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Privat ist privat - oder?

Das Internet bietet uns viele Möglichkeiten. Aber es ist auch ganz wichtig zu verstehen, wo die Grenzen sind. Zu wissen, was privat ist, ist wichtig.

Spätestenst seit man mit den Handys Fotos machen kann, seit es digitale Fotoapparate gibt, ist es ein Klacks: abdrücken, löschen, an Freunde verschicken, ins Facebook reinstellen. Alles ganz einfach - technisch gesehen. Aber wissen wir eigentlich, wer was von uns weiß?

Privat heißt, dass ich jemandem etwas anvertraue oder zeige,  und nicht möchte, dass das andere Leute sehen oder hören. Wenn ich einer guten Freundin, einem guten Freund etwas sage, dann soll das vielleicht unter uns bleiben. Im Internet aber ist das oft ganz schön schwierig, denn es ist nicht wirklich sicher, welche Daten oder Fotos wo gespeichert werden. Deshalb ist es wichtig, dass wir private Daten im Internet sorgfältig behandeln. Wollen wir unser Geburtsdatum, unseren Wohnort, unser Alter allen erzählen? Welche Fotos wollen wir von uns zeigen? Manche User suchen sich deshalb ein anderes "Gesicht", einen anderen "Namen", sie sind auf Facebook, oder in anderen sozialen Netzwerken anonym. Wie der Sänger "Cro" setze ich eine Maske auf, damit mich niemand erkennt. Ist das gut? Ist das schlau? Oder feige?

Und umgekehrt gilt natürlich auch dasselbe: Ich finde ein tolles Foto auf Facebook, oder auf WhatsApp oder sonst irgendwo in den unendlichen Weiten des Internets  - und die Frage ist: Kann ich das einfach verwenden? Und für was? Generell gilt: Fotos müssen einen Quellennachweis haben, also ich muss angeben woher ich das Foto genommen habe.

Auf Kika.de findet ihr ein Interview mit einem Datenexperten. Er sagt: Es gibt Fotodiebe und Adressenhändler im Internet. Und es ist für die Polizei ganz schwierig herausfinden, wer da dahintersteckt.

Kinder und Jugendliche sollen im Internet besonders geschützt werden. Das ist der Polizei und euren Eltern sehr wichtig. Es gibt aber auch Menschen, die wir alle schützen müssen. Denn es werden von ihnen Fotos gemacht, und sie kriegen es nicht mal richtig mit. Flüchtlinge etwa, die so müde sind, oder krank oder sehr hungrig, dass sie gar nicht merken, dass jemand sie fotographiert. Oder sie merken es, und es ist ihnen egal. Was aber würden diese Menschen sagen, wenn sie wüssten, dass ihr Gesicht einfach vervielfacht wird? Verbreitet auf Facebook, ohne dass sie es wissen. Auch diese Menschen sind in ihrer Würde zu schützen, so wie kranke, verletzte oder tote Menschen.

Journalisten, also Leute, die für eine Zeitung, fürs Radio oder fürs Fernsehen arbeiten sagen: Wir müssen doch Fotos machen, damit alle sehen, was auf der Welt passiert. Bilder sagen oft mehr als Worte - das stimmt. Doch wie weit dürfen Journalisten gehen? Diese Flüchtlinge wurden fotographiert. Ist das gut? Ist das egal?

Bekannte Menschen, wie Schauspieler, Sänger, Sportler oder auch Politiker werden ebenfalls oft fotographiert. Manchmal sind das Fotos, die ihnen gar nicht gefallen. Die einfach heimlich gemacht werden. Ist das fair? Ist das einfach so, wenn man berühmt ist, dass man das ertragen muss? Was meint ihr? Was ist eigentlich privat?

Damit eure Eltern in der Vorweihnachtszeit ein bisschen Privatsphäre haben, gibt es einen lustigen Abend im Ufo Bruneck.