Night of Light: Jugend- und Kulturzentrum UFO Bruneck
Gunther Niedermair
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Salto Afternoon

Rot oder rosig?

Seit Ende Juli können Künstlerinnen und Künstler im Rahmen des 2. Maßnahmenpaketes um eine Künstlerförderung ansuchen. Nicht alle. Aber wie viele? Ein Zwischenbericht.
Di
Ritratto di Martin Hanni
Martin Hanni27.08.2020
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Ritratto di Gregor Marini
Gregor Marini 29 Agosto, 2020 - 08:36

Herr Oberkalmsteiner arbeitet als Sozialpädagoge und ist Hobbymusiker.
Im Online-Magazin "Barfuss" sagt er über sich selbst: „Eigentlich kann ich weder gut singen, noch Gitarre spielen. Alles so wischiwaschi halt.“ Ich habe mir die Sachen, die er macht, angehört. Hauptsächlich sammelt er Geräusche und konstruiert daraus irgendwelche Klangteppiche, ähnlich, wie es viele DJ's tun, die sich mittlerweile ja auch schon als Musiker bezeichnen.
Was diese Vorgehensweise mit der Komposition von Musik oder gar mit Kunst zu tun haben soll, lasse ich mal dahingestellt. Auf jeden Fall ist die Montage von Klangschnipseln nicht mit der kreativen Arbeit eines Musikers gleichzusetzen, der beispielsweise ein Instrument studiert hat und jahrelang regelmäßig auf der Bühne steht oder bei unzähligen Musikproduktionen mitgewirkt hat und somit seinen künstlerischen Beitrag für die Kultur dieses Landes leistet.
Ich verstehe also nicht wie Herr Oberkalmsteiner auf die Idee kommt, er habe Anspruch auf eine Künstlerförderung.
In diesem Sinne ist es gut und richtig, daß man die Biografie der jeweiligen Antragsteller überprüft. Das, Herr Hobbykünstler, hat nichts mit "starr" oder "unzeitgemäß" zu tun sondern ist ausschlaggebend für den Versuch einer fairen Verteilung der Gelder.
Ich kenne viele Leute, die ein bisschen Musik machen, aber sie kämen nie auf die Idee einen solchen Antrag zu stellen .. vielleicht aus Anstand oder einfach aus Mangel an Selbstüberschätzung.

Ritratto di elisabeth garber
elisabeth garber 29 Agosto, 2020 - 09:35

Zustimmung @Marini Gregor - so einiges auf den Punkt gebracht...

Ritratto di elisabeth garber
elisabeth garber 21 Settembre, 2020 - 19:18

Und jetzt erst recht Zustimmung für Gregor Marini. Wer sich ein paar Aluna-Quartet-Songs gegönnt hat, weiß, dass da kein Dahergelaufener Kritik am Autodidaktentum und *vor allem* (= Kernaussage) an der Geldverteilung übt. So einen Typ wie G. Marini bringe ich mit 'engstirniger Edelweiß- und Bergromantik' (frei zitiert nach Herrn "Künstler Schwein") gar nicht in Verbindung.
PS: Möchte mir keinesfalls ein Urteil zu Herrn Oberkalmsteiner erlauben, weil ich von elektronischer Musik nichts verstehe - sie liegt mir nicht. Das sei nur noch angemerkt.

Ritratto di Künstler Schwein
Künstler Schwein 21 Settembre, 2020 - 11:18

Dieser Kommentar ist ganz nach südtiroler Manier an Engstirnigkeit kaum zu überbieten!
Wenn ein Studium Voraussetzung für wertvolle Kunst wäre, dann wäre die Kulturlandschaft so arm wie Ihr Argument. Fortschritt und Wert der Kunst besteht nicht im Einhalten institutionell geschaffener Rollenprototypen.
Allein dass Sie mit einem offensichtlich geringem Verständnis von elektronischer Musik über ein so großes Kunstfeld so pauschal urteilen, unterstützt meine These über Ihre Engstirnigkeit und Ahnungslosigkeit zum Thema.
Dass es in Südtirol kaum möglich ist von Kunst zu leben wenn man nicht alpenländische Bilder von Edelweiß und Bergen malt oder Krippenfiguren schnitzt, was wohl der Hauptgrund dass die meisten zeitgenössischen Künstler*innen einen Nebenjob haben, liegt genau an dem eingeschränkten Verständnis des Kunstbegriffs, dass ich hier bestätigt sehe.
Folgt man Ihrer Logik und würde man die Landwirtschaft nicht so subventionieren wie es gerade passiert, müssten die Bauern sich auch einen Nebenjob suchen und wären wohl nur Hobby-Bauern, die spätestens dann schon gar keinen Anspruch auf Subvention mehr haben.
Dass das so nicht funktionieren kann liegt wohl auf der Hand.

