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Milchwirtschaft

Der Milch-Scheidungskrieg

Mit 1. Juli haben einige Wipptaler Bauern ihre Lieferung an den Milchhof Sterzing eingestellt. Der Grund? Wie bei einer Scheidung: Unüberbrückbare Differenzen.
Di
Ritratto di Astrid Tötsch
Astrid Tötsch01.07.2022
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Ritratto di Günther Stocker
Günther Stocker 1 Luglio, 2022 - 07:25

Wie sagen die Italiener- Il pesce inizia puzzare dalla testa - oder so in etwa.
Hier in Sterzing (und nicht nur hier!) ist es ja sehr schwierig zu verstehen - kauft man Milch aus Südtirol oder woher auch immer. !?
Ob die ausgetretenen Milchproduzenten wohl auch die 300 Euro Turbo Beihilfe bekommen ? (selten wurde so schnell aus allseits politisch bekannten Hintegründen eine so grosse finanzielle Unterstützung gegeben -- oder mit Ausnahme von Seilbahnen .. usw.) .
Ja ja die bekannte Süd Tirroller EINBAHN Demokratie beginnt ihr Früchte zu tragen.
Wohlstand macht den Kopf frei.

Ritratto di pérvasion
pérvasion 3 Luglio, 2022 - 05:55

Ich weiß auch nicht wie die Italiener sagen, auf Deutsch heißt es "der Fisch fängt am Kopf zu stinken an". Das ist, anders als beim obigen Schrieb (s. Bild), nicht nur eine Höflichkeitsübersetzung.

Ritratto di Hartmuth Staffler
Hartmuth Staffler 3 Luglio, 2022 - 08:06

Im Italienischen sagt man "il pesce puzza dalla testa", im Deutschen "Der Fisch stinkt vom Kopf", im Englischen "the fish rots from the head".

Ritratto di G. P.
G. P. 1 Luglio, 2022 - 14:05

Sehr nachhaltig und umweltfreundlich, die Milch jeden Tag in die Emilia Romagna zu karren ...

Ritratto di Hartmuth Staffler
Hartmuth Staffler 1 Luglio, 2022 - 14:25

Dafür lässt der Südtiroler Sanitätsbetrieb jeden Tag Milchprodukte aus viel weiter südlich gelegenen Gebieten nach Südtirol karren. Das nennt man Wirtschaftskreislauf. Die Wirtschaft muss laufen, ganz gleich wie unsinnig der Kreislauf ist. Qualität ist uninteressant, die gibt es nur auf den Hochglanzprospekten, aber nicht in der Realität. Gut dran ist, wer auf Milch verzichten kann.

Ritratto di Stefan S
Stefan S 1 Luglio, 2022 - 15:12

In der südlichen Toscana stand das Sterzingszeugs auch letzte Woche im Kühlregal sowie auch bei uns in Ba-Wü

Ritratto di Ludwig Gruber
Ludwig Gruber 4 Luglio, 2022 - 12:15

Die konventionelle Land- und Lebensmittelwirtschaft arbeiten in einem maßgeblichen Umfang mit externen Faktoren: Futtermittel aus Urwaldrodungen, Kunstdünger, Spritzmittel, globale Rohstoffe und nicht zuletzt mit einem immer höheren Verbrauch fossiler Energie.
Bislang ist es gelungen, die Kosten und Schäden gänzlich auszulagern, also nicht im Produktpreis abzubilden.
Eine Studie der Boston Consulting* kommt auf Kosten, die vier mal so hoch sind, wie die Erträge selbst.
Durch die Pandemie und den Krieg sind die Lieferketten in diesem fragilen und abhängigen System instabil geworden und schon funktionieren sogar "regionale" Betriebe nicht mehr wie vorher.
Wir wissen alle, dass eine lokale Kreislaufwirtschaft stabiler und resilienter wäre. Aber so lange der einzige Fokus auf den Preis gerichtet bleibt, sind die Rahmenbedingungen nicht geschaffen, auch andere Werte in die Rechnung zu bringen.
Wie schwierig ein minimaler Schritt in Richtung "nachhaltigere Wirtschaft" in der Realität sein kann, zeigt, wie weit sich viele Betriebe davon schon entfernt haben.

* https://www.bcg.com/de-at/press/14november2019_pm_landwirtschaft_de

Ritratto di Günther Mayr
Günther Mayr 4 Luglio, 2022 - 14:16

in erster linie trennt die "guten" ein blatt papier von den "bösen": ein zertifikat.
ob das was wert ist oder etwas zum a....-abputzen - wohl dem der's glaubt.

