Gesellschaft | Restaurierung

„Im Herzen eines jeden Bozners“

Die Instandhaltungsarbeiten an der Talfer-Promenade haben begonnen, insbesondere an der Wassermauer. Eine heutige Pressekonferenz gab einen Überblick zu den Arbeiten.
Talferpromenade
Foto: Privat
  • Die Stadtverwaltung hat mit Instandhaltungsarbeiten an der Talfer-Promenade begonnen, beginnend an der historischen Bozner Wassermauer zwischen der St.-Anton-Brücke und der Minigolfanlage. Bei einer heutigen Pressekonferenz, abgehalten bei der Baustelle, wurden nähere Details bekanntgegeben. Es gehe darum, diese wunderschöne Promenade zu erhalten, so Umweltstadträtin Chiara Rabini. Daher sei dies eine wichtige Investition, auch um die Sicherheit der Promenade zu gewährleisten. Bozens Vizebürgermeister Stephan Konder fügt dem zu: „Es ist wichtig, dass wir diese Promenade, die im Herzen eines jeden Bozners ist, hegen und pflegen und für die Bevölkerung weiterhin bestmöglich nutzbar machen.“ Die Umweltgelder des Landes, die hier zum Teil zum Einsatz kommen, seien daher gut investiert. Es hätte anfangs den Vorschlag gegeben, die Mauer zu ersetzen, aber da diese Teil der Bozner Geschichte sei, wurde die Idee wieder verworfen. 

  • Chiara Rabini und Stephan Konder (Mitte) zwischen den technischen Köpfen: Am ersten Teil des insgesamt 355 Meter langen Bauloses, das insgesamt rund 250 Tage lang dauern wird Foto: Privat

    Die Wassermauer wird also restauriert um erhalten zu bleiben, da sie statische Anforderungen nicht mehr erfülle und damit ein Risiko darstelle. Die Mauer ist bald 120 Jahre alt, die Wasserpromenade wurde am ersten Oktober 1905 eingeweiht. Die Restaurierung der Brüstung und der Austausch des Metallgeländers sind ebenso Bestandteil der Erhaltungsmaßnahmen. Es wurde weiters versucht, die umliegende Wurzeln von Bäumen so wenig wie nur möglich zu beschädigen. Vor allem aus Sicherheitsgründen wurde die Restaurierung beschlossen, aber um sie nicht durch künstliche Verstärkungen verändern zu müssen, wurde eine möglichst dünne Struktur vor die Balustrade gesetzt, um die Anforderungen an die statische Stabilität zu erfüllen. Auch Restaurierungen an historischen Bauten müssen logischerweise heutigen Sicherheitsstandards entsprechen.
    Die Arbeiten werden von der Stadtgärtnerei in Zusammenarbeit mit dem Amt für Infrastruktur und Freiraumgestaltung durchgeführt, in Absprache mit dem Landesdenkmalamt. 

  • Historisch: Ein altes Bild der Talfer-Promenade Foto: Comune di Bolzano
  • Die Balustrade wird restauriert, indem sie zunächst vom Gestrüpp befreit wird, das sie im Laufe der Jahre überwuchert hat. Anschließend wird sie gereinigt und gefestigt, indem Zementteile repariert und restauriert werden, und schließlich werden alle Metallteile repariert oder ersetzt. Die Balustrade soll ansonsten unverändert bleiben. Den Abschluss der Arbeiten werden die Wiederherstellung der Grünfläche bilden, sobald die neue Metallstruktur installiert ist. Auf diese Weise würden die Projektvorgaben erfüllt werden: statische Solidität, Schutz des historisch-künstlerischen Erbes, sowie die Wiederherstellung der Begrünung der Promenade. 
    Das erste Baulos, das sich von der St-Anton-Straße bis zum Minigolfplatz erstreckt, hat eine Länge von 355 Metern, wird mit geschätzten Baukosten von 343.000 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer (damit um die 420.000 Euro) und einer Dauer der Arbeiten von 256 Tagen veranschlagt. 
    Die Arbeiten werden sich über das gesamte Jahr hinziehen und in Abschnitten von etwa 50 Metern Länge durchgeführt werden, um die Beeinträchtigung der Promenade zu begrenzen und den Bürgern die Nutzung dieser weiterhin zu ermöglichen.

    Die gesamte dem Fluss abgewandte Seite der Talferpromenade (Länge von 1,3 Kilometern) wird restauriert werden, begonnen wurde mit dem Abschnitt am Minigolfplatz, da dieser besonders sensibel sei. 

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Klemens Riegler Di., 26.03.2024 - 22:36

Es könnte ergänzt werden, dass diese WASSERMAUER ursprünglich tatsächlich als Schutzmauer gegen die wilde Talfer angelegt wurde. Wobei die letzte Überschwemmung der Altstadt schon damals ziemlich weit zurücklag. Trotzdem ist es heute fast unvorstellbar, wieviel Wasser die Talfer noch vor 150 Jahren geführt hat, oder dass die heutigen Talferwiesen Bachbett waren. Wobei es damals dort teils auch noch kulturellen Anbau gab, ... sofern die Talfer nicht zu wild gewütet hat.

Di., 26.03.2024 - 22:36 Permalink
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Josef Fulterer Mi., 27.03.2024 - 06:38

Die vermehrt auftretenden punktuellen Starkregen, könnten erhebliche Murenabgänge in den Schluchten der Talfer auslösen.
Das könnte zu einem Rückstau der Talfer verursachen + nach der Auffüllung, zu einem katastrophlen Abfluss der rück-gestauten Wasser-, Erd-, Geröll- + Gesteins-Massen führen.

Mi., 27.03.2024 - 06:38 Permalink