsatz von PSM und Fungiziden notwendig.
Der Antworten am Ende des Vortrages zu Glyphosat, ohne dabei von den Zerfallsprodukten zu sprechen, der Vergleich mit Umpflügen, der Bezug zu Bienen, qualifizieren den Prof als überzeugten Fürsprecher der industriellen und chemisch kontrollierten Lebensmittelindustrie.
Und wichtig: Auch Chemie kann neue Schädlinge fördern und züchten!

Ritratto di Josef Fulterer
Josef Fulterer 22 Gennaio, 2022 - 21:15

Es ist der Fluch der Neoliberlen Konzerne Syngenta, Bayer, Corteva und BSF, die mit ihren Betreuern die bestens gepflegten Beratungsorganisationen dazu veranlassen, die mit Steigerunsraten programmierten und erzeugten "Pflanzenschutzmittel," auch auch unabhängig vom Bedarf zur Anwendung zu bringen.

Ritratto di Ludwig Gruber
Ludwig Gruber 23 Gennaio, 2022 - 09:57

... und wie ich mit meinem Eingangsstatement erwähnen wollte: die Agrarausbildung so weit beeinflussen, dass wir nicht lernen, wie wir mit natürlichen Methoden die Lebensmittelversorgung sicher stellen und damit Bauern auch als unabhängige Unternehmen ihre Höfe zeitgemäß entwickeln lassen.

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 23 Gennaio, 2022 - 10:48

Beide obigen Beiträge sehen das Problem in der Industrie bzw. in der Landwirtschaft und bringen damit eine einfache Erklärung und gleich einen Schuldigen mit. Das will man hören, das beruhigt die Seele des Konsumenten.
Indes liegt das Problem in der Gesellschaft insgesamt, welche jederzeit alles und billig an Nahrung haben will (damit viel Geld für die Spass-, Urlaubs- und Konsumgesellschaft übrig leibt).
Dies belegt die erst kürzlich in der Schweiz (gerade in der Schweiz: direkte Demokratie) abgehaltene Volksabstimmung, welche ein Verbot des Pflanzenschutzes und von mit Pflanzenschutzmitteln erzeugten Lebensmitteln mehrheitlich ablehnte. Ja, wenn das Volk wirklich (und nicht nur als Absichtserklärung; also „TUN“, statt nur „REDEN“) entscheiden muss, sagt es NEIN zum Verbot der Pflanzenschutzmittel.
Warum wohl?
.
(Also nicht die Industrie, noch die Landwirtschaft, nein, wir alle als Gesellschaft, jeder einzelne, will dies so, gemeinsam verursachen wir dies; Es wäre ja so einfach: die Gesellschaft bzw. der Gesetzgeber übernimmt seine Verantwortung und verbietet die Produktion bestimmter oder aller Pflanzenschutzmittel und den Verkauf aller Produkte, welche damit anderswo erzeugt worden sind.
Statt dessen aber beschließt die Gesellschaft aktiv, billige und ausreichend Lebensmittel mit Pflanzenschutzmitteln erzeigt zur Verfügung zu stellen; zur eigenen Beruhigung sucht man sich dann einen Schuldigen, auf den man (selbst der Sünder) mit den Finger zeigt: den Landwirt.
Wie praktisch, wie „fein“.)

Ritratto di rotaderga
rotaderga 23 Gennaio, 2022 - 13:30

Die Gesellschaft will billig einkaufen, das stimmt. Der Landwirt will sein Einkommen sichern. Die Agrochemie will auch leben und bringt sich als Lösung aller Probleme ins Geschäft.
Zuerst werden ertragreiche fortpflanzungsunfähige Sämereien gezüchtet. Dann werden optimierter spezifischer Dünger und PSM verpflichtend empfohlen. Und dann glaubt die Gesellschaft nur auf das Äußere sehen zu müssen dank der farbigen Werbung.
Die unwissende Gesellschaft hat letztendlich die Schuld wenn mittels Gaunereien unter dem Deckmantel der Wissenschaft und Zurückhaltung wichtiger Infos Produkte vermarktet werden. Herr Gasser Sie machen es sich zu einfach!

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 23 Gennaio, 2022 - 13:58

Nein, das tue ich nicht.
Ich bin dafür, Pflanzenschutzmittel weitgehend einzuschränken, teils auch zu verbieten (auch ganz, mit schwerwiegenden Konsequenzen), aber immer bezogen auf das Produkt, und nicht auf den Produzenten.
Das wäre ein enormer Gewinn für den regionalen Bauernstand!
.
Aber man sieht, wie der Mensch entscheidet, wenn es hart auf hart kommt: Volksbegehren Schweiz.