Ritratto di Ludwig Gruber
Ludwig Gruber 4 Luglio, 2022 - 15:13

Wenn das nur ein Papier wäre - wieso ist dann diese Landwirtschaft so deutlich unter 10% in Südtirol?
Für die Mehrheit der Betriebe ist diese Wirtschaftsweise fremd. In der Ausbildung wurde ausschließlich Wachstum mit den offensichtlich nicht weiterhin stabilen Methoden gelehrt.

Ritratto di Günther Mayr
Günther Mayr 4 Luglio, 2022 - 16:04

jedem sein hirngespinst!
hornmehl und klauenspäne aus indien für die bio-produktion statt die gülle vom nachbar um die ecke.

Ritratto di Ludwig Gruber
Ludwig Gruber 4 Luglio, 2022 - 18:05

Bevor wir uns jetzt in der Polemik verlaufen: die im Artikel thematisierte Maßnahme zur Verbesserung der regionalen Leistungen (was den Kunden ohnehin versprochen wird) entspricht einem kleinen aber wesentlichen Grundsatz der biologischen Wirtschaftsweise: dem Prinzip der Flächenbindung, damit ein wesentlicher Anteil der Futtermittel überhaupt vom eigenen Betrieb stammen kann (im Biolandbau ist die Grenze 2 GVE/Ha).
Und selbst davon scheinen sich schon zu viele Betriebe in ihrer Wirtschaftsweise entfernt zu haben.
Wir reden hier nicht von Papier, sondern von realen Zuständen im landwirtschaftlichen Alltag, die als "gute landwirtschaftliche Praxis" verteidigt werden sollen.

Ritratto di Günther Mayr
Günther Mayr 4 Luglio, 2022 - 18:17

wieviele Betriebe halten die Flächenbindung, egal ob bio oder nicht, nicht ein?
wohl für die allermeisten ist die einhaltung der flächenbindung ein "naturgesetz"! geht für einen kleinbetrieb auch nicht anders - reale zustände, selbstverständlich.
sturm im wasserglas?

Ritratto di Ludwig Gruber
Ludwig Gruber 4 Luglio, 2022 - 19:00

Oben ist zu lesen, dass wegen der Flächenbindung Betriebe austreten und dagegen vor Gericht ziehen. Sonst würden wir diese Diskussion nicht führen. Und nur der kleine Milchhof scheint diesen Anspruch überhaupt für durchsetzbar zu halten.
Wenn du dir anschaust, wie viel Grundfutter in die Berge gekarrt wird und wie viel Kraftfutter in den Rationen bei den hohen Milchleistungen eingesetzt wird, sind wir in dieser Frage in einer anderen Realität.

Ritratto di Hartmuth Staffler
Hartmuth Staffler 4 Luglio, 2022 - 21:11

Wer durch das Land fährt und die vielen Felder mit Mais sieht, der dann zu Silage verarbeitet wird, der weiß, dass Südtiroler Milch, selbst wenn keine Soja-Silage zugekauft wird, nicht gut sein kann.

Ritratto di Dietmar Nußbaumer
Dietmar Nußbaumer 7 Luglio, 2022 - 14:10

Ganz allgemein hängt eine nachhaltige Landwirtschaft nicht von einem Zertifikat ab (konventionell wie auch bio). Zertifikate gibt's auch in der konventionellen Landwirtschaft, sind dort auch nicht viel wert, wie auch alle übrigen Zertifikate. Wer einen fairen Preis für ein Produkt bezahlt (Handel !!!) darf fordern, wer Ramschpreise bezahlt, darf nicht fordern.

Ritratto di josef burgmann
josef burgmann 8 Luglio, 2022 - 08:17

Herr Nussbaumer, den Nagel auf den Kopf getroffen! Genau so ist es! Alle möglichen Forderungen stehen im Raum, aber einen gerechten Preis?? Nein, den gibt es nicht. Der Milchpreis für den Bauern ist in Südtirol seit 25 (fünfundzwanzig) Jahren nominal, nicht inflationsbereinigt, derselbe.
Dass sich Profis, also diejenigen die noch im Vollerwerb arbeiten, nach Alternativen umsehen ist mehr als verständlich. Strafzahlungen scheinen bei den Südtiroler Milchhöfen keine Ausnahme zu sein (kenne einen krassen Fall bei der Bergmilch - Mila), dies, obwohl man aus aller Herren Länder Milch und deren Derivate zukauft.
Wir werden die bisherige Wirtschaftsweise überdenken müssen.
Weniger kann unter Umständen auch mehr sein!

Ritratto di Manfred Gasser
Manfred Gasser 8 Luglio, 2022 - 10:07

Und der Gehalt vieler Arbeiter wird in Südtirol seit 25 Jahren nominal, nicht inflationsbereinigt, immer kleiner.
Also stimmt etwas im ganzen System nicht, und dieses System sind wir alle.

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