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Die Kunst des Dämpfens

Sanfter Dampf statt kochendes Wasser: Dämpfen ist eine uralte Garmethode, die in Asien seit Jahrhunderten praktiziert wird. So werden wertvolle Inhaltsstoffe bewahrt.
Die Kunst des Dämpfens
Foto: Hanno Innerhofer
  • Das Dämpfen ist zweifellos eine der schonendsten Zubereitungsmethoden, um die natürlichen Aromen, die lebendigen Farben sowie die wertvollen Vitamine und Mineralstoffe des Gemüses zu bewahren. Im Gegensatz zum Kochen in Wasser bleiben die wertvollen Inhaltsstoffe weitgehend intakt, während das Gemüse dennoch seine knackige Konsistenz behält. Trotzdem dauert die Zubereitung nur minimal länger als das Kochen in Wasser.

  • Das Gargut kommt beim Dämpfen nicht direkt mit der Flüssigkeit in Berührung. Ein Dampfkorb oder mehrere übereinandergestellte Ebenen werden in einem Topf oder Wok mit siedendem Wasser platziert. Ein Deckel verschließt den Dampfkorb, sodass der Dampf zirkulieren kann. Dämpfen eignet sich dabei nicht nur für verschiedenstes Gemüse, sondern auch für Fisch, Fleisch, Kartoffeln, Getreide, Knödel, Nudeln und Reis. Auch ganze Fische und Kartoffeln lassen sich auf diese Weise perfekt garen. Sogar unterschiedliche Speisen können gleichzeitig gedämpft werden, was die Zubereitung besonders effizient macht.

  • Die Vorteile des Dämpfens auf einem Blick

    • Gesundheit: Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe bleiben weitestgehend erhalten.
    • Geschmack: Die Aromen des Garguts werden intensiviert und bewahrt.
    • Farbe: Gemüse behält seine leuchtende Farbe.
    • Konsistenz: Das Dämpfen verhindert ein Auskochen und sorgt für knackiges Gemüse und zartes Fleisch.
    • Vielfalt: Nahezu alle Lebensmittel können gedämpft werden.
    • Zeitersparnis: Die Garzeit ist meist kürzer als beim Kochen in Wasser.
    • Weniger Fett: Dämpfen ist eine fettarme Garmethode.
  • Tipps und Tricks

    Die Garzeiten variieren je nach Art des Gemüses. Für eine optimale Dämpfung empfehle ich, das Gemüse in kleine Stücke oder Streifen zu schneiden und es sofort zu dämpfen, sobald das Wasser den Siedepunkt erreicht hat. Nach Beendigung der Garzeit sollte das Gemüse mit eiskaltem Wasser abgeschreckt werden, um den Garprozess zu stoppen.

    • Wassermenge: Der Wasserspiegel sollte ca. 3 cm bis 5 cm hoch sein.
    • Aroma: Das Wasser kann mit Brühe, Gewürzen, Limettensaft oder Sherry angereichert werden.
    • Abschrecken: Nach dem Dämpfen kann das Gemüse mit kaltem Wasser abgeschreckt werden, um die Farbe zu erhalten.
    • Unterlage: Backpapier (kleine Löcher einstechen), Geschirrtuch, Leinentücher oder Bananenblätter eignen sich als Unterlage im Dampfkorb.
  • Das Dämpfen eröffnet nicht nur eine gesunde Kochmethode, sondern auch ein breites Spektrum an kulinarischer Kreativität. Durch geschickten Einsatz von Techniken und einer Prise Kreativität entstehen Gerichte, die nicht nur den Gaumen verwöhnen, sondern auch den Körper beleben. 

  • Rezept: Gedämpfte Shiitake-Pilze mit Ingwer und Sojasauce

    Zutaten

    200 g frische Shiitake-Pilze

    1 TL Ingwer, fein gerieben

    1 EL Sojasauce

    1 EL Sesamöl

    1 TL Limettensaft

    1 Prise Zucker

     

    Zubereitung

    1. Shiitake-Pilze putzen und in Scheiben schneiden.
    2. Ingwer, Sojasauce, Sesamöl, Limettensaft und Zucker verrühren.
    3. Pilze in den Dampfkorb geben und die Marinade darüber gießen.
    4. Im geschlossenen Topf ca. 7 Minuten dämpfen.
    5. Mit Reis oder Nudeln servieren.
  • Zum Autor

    Hanno Innerhofer ist Kochlehrer, Mietkoch und Buchautor. Er veranstaltet regelmäßig Kochkurse zu den Schwerpunkten Thai-Küche und Sushi