Ritratto di elisabeth garber
elisabeth garber 21 Settembre, 2020 - 12:52

So ein Nicknamen ist eine Zumutung. @"Künstler Schwein"

Ritratto di elisabeth garber
elisabeth garber 24 Settembre, 2020 - 09:31

@SCM So ein nickname "Künstler Schwein" ist eine Zumutung.

Ritratto di Martin Koellensperger
Martin Koellensperger 21 Settembre, 2020 - 14:37

"Was diese Vorgehensweise mit der Komposition von Musik oder gar mit Kunst zu tun haben soll, lasse ich mal dahingestellt. Auf jeden Fall ist die Montage von Klangschnipseln nicht mit der kreativen Arbeit eines Musikers gleichzusetzen, der beispielsweise ein Instrument studiert hat und jahrelang regelmäßig auf der Bühne steht oder bei unzähligen Musikproduktionen mitgewirkt hat und somit seinen künstlerischen Beitrag für die Kultur dieses Landes leistet"
Was macht denn ein "klassischer" Musiker denn anderes, als Klangschnipsel zu montieren? Einige können sie noch am Stück auf ihrem Instrument einspielen, andere brauchen dazu Zig Anläufe und andere wiederum greifen auf Studiomusiker (wie Sie einer waren) zurück. Manuel Oberkalmsteiner nutzt seine Samples und setzt sie zusammen wie Sie die einzelnen Takes zu einem Song zusammensetzen.
Bei vielen Songs der Rock und Pop Musik stammen weder Musik noch Text vom gefeierten "Künstler", ohne Autotune könnte er nicht singen und der Tonmeister entschiedet, wie sich der Song am Ende anhört. Sie sehen sich wohl auch selbst als Künstler. Genauso wie Manuel Oberkalmsteiner. Ob er sich selbst überschätzt oder ob er ein verkanntes Genie ist liegt nicht im Ermessen des Kulturamtes. Ein Teilzeitjob als Ausschlußkriterium - dann wäre kaum ein Bauer mehr ein Bauer

Ritratto di Giovanett Reinhold
Giovanett Reinhold 21 Settembre, 2020 - 16:02

Also da muss ich vehement widersprechen ... Zolf & Saturn (= Manuel Oberkalmsteiner) ist ein innovativer Künstler und Musiker und gehört in meinen Augen zu den interessantesten Künstlern/Musikern der letzten Jahre hierzulande. Er sucht und nutzt neue Wege, neue Zugänge und verlässt auch die eine oder andere Grenze. Nur so kann sich Musik (und Kunst) weiterentwickeln.

Ritratto di Klemens Riegler
Klemens Riegler 30 Agosto, 2020 - 17:21

Gregor Marini hat mit seinem Kommentar eine wichtige, weitere Seite zum Thema aufgeschlagen. Ich will nicht urteilen ob das was Oberkalmsteiner macht nun Kunst ist oder nicht. Darüber (und über Kunst im Allgemeinen) ließe sich sicher lang streiten. Wichtig ist sicherlich der Aspekt ob ein/e Künstler/in von seiner/ihrer Kunst "gelebt hat" oder noch lebt. Vielleicht fällt Oberkalmsteiner ja auch deshalb "durch". Jedenfalls hat es derzeit jemand mit Teilzeitjob sicher leichter als Vollzeitkünstler ohne irgendwelche Einnahmen. Diese brauchen die Unterstützung freilich sehr dringend. Und das verfügbare Geld wird wohl auch dafür nicht reichen.
Zitat Marini: " ... vielleicht aus Anstand oder einfach aus Mangel an Selbstüberschätzung" ... oder aus SOLIDARITÄT, damit es jene kriegen die es notwendiger haben: Ab jetzt z.B. viele Musiker oder Theaterspieler. Also Künstler/innen die von öffentlichen Aufführungen & Publikum leben und keine Ausfallhaftungen über den Kulturfonds (via Veranstalter) erhalten haben.

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