Ritratto di rotaderga
rotaderga 23 Gennaio, 2022 - 17:04

Herr Gasser, ich kann Ihnen nicht folgen: Schwerwiegende Konsequenzen, bezogen auf die Produkte, betreffen immer die beteiligten Produzenten und die dazugehörige Logistik.
Wünsche noch einen guten Verlauf dieses Tages.

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 23 Gennaio, 2022 - 18:19

„schwerwiegende Konsequenzen“ für die Gesellschaft, den KONSUMENTEN:
nicht immer alles billig;
vieles zeitweilig gar nicht; manches überhaupt nicht mehr;
viel mehr Arbeitskräfte in der Landwirtschaft;
bedenken Sie: Pflanzenschutzmittel betreffen nicht nur Obst und Gemüse, sondern auch Tee, Kaffee, Kakao, Schokolade, Rosen, Baumwolle (!!), Tabak, Parfum...
DAS wird eine Revolution, und sie wird teurer als manchem lieb ist, und sie bedeutet Verzicht.
Und sie stärkt nicht nur die Natur, sondern und besonders auch den Bauern vor Ort: er wird wieder gebraucht, er wird wieder Ernährer.
Gut so.
.
(nur mir fehlt der Glaube: siehe Volksbefragung Schweiz).

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 23 Gennaio, 2022 - 18:22

„bezogen auf die Produkte“ bedeutet, dass man nicht dem Bauern verbietet, Pflanzenschutzmittel anzuwenden, also das Verbot (nur) für den Produzenten gilt, sondern dass man - konsequent und Natur und Arbeiter schützend - verbietet, mit Pflanzenschutzmitteln erzeugte PRODUKTE in den Handel zu bringen.
Das mit Pflanzenschutzmitteln behandelte Produkt wird verboten.

Ritratto di rotaderga
rotaderga 23 Gennaio, 2022 - 20:10

bedenken Sie: Pflanzenschutzmittel betreffen nicht nur Obst und Gemüse, sondern auch Tee, Kaffee, Kakao, Schokolade, Rosen, Baumwolle (!!), Tabak, Parfum...
ich bedenke weiter: Shampoo, Rasierschaum, alle verarbeiteten Lebensmittelfertigprodukte, Baby- und Seniorenwindeln, Damenbinden, Holzlasuren uvm

Ja nun, um zum Titel des Artikels zurück zu finden?
Pflanzenschutzmittel?
Pestizidatlas?
Daten und Fakten zu Giften in der Landwirtschaft oder deren Produkte?
Oder schauen wir alle weg, weil es teuer werden könnte?

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 23 Gennaio, 2022 - 20:40

Nein, wir ziehen das durch, ich bin ja dafür:

https://www.salto.bz/de/comment/101929#comment-101929
.
Aber man muss vorher allen klarmachen, was da auf uns zukommt: das wird hart - und keine Natur-Romantik.
.
(Zudem gilt das selbe für Abdrift der Abgase fossiler Produkte, da haben wir dann Mobilität, Heizung, Tourismus, Privat-Autos... - die Rückstände fossiler Brennstoffe sind nicht weniger gefährlich, sie zerstören das Klima: 2 Herkules-Aufgaben).
.
Was sagen Sie zum Volksentscheid der Schweizer Bürger und Konsumenten diesbezüglich?

Ritratto di Ludwig Gruber
Ludwig Gruber 24 Gennaio, 2022 - 08:34

ich würde an die "alles ist Chemie-Aussage" ganz oben anknüpfen: Alles ist Kultur. Und wer sich so destruktiv in Diskussionen einbringt, will vielleicht trollen, oder recht haben, oder was weiß ich. Aber keine fruchtbare Diskussion.

Ritratto di Ludwig Gruber
Ludwig Gruber 24 Gennaio, 2022 - 10:06

Und die, die glauben, dass zB der Biolandbau nur eine Hobbyform der Landwirtschaft ist, möchte ich bitten, endlich richtig zu rechnen.
Die konventionelle Intensivlandwirtschaft versorgt einen Großteil der Bevölkerung mit "günstigen Lebensmitteln" weil die Rechnung falsch läuft.
Allein die Umweltschäden, die diese Landwirtschaft verursacht, sind vier Mal so hoch, wie der Wert der Produkte.
Pro Jahr werden in Deutschland Produkte im Wert von € 21 Mrd erwirtschaftet und Schäden in der Höhe von € 90 Mrd verursacht.
Die Konzerne und die Bauern kommen für diese Zerstörung unserer Lebensgrundlagen nicht auf. Seit Jahrzehnten nicht.
Quelle: https://www.bcg.com/de-at/press/14november2019_PM_Landwirtschaft_DE

Ritratto di Josef Fulterer
Josef Fulterer 26 Gennaio, 2022 - 05:41

Bei einer Anrechnug der verursachten Schäden, stellen die die Bauern sehr schnell ihre Wirtschaftsweise um .

