Advertisement
SVP

Der K.o.-Schlag

Der freiwillige Rückzug von Jasmin Ladurner bringt die SVP in Verlegenheit. Denn jetzt gibt es nur mehr eine Lösung: Alles muss so bleiben wie es ist.
Advertisement
Man hat die Rechnung diesmal ohne die Wirtin gemacht.
Dass Jasmin Ladurner sich freiwillig aus dem Spiel um einen Sitz in der Regionalregierung nehmen wird, damit hat innerhalb der SVP kaum jemand gerechnet. „Ich wurde von niemandem dazu aufgefordert“, wiederholt die Partschinser SVP-Landtagsabgeordnete seit Tagen.
Sicher aber ist: Ladurners Rückzug bringt ihre Partei in arge Verlegenheit. Denn plötzlich steht der politische Kampf, der seit zwei Wochen innerhalb der SVP tobt, unter ganz anderen Vorzeichen.
Beide Gruppen in der SVP, die sich in dieser Frage gegenüberstehen, haben sich selbst in eine Sackgasse hineinmanövriert.
Arno Kompatscher und SVP-Vizeobmann Karl Zeller führen jene prominente Fraktion an, die sich offen und intensiv für eine Aufstockung der Regionalregierung auf sechs Mitglieder einsetzt. Ihr Argument: Nur so gerät man in der Region nicht in die Minderheit.
Der Vorwurf, den die Gegner Kompatscher & Co innerhalb ihrer eigenen Partei machen: Es gehe ausschließlich um eine Postenbeschaffung für Jasmin Ladurner.
Zieht Arno Kompatscher jetzt die Aufstockungsforderung zurück, bestätigt der Landeshauptmann diese Unterstellung. Demnach wird er weiterhin auf die Aufstockung beharren müssen.
Doch damit tut sich für die SVP ein neues Problem auf.
 

Die Erbin

 
Kommt es zur Aufstockung, muss die SVP aus Gründen des Geschlechterproporzes eine Frau in die Regionalregierung entsenden. Doch diese Frau hat sie nicht.
Die einzige weibliche SVP-Abgeordnete, die in Frage kommt, wäre Magdalena Amhof. Die Eisacktaler Arbeitnehmerin hat lange hart um ein Amt gekämpft. Sie ist bisher aber leer ausgegangen. Jetzt soll sie ins Regionalratspräsidium einziehen und so wenigstens eine Sekretärin bekommen, die es anscheinend unbedingt braucht. 
Magdalena Amhof machte sich vor Wochen ernsthaft Hoffnungen auf einen Sitz in der Regionalregierung. Doch dann wurde sie von der jungen Jasmin Ladurner überholt. Demnach wäre sie jetzt nach Ladurners Rückzug die natürliche Erbin des Postens in Trient.
 
Magdalena Amhof

Magdalena Amhof: Kann nicht mehr in die Regionalregierung gehen.

Doch hier gibt es ein ernsthaftes Problem. Nach ihrer Ausbremsung wurde Magdalena Amhof zu einer der energischsten Gegnerinnen der Aufstockung. Auf der SVP-Sitzung am Montag wettere sie wortgewaltig gegen den Plan von sechs Regierungsmitgliedern. Amhof kann deshalb das Amt der Regionalassessorin wohl kaum annehmen. Außer sie will ihre Glaubwürdigkeit völlig verlieren.
 

Das Trio

 
Theoretisch könnte die Trentiner Mehrheit die Frauenquote in der Regionalregierung erfüllen. Doch auch dort sind fast alle personellen Möglichkeiten erschöpft. Sollten die Trentiner dennoch eine Regionalassessorin stellen, dann bräuchte die SVP einen Assessor.
Josef Noggler hat nie einen Hehl darauf gemacht, dass er in diesem Amt wiederbestätigt werden will. Seine Partei spielte nicht mit und machte den Vinschger zum Landtagspräsidenten und nach einigem Zwist auch zum Regionalratsvizepräsidenten (gegen Amhof). Noggler kann es sich jetzt aber nicht leisten von diesen Ämter wieder zurückzutreten, um in die Region zu wechseln.
Auch Helmuth Renzler ist aus dem Spiel. Der Arbeitnehmervertreter hat sich ebenfalls zu offensiv gegen die Aufstockung ausgesprochen.
 
Gert Lanz

Gert LanzVom Fraktionssprecher zum Regionalassessor?

Damit bleibt für die SVP nur noch ein Trio übrig. Gerd Lanz müsste als SVP-Fraktionssprecher zurücktreten, um Regionalassessor zu werden. Dann müsste das Amt des Fraktionssprechers neu besetzt werden. 
 
Macht man Franz Lochers zum Regionalassessor wird man in Trient eine Simultanübersetzung aus dem Sarnerischen einführen müssen.
Sonst kämen nur noch Helmut Tauber oder Franz Locher in Frage. Ob im Falle Lochers in Trient aber eine Simultanübersetzung aus dem Sarnerischen eingeführt werden kann, ist mehr als fraglich.
Demnach wird es mit allergrößter Wahrscheinlichkeit nur eine Lösung geben. Man verhandelt zwei Wochen lang hart und am Ende bleibt alles wie es ist. Und Rita Mattei wird doch noch Regionalassessorin.
Nur so verliert niemand das Gesicht.
Advertisement

Bitte melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Kommentare

Bild des Benutzers Helmut D

Ich weiss ja nicht, was die Salto-Redaktion im Schilde führt mit der Hochgelobung der Aktion von der Ladurner. Sie hatte sich im Vorfeld selbst ja noch stark aktiv für die Landesregierung ins Spiel gebracht und wollte Kuenzner noch ein Schnäppchen schlagen. Als sie feststellen musste, dass sie das nicht kriegt, hat sie sich auf den Regionalratsposten eingeschlagen. Sie hatte vehement darauf gepocht und sie hat auch nicht einen Rückzieher gemacht bis vor der Sitzung der SVP-Parteileitung. Dort wurde klar entschieden, dass die Situation nicht tragbar ist und man hat ihr zu verstehen gegeben, dass Sie diesen Posten nicht kriegen wird. Nur so lässt sich auch diese zeitliche Verschiebung erklären. Man gab ihr die Möglichkeit als grosse Heldin darzustehen, die auf etwas verzichtet (was es aktuell gar nicht gäbe und wohl auch nicht geben wird). Wenn sie jetzt noch in den nächsten Tagen ein Amt bekommen sollte, dann kann man sich sicher sein, dass dies von Ladurner noch vor dem "Verzicht" ausgemacht wurde. Eines ist sicher: Dies war keine selbstlose Aktion und es war a auch sicher nicht freiwillig. Wenn man des et als Postengeilheit abstempeln kann, dass man die eigene Partei so in Verlegenheit bringt, obwohl man klar die Position gefordert hat und dann so dagegen wettert... dann brauch man eine blühende Fantasie.

+1-14
Bild des Benutzers Ralph Kunze

Das Mädel betreibt Politik als PR Gag. Natürlich ist ihr Verzicht akribisch geplant. Sie will jetzt mit einer sauberen Weste dastehen und die MitbewerberInnen bzw Parteigenossen schlecht dastehen lassen um selbst als die Gute dazustehen.
Wer das nicht durchschaut der lässt sich ganz einfach blenden.

+1-11
Bild des Benutzers rotaderga

Und doch gibt es einen klitzekleinen Unterschied von Jasmin zu den anderen SVP Mandataren: ihre Vorzugsstimmen hat sie sich selbst und ohne viel Werbeetat "erarbeitet". Andere SVP Vorzugs-Stimmen kann man mit ca 25€/ Stimme an Werbung aufwiegen.

Bild des Benutzers kurt duschek

....wer verzichtet opfert sich selbst und kann nicht mehr geopfert werden!

Bild des Benutzers Maximi Richard

Rita Mattei ist auch nicht schlecht. Man sollte ihr eine Chance geben.

Advertisement

Meistkommentiert

Meistgelesen

Gesellschaft
17
Wirtschaft
3
Politik
1
Gesellschaft
4
Politik

Mach mit!

Registrieren oder Anmelden