Die Burg immer im Blick
Foto: Oswald Stimpfl
Hiking | Ausflug der Woche

Nach Sabbionara, zum Castello di Avio

Ein kurzer, leichter Spaziergang zu einem einmaligen Ziel: die mächtige Burg Castello di Avio in der Vallagarina, an der Grenze des Trentino mit dem Veneto.

Zugegeben, das ist keine Wanderung, eher ein kurzer, leichter Spaziergang, aber unser Ziel ist einmalig: die mächtige Burg Castello di Avio in der Vallagarina, an der Grenze des Trentino mit dem Veneto. Wir sind nicht weit von der alten Tiroler Landesgrenze bei Borghetto entfernt. An der seit jeher wichtigsten Nord-Südverbindung stand hier wahrscheinlich bereits zu Römerzeiten ein durch einen Ringwall geschützter „Castelliere“ genannter militärischer Vorposten. Daraus entwickelte sich im 11. und 12. Jahrhundert eine Befestigungsanlage mit dicken Ringmauern und einem imposanten Wachtturm, dem „Mastio“. Später kamen eine Reihe von Nebengebäuden dazu wie der Herrenpalast (Palas) mit der Schlosskapelle, Stallungen, Wirtschaftsgebäude und das Haus der Schlossbesatzung, das Wächterhaus. Das Geschlecht der Castelbarco errichtete die Burg, Azzone Castelbarco baute sie im 13. und 14. Jh. aus. Sein Sohn Guglielmo II wandelte die Burg in ein Feudalwesen um, das sich zwischen den Fürstbischöfen im Norden und der Republik Venedig im Süden behaupten musste. Nach seinem Tod ging die Burg per Testament an die Republik Venedig. Im Zuge der Kriege Kaiser Maximilian I fiel die Burg 1509 in die Hände der Habsburger. Es folgten weitere Besitzerwechsel bis die mittlerweile zu einer Ruine verfallene Burg nach dem 1. Weltkrieg an Italien fiel und wieder in den Besitz einer Seitenlinie der Familie Castelbarco kam. Die Innenausstattung ging verloren, ohne Dächer nahem die Fresken unwiederbringlichen Schaden. Im Jahr 1977 schenkte Emanuela Castelbarco, die Enkelin Arturo Toscaninis, die Burg dem FAI, der sie aufwendig restaurierte und anschließend für den Publikumsverkehr öffnete. Und so können wir die Burg bequem auf einem kurzen Spazierweg erwandern und besichtigen.

Zu besichtigen sind die einmaligen qualitätsvollen Fresken mit den Kampfszenen im Wächterhaus, sie zählen zu den ältesten profanen Fresken, Freskenreste profanen Inhalts im obersten Geschoss und ein Zyklus in der ehemaligen Schlosskapelle.

 

Zum Wegverlauf

Wir parken im Ort, am Hautplatz nahe der Dorfkirche. Wegweiser zeigen uns die Richtung, es geht zuerst durch die Dorfgassen bis ans Ortsende und dann über einen grob gepflasterten Weg zum Fuß des Burghügels. Nun führt ein Steig im Zickzack zur Burgmauer, hinter der die Ticketschalter und die Schlossschänke liegen. Unter Weilauben geht es zum Wärterhaus und an der Schlossmauer entlang zum Bergfried und wieder zurück.

Gehzeit 20 Minuten Aufstieg, Länge 800 m, 140 Höhenmeter

 

Castello di Avio

Via al Castello, 38063 Sabbionara, Avio TN

Telefon: 0464 684453, www.fondoambiente.it/luoghi/castello-di-avio/visita

Ticket: 7,00 €

Öffnungszeiten: Mittwoch - Sonntag

vom 3. März - 30. September: 10:00 - 18:00 Uhr

vom 3. Oktober - 25. November: 10:00 - 17:00 Uhr

 

Die Einkehr

Locanda del Castello

Aperto dalle ore 10.00 alle ore 18.00

An den Wochenenden geöffnet. Für Gruppen auch an anderen Öffnungszeiten,

Tel: 3288756047. E-mail: [email protected]

 

Anfahrt: Über die Brennerautobahn, Ausfahrt Ala-Avio, 1 km ins Dorf Sabbionara