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 26 Gennaio, 2022 - 07:33

Bei einer Anrechung der verursachten Schäden (durch Autofahren, nicht gedämmte Häuser, Strom aus Kohle und Gas, Wärme aus Kohle und Gas, Umweltzerstörung in der dritten Welt, Frohn- und Sklavenarbeit für Billigkonsum) stellt jeder, auch Sie, seine Lebensweise um.
Nicht der Bauer konsumiert die Lebensmittel, die er auf diese Art und Weise billig für die Gesellschaft erzeugen MUSS.
Die Gesetze, was und wie vom Landwirt produziert wird, gibt die Gesellschaft vor.
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Zur Zeit ist, auf Ihr Argument hin bezogen, die Erzeugung von Energie (Wärme und Strom) das wesentlich dringendere Problem: aber WIR wollen nach wie vor billige Energie, billige Wärme, billige Mobilität; dann auch billige Lebensmittel.
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Diese Verantwortung auf einen einzigen Berufsstand abzuwälzen, mutet skurril an.
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Ich erinnere nachmals an die Ablehnung des Verbotes von mit Pflanzenschutzmitteln erzeugten Produkten in der Volksbefragung in der Schweiz: das sind die Fakten.
Warum macht man keine solche Volksbefragung bei uns? Aus Angst vor der bitteren Realität, die sich dann schonungslos zeigen würde?

Ritratto di Stefan S
Stefan S 26 Gennaio, 2022 - 15:44

"Warum macht man keine solche Volksbefragung bei uns?"
Die Frage ist rein hypothetisch und auch obsolet. Die erste und letzte Volksbefragung in der EU war zum Thema Zeitumstellung und hatte wieviel Beteiligung? Ein nationaler Alleingang würde eine enorme Wettwerbsverzerrung nach sich ziehen. Wenn man aber regionale Anreize für eine ökologische und biodiverse Landwirtschaft anbieten würde könnte man mit einem Alleinstellungsmerkmale sich einen Wettbewerbsvorteil verschaffen wovon auch der Tourismus aber vor allem die Bevölkerung profitieren würde. Weil eines ist sicher, früher oder später und dann gezwunger Maßen werden wir dem Klimawandel Rechnung tragen müssen.
"durch Autofahren, nicht gedämmte Häuser, Strom aus Kohle und Gas, Wärme aus Kohle und Gas, Umweltzerstörung in der dritten Welt, Frohn- und Sklavenarbeit für Billigkonsum"
Das eine schließt das andere nicht aus, es ist aber sehr schwach für jede Diskussion mit den Finger auf andere Ungerechtigkeiten und Versäumnisse hinzuweisen. Hier geht es um Landwirtschaft und bestimmt nicht darum -> "Diese Verantwortung auf einen einzigen Berufsstand abzuwälzen, mutet skurril an."

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 27 Gennaio, 2022 - 08:55

Es ist nach wie vor schade, dass sich der Dialog nicht mit den wichtigen Inhalten des Artikels auseinandersetzt:

https://www.salto.bz/de/comment/101951#comment-101951

Sie schreiben: “Ein nationaler Alleingang würde eine enorme Wettwerbsverzerrung nach sich ziehen”: ja und? Wettbewerbsverzerrung für wen? Den Handel? Den Zwischenhändler? Um diese sorgen Sie sich? Dieselbe “Wettbewerbsverzerrung” würde auf lokaler Ebene geschehen, DAS sorgt Sie nicht?
Ein Beispiel aus dem eigenen Erleben: Ein mir bekannter Landwirt erzeugt regional nachhaltig ökologisch Rindfleisch, und versucht, es zu den Produktionskosten lokal zu verkaufen. Aufgrund der Bevölkerung und der Touristen im Tal (Umgebung Bozen) müsste es lokal 1 bis 2 Schlachtungen pro Woche geben: es gibt nur 1e im Monat - und er muss diese Art der Produktion mangels Ansatz aufgeben. DAS ist die aktuelle Wirklichkeit, auf freiwilliger Basis. Der Konsument will billig, regional, ökologisch, tiergerecht bleiben (ohne gesetzliche Regelung) Lippenbekenntnis.
Ich zeige mit meinem vorhergehenden Kommentar nicht “auf andere”, sondern AUF UNS, AUF UNS ALLE, und binde die Landwirtschaft in die Gesellschaft ein. Wer am Absatz vorbei produziert, verschwindet vom Markt: so wie das oben beschriebene regional, nachhaltig und artgerecht erzeugte Rindfleisch.
Wie kann man vom Landwirt freiwillige Umstellung auf mehr Betriebsrisiko und höhere Erzeugerkosten verlangen, ohne gleichzeitig bereit zu sein, diesem Produkt gesellschaftlich durch entsprechende gesetzliche Regelung das “Alleinstellungsmerkmal” zu geben?
Noch immer werden Lebensmittel beworben mit 1,98 Euro statt 2,20 Euro, und nicht mit “nachhaltig, ökologisch, tiergerecht”, weil der Handel genau weiß, welches Attribut kaufentscheidend ist.
Unsere Landwirtschaft ist eingebunden in unsere Gesellschaft - und deren Spiegel. Schauen Sie hinein in den Artikel, und beginnen wir den sachlichen Dialog, ohne Ideologie, ohne Missionierung, ohne Schuldzuweisung an einzelne; betrachten wir Ursache, mögliche Wirkung, Lösungsansätze, und REGELN wir dies fair für Erzeuger, Handel, Konsumenten.

Ritratto di Stefan S
Stefan S 27 Gennaio, 2022 - 13:11

"Es ist nach wie vor schade, dass sich der Dialog nicht mit den wichtigen Inhalten des Artikels auseinandersetzt:"
Wie ich schon, und auch andere Kommentatoren, dargelegt haben sind Pflanzenschutzmittel nur ein Baustein für eine dringend benötigte Ökowende in der Landwirtschaft. Es ist wesentlich zu kurz gesprungen einfach nur die Pestizide zu verbieten ohne z.B. die Biodiversität auszubauen. Gute Beispiele gibt es genügend wie die Ertragssicherheit auch mit weniger oder auch gar keinen hochchemischen Pflanzenschutzmitteln erreicht wird.
"Wie kann man vom Landwirt freiwillige Umstellung auf mehr Betriebsrisiko und höhere Erzeugerkosten verlangen, ohne gleichzeitig bereit zu sein, diesem Produkt gesellschaftlich durch entsprechende gesetzliche Regelung das “Alleinstellungsmerkmal” zu geben?"
Genau dafür braucht es die Subventionen (Anreize der Politik) wie ich bereits erwähnt habe.
"Ein Beispiel aus dem eigenen Erleben"
Ohne Ihren Bekannten jetzt zu Nahe treten zu wollen ist es aus der Ferne natürlich schwierig zu beurteilen aus welchen Gründen das angestrebte Umsatzziel Ihres Bekannten nicht erreicht wurde. Bei näherer Betrachtung ergeben sich oftmals vielschichtige Gründe welche durch eine gute Marktanalyse wahrscheinlich zu erkennen gewesen wären. "Nur" ein qualitativ gutes Produkt anzubieten ist in der heutigen globalisierten Wirtschaft garantiert zu wenig.
"Noch immer werden Lebensmittel beworben mit 1,98 Euro statt 2,20 Euro, und nicht mit “nachhaltig, ökologisch, tiergerecht”, weil der Handel genau weiß, welches Attribut kaufentscheidend ist."
Nicht der Handel sondern die Lebensmittelkonzerne und deren Lobbyisten verhindern eine eindeutige Kennzeichnung für den Kunden, gute Biozertifikate werden durch schlechte Biozertifikate kontakariert weil die Politik nicht bereit ist hier eindeutige Richtlinien zu setzen.
"Unsere Landwirtschaft ist eingebunden in unsere Gesellschaft - und deren Spiegel."
Das sehe ich nicht so, es ist ein Spiegel von über 20 Jahren teilweise fehlgeleiteter Subventionspolitik mit allen seinen Auswirkungen wie z.B. Lobbyismus, ein Lobbyismus welcher immer nur die Gewinnmaximierung der jeweiligen Konzerne in den Vordergrund spielt und Nachhaltigkeit nur kennt wenn es sich positiv in der Handelsbilanz der jeweiligen Konzerne wiederspiegelt. Wie leider in vielen anderen Branchen auch, entwickelt sich der Lebensmittelmarkt immer mehr zu einem Oligopol. Sobald ein zartes regionales erfolgreiches Pflänzchen erblüht wird es von den großen geschluckt. Habe heute noch den schönen, mittlerweile, alten Biekrug von Greiter im Schrank.
Bestes und mittlerweile schon sehr altes Beispiel für diese Entwicklung. Und mittlerweile wurde die Brauerei Forst ja auch schon von einem bekannten Großunternehmen geschluckt. Ähnliche Entwicklungen sind auch im Biolebensmittelmarkt zu beobachten.

