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Marmorrundweg und Halli-Galli

Wird die obere Laaser Alm zu einer Schutzhütte? Wenn es nach Fraktionspräsident Oswald Angerer geht ja. Aber es regt sich auch der Protest dagegen.
Laaser Alm
Foto: Angelika Ploner
Die obere Laaser Alm ist nicht nur aber vor allem für die Laaser ein beliebtes Ausflugsziel, ein willkommener Treffpunkt im bislang relativ unberührten Laaser Tal. Die Laaser Alm ist im Besitz der Fraktion Laas, sie ist an die Sektion Laas im Alpenverein verpachtet, es werden im Sommer einfache Speisen und Getränke auf der Terrasse verabreicht. Ein Idyll.
Dieses Idylle könnte sich ändern. Denn die Fraktion Laas unter Fraktionspräsident Oswald Angerer ist derzeit gemeinsam mit der Gemeinde Laas mit BMin Verena Tröger an der Spitze dabei, prüfen zu lassen, ob sich die obere Laaser Alm als Schutzhütte eintragen und umfunktionieren lassen könnte. Angerer hat seinen Techniker beauftragt, entsprechende Dokumente zusammenzutragen. Der Fraktionspräsident hatte dazu schon Vertreter des Alpinbeirates, des AVS, der Forst und des Nationalparkes und der Gemeinde auf die Alm geladen. Der Alpinbeirat ist Beratungsorgan des Landes unter anderem für das Sachgebiet Alpinistik. Angerer hofft, die Angelegenheit noch vor Beginn der Sommersaison abgeschlossen zu haben.
 
 
Hintergrund einer möglichen Umwandlung der oberen Laaser Alm zu einer Schutzhütte ist der neu angelegte Marmorrundweg, der von der Zufallhütte in Martell über den Haslhof, die obere Laaser Alm, über die Obere Tschenglser Alm zur Vellnairalm in Richtung Sulden und dann über das Madritschjoch wieder zur Zufallhütte führt.
Jeder Ein- und jeder Ausstieg ist möglich. Bei der Planung des Marmorrundweges, der in 5 bis 7 Tagesetappen im Ganzen begangen werden kann, war von vornherein klar, dass das Laaser Tal ein „missing link“ sein wird, was die Übernachtungsmöglichkeit betrifft. Mit der oberen Laaser Alm als Schutzhütte sollte diese Lücke wohl geschlossen werden. Wenn es soweit sein sollte, sagt Angerer, werde die obere Laaser Alm halt etwas adaptiert werden müssen, die Sanitärräume, die Küche und Schlafmöglichkeiten auch im Winter. Eine Planung sei derzeit nicht vorhanden. Zudem sei für eine Klassifizierung als Schutzhütte Voraussetzung, dass keine Straße vorhanden sei.
 
 
Damit tritt Angerer jenem Protest in Laas entgegen, der Änderungen an der oberen Laaser Alm befürchtet. In Laas hat es eine Unterschriftenaktion gegen jegliche Änderungen an der oberen Laaser Alm gegeben. Man befürchtet einen wie auch immer gearteten alpinen Neubau samt Forststraßenzufahrt und damit Halli-Galli im beschaulichen Laaser Tal. Die mehr als 300 Unterschriften aus allen Landesteilen wurden vor Weihnachten an BMin Verena Tröger übergeben. In Laas selbst ist man über Änderungen an der oberen Laaser Alm, ohne Detailwissen zu haben, geteilter Meinung. 
Oswald Angerer sagt, dass mit einer Schutzhütte auch eine mögliche Verpachtung leichter vonstatten gehen könnte.