Autonomie
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Autonomie

Südtiroler Lektionen

Kann das “Experiment” Südtirol auch anderswo gelingen? Warum es in der Ukraine zu spät ist, der Weg zur Autonomie aber lehrreich war und bleibt.
Di
Ritratto di Lisa Maria Gasser
Lisa Maria Gasser05.09.2022
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Josef Fulterer 5 Settembre, 2022 - 07:30

Die Römer haben in Südtirol, um Christi Geburt mit der Durchmischung / Entwurzelung der Bevölkerung, damals noch ohne allgemeine Schulpflicht, eine vergleichsweise schnelle Romanisierung erreicht.
Bei den 500 Jahre später einbrechenden raubenden und plündernden allemannischen Horden, hat es fast ein halbes Jahrtausend gedauert, bis die ersten Grundverkers-Akten in deutscher Sprache abgefasst wurden.
Die rund 30 Jahre dauernde italienische Assimilierung von Mussolini, hat die vorwiegend agrarische Bevölkerung von Südtirol ablehnend überstanden, allerdings mit dem Ergebnis, dass zuviele Deutsch-sprachige-Auschulende nicht lesen und schreiben konnten.
Dr. Bernhard von Zallinger-Thurn hat im Herbst 1949, in einem Buch in Din/A 6 Format, unter "Die Grundlagen der Südtiroler Politik," geduldige zähe Verhandlungen mit dafür durchaus ansprechbaren italienischen Abgeordneten in Rom dringend empfohlen.
Die Gruppe um Magnago hat das mit ihrem harten "Los von Trient" anders gesehen, um von der vom in Innsbruck ausgebildeten Alcide Degasperi durchgesetzten "Autonomie mit Trient" LOS ZU KOMMEN.
Es folgten die Bombenjahre ab 1960 und 35.000 Deutsch-sprachige Südtiroler, die im Deusch-sprachigen Ausland auf Arbeitssuche gehen mussten.
Mit Trient hat man inzwischen ein Auskommen gefunden, das in etwa dem entspricht, wie miteinander alt gewordene Ehepaare miteinander auskommen.

Ritratto di Hartmuth Staffler
Hartmuth Staffler 5 Settembre, 2022 - 07:53

Alemannische Horden sind im südlichen Teil Tirols nie raubend und plündernd eingebrochen. Die bajuwarische Besiedlung ist hingegen weitgehend friedlich verlaufen. Die Bajuwaren haben mit ihrem Stammesrecht, der lex baiuvarorum, übrigens fortschrittliche Regelungen wie das Erbrecht für Frauen eingeführt. Die Urkunden waren, wie in ganz Europa, in lateinischer Sprache. Erst später haben sich die verschiedenen Volkssprachen durchgesetzt.

Ritratto di gorgias
gorgias 5 Settembre, 2022 - 18:31

Um Christi Geburt?

Da gab es kein Südtirol und auch kein Tirol.

Es gibt wohl Menschen, die sich eine Welt ohne Südtirol nicht vorstellen können. Warscheinlich gibt es in deren Vorstellung Südtirol schon seit 13,8 Milliarden Jahren. Also kurz nach dem Urknall. - Oder vielleicht sogar schon davor.

Ritratto di Hartmuth Staffler
Hartmuth Staffler 5 Settembre, 2022 - 21:36

Tirol gab es schon, nur den Namen Tirol gab es noch nicht. Eine Welt ohne Südtirol ist nicht möglich. Was sollte dann anstelle von Südtirol dort stehen? Etwa Alto Adige?

Ritratto di Sebastian Felderer
Sebastian Felderer 5 Settembre, 2022 - 08:26

Der Beitrag von Lisa Maria Gasser ist wie immer gut, lobenswert die Analyse von Bruno Kreisky bis heute. Der Beitrag wurde schon vor dem 5. September d.J. geschrieben, weil nämlich beim Parteitag am Samstag die Spitzen der österreichischen und italienischen Politik ausgeblieben sind. Ist auch gut so, denn da hatte die SVP sowieso keine Zeit, 50 Jahre Zweites Autonomiestatut zu feiern. Da hatte sie die Hände voll zu tun mit dem Ehrenkodex und den inneren Zerwürfnissen, die nun auch fast fünfzig Jahre andauern. Wenn ich mir dann die Erfahrungen mit unserer Autonomie in der Zeit von Covid, aber auch in anderem Zusammenhang, vor Augen führe, dann fällt es mir äußerst schwer, einem Land wie der Ukraine eine solche Autonomie zu verpassen. Die Kriegsflüchtlinge in unserem Lande werden noch nicht den Überblick haben und vielleicht alles nobel finden, was ihnen geboten wird. Aber politisch würde mir die Ukraine glatt leid tun, würde sie dieselbe Erfahrung machen müssen, wie wir Südtiroler. Um Klartext zu reden; Ich wünsche der Ukraine keine SVP, die eine Autonomie so missbraucht, wie es hier in Südtirol passiert.

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 5 Settembre, 2022 - 08:50

Zitat: „Der Beitrag von Lisa Maria Gasser ist wie immer gut...“: da stimme ich Ihnen zu; allerdings ist anzuführen, dass die Situation in Südtirol damals und jene in der Ukraine heute kaum vergleichbar ist.
Der Beitrag blendet den Umstand aus, dass es Putin und seinem nationalistisch-konservativ-religiösem Regime nie um den Donbass und auch nicht um die Ukraine ging und geht, sondern darum, dass sie als kulturell und genetisch bessere Europäer das alte Zarenreich wieder errichten und die kulturelle und politische Vorherrschaft in ganz Europa übernehmen: erzkonservativ, religiös, autoritär. Ein russisch imperial dominiertes Eurasien (von Wladiwostock bis Lissabon) als dritte Weltmacht neben China und den USA.
Ohne die Wirtschaftsmacht Europa ist das „Treibstoff- und Waffenlager Russland“ keine Weltmacht.

Ritratto di Christian I
Christian I 5 Settembre, 2022 - 14:01

Auf ihrer Antwort habeb ich gewartet und sie haben mich nicht enttàuscht... ;-)

Ritratto di Peter Gasser
Peter Gasser 5 Settembre, 2022 - 18:57

Da bedanke ich mich, hier noch etwas Sach-Info dazu:

Michael Khodarkovsky, Professor für Geschichte an der jesuitischen Loyola University Chicago, gebürtige Ukrainer:

„Während Hitler die rassische Überlegenheit Deutschlands betonte, beharrt Putin auf Russlands Sonderweg und behauptet, Russlands traditionelle Gesellschaft mit ihren orthodoxen christlichen Werten sei dem Westen überlegen. Wiederholt hat Putin von einem überlegenen genetischen Code des russischen Volkes gesprochen. Seine offiziellen Propagandisten im Fernsehen wiederholen unermüdlich, dass im Falle eines Atomkriegs die Menschen im Westen in der Hölle landen, während die Russen in den Himmel kommen werden. Wie Hitler ist Putin ein totaler Diktator mit einem Personenkult, der mit einer Nation identifiziert wird. Wie Hitler strebt Putin danach, einige Nationen von der Landkarte zu löschen und andere zu beherrschen. Wie Hitler-Deutschland kann auch Putins Russland nur so lange existieren, wie es sich ausdehnt. Wie Hitlers Einmarsch in Polen ist schliesslich auch Putins Einmarsch in die Ukraine vermutlich erst der Anfang.
Hoffen wir, dass Putin und sein Regime auch so enden werden wie Hitler und Nazi-Deutschland. Vielleicht wird das der Tag sein, an dem die Russen, wie die Deutschen vor ihnen, den Mut finden werden, sich ihrer dunklen Vergangenheit und Gegenwart zu stellen und mit dem Aufbau einer neuen russischen Gesellschaft zu beginnen“.
.
ähnlich auch hier:
https://www.welt.de/kultur/plus237843197/Putins-Faschismus-Es-geht-um-me...

Ritratto di Karl Trojer
Karl Trojer 5 Settembre, 2022 - 09:19

Es ist nie zu spät.... Das Angebot einer Südtirol-ähnlichen Autonomie für den Donbas und die Krim in der Ukraine, könnte und sollte (m.E.) bei nächsten Verhandlungen immer noch als friedliche Lösung des Konfliks eingebracht werden.

Ritratto di Fabio Marcotto
Fabio Marcotto 5 Settembre, 2022 - 15:14

La situazione in Ucraina è molto complessa. Un'autonomia così come l'abbiamo noi è impensabile e inapplicabile. Innanzitutto i gruppi etnici ucraino e russo (con eccezione della parte occidentale) sono distribuiti sul territorio a macchia di leopardo. Poi molti ucraini etnici parlano il russo. Facciamo un esempio: Donbass.
Il 60% circa della popolazione è di etnia ucraina, il 40% russa. Però parla il russo quasi il 72% della popolazione. Che lingua si deve tutelare?
Il conflitto è stato tenuto acceso, dal 2014, da tutte e due le parti. A Putin faceva
comodo la miccia innescata per potere parlare ripetutamente di "genocidio" russo nel Donbass e giustificare l'intervento del 2022. Gli accordi di Minsk, inoltre, erano inapplicabili. Si considerino i primi punti citati da wikipedia: non c'è mai stato un cessate il fuoco; non si è mai permesso all'OCSE un monitoraggio; la frontiera con la Russia non era controllata dall'Ucraina ma da Russia e separatisti russi. Da lì entravano/entrano continuamente mercenari, soldati russi "in congedo" e armi (quale autonomia quindi? Una Ucraina in territorio russo?), ecc..
A Odessa i miei due figli hanno frequentato asilo e scuola elementare in lingua russa (loro linguamadre). Tutti gli insegnanti parlavano il russo.
I documenti ufficiali invece, anche di iscrizione, erano solo in ucraino. Così come i film e le istruzioni dei medicinali. Quante maledizioni abbiamo tirato, mia moglie ed io.
Austria e Italia erano e sono democrazie. La Russia è ormai una dittatura, l'Ucraina molto lontana da quello che intendiamo noi con democratico. La Russia, che pure ha molte minoranze all'interno del Paese, non ha nessuna idea e intenzione di tutela. Il russo è egemone dappertutto. Però si premura di difendere la"sua gente" nel Donbass.
Nel Donbass l'insoddisfazione è cresciuta quando è caduto Janukovich e con lui molti dei privilegi che lui aveva concesso a quella regione. Altro che genocidio dei russi!
La lingua ucraina è stata considerata di serie B, sia ai tempi zaristi che a quelli dell'URSS. E in tanti ambienti addirittura proibita. Questo è ANCHE uno dei motivi per cui i documenti ufficiali oggi sono solo in ucraino

Ritratto di Karl Trojer
Karl Trojer 6 Settembre, 2022 - 09:42

Non trovo questa grande differenza fra la situazione del Südtirol 1960-70 ed il Donbass di oggi. Le diverse etnie non debbono essere localmente raggruppate, affinchè ogni individuo possa praticare la lingua che preferisce. Del resto, la Russia non è Putin, e costui, prima o dopo sparirà...

Ritratto di Fabio Marcotto
Fabio Marcotto 5 Settembre, 2022 - 16:38

Ovviamente questi ormai sono solo discorsi accademici. In Ucraina nessuno vorrà ormai più sapere di Russia.
Il disastro che ha causato Putin con la sua banda è, credo, irreparabile. Chi, anche tra 10 anni, vorrà andare più all'Ermitage come se niente fosse...? Ma pensiamo, in Russia, a tutti i caffè, i ristoranti, gli alberghi, le compagnie di viaggio, le compagnie aeree, le guide turistiche, le scuole di lingua che per una settimana accoglievano i nostri ragazzi per la Sprachwoche, il Marinskij e il Bolshoj...

Ritratto di Georg Lechner
Georg Lechner 6 Settembre, 2022 - 12:14

Die Ukraine war schon seit Loslösung aus der früheren Sowjetunion ein gespaltenes Land mit einer vorwiegend russischsprachigen und auch russophilen Bevölkerung im Osten und mit der ukrainischsprachigen und überwiegend westlich orientierten Bevölkerung im übrigen Teil.
Am faschistischen Rückfall Russlands in autoritäre Muster hat der Westen eine massive Mitschuld mit den andauernden militärischen Nadelstichen - vom völkerrechtswidrigen Überfall auf Serbien zur militärischen Durchsetzung des Neoliberalismus über die Osterweiterung der NATO bis zum Aufhetzen von Saakaschwili zum Ossetien-Krieg. Man darf auch nicht vergessen, dass Putin infolge seiner Geheimdienstkarriere in der DDR die ganzen feuchten imperialen Träume westlicher Machthaberer in den Zeitungen wie FAZ (etwa den Artikel von Horst Teltschik vom 2.11.1991) oder Welt im Original lesen konnte.

Ritratto di Stefan S
Stefan S 6 Settembre, 2022 - 15:47

"Die Ukraine war schon seit Loslösung aus der früheren Sowjetunion ein gespaltenes Land mit einer vorwiegend russischsprachigen und auch russophilen Bevölkerung im Osten und mit der ukrainischsprachigen und überwiegend westlich orientierten Bevölkerung im übrigen Teil."
Schöne bzw. unschöne Geschichtsklitterung, die Ukraine war durchzogen von russischer Oligararchenkorruption gestützt durch die KGB Nachfolgeorganisation.
" Am faschistischen Rückfall Russlands in autoritäre Muster hat der Westen eine massive Mitschuld"
Ja gar nicht gewusst das "der Westen" die innenpolitischen Entscheidungen und Entwicklungen in Russland gesteuert und bestimmt hat.
Die Putin propaganda scheint bei Ihnen besonders gut anzukommen.

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