Ritratto di Klaus Griesser
Klaus Griesser 26 Gennaio, 2022 - 18:58

Ok, Herr Pfaff, sagen wir in Zukunft "ESM=Ertragsschutzmittel" statt "PSM=Pflanzenschutzmittel", wenigstens wäre das wirklichkeitsgetreuer. Die Pestizide dienen in Wirklichkeit der Methode, Monokulturen anzulegen, damit industrialisiert angebaut werden kann und zwar - sonnst zahlt sich's nicht aus - monokulturell, in möglichst große Flächen.
Ohne Rücksicht auf die Artenvielfalt (Bodenlebewesen, Bienen, Schmetterlinge, Vögel, Mücken, Pilze). Ohne Rücksicht darauf, was die Verbraucher dann zu verarbeiten haben und in die Organe lagern müssen.
Momentan ist das eine ertragssichernde, gesundheits- und umweltschädliche, subventionierte Massenproduktionsweise mit günstigen Marktpreisen.
Doch wenn die Artenvielfalt immer weniger stimmt, wird auch die natürliche Bodenfruchtbarkeit immer dürftiger. Also am Ende keine nachhaltige Ertragssicherheit, natürlich auch nicht nachhaltig für Artenvielfalt und Gesundheit für die Verbraucher.
Und last but not least: die hohen CO2-Emisssionen bei der Herstellung u der zugehörigen Panzele-Giftsprüh-Methode.

Ritratto di Stefan S
Stefan S 26 Gennaio, 2022 - 20:22

"Doch wenn die Artenvielfalt immer weniger stimmt, wird auch die natürliche Bodenfruchtbarkeit immer dürftiger. Also am Ende keine nachhaltige Ertragssicherheit, natürlich auch nicht nachhaltig für Artenvielfalt und Gesundheit für die Verbraucher."
Genau so einfach ist es!
*Daumenhoch*

Ritratto di Josef Fulterer
Josef Fulterer 27 Gennaio, 2022 - 08:28

Die Kostenwahrheit bei den Produkten, betreffend Umweltschäden - Klimagase - Bodenversiegelung - abnehmende Bodenfruchtbarkeit, erzieht die Verbraucher recht schnell zu einem vernünftigeren Verhalten.

Ritratto di Ludwig Gruber
Ludwig Gruber 27 Gennaio, 2022 - 07:43

Genau so ist das, Klaus.
In Deutschland wird dir dann aber sofort erklärt, dass niemand Monokulturen anbaut, weil eine Monokultur wäre die selbe Nutzpflanzenart über Jahre auf der selben Fläche. Und selbstverständlich wechselt man die Früchte (zwar auf Schlägen mit hunderten Hektaren und mit weniger als 1% Fremdpflanzen...).
Im Forum sind auch Auftragsschreiber - klingt nach Bauernbund - aktiv, die sich mit den drei Klassiker in die Diskussion bringen:
1. Absender diskreditieren: Kritik darf nur äußern, wer beweisen kann, dass er heilig und ohne Makel ist.
2. Erkanntes Problem mit anderen relativieren, oder mit Schlimmerem vergleichen. Nur wenn alle mit täten, macht eine Lösung Sinn (hier sind es andere Branchen/Verursacher)
3. Eigene Rolle kleinreden: was kann ich schon tun, was können wir schon ändern?

Ritratto di Stefan S
Stefan S 27 Gennaio, 2022 - 08:41

Und auch in anderen Branchen wird der Druck erhöht bzw. wird deutlich darauf verwiesen wie unwirtschaftlich und unsinnig unsere derzeitige lebensweise ist.
Es geht nicht um Verzicht sondern vordergründig um Umstrukturierung.
Hier eine aktuelle Studie in Bezug auf Autoverkehr
https://www.zeit.de/mobilitaet/2022-01/soziale-kosten-strassenverkehr-au...

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