img_6121.jpg
Salto.bz
Advertisement
Advertisement
Affäre

„Alperia will nichts wissen“

Der bulgarische Geschäftsmann Zhelyu Ganchev über die Machenschaften in der PVB Power Bulgaria SPA, versickerte Millionen, seine Beweggründe und die Rolle der Alperia.
Salto Plus

Cara lettrice, caro lettore,

questo articolo si trova nell’archivio di salto.bz!

Abbonati a salto.bz e ottieni pieno accesso ad un giornalismo affermato e senza peli sulla lingua.

Noi lavoriamo duramente per una società informata e consapevole. Attraverso vari strumenti si cerca di sostenere economicamente questo sforzo. In futuro vogliamo dare maggior valore i nostri contenuti redazionali, e per questo abbiamo introdotto un nuovo salto-standard.

Gli articoli della redazione un mese dopo la pubblicazione si spostano nell’archivio di salto. Dal primo gennaio 2019 l’archivio è accessibile solo dagli abbonati.

Speriamo nella tua comprensione,
Salto.bz

Abbonati

Già abbonato/a? Accedi e leggi!

Advertisement

Weitere Artikel zum Thema...

img_7224-1.jpg
PVB Bulgaria
Advertisement

Aggiungi un commento

Ritratto di Silvia Rier
Silvia Rier 7 Novembre, 2019 - 07:08

Es irritiert mich hier, und es hat mich schon im gestrigen Salto-Text zu diesem Thema irritiert: Man lässt immer nur die eine Seite zu Wort kommen! Ist denn Salto jetzt zu einem Ankläger, oder gar zu einem Gericht geworden (und ich dachte immer, Salto sei "eine Zeitung"!)?

Ritratto di Günther Alois Raffeiner
Günther Alois Raffeiner 7 Novembre, 2019 - 09:18

Frau Rier,warum melden sich die Alperianer und Co und ihre VERANTWORTLICHEN nicht bei SALTO,sie könnten ja jederzeit die Gegendarstellung publik machen???? Ein Schwlm wer meint hier STINKTS gewaltig?????

Ritratto di Silvia Rier
Silvia Rier 7 Novembre, 2019 - 09:27

darüber will ich mir kein Urteil anmaßen, das geht mich auch nichts an. Journalisten allerdings achten üblicherweise auf eine ausgewogene Darstellung.

Ritratto di Sepp Bacher
Sepp Bacher 7 Novembre, 2019 - 10:28

Silvia, das ist doch nicht dein Ernst!? Journalisten gehen heutzutage zu den Pressekonferenzen und geben die Sichtweise wieder, die ihnen präsentiert wurde. Häufig werden gar nur die Pressemitteilungen als Artikel wiedergegeben und du liest dann auf drei Portalen den gleichen Text. Es ist schlimm, aber Recherchen können sich viele Redaktionen anscheinend nicht mehr leisten.
salto.bz hat mE die Rolle übernommen, jene zu Wort kommen zu lassen, die bei den anderen Medien totgeschwiegen werden. Aber das auch nur jene, die der Redaktion genehm sind!

Ritratto di elisabeth garber
elisabeth garber 7 Novembre, 2019 - 09:45

Derselben Meinung - wer nichts zu verschweigen hat, meldet sich angesichts solcher Anschuldigungen zu Wort! Mich irritiert langsam aber sicher nimmer all zu viel. Das ist der Grund, warum ich von Politik generell seit einigen Jahren nichts mehr halte - und zwar parteienübergreifend und länderübergreifend.

Ritratto di Silvia Rier
Silvia Rier 7 Novembre, 2019 - 09:59

Nein. Eine ernsthafte Zeitung ist keine Anklägerin, auch nicht für das (vermeintliche, aus ihrer Sicht) Gute. In einer Kolumne, einem Blog, einem Buch ist der Autor frei - als Redakteur ist er das nicht.

Ritratto di Christoph Moar
Christoph Moar 7 Novembre, 2019 - 10:23

Hi Silvia,
ich halte deinen Hinweis für richtig und wertvoll. Ich denke aber, dass es auch vom journalistischen Stück auch abhängt?

