Society | Positive Vibes

Kinder machen Altes neu

Betriebe werden eingeladen, ihre Produktionsreste an die Initiative Viel>da in Lana abzugeben. Kindergartenkinder im ganzen Land können dann mit den Materialien basteln.
Viel>da
Foto: Pexels

Schon 2018 wurde das Upcycling-Projekt Viel>da ins Leben gerufen. Über die sozialen Medien sollen nun aber mehr Betriebe, besonders jene aus dem Burggrafenamt, erreicht werden. Die Kinder im Kindergarten brauchen schließlich Materialien zum Basteln. 

 

Wie funktioniert das Projekt? 

 

Betriebe können saubere und ungiftige Reste aus ihrer Produktion dem Kindergartensprengel Lana zur Verfügung stellen. Die MitarbeiterInnen des Sprengels sortieren die Materialien und geben sie in ihr Lager, das sich im Sprengel direkt befindet. Die Werkstoffe stehen dann landesweit allen Kindergartensprengeln zur Verfügung. PädagogInnen aus ganz Südtirol können welche abholen und anschließend verwenden. Auch Schulen oder Kitas können gegebenenfalls auf das Material zugreifen. 

Kinder brauchen reale Materialien für die Auseinandersetzung mit der Welt. Unfertige Materialien regen ihre Fantasie an.

Dadurch, dass die Nachfrage sehr hoch ist, gründeten die InitiatorInnen dieses Jahr Accounts auf den Social Media, um mehr Betriebe erreichen und zur Abgabe von Produktionsresten animieren zu können. Es ist nämlich schon passiert, dass wenig bis kein Material mehr vorhanden war.

 

Beispielmaterialien für Viel>da können folgende sein: Folienstreifen, Papierabschnitte, Verpackungen, Stanzbleche, Papprollen, Fehldrucke, Stoffe, Fliesen, Musterbücher, Bodenbeläge, Holzabschnitte, Schnüre, Bänder, Seile, Wolle, Flaschen, Verschlüsse, Knöpfe, Getränkekisten, Schläuche und viele weitere skurrile Dinge, die zum Basteln geeignet sind. 
Es werden keine Spielsachen gesucht, sondern Sachen ZUM Spielen, Forschen, Konstruieren, Experimentieren und Gestalten. 

Für Betriebe liegt der große Vorteil darin, dass die bereitgestellten Materialien wiederverwendet werden. Damit handeln sie ökologisch, nachhaltig und gehen einen sozial wertvollen Austausch mit den Jüngsten der Bevölkerung ein.

 

Der pädagogische Mehrwert

 

Julia Dalsant, eine der treibenden Kräften von Viel>da, ist überzeugt vom pädagogischen Mehrwert: "Aus pädagogischer Sicht bietet solches Abfall- oder Restematerial den Kindern neue Materialerfahrungen, neue Anregungen zur Selbsttätigkeit und Kreativität sowie eine kritische und kreative Auseinandersetzung mit dem Thema Recycling. Die neuen Materialien haben für Kinder einen besonderen Reiz, weil sie im Vergleich zu herkömmlichen Spielsachen keinen vorgegebenen Verwendungszweck haben. Sie bieten viele Möglichkeiten zum Erkunden und zur freien Entfaltung, z.B. beim Basteln, beim Bauen, beim Spiel im Garten und vielen weiteren Bereichen. Kinder brauchen außerdem reale Materialien für die Auseinandersetzung mit der Welt. Unfertige Materialien regen ihre Fantasie an."