Die prächtige Bergwelt von Martell
Foto: Oswald Stimpfl
Hiking | Ausflug der Woche

Auf dem Waldbergbauern- und Kandlwaalweg

Unterwegs auf einem etwas unüblichen Waalweg im Martelltal.

Das Martelltal zieht sich als tiefer Einschnitt von Goldrain bis zu den eisgekrönten Gipfeln der Cevedalegruppe hin. Im etwas breiteren Mittelteil liegt das Dorfzentrum von Martell auf 1.350 m Höhe. Auf den steilen, südexponierten Wiesenhängen liegen die verstreuten Bauernhöfe des Weilers Waldberg. Fünf dieser Höfe sind durch einen Themenweg, den „Waldbergbauer-Weg“, miteinander verbunden. Hier erfahren wir Interessantes zum teils harten Leben und Wirtschaften am Berg.

Bei dieser Rundwanderung wandern wir nicht, wie sonst bei Waalwegen üblich, auf ebenen Begleitsteigen, lediglich ein kurzes Stück des Weges geht an einem Waal entlang, der aus zusammengefügten ausgehöhlten Baumstämmen, sogenannten Kandln, besteht. In den Rinnen schießt das abgeleitete Bachwasser mit großer Geschwindigkeit bergab, somit ist auch der Weg, der diesen „Kandlwaal“ begleitet kein ebenes Steiglein. Der Waal wird von den Bauern auch heute noch zur Bewässerung der Felder benutzt. Der Kandlwaalweg, Waldsteige und ein Forstweg wurden zu einem schönen Rundweg zusammengefügt, dabei geht es durch herrlichen Bergwald mit Lärchen, Fichten und Zirbelkiefern, an traditionellen Bauernhöfen und einer Getreidemühle vorbei und hinauf auf einen markanten Hügel, den Suchbichl. Hier steht das „Observatorium“, eine begehbare kreisrunde Plattform, die mehrere der Berggipfel ringsum erläutert. Bei einem der Höfe, dem Stallwieser, kehren wir ein – eine gemütliche und gutbesuchte Gastwirtschaft.

Zum Wegverlauf

Am Parkplatz beim Stallwieser werfen wir einen letzten Blick auf die Panoramatafel und schlagen dann den breiten Forstweg ein, der ostwärts zum Suchbichl führt. Wir sind im Gebiet des Nationalparks Stilfser Joch, die Wege sind sehr gut instand gehalten und markiert. Bald darauf queren wir den Kandlwaal, Infotafeln erklären uns die Bauweise, Funktion und Wartung des Waals. Wir bleiben auf dem breiten Weg, nach einer halben Stunde sind wir an einer Abzweigung mit Wegweisern und einem Brunnen angelangt, hier machen wir einen Abstecher zur Plattform des Suchbichls, der hinter dem Sendemast liegt. Überdimensionale Liegestühle laden zum Bestaunen der atemberaubenden Bergwelt mit Gipfeln und Gletschern ein. Zurück an der Weggabelung, geht es auf einem Waldsteig (Nr. 24A) bergab zur Bärenplattmahd, einer einsamen Bergwiese, wo sich einst Bären einfanden – eine Tafel erinnert daran. Der weitere Steig (Nr. 26) quert im steten Auf und Ab steile Waldhänge, es geht wieder taleinwärts und zum Greithof. Oberhalb des Hofes stoßen wir auf den Kandlwaal, der jetzt wieder breitere Weg führt an den Holzrinnen entlang bergauf und zum Stallwieser zurück.

 

Interessantes am Weg

Die Marteller Erdbeeren

Das Martelltal ist bekannt für seine hervorragenden Bergerdbeeren, die auf dieser Höhe (900–1.800 m), begünstigt durch das milde und trockene Klima, einen unvergleichlichen Geschmack entwickeln. Die Erdbeeren werden zu einem Zeitpunkt gepflückt, an dem in den meisten anderen Gebieten Europas die Ernte bereits abgeschlossen ist. Gleich am Beginn des Tals, neben dem Naturparkzentrum, ist die Verkaufsstelle für die süßen Früchtchen.

 

Einkehrtipp

Gasthaus Stallwies: Große Terrasse, typische Tiroler Gerichte, eigene Säfte. Gastgarten, Liegewiese, Kinderspielplatz, Ententeich und Streichelzoo – ein Paradies für Kinder!
Waldberg 1, Martell
Tel. 0473 744644
www.stallwies.com
im Winter Do. Ruhetag 

 

Infos in Kürze

Start: Mühle beim Stallwieser, 1.935 m
Gehzeit insgesamt: 1 h 40 min, 280 Höhenmeter
Länge 5 km, davon 1,5 km Waalweg

 

Wie komme ich hin

Von Goldrain im Vinschgau ins Martelltal bis Martell/Gand, dann nach Martell/Dorf und nun 5 km bergauf auf einer schmalen Asphaltstraße zum Parkplatz beim Stallwieser.