Das hier ist ein Interview mit Ganchev, der, soweit ich gelesen hatte, in diesen Tagen (gestern? heute?) eine Pressekonferenz in Bozen geben wollte, kein investigatives Stück Berichterstattung.

Sprich, wenn etwas eine Berichterstattung ist, dann hat man üblicherweise beide Parteien zu Wort kommen zu lassen. Ich weiß zwar nicht "ob", kann mir aber vorstellen, "dass", dies noch stattfinden wird, so die Story journalistisch erschlossen wird.

Aber ein Interview mit einem, der nach Rom fährt um eine Anzeige zu erstatten und dann nach Bozen kommt um eine Pressekonferenz zu machen, ist halt "nur" ein Interview mit einer Person, nicht mit zwei.

Eine Gegendarstellung passt gut dazu und ich würde sie gerne lesen, ob sie aber im gleichen Text stattzufinden hat, bin ich mir nicht sicher. Wenn ich - beispielsweise - Zuckerberg zu den Maßnahmen von Facebook zum Thema Datenschutz interviewe, lasse ich im selben Text auch nicht Europas Datenschützer zu Wort kommen.
Jene sollten aber, durchaus, zu Wort kommen und einen eigenen Text kriegen.

Ritratto di Silvia Rier
Silvia Rier 7 Novembre, 2019 - 10:35

Weitestgehennd einverstanden, aber: beachte bitte mein "hat mich schon im gestrigen Text zum Thema irritiert" (ich habe den Text : https://www.salto.bz/de/article/05112019/versickerte-millionen?fbclid=Iw... : gerade nochmal überflogen. Mein gestriger Eindruck ist geblieben). Das heutige Interview hat lediglich den gestrigen Eindruck verstärkt.

Ritratto di Christoph Franceschini
Christoph Franceschini 7 Novembre, 2019 - 10:23

Sehr, geehrte Frau Rier,
Ihre Meinung steht Ihnen natürlich frei.
Ich lasse mir aber nicht gerne sagen, wie ich meine Arbeit zu machen habe.
Wenn Sie den ersten Artikel genauer lesen, dann werden Sie merken, dass ich sehr wohl mit Alperia-Verantwortlichen gesprochen habe. Dass diese nicht zitiert werden wollen, ist ihr Recht.
Vor allem aber gibt es keine Anklage, denn Alperia ist nicht der Täter, sondern wenn schon das Opfer dieser Machenschaften. Der einzige Vorwurf, der gemacht wird: Alperia hat wie alle anderen zu lange weggeschaut. Ich denke, dass Zhelyu Ganchev anhand von Briefen und Treffen, das sehr anschaulich darstellen kann.
Zudem wurden im Artikel und in diesem Interview Ganchevs mögliche Beweggründe durchaus kritisch hinterfragt und jene Version wiedergegeben, die innerhalb der Alperia kursiert.
Guter Journalismus ist das Aufzeigen und die Dokumentation von Fakten und die Rolle des Journalisten ist es weder Ankläger noch Verteidiger zu spielen. Guter Journalismus ist es aber auch Haltung zu zeigen. Und genau das versucht salto.bz.
Die "ausgewogenen und feingespühlten Darstellungen" können Sie dann gerne irgendwo anders lesen.

Ritratto di Silvia Rier
Silvia Rier 7 Novembre, 2019 - 10:30

Ausgewogene und feingespülte (ohne h) Darstellungen lese ich in Die Zeit, NZZ, Der Standard, Die Süddeutsche (um bei den Deutschsprachigen zu bleiben) - und die ausgewogene Berichterstattung fällt mir immer wieder angenehm auf, neben der Tatsache, dass all diese Zeitungen "Haltung zeigen".

Aber natürlich ist es Ihr gutes Recht, die Dinge anders zu sehen

Ritratto di Andreas gugger
Andreas gugger 7 Novembre, 2019 - 11:59

Frau Rier - hier kann man glücklicherweise die reaktionen der alperia macher lesen: https://www.rainews.it/tgr/tagesschau/articoli/2019/11/tag-Alperia-PVB-E...

Ritratto di Hans Hanser
Hans Hanser 7 Novembre, 2019 - 12:04

Ach, Frau Rier, gestehen Sie doch einfach Ihren Fehler ein. Jeder kann mal daneben liegen. Das was Herr Franceschini hier macht, ist lobenswert. Da gibt es keine 2 Meinungen.

Ritratto di Georg Lechner
Georg Lechner 7 Novembre, 2019 - 12:38

Ich verstehe den grundsätzlichen Einwand von Frau Rier schon. Er gehört zum journalistischen Selbstverständnis, das F. Obermaier/ B. Obermayer in ihrem Buch "Die Ibiza-Affäre" mehrfach ansprechen und jeweils erwähnen, wer von ihnen mit den Aussagen von Strache im Video konfrontiert wurde und welche Stellungnahme abgegeben hat.
Im konkreten Fall finde ich auch richtig und wichtig, was Herr Franceschini gemacht hat.
Unterschiedliche Meinungen darf es allerdings immer geben.

Ritratto di Georg Lechner
Georg Lechner 8 Novembre, 2019 - 16:42

Auch die NZZ agiert nicht immer glücklich, so weisen die Autoren von "Die Ibiza-Affäre auf S. 237 darauf hin, dass die NZZ berichtet hat, es sei "Tatsache", dass einer der Männer (die angeblich zu den Fallenstellern gehörten -Erläuterung meinerseits zum Zusammenhang) schon Videomaterial mit Bezug auf Sex und Drogen angeboten habe. Bei Rückfrage stellte sich heraus, dass es sich nur um öst. Medienberichte auf Grund anonymer Quellen handelte. (Wobei Sex und Drogen im Videomaterial zu Ibiza gar nicht vorkamen)

Ritratto di Michael Kerschbaumer
Michael Kerschbaumer 7 Novembre, 2019 - 17:01

wieder mal Trotzhaltung par excellence vom Autor, Rechtfertigen, Kindergarten, manchmal wäre Stillsein wohl die beste Option?

Ritratto di Georg Lechner
Georg Lechner 8 Novembre, 2019 - 16:56

Trotzhaltung vom Autor? Gerade im Bereich Wirtschaftskriminalität ist es notwendig, für öffentliche Aufmerksamkeit zu sorgen. Das belegen die Ausführungen der Journalisten sehr deutlich, die vorrangig in die Veröffentlichung der Ibiza-Affäre eingebunden waren. Wie bald nach dem Auffliegen der Affäre versucht wurde, vom Inhalt des Videos abzulenken und die Aufdecker zu kriminalisieren, ist ein Lehrstück der eigenen Art. Meine Lektüre des Buchs ist ganz frisch (heute fertig gelesen) und der Eindruck des Gelesenen in Zusammenhang mit allen anderen Skandalen daher ganz massiv.

Ritratto di elisabeth garber
elisabeth garber 7 Novembre, 2019 - 14:03

Dem möchte ich widersprechen, aber es ist eben eine sehr persönliche Sichtweise. Vorab, ich glaube nicht an Objektivität und reine Sachlichkeit - nicht einmal in der Wissenschaft, geschweige denn im Journalismus. Seit ich mich ein wenig dem Thema "Journalismus & Korruption" gewidmet habe (zugegebenermaßen fehlt mir da noch Lektüre...), fällt es mir grundsätzlich schwer - sogar genannten renommierten Blättern Glauben zu schenken. Wobei noch hinzukommt, dass ich persönlich die offensichtliche Tendenz (linksliberal oder rechtskonservativ oder auch transzendent-religiös) begrüße, weil für mich das authentisch ist - die Handschrift einer Zeitung, sozusagen.

Ritratto di elisabeth garber
elisabeth garber 7 Novembre, 2019 - 14:07

Sorry - ich wollte Frau Rier auf ihr striktes "Nein" antworten, die Reihung scheint nicht geklappt zu haben.

Ritratto di Georg Lechner
Georg Lechner 7 Novembre, 2019 - 11:59

Aus meiner Sicht ist es wichtig, dass Vorwürfe zu kriminellen Machenschaften erst mal publik werden. Dann gibt es kein Totschweigen mehr. Um ein Beispiel aus einem anderen Bereich zu bringen: Hätte salto mit der Berichterstattung zur Kontroverse Sampt/ Dözese warten sollen, bis sich die Diözese zu einer Stellungnahme bequemt?
Kriminelle Machenschaften wie Scheinrechnungen (oft in Kombination mit dubiosen Beraterverträgen), Kickback-Zahlungen, ... gibt es leider mehr als genug und beileibe nicht nur südlich des Brenners. Ich verweise nur auf die Skandale in Ö. (wie in "Unmutsverschuldungen" geschildert) oder in D. ( "Die geschmierte Republik", wo allein bei der Treuhand von einem geschätzten Schaden von 850 Milliarden Euro für die öffentliche Hand gesprochen wird). Bei den "ganz legalen Rechtsbrüchen" rund um die Cross-Border-Leasing - Verträge blieb Markus Wilhelm ein einsamer Rufer in der Wüste (http://www.dietiwag.org/index.php?id=2200 ), bis einige deutsche Kommunen ganz böse auf die Schnauze gefallen waren (Verkaufserlös in der Krise 2008 verschwunden, für die Bedienung der Leasingraten mussten die meisten kommunalen Dienstleistungen für die Bürger wie Schwimmbad oder Bibliothek aufgegeben werden).

Ritratto di Silvia Rier
Silvia Rier 7 Novembre, 2019 - 15:37

Was ich noch gerne sagen wollte:
Hat eigentlich eine_r von Ihnen beobachtet, wie die beiden Texte "draußen", in einschlägigen und anderen "Foren" usw. aufgenommen wurden? Die meisten haben wahrscheinlich nur die Titel gelesen und daraus (kurz)geschlossen: Alperia (gehört uns) und bestiehlt uns (schon wieder). Das kann es doch auch nicht sein.
Und noch eine Frage hätte ich: Ich glaube, gelesen zu haben, dass Herr Ganchev vor etwa fünf Monaten in das Unternehmen, das er jetzt beschuldigt, eingestiegen ist. Ist das nicht merkwürdig? Da kauft sich ein Unternehmer in ein Unternehmen ein, und stellt erst nachher fest, (... usw. usf.)?! Üblicherweise wird doch (gründlich!) geprüft, bevor man sich irgendwo einkauft - oder nicht?!

Ritratto di Georg Lechner
Georg Lechner 7 Novembre, 2019 - 17:57

Freilich wird üblicherweise geprüft, allerdings standen ihm erst dann manche Informationen und Belege zur Verfügung.
Ein markantes Gegenbeispiel kenne ich allerdings: Obwohl 2006 erste Malversationen um die Hypo Alpe Adria bekannt wurden (der Geschäftsführer Wolfgang Kulterer musste vor Gericht erscheinen), kaufte die Bayern LB 2007 das Unternehmen.
Insgesamt halte ich es für wichtig, dass solche Anschuldigungen (wie von Herrn Ganchev erhoben) öffentlich gemacht werden. Damit müssen die Beweise auf den Tisch, von denen er im Interview gesprochen hat. Das verringert die Gefahr, dass die Sache bis zur Verjährung verschleppt wird (was leider oft passiert, "Von Mussolini zu Salvini" zufolge), weil die Anklagebehörde unter der Beobachtung der Öffentlichkeit steht. Bei den angedeuteten Belegen kann sie dann unter Berufung darauf Untersuchungshaft beantragen (Flucht- und Verdunkelungsgefahr).

Ritratto di Silvia Rier
Silvia Rier 8 Novembre, 2019 - 17:17

Natürlich müssen solche Vorgänge öffentlich gemacht werden, daran besteht überhaupt kein Zweifel, und das habe ich auch nie in Abrede gestellt. Zwischenzeitlich sieht's aber eh so aus, als sei der Kläger selbst auch nicht nur von hehren Motiven getrieben. Aber von ihm abgesehen gäbe es wohl noch ein paar Personen, deren Sicht der Dinge zu hören wohl auch interessant wäre.

Ritratto di Georg Lechner
Georg Lechner 8 Novembre, 2019 - 17:24

Wäre freilich interessant. Aber wie der Chefredakteur angesprochen hat, hat er sich erfolglos darum bemüht. Vielleicht würden manche schon grundsätzlich wollen, aber dürfen nicht, um ihre berufliche Existenz nicht zu gefährden.

Advertisement
Advertisement
